Beiträge von Katla

    Nils Echt nie gesehen? Krass. :) Barkers literarischer Stil und sein für das Genre (also durchaus harter, blutiger Horror) doch recht seltenes klassisch beeinflusstes Vokabular hat ihn damals Ende der 80er zu einer Eröffnung für mich gemacht. Aber nach seinem Umzug in die USA hat sich alles - incl. seines Stils und Sprachgewalt - doch extrem verändert. The Great and Secret Show beendete dann meine Leidenschaft für ihn.


    Candyman ist ja eine zeitnahe Verfilmung aus seiner besten Schaffensperiode. Aber ehrlich gesagt: keinen Plan, wie man den Film heute sähe, wäre es das erste Mal. Es ist ein anderer Umgang mit den Themen Rassismus und Sexismus - einer, der mir zumindest besser gefällt als diese gleichgeschaltete PC:ness heute, die auch nicht eine differenzierte Sicht von Minderheiten zeigt, sondern nur einen (weiteren) anderen Blick.

    Candyman hat wie Hellraiser aber letztlich zur Entstehung von zwei Untergenres im Horror beigetragen:

    Die own-voices-Perspektive von Minderheiten und eben die Urban Legends: Großstadt / soziale Brennpunkte als Spukort.


    (Hellraiser hat dabei imA die größeren Schwächen, v.a. durch die weibliche Hauptrolle bzw. Figurenkonzeption, die anders als Candyman von den Monstern als Identifikationsfiguren stark abrückt und uns den spießgen Status quo als Happy End präsentiert).

    Nils Oh, das klingt sehr spannend, überhaupt auch das Buch, für das die Themen bearbeitet wurden.


    Zu dem Barker-Abschnitt bzw. auch zu Candyman gibt es hier einen Artikel zum Filmsetting, Cabrini Green. (Ich hatte da mal einen langen Architekturbeitrag zu gelesen, der auch den Film erwähnt, den finde ich aber leider partout nicht mehr wieder.)


    "Cabrini Green: Candyman's Other Monster" auf Horror Obsessive.


    Der Beitrag ist extrem kritisch (negativ kritisch), aber imA ist die Begründung kurzsichtig, platt und nicht genre-immanent. Ich sehe den Film allerdings vollkommen anders, sowohl damals im Kino wie auch beim aktuelleren Wiederanschauen: als eine Rassismuskritik auf der Meta-Ebene, worin die Architektur und Urban Planning als Auswüchse des Rassismus identifiziert werden und die weiße Prota eben das als Außenstehende - für ein weißes Publikum, das möglicherweise vor dem Film ähnlich ignorant ist wie sie - nach und nach erkennt.

    Candyman ist ja nicht wie King Kong die bedrohliche, instinktgeleitete schwarz-männliche Sexualität, sondern ein runder Charakter mit einer (politisch/historisch relevanten) Vergangenheit, nachvollziehbaren Gründen für sein Handeln und dazu noch der Beitrag zu einer mixed-race Romance, die man zu der Zeit damals auch nicht so arg häufig sah. Und natürlich ist er auch das Monster - aber wie bei Godzilla und Alien ist er ja ebenso die zweite Identifikationsfigur.


    Interessantes kleines Video (zu den Gebäuden, nicht dem Film) auch hier.

    sie sind originell. Ich zumindest habe Vergleichbares noch nicht gelesen

    [CTHu]

    Mensch, ich freue mich wahnsinnig! DAS nämlich war ganz genau, was ich mit den Geschichten erreichen wollte. Etwas Erstaunliches, Originelles, ohne, dass es krampfhaft an den Haaren herbeigezogen wirkt. Ist ja echt der Hammer, wenn das - zumindest hier - so gut geklappt hat.


    Arkham Insider Axel

    :* Ganz, ganz lieben Dank für's Teilen! Das sind doch echt die Rückmeldungen, für die wir gearbeitet haben, würde ich mal behaupten.


    Ernst [Skl] Schöne Auswahl bei den Werbeträgern. Hoffen wir mal auf viele Abnehmer und geneigte Leser.

    Es wäre vielleicht nicht verkehrt, für den Band einen eigenen Thread aufzumachen, um die dort enthaltenen Geschichten extra besprechen zu können?


    Mach doch. Schadet bestimmt nichts.

    Würde ich an sich auch sehr begrüßen, der existiert aber bereits, nämlich in der Lesechallenge 2020, hier.

    Ich meine, irgendwo damals gelesen zu haben (finde es aber nicht mehr und hab mir das evt. nur eingebildet [LiZ]), dass die in einer Lesechallenge besprochenen Bücher nach Beendigung in reguläre Unterforen/Threads verschoben würden.


    Außer, man bemüht die Suchfunktion mit der Sondereinstellung 'nur Titel durchsuchen' sind die leider sonst nicht mehr einfach aufzufinden - ich hab mir selbst schon den Ast nach Büchern abgesucht, von denen ich wusste, dass sie besprochen wurden, nur, dass ich vergessen hatte, dass sie zu einer Challenge gehörten.


    Vielleicht liesse sich die 2020er Challenge in dieser Richtung auflösen? (Also: verteilen, nicht löschen, natürlich.)

    Ernst Es gibt eine SF Pulp-Reihe Erstaunliche Geschichten, darin ist wohl immer auch eine Geschichte von Zagat. Wobei interessant wäre, ob er dort wie bei der in Wolfsbrut auch so ein schönes Spiel mit (wider) die Klischees treibt.


    Hier erhältlich bei Hugendubel.


    Mir hat die Geschichte auch enorm gut gefallen, da hoffe ich auf mehr Übersetzungen in kommenden Zwielichtern (Achim hat ja auch den Ton da perfekt getroffen).

    Seit gestern nun auf dem Markt: Wem der Herbst zu grau und die Nächte noch nicht lang genug sind, kann sich hier einen kräftigen Schuss Rotes ins Haus holen. X/:S


    Mein Textbeitrag war ja ursprünglich auf Englisch geschrieben und das Original wird kommenden Monat - ohne den Splatterteil - in Graeme Philips' Fanzine Forbidden Knowledge "Dreams & Nightmares" erscheinen.


    Bestellmöglichkeiten Splatterwahn hier auf der Seite des Verlages; das Vorwort sowie zwei Leseproben hier. Das Buch hat eine 18+ Warnung, aber soweit ich sehe, kann es wohl ohne Altersnachweis bestellt werden.


    Ist eigentlich der Rückblick auf die SF Kurzgeschichte von Michael Iwoleit wieder dabei?

    Das kann ich leider nicht sagen, weil ich das Belegexemplar noch nicht habe - müsste aber bald eintrudeln, versendet wurde es jedenfalls.

    EDIT: Beim Blick-ins-Buch ist nichts dazu im Inhaltsverzeichnis aufgeführt. Allerdings kommen mir die Beiträge dort - gemessen am Umfang des Bandes - unvollständig vor. Nur die Schwerpunktbeiträge sind ausführlicher, dürfen aber dennoch nicht über 20 gedruckte Seiten lang sein.


    Cool, das Cover des ersten Bandes. <3 Danke für die Links.


    Arkham Insider Axel :* Danke sehr!

    FROM THE DEAD AIR ORGY: On The Nature of Things
    Live streams 12.-16.10.2021 at 20:00-20:30 (Helsinki time = 19:00-19:30 deutsche Zeit)

    YouTube-link: https://deadair.online/


    Mad House Helsinki ist ein Kunst- und Theaterprojekt mit Sitz im alten Schlachthaus Teurastamo (quasi bei mir um die Ecke), wo heute alternative Café-Restaurants, Bars und Bäckereien ansässig sind, es gibt einen großen kommunalen Grill und Kräutergärten mit Bänken.

    Fünf Nächte lang: Diese Hörspielserie vebindet einen antiken Text von Lukretius mit AI-generierter Prosa und wird aus einem geheimen, der Öffentlichkeit verborgenen bzw. unzugänglichen Ort vom Stadtrand aus gesendet. Erforscht wird dabei: Erzählen / Erzählstrukturen im Zusammenhang mit unterirdischen/versteckten Orten.


    Unter dem Photo der englische Originaltext mit mehr Details. Ich finde, das klingt extrem spannend.

    EDIT: Okay, ich hab mir das mal angesehen, das ist doch viel stärker experimentell, als ich erwartete. Letztlich hab ich das Video ausgeblendet und mir die gesprochenen Parts angehört (leider recht schlechte Audioqualität, was auch am Live Stream liegen könnte, denn die Bilder ruckelten bei mir). Die Texte gefielen mir sehr gut, wenn auch etwas biblisch anmutend.



    FROM THE DEAD AIR ORGY is a series of five broadcast chapters being transmitted live from a hidden location somewhere on the outskirts of Helsinki. Each broadcast reveals a developing narrative from a location an audience can now no longer enter.
    The broadcasts revolve around the poem On The Nature of Things by the Roman poet Lucretius (c. 99BC - c. 55BC). His epic work explores a scientific reading of the world through physics and atomic theory: that everything that exists is made up of matter and empty space and that atoms are the building blocks of what we perceive as reality.


    FROM THE DEAD AIR ORGY gathers Lucretius’s poem and uses it as the perimeter to ask a series of questions about the future of the universe. Using an Artificial Intelligence text generator it gathers from the internet, in response to Lucretius’s ancient work, a generated text that prophesies its own future. This wild, impenetrable and unpredictable text is then transmitted through each of the five broadcasts and becomes a backdrop to what is taking place in this hidden location. Each broadcast unlocking different narrative possibilities.


    Over the five nights a network evolves of prophecies, cosmology, covert shipping exports, hidden caves, survivalist prepping and pole dancing.


    Supported by Goethe Institut Finnland and The British Embassy Helsinki.
    With the collaboration of Xing/Live Arts Week.

    Deine Bestellung kam tatsächlich nicht zu mir durch, normalerweise krieg ich da ne Mail und reagiere so schnell wie's geht.. wer weiß, was da passiert ist. Schreib mir bitte mal eine PN mit Namen und Adresse, dann kommst du diese Woche noch an dein Exemplar!

    Wie cool, danke schön! Ich wollte nicht drängeln, PM kommt ... Super, ich freue mich riesig! [CTHu]


    Absolut schönes Avatar-Bild hast du, übrigens.