Beiträge von Katla

    Wandler23 Schöne Idee, wobei ich - als Original-Leser - leider als Käufer wegfalle. Aber ich finde Alex Andreevs Bilder ganz perfekt für Buchcover dieses Genres bzw. gerade für Autoren wie Vandermeer.


    Artstation und seine Homepage für den Kontakt. Ob sein Honorar weit über denen deutschsprachiger Künstler liegt, kann ich aber nicht sagen. Viel Glück & viel Erfolg jedenfalls!


    ...und nach 200 Seiten auch schon wieder abgebrochen.

    Ein Dämon springt von Person zu Person und richtet dabei jedes Mal ein Blutbad an, während eine FBI-Agentin nach einer Möglichkeit sucht um ihn aufzuhalten - That's it. Unglaublich banal und furchtbar langweilig.

    Hallo dear Goblin,


    ach du grüne Neune, das klingt ja arg bescheiden. Damit geht del Toro jetzt für mich den Weg aller Shayamalans - in die Vergessenheit.

    Müsste ich mir eventuell mal wieder ansehen. Kann mich kaum noch an den Film erinnern.

    Hm, Geschmäcker sind ja verschieden. Ich denke, aus dem grandiosen Setting und der Kombi Horror & Politik ist rein gar nix gemacht worden, die 'Geisterlogik' ist nonexistent, die Schauspieler hölzern und statt Innovation / Inhalt gibt es endlos langgezogene *hust* bedeutungsvolle Einstellungen und pregnant pauses. Ich habe mich selten bei einem Film so gelangweilt und war so massiv enttäuscht, dass er es nicht mal hinbekommt, seiner eigenen Prämisse gerecht zu werden. Ich hatte regelrecht den Eindruck, die ganze Filmcrew hätte zwischendrin vergessen, was sie da eigentlich drehen wollten. Und das politische Thema wurde recht grobschlächig umgesetzt. Dabei wollte ich den Film mögen, ich hatte ihn relativ kurz nach Pan's Labyrinth geschaut.


    Ich kann mir vorstellen, dass die Qualität von letzterem gar nicht nur dem Regisseur, sondern den Produzenten zu verdanken ist. Man vergisst ja oft, was die für einen Einfluss auf den ganzen Film haben und bei Pan war gleich ein ganzes Team (einer der beiden von Devil's Backbone) und noch del Toro am Start.

    So, ich bin durch und nicht begeistert.


    Das liegt zum einen an reinen Geschmacksachen, ich mag nicht:

    - exzessive Dialoge (also einen Roman, der nur durch Zweier- oder Dreiergespräche nahezu immer der gleichen Figuren erzählt wird)

    - Erzählungen rein zur Unterhaltung, ohne Meta-Ebenen oder Verschlüsseltes

    - Unmotivierte Romantik und

    - zu viel Rumgeflapse / "lustige" Sprüche


    Und es liegt auch am Buch selbst, bzw. am Handwerklichen:

    - ständiger Erklärbär

    - die zweite Hauptperson (späterer love interest) ist eigentlich nur dazu da, dass wörtliche Rede anstatt innerner Monolog verwendet bzw. damit die Haltung / Herkunft des Protas hervorgehoben wird oder man sich - s.o. - Sachen gegenseitig erklären kann

    - In Szenen, in denen der Prota nicht vorkommt (wenn Leute vom Werwolf gejagt werden), wird aus auktorial-personaler Sicht der Beteiligten erzählt, sodass ich den Eindruck einer ruckelnden Perspektive habe

    - Zu viele Themen, die reim-dich-oder-ich-schlag-dich verknüpft wurden: Scheidungsprobleme, Drogenbosse, Erdbeben, das Problem "USA/Amis" und eben Werwölfe.

    - Unfreiwillig lustige bzw. sehr ungelenke Sprache, vor allem, wenn es um Action oder Gewalt geht

    - Comic relief an unangemessenen Stellen (meist in blutigen Szenen)


    Bei Baby Doc Duvalier muss ich mich korrigieren - ich dachte, er sei bereits vor 2014 gestorben, das muss also kurz nach Fertigstellung des Romans passiert sein. Die potentielle Storyline bleibt ungenutzt und beschränkt sich auf name dropping, ein Interview, eine Szene mit Autocorso. Da steckte ja massig Sprengstoff hinter, und Konflikte.


    Gelernt habe ich eine Sache: wie ich mir auch dachte, ist der Werwolfglaube aus Frankreich eingeschleppt worden, aber in Afrika gab es eine Wer-Hyäne, und hier im Buch ist es ein Mischwesen, also Wer-Wolfhyäne. Im Grunde eine geile Idee, weil Hyänen ja an sich schon unglaubliche Kampfmaschinen sind. Aber außer Beschreibungen, "groß", "riesiges Gebiß" und solche Floskeln, bleibt diese sehr interessante Gestalt ungenutzt.


    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das Buch für Leser wunderbar funktioniert, die gern stellenweise witzigen, lockeren Horror lesen, keine besonders individuelle Sprache brauchen und einfach nur unterhalten werden wollen.


    Daher fällt mir ein Fazit echt schwer. Nach meinem Geschmack 1 Punkt, ich könnte mir aber unter anderer Sicht auch 5 oder mehr vorstellen.


    Falls jemand glaubt, das Buch könnte mehr seinen Geschmack treffen, oder wer einfach neugierig ist: Ich würde es noch für einen Artikel verwenden, aber im Frühsommer verschenken (gegen Porto, ich denke so um € 5,-). Einfach PN, bitte.

    Hrhrhr, toller Tipp, Shadowman ! Eigentlich bin ich nicht so für Klamauk, aber dies ist so abgedreht und dusselig, das finde ich echt unterhaltsam. Auf YT steht die erste Episode, und wen es nicht stört, dass es keine Untertitel gibt, kann schonmal einen Blick riskieren. Die Kommode! ^^ Und der Schlauchroboter scheint nur von Frauen zu reden ... Völlