Beiträge von Katla

    Ist Staffel 1 nicht vielleicht noch in der ARTE Mediathek? Dort lief Staffel 1.

    Hallo Elmar, nee leider nicht - das mag an den Rechten liegen, internationale Serien geben meist nur Sendelizenzen für gwisse Mediathek-Zeiten (1 Woche bis 3 Monate meist) oder aber die Sendungen müssen direkt geschaut werden und stehen gar nicht in Mediatheken.

    Auf ARTE gibt es nur diese Seite, ich hatte erst auf ARTE geschaut, um euch das zu verlinken, sah dann aber, dass dort weniger Infos stehen als auf der anderen deutschen Site.


    Ich würde nicht unbedingt Bron | Broen (The Bridge) vergleichen, weil das doch extrem komplexe Fälle waren, auch mit mehr Dynamik und einer anderen Bildsprache, sondern eher Forbrydelsen / The Killing oder Fortitude ... die ich beide auch nicht mag *gn*.


    Würde dich / euch ja durchs Anmeldeprogramm des finnischen Privatsenders mtv leiten, wo die Serie in der Originalsprache auf English zu sehen ist, aber Anmeldung und Einwahl ist nur aus Finnland möglich, sorry, ich habs grad zur Probe durchgeclickt.

    Rafał Mikołajczyk: Niezwyciężony
    Nach Stanisław Lems Roman Der Unbesiegbare

    Booka Verlag, Warschau 2019

    236 Seiten, DIN A 4, Farbe

    Vorstellung / Shop des Verlages mit vielen Beispielseiten

    Englischsprachige Rezension


    Cover beeinflussen mich tatsächlich manchmal, und durch die Fischer-Edition des Romans hab ich mir alles in Sandfarben, hell vorgestellt, und soweit ich mich erinnere, wird das Raumschiff als "lange Nadel" beschrieben. Aber diese Version - die laut Rezensionen sehr nah am Original gehalten ist - gefällt mir wirklich wahnsinnig gut. Einfach eine völlig andere Version als in meiner Vorstellung, super spannend.


    Weil ich den Roman kenne und sicher noch ein zweites (und drittes ...) Mal lese, würde ich das Buch sofort kaufen, aber offensichtlich sind alle Ausgaben vergriffen (das hatte ich vor dem Erstellen dieses Thema gar nicht gesehen - sorry). Es gibt /gab verschiedene Versionen, auch mit Schuber, sehr reizvoll. Leider sind auch alle T-Shirts ausverkauft, am liebsten hätte ich es als Bundle mit dem Motiv "Statek" gekauft, mal schauen, ob ich eine 2nd hand Seite finde ...


    Tolle Umsetzung, schönes Format, ich bin sehr gespannt. Hier übrigens der Faden zum Roman selbst.




    Wunderbarer animierter Buchtrailer:



    One Lane Bridge

    Neuseeland TVNZ, 2020 -

    Spekulativ-paranormale Krimiserie; bislang zwei Staffeln à 5 bzw. 6 Episoden. 3. Staffel freigegeben.

    Produktion / Drehbuch: Pip Hall, Regie: Peter Burger und Danny Mulheron

    Mit u.a. Dominic Ona-Ariki, Joel Tobeck, Alison Bruce

    Trailer

    Lief in Deutschland auf ARTE/ZDF im Sept, 2021, auf Amazon Prime wohl nur in UK und eine DVD gibt es - soweit ich gesehen hab - nur als Import.


    Detective Ariki Davis kommt an seine neue Arbeitsstelle in der Nähe von Queenstown. Die Begrüßung seines Vorgesetzten Steven Tremaine ist - unerklärt - frostig, feindselig. Noch bevor man etwas über den akuellen Fall erfährt, wird gezeigt, dass Ariki in der Nähe und beim Überqueren einer Autobrücke seltsame Visionen hat: von der Brücke hängt eine Unzahl von Leichen, einige treiben im Wasser, auf der Fahrbahn sieht es aus wie nach einer Massenkarambolage (oder einer Zombiepokalypse : D). Auch verändern er wie auch andere in der Nähe der Brücke ihre Persönlichkeit, werden plötzlich hochaggressiv, gewalttätig. Arikis Visionen überlagern die Realität und benötigen Implus von außen, um beendet zu werden.

    Es stellt sich heraus, dass es auf der Brücke eine Serie unerklärter Todesfälle gab, die nun von der Polizei ermittelt werden - die Ermittlungen gehen schleppend voran, es werden ebenso viele Geheimnisse entdeckt wie sie gelüftet werden.


    Zentral dabei die "Gabe" Arikis, die angelehnt sein soll an Māori-Mythen (bes. 'Matakite' - eine göttliche Gabe, Equivalent zum zweiten Gesicht). Spannungsmoment dabei ist, ob und wie Ariki diese Gabe erkennt, annimmt und ggfs. damit arbeitet.


    Vor fast 30 Jahren sah ich (mehrmals) Once Were Warriors / Die letzte Kriegerin im Kino und hatte den Eindruck, er hätte den Spielfilm revolutioniert: eine neue Bildsprache (meiner Erinnerung nach das erste Mal, dass der obere Teil des Himmels unnatürlich - siena/orange - eingefärbt wurde, danach sehr häufig v.a. in Fantasy und SF Filmen verwendet); eine neue Art, von häuslicher Gewalt, Selbstbestimmung, Armut und Unterdrückung zu erzählen; und eine Subkultur und Musik, die in Europa bislang wenig bekannt war. Zudem: durchweg absolut exzellente Cast. *)

    Damals hab ich sehr viel über Māori-Kultur gelesen, versucht, mir selbst die Sprache beizubringen und wollte sogar mit meiner Mutter nach Neuseeland auswandern. Wenn ich bei einer Neuseeländischen TV-Serie mit einem Māori-Hauptdarsteller nach der dritten Episode erst mal genervt eine Pause einlege, muss es wirklich schlimm sein.


    Im ersten Moment dachte ich, die Serie sei vielleicht ähnlich der französischen Wiedergängerserie Le Revenants (im Deutschen auf WDR als The Returned), weil auch dort eine Autobrücke bzw. Damm den Übergang zwischen zwei Welten symbolisiert und einen paranormalen Zustand auslöst, auch ist in beiden Serien ein Unfall der Auslöser. Selbst, wenn es in One Lane Bridge keine Untoten gibt, sind die Visionen von Toten bzw. Geistern zentraler Aspekt der Erzählungen.


    Das Ganze dümpelt aber recht platt vor sich hin, es gibt kaum interessante Dialoge jenseits von Klischee-Sprüchen und vor allem wirken sämtliche Haupt- und viele Nebendarsteller super unmotiviert. Die unerklärliche aggressive Ablehnung, die der (weiße) Vorgesetzte seinem Māori Detective entgegenbringt, ist erstmal nicht offensichtlich auf Rassismus zurückzuführen, sondern soll wohl den Spannungsmoment 'Ermittlerpaar funktioniert nicht zusammen, nachdem einer neu in eine geschlossene Ortsgemeinschaft eindringt' bedienen. Ich kenn mich dort nicht aus, empfinde aber die extrem schroffe Haltung der Einwohner / Kollegen als total überzogen und als eine solche Front unglaubwürdig.


    Dann wirken selbst Gewaltszenen oder Spannungsmomente klinisch, kalt und blutleer. Es heißt, dies sei die Neuseeländische Antwort auf Nordic Noir, aber falls das geplant war, hat man das mit der 'nordischen Zurückhaltung' irgendwie falsch verstanden. Zumindest für mich als leidenschaftliche Nordic Noir-Zuschauerin passt es null.


    Auch wird mit den Halluzinationen bzw. Visionen sehr dick aufgetragen, viel Overacting wenn ausnahmsweise mal Zurückhaltung und Subtilität angesagt wäre. Die Verbindung von Paranormalem und Realität wird mit sehr dicken Pinselstrichen aufgetragen, dabei wäre es selbst für Nicht-Phantastikbegeisterte möglich gewesen, die 'Geisterlogik' hier zu schlucken.

    Wie in einer Rezension auf Stuffgelesen, zeigt die Serie "tight-lipped, charmless, one-dimensional people", die fast ausnahmslos mit unmotiviertem Hass, Missgunst und Verachtung gegenüber allem und jedem - incl. sich selbst - durch die Szenen stapfen. Selbst der sehr gewalttätige Once Were Warriors hat ambivalente Figuren und komplexe Motivationen, so übertrieben erreicht die Serie bei mir zumindest nur das Gegenteil.


    Mein Fazit: Es muss nicht alles 'national' gelöst werden, zu sehen, wie in anderen Ländern / Kulturen gedreht und erzählt wird, ist sicher ein extrem wichtiger Impuls für jede Art von Kunst oder Unterhaltung, aber hier hätte man mal auf die Errungenschaften des eigenen Landes schauen können und diese Bilder/Sprache für's Jetzt neu umzusetzen versucht.


    Mal gucken, wann oder ob ich mir den Rest gebe - die Serie läuft gerade im finnischen TV.


    Dieses Bild vermittelt imA schon gut die spröde Leidenschaftslosigkeit, die die Serie durchzieht (zumindest in den ersten drei Episoden)


    *) Und eine ganz wunderbare Romavorlage: mit gleichlautendem Titel von Alan Duff, etwas anders gewichtet als der Film. Es gab zwei Fortsetzungen: What Becomes of the Broken Hearted? (1996, verfilmt 1999) und Jake's Long Shadow (2002, noch ohne Adaption).

    Shadowman Lieben Dank fürs Verschieben! [Cof] Hatte das automatisch in aktuellen Werken gepostet, weil mein Buch vor nur ein paar Jahren rauskam. [LiZ]


    Vincent Voss Ja, die Anschaffung lohnt sich, obwohl das Buch wirklich winzig ist, unter TB-Format und sehr schmal. Aber die Illustrationen und die tolle Druckqualität (ein besonderes Plus eben für die Zeichnungen) rechtfertigen den Preis.

    Da du ja Schiffe magst und wenn du sagst, dich interessieren auch Travens Themen (oder nur das Totenschiff, weil es um Seefahrer geht?) kann ich allerdings Takiji Kobayashis "Das Fabrikschiff" sehr empfehlen.

    :* Ganz herzlichen Dank für den Tipp (ich hab das mal gegoogelt und gesehen, dass der Autor ein sehr tragisches Leben hatte und einen fuchtbaren Tod erlitt, uff).

    Bei Schiffen interessieren mich nahezu ausschließlich Großsegler oder überhaupt Segelschiffe der Handelsmarine. Eisbrecher (v.a. unter Dampf) und einige historische Passagierschiffe sowie Untergänge/Wracks sind dabei Ausnahmen. Und selbstverständlich sind mir die Schiffstypen weniger wichtig, wenn es zudem noch um Phantastik geht.


    Also nicht so einfach bei mir mit Schiffstipps, aber das Buch ist vor dem Hintergrund der aktuellen illegalen Hochseefischerei (faktische moderne Sklaverei) sehr interessant, da dürfte sich seitdem nicht viel geändert haben. In dem Zusammenhang lohnt sich ein Blick auf die Arbeit von Sea Shepherd, die bei einigen Fällen mit Interpol zusammenarbeiteten, und den neuen Podcast von Bracenet: "Ocean Crime - Der erste True Crime Podcast über Verbrechen auf Hoher See".

    Otto Julius Bierbaum: Samalio Pardulus

    Erstveröffentlichung in: Sonderbare Geschichten Band 1: Schmulius Cäsar & Andre Erscheinungen. 1908

    Reprints u.a. DTV Bibliothek Kubin, 1979

    Engl. als einzelne Novelle bei Wakefield Press, 2019. Übersetzung W. C. Bamberger,

    68 Seiten; illustriert von Alfred Kubin, entsprechend der deutschen Ausgabe von 1911.



    Das Bändchen wollte ich eigentlich für die diesjährige Challenge lesen, und muss jetzt feststellen, dass ich entweder einer seltsamen Rezension irgendwo aufsaß oder selbst einen Denkfehler machte: in meinem Kopf vermischte sich das Kubin-Cover hier mit Otto Rapps Kunst und ich meinte, eine surrealistische Erzählung gekauft zu haben.

    Völlig falsch gedacht: Pardulus ist eine Retro-Gothic Tale im Stil von Castle of Otranto, auch, wenn das Paranormale als Fakt erzählt und nicht wegerklärt wird. Allerdings ist das Phantastische eher christlicher Mystizismus und lehnt sich ansonsten an romantische Legenden an. Es gibt zwei Protagnisten, den Erzähler Messer Giacomo, ein mittlmässig begabter Maler (und ziemlicher Spießer) und dem legendären titelgebenden, missgestalteten Künstler, der behauptet, seine Madonnen dem Leben nach gemalt zu haben. Zudem ist er in seine Schwester verliebt, eine Schönheit. Dann gibt es noch - als immer wieder eingeflochtene Legende - einen legendären Mönch, von dem gesagt wurde, dass er ein Zentaur war, der im Wald lebte.

    Auf Ebene der erzählten Zeit gibt es auch noch die Tochter eines Grafen, eine lüsterne Hexe, die am Ende auch als Inkubus bezeichnet wird (da weiblich, eigentlich ein Succubus). Setting ist ganz klassisch eine Burg; es gibt auch eine Variation des Headless Horseman, einen Schwarzen Reiter (mit Kopf), in dessen Mantel Geisterlichter scheinen.


    Es geht um die Frage, wie das Groteske, Missgestaltete, ein Teil der perfekten Schöpfung sein kann und was es (im Hinblick auf 'Gottes Wille') zu bedeuten hat. Einige Gemälde Pardulus' werden in der Sprache der Apokalypse aus der Bibel beschrieben (das waren auch die einzigen fünf Seiten, die ich dort gelesen hab):

    Zitat

    "Go now and scream in the streets that Samalio Pardulus has painted the Madonna naked, riding on a centaur with the features of her son, who is her brother. And that with her he jumped from the rocky cliff of Golgotha, over an abyss of blood from which the tops of domes towered, to a castle of violet-coloured amethyst-quartz guarded by the animals of the Apocalypse, and that this castle is the coffin of God in which Samalio dwells and watches that no worms come to Him."

    Soweit, so gut, das finde ich durchaus sehr spannend und wild. Allerdings ist die Sprache des Erzählers sehr viel pathetischer, zurückgenommener, die Haltung devot, zeigt blinden Glauben und wenig Phantasie, immer durchbrochen von Ausrufen des Entsetzens (was ja durchaus der klassische Gothic Stil sein kann). Fast ein bisschen wie eine männliche de sade'sche Justine. Insgesamt fiel es mir wegen dieser Erzähstimme schwer, mich auf den Plot zu konzentrieren und die Jetztzeit von Legenden und Nacherzählungen zu trennen.

    Die Ankündigung des Verlages klingt jedenfalls sehr viel wilder als das Buch letztlich ist: man sollte trotz dieser Synopsis keinen Matthew Lewis, sondern eher eine Ann Radcliffe erwarten:

    Zitat

    In an isolated castle on the outskirts of a city in the Albanian mountains, the wildly ugly painter of blasphemies, Samalio Pardulus, executes works too monstrous to bear viewing, and espouses a philosophy that posits a grotesque world which reflects the ravings of a dead, grotesque god. Told through the horrified account of Messer Giacomo (a mediocre artist at once repulsed and fascinated by the events unfolding around him), Samalio Pardulus describes the simultaneous descent and ascent of the titular antihero into a passionate perversion of Catholicism in which love and madness become one, as a dark, incestuous incubus settles into a doomed family.

    When it was first published in 1908, Otto Julius Bierbaum’s gothic novella—the first of his Sonderbare Geschichten (“Weird Stories”)—offered a Gnostic stepping-stone between German Romanticism and the nascent Expressionism that had not yet taken root. It presents the grotesque not just as a way of life, but as a godly path to a higher vision, even when it appears to be but a manifestation of evil.


