The Witcher (Netflix)

  • Ich bezweifle, dass man ohne Vorkenntnisse aus Literatur oder Spielen viel Freude haben wird, da einem die Serie doch gleich mit der ersten Folge unvermittelt direkt und durch die verschiedenen Zeitebenen verwirrend ins Hexer-Universum stößt.

    Ich hatte kaum Kenntnisse und fand trotzdem schnell Zugang. Allzu schwer wird es dem Zuschauer nicht gemacht. Ich gebe aber zu, dass ich zwei Folgen brauchte, um die Figuren zuordnen zu können. Aber warum sollte eine Fantasy-Reihe sofort durchschaubar und sich selbst erklärend starten? Für mich macht das einen gewissen Reiz aus. Die drei Stränge machen es für mich spannend und der bereits oben erwähnte Aha-Effekt ist erzählerisch sehr gut gelungen.

    Bei Ciri möchte ich dir zum Teil zustimmen. Obwohl ihre Handlungen und Reaktionen schon irgendwie nachvollziehbar für ein junges Mädchen sind, zerrt derartiges Gehabe auch sehr schnell an meinen Nerven.

  • Habe die Serie gesehen und bin insgesamt positiv angetan, aber nicht begeistert. Die erste Staffel macht Lust auf mehr (bis 2021 ist es noch eine Ewigkeit), hat aber insgesamt zu viele Fehler, wie der erste Pfannkuchen am Morgen. Ich habe die Serie auf Englisch gesehen, um Henry Cavill zu hören.


    Hier mal ein paar Sätze zu den acht Folgen (kleine Spoiler enthalten):

    1 - "The End's Beginning" - Bis auf den Kampf in Blaviken furchtbar langweilig und austauschbar. Schnell wird aber klar: Henry Cavill IST Geralt von Riva. Seine Stimme, sein Aussehen, PERFEKT! Insgesamt aber nur eine 3/10.

    2 - "Four Marks" - Geralt trifft Jaskier/Rittersporn am Ende der Welt. Die Folge war meiner Meinung nach unterirdisch schwach. Ich war kurz davor, aufzugeben. Der Torque sah so grotesk lächerlich aus, dass ich aus dem Lachen kaum herauskam. Jaskier und Geralt sind aber ein hervorragendes Duo, "Toss a coin to your Witcher" ein grandioser Ohrwurm. Anya Chalotra als Yennefer ist super. Dennoch nur 2.5/10.

    3 - "Betrayer Moon" - Hammer! Geralts Kampf gegen die Striege. Genau das habe ich mir von einer Hexer Geralt-Serie erhofft. 9/10.

    4 - "Of Banquets, Bastards and Burials" - Die Hintergrundgeschichte zu Geralts Verhältnis zu Ciri. Sehr gut, sehr spannend. Die Serie beginnt, eine angenehme Dynamik zu entfalten. 9/10.

    5 - "Bottled Appetites" - Meiner Meinung nach der Höhepunkt der Staffel! Hier kommt Andrzej Sapkowskis unnachahmlicher Humor durch. Jaskier, Geralt und Yennefer harmonieren super. Tolle Folge! 10/10.

    6 - "Rare Species" - Eine einzige Enttäuschung. Die Zwerge um Yarpen Zigrin sind ein völliger Reinfall. Borch Drei Dohlen ist ebenfalls kaum auszuhalten. Die CGI-Monster sind wahrlich Monstrositäten. 5.5/10.

    7 - "Before a Fall" - Hier kehrt die Serie zu den Schwächen der ersten Folgen zurück. Woran es liegt? Ich weiß es nicht. Aber mir sagt die narrative Struktur nicht wirklich zu. 6/10.

    8 - "Much More" - Schöner Abschluss. Insgesamt endet die erste Staffel stark, aber nicht herausragend. 7/10.


    Für das Casting der Hauptcharaktere (Geralt (10/10), Yennefer (8.5/10), Ciri (5.5/10), Jaskier (10/10ich liebe den Kerl!)) gebe ich der Serie 9/10. Für das Casting der Nebenfiguren maximal 5/10. Was da teilweise geschauspielert wurde...

    Insgesamt gebe ich der Serie 6.5/10.


    Die Hexer Geralt-Geschichten gehören zu den Top 5 meiner Lieblingsreihen (zwischen Der Herr der Ringe und Ein Lied von Eis und Feuer, vor Harry Potter und Die Chroniken von Narnia). Ich habe die Spiele gespielt und allein in das Kartenspiel Gwent über 200 Stunden versenkt. Die Serie ist eine gute Erweiterung und INTERPRETATION dieser Welt. Ich hoffe auf mehr und vor allem hoffe ich, dass die zweite Staffel noch einmal eine ordentliche Schippe drauflegt. :|

  • Bin gerade bei Folge 5 und muss sagen, es wird. Anfangs hatte ich es auch schwer, weil ich komplett ohne Kenntnisse in die Serie ging. Aber mittlerweile sind Stränge zu ahnen, wie es weitergehen könnte...


    Wäre diese Serie Ende der 80er, Anfang der 90er gedreht worden, hätte ein Julien Sands hervorragend in die Rolle gepasst.


    Wobei das nicht Cavills Leistung schmälern soll, der macht das wirklich gut.

  • Könnt Ihr die Serie auch jemandem empfehlen, der wie ich keinerlei Hintergrundwissen hat und auch nicht unbedingt scharf auf Splatterszenen ist?

    Also ich bin auch nicht so bewandert in dem Thema, wie gesagt, mal einen Band als Hörbuch und fertig. Dass ich den Autor kennengelernt habe, ist ja was anderes. - Das war eine absurde Szene, ich frühmorgens, verschlafen in der Hotellobby, seh einen Mann, denk mir, der war doch am Con, weil ein bisschen kam er mir bekannt vor. Frag ihn, ob er auch zum Flughafenbus geht. Als Alleinereisende freue ich mich über gleichgesinnte Gesellschaft auf Teilstrecken. Und er meinte, nein, er wartet auf ein Taxi und meint dann, ich könnte doch mitfahren. Ich: "Cool, ich zahl dazu." Und er meinte, das zahlt eh die die Con. Und dann bin ich draufgekommen, wer das ist ... Er ist übrigens sehr bescheiden zu einer unchristlichen Zeit mit Ryanair heimgeflogen. Ich selbst auch (und dann noch heimfahren per Bus aus der Slowakei), aber ich musste es ja auch selbst zahlen.


    Ich selbst habe mir Netflix wegen der neuen Star Trek Serie angeschafft und bin dann hängengeblieben. Wie schaut es bei Dir aus? Also falls Du Netflix schon hast, schau doch einfach selbst rein! Oder willst Du ein Abo bzw. den kostenlosen Probemonat da machen?


    Na ja, ich war jetzt gerade bei meinen Eltern zum Christbaumschmücken, logg mich ein, damit ich nebenbei ein bisschen unterhalten werde. Denk dann dran, dass das meinem Bruder auch gefallen könnte (wir beide wohnen nicht mehr bei den Eltern und auch nicht zusammen, aber die Feiertage halt) und frag ihn, er sofort Feuer und Flamme.


    Tja, aber so wirklich dafür gebrannt haben wir beide nicht. Wir hatten auch nicht kein Vorwissen (er hat sich mit dem PC-Spiel befasst), waren aber halt auch keine Profis. Und trotz der unabhängigen Herangehensweisen war die erste Folge so was von "tja, gesehen". Auf noch eine Folge hatte keiner Lust.

    Mir war es vor allem zu konfus mit den Damen, welche jetzt wie genau wo verwickelt ist. Das "Tata!" ist erst interessant, wenn der Charakter ausgebaut wurde, sodass man mitfiebert,, so war es was von: "Okay, erst schmusen sie, dann will sie ihn umbringen. Tja."


    Ich weiß ja nicht, ob Folge 2 jetzt endgeil wird, aber die erste Folge ist nicht unbedingt ein Grund, sich bei Netflix zu registrieren und nicht mal, das "alternativ" zu sehen.

  • Tja, aber so wirklich dafür gebrannt haben wir beide nicht. Wir hatten auch nicht kein Vorwissen (er hat sich mit dem PC-Spiel befasst), waren aber halt auch keine Profis. Und trotz der unabhängigen Herangehensweisen war die erste Folge so was von "tja, gesehen". Auf noch eine Folge hatte keiner Lust.

    Mir war es vor allem zu konfus mit den Damen, welche jetzt wie genau wo verwickelt ist. Das "Tata!" ist erst interessant, wenn der Charakter ausgebaut wurde, sodass man mitfiebert,, so war es was von: "Okay, erst schmusen sie, dann will sie ihn umbringen. Tja."


    Ich weiß ja nicht, ob Folge 2 jetzt endgeil wird, aber die erste Folge ist nicht unbedingt ein Grund, sich bei Netflix zu registrieren und nicht mal, das "alternativ" zu sehen.

    Hallo Nina, das klingt nicht unbedingt so, als müsse man sich die Serie unbedingt ansehen. Wir haben zwar Netflix, aber da gibt es ja auch vieles anderes, was möglicherweise nicht so komplex und "kultig" ist.


    Was ich empfehlen kann, ist die französisch-belgische Serie "Black Spot" (eigentlich "Zone blanche"), die sich wohltuend von dem üblichen Serien-Gedöns abhebt (interessante Charaktere, sehr düster).

  • Vielleicht wird die Serie ja noch besser, aber erst mal sehe ich mir lieber was anderes an. Jetzt ist ohnehin endlich mal die zweite Staffel von "Lost in Space" online gegangen. Und ich selbst bin ja auch mehr auf SF aus. Aber in "Black Spot" schaue ich bestimmt mal rein.

  • Zu Black Spot haben wir ein eigenes Thema: Black Spot


    Zum Witcher: 3 Folgen gesehen. Das Monster der Woche finde ich eher nicht mehr zeitgemäß als Erzählstruktur. Aber ich fand die Kurzgeschichten ja auch eher mies. Insgesamt gefällts mir aber von den Schauspielern. Mehr als 1 Folge am Stück schaffe ich allerdings nicht. Da ist noch Luft nach oben.

  • Weißt du den / die Titel noch?


    Die Bände mit den Kurzgeschichten heißen (vor zehn Jahren zumindest):

    "Der letzte Wunsch"

    und

    "Das Schwert der Vorsehung"



    Dann gibt es noch "Etwas endet, etwas beginnt". Darin finden sich zwei Geschichten mit Hexer-Bezug. Die eine erzählt, wie sich Geralts Eltern kennengelernt haben und die andere bietet - obwohl Jahre vor den den Romanen verfasst - ein romantisches, alternatives Ende für den Zyklus.

    Die weiteren Erzählungen des Bandes changieren zwischen Fantasy, Horror und Science Fiction.

  • Kannte weder die Bücher noch das Spiel und habe die erste Staffel jetzt durchgesuchtet. Durchaus ansprechend, wie ich fand, wobei, und ich denke, das ist jetzt kein Spoiler, es mir gut getan hat, irgendwo aufgeschnappt zu haben, dass es in verschiedenen Zeiten spielt. Hätte ich dieses Vorwissen nicht gehabt, wäre mir ein Einstieg schwer gefallen. Die Figur des Witchers ist cool, schön wie er Antworten einfach grunzt. :) Und selbst der Sidekickbarde gefällt mir, auch wenn er anfangs drohte in eine (für mich) nervige Danny de Vito Rolle abzugleiten. Jupp, war geil. 8 von 10 goldenen Drachen.

  • Ich habe die Serie dann jetzt auch durch. Die beiden letzten Folgen fand ich sogar am besten, da sie die Staffel rund machten und die Story erkennbar wurde. Ich gebe zu, dass die Serie ohne die gelungene Performance von Henry Cavill für mich definitiv zu langweilig gewesen wäre. Hier hat man gemerkt, dass man aus einer dämlichen Story halt keine Filmperle machen kann. Die Dinge, weswegen ich das 1. Buch in die Tonne gekloppt habe, traten hier deutlich zum Vorschein. Dümmliche Namen treffen auf dümmliche Ideen. Hier erwähne ich mal den Real-Life-Mecky. Das war zum fremdschämen. Die Monster-der-Woche-Storys sind für mich nicht mehr zeitgemäße Unterhaltung. Ich erwarte da mittlerweile mehr als dumpfe Einzelepisoden mit dünnem roten Faden.


    Was ich nicht nachvollziehen kann ist das gejammere darüber, dass die Serie zu verwirrend sei. Wo denn bitte? 3 Handlungsstränge, die am Ende zusammengeführt werden. Da fand ich aber auch gar nichts verwirrend. Vielleicht die Tatsache, das einige Protagonisten wohl nicht altern... Wem der Witcher schon zu anspruchsvoll ist, sollte tunlichst die Finger von Westworld lassen.


    Wie gesagt: aufgrund der letzten beiden Folgen hoffe ich auf Besserung in Staffel 2. Und ich hoffe, das dieser Knödelbarde möglichst schnell das zeitliche segnet. Der ging mir sowas von auf die Nüsse. ^^

  • Hahaha, der Knödelbarde. Leider wird Dir der nicht erspart blieben, wenn sie sich nur halbwegs an die Bücherrreihe halten (die ich abgebrochen habe, weil trotz großen Potentials viel zu trocken und unspektakulär, da haben sie aus den Spielen echt Etliches mehr rausgeholt).