    Die Erzählung wird von der Wakefield Press zudem angekündigt mit: "A gothic novella offering a stepping-stone between German Romanticism and the then-nascent Expressionism", was zeitgeschichtlich mit einem sehr weitläufigen Blick (1760-1910) sicher stimmt, allerdings hat der Stil, die Sprache und der Symolismus wenig bis nichts mit dem Expressionismus zu tun, sondern ist wie gesagt fest in den prä-1800 Gothic Tales verwurzelt.


    Auch, wenn der Inhalt nicht so meine Tasse Tee ist (hätte der Titelcharakter - wie im Zitat - erzählt, sähe das ganz anders aus), freue ich mich, das kleine, schmale Bändchen gekauft zu haben. Nicht nur das Kubin-Cover und die Illustrationen sind schon das ganze Geld wert, auch die Druckqualität, Haptik und das sehr informative Vorwort machen das Ganze zu einem kleinen Juwel. Aus dem Grund hatte ich es ausnahmsweise vorgezogen, nicht das deutsche Original zu lesen. Englisch passt hier wegen des Genres ohnehin perfekt.


    Ich könnte mir vorstellen, dass das Büchlein Lesern gefällt, die den Heiligen mit der roten Schnur mochten.


    p.s. Ich wette, die Coverzeichnung war die Vorlage zu Pingu's The Thing!

    Vielleicht auch interessant für Katla

    Tolle Vorstellung, Elmar, danke sehr! WSKY


    Was du beschreibst, ist auch genau der Eindruck, den ich vom Trailer her hatte - und du hattest ein ausgesprochen gutes Näschen: schau mal hier mein Beitrag #4.

    Ich ärgere mir echt einen Ast ab, dass ich den Festivalstart um einen Tag verpasst hab, obwohl ich ein Auge drauf hatte. Ich muss den Film unbedingt sehen, aber allein schon der Vergleich 'Trailer auf großer Leinwand' vs 'Trailer auf dem Notebook' macht es zwingend notwendig, dafür ins Kino zu gehen ... nur sieht es nicht so aus, als ob der hier in irgendeinem Kino demnäxt läuft. ;(


    Ich fand alles daran absolut toll, was ich davon gesehen und gelesen hab, und zudem ist es doppelt interessant, weil ein zweitägiges Brandbekämpfungstraining Teil meiner Matrosenausbildung war, und die haben da echt spannendes Feuer in Titane.

    Dieses habe ich kürzlich in einem umfassenden Beitrag von Christoph Seelinger gelesen: Das Blutgericht des Amando de Ossorio. Von Geisterschiffen, Seemöwen und Templern ohne Augen,

    Oha, sehr spannend - war das die Nullnummer der 70 Millimeter? Es sieht so aus, als gäbe es nur noch die #1 und dort hat der Autor ein anderes Thema bearbeitet. (Danke für den Tipp generell, das Magazin kannte ich noch nicht, sieht sehr gut aus!)

    t.sebesta Überhaupt ein ganz wunderbares Buch (ich hab es im Original), das einen wesentlich breiteren Leserkreis verdient. Danke für die Vorstellung hier. :*


    Ich wußte gar nichts von den Problemen der deutschen Ausgabe, das ist ja sehr schade für die erste Veröffentlichung.

    Im Namen der Deutschen Lovecraft Gesellschaft e. V. habe ich ein Vorwort für das Buch verfasst: natürlich in Unkenntnis der Sachlage.

    Das würde mich brennend interessieren - magst du mir den Text mal schicken? Selbstverständlich behandle ich das vertraulich. [CTHu]

    Hallo Nils,

    Dann wärst du ja im klassischen Zeitalter der Whodunnits besser aufgehoben, wo Abziehbild-Detektive den Fall lösen und der gesamte Fokus auf den Abläufen der Falllösung liegt.

    Jein - Abziehbilder mag ich in keinem Genre. Ich bewege mich jetzt auf dünnem Eis, weil ich bei Krimis mehr Thriller lese (und eh viel mehr in TV konsummiere als in Buchform), aber ich habe den Eindruck, dass Whodunnits oft mit dirty tricks arbeiten: wie eben die 'Auflösung', bei dem dann eine Figur schuldig ist, die im gesamten Roman bis dahin nicht vorkam.

    Christie macht das oft, daher mag ich sie nicht. (That said: Es gibt eine tolle BBC-Verfilmung von And Then There Were None, bei der eben auch der Mörder geändert wurde und dazu abweichend vom Roman viel sauberer hergeleitet wurde). Bei sowas fühle ich mich einfach verarscht.


    Sind die Ermittler mehr als nur Abziehbilder oder Klischeefiguren, ist das Prinzip aber wirklich genau mein Ding: Puzzelteile präsentiert bekommen, dabei vielleicht noch was lernen (Stichwort Forensik, Profiling, Täter-Topographien bei Mehrfachmorden oder Copycats, CCTV, Insektenkunde ...), und dann noch Spannung durch Druck von außen (sei es noch so billig wie: ein Department soll verkleinert oder Mittel gestrichen werden) - und dann eben so, dass man mitdenken kann, aber einem - wie den Ermittlern - noch ein Dreh / Erkenntnis / Entdeckung / Analyse - eben das entscheidende Puzzelteil noch fehlt. Wenn das intelligent aufgezogen ist - so, dass es nicht eine Reihe platter Cliffhanger und absurder Twists sind - also einem die Möglichkeit gegeben wird, alles zu analysieren und nicht als Zuschauer vorgeführt oder aber bevormundet wird, wenn man quasi im selben Tempo mit den Ermittlern zu Analysen kommt, die einem nicht auf seinem Silbertablett präsentiert wurden, sondern nett versteckt waren, vllt. noch in plain sight, dann ist das schon ein großes Können.


    Ich weiß, du magst Cumberbatchs Sherlock nicht (bzw. die Serie), aber mir gefiel sie bis zum Ende der zweiten Staffel genau deswegen, weil sie keinen Fall, sondern den Erkenntnisprozess an sich erzählt.


    Oder alles rückwärts aufgezogen: Man weiß sofort, wer es war, aber alle Annahmen zu den Motiven werden auf den Kopf gestellt und man sieht die ganze Tat am Ende mit völlig anderen Augen. das hätte z. B. Silence of the Lambs gutgetan, den ich hasse wie die Pest, weil er für mich alles falsch macht, was man in einem Thriller falsch machen kann.

    Ich mus gestehen, mich wiederum interessieren die procedurals einer Ermittlung nur minimal, eigentlich gar nicht.

    Meine Vorliebe mag auch daher kommen, dass ich viele (seriöse) True Crime-Sendungen sehe und zu dem Thema auch eine ganze Reihe Bücher gelesen hab. Für mich toppt eine gute True Crime-Doku ohne nachgespielte Szenen eh die meisten TV-Krimis. Also mag ich keine Krimis, die allzu hahnebüchen vorgehen. That said: Ich habe gern individuelle Ermittler mit eigenen Problemen oder Macken, wenn die aber zu übertrieben sind, macht es für mich die Serie kaputt (Forbrydelsen / The Killing, Fortitude, sogar die Passagen um die Alkohol-Exzesse in TD).

    Ich mag Krimis nur als Vehikel für Ideen, als Sozialkritik bzw. Sozialpanorama bzw. Milieustudie bzw. Politthriller

    Nrgh, Vehikel hab ich gar nicht gern, auch nicht für die Dinge, die eigentlich meine Meinung wiedergeben. Wobei: ein kritisches Thema ist nie verkehrt, kommt nur darauf an, ob es den Sinn der ganzen Serie ausmacht oder nicht. Also: ob die Serie mehr Botschaft als Erzählung ist.


    Und ja, kluge Unterscheidung zwischen statisch und vage, da gehe ich mit.

    Ich gestehe, von ihm bisher nichts gelesen zu haben.

    Ich im Grunde auch nicht, weil ich das Totenschiff im ersten Drittel abbrach. Traven ist einer der Autoren, die ich gerne mögen möchte, dessen Texte mich aber nicht genug interessieren (von der Art her, zu erzählen/schreiben, vom Thema durchaus). Durch die vielen ungelesenen Bücher, von denen ich aber bereits weiß, dass sie mir gefallen werden, fallen solche Werke dann immer 'hinten runter'. Leider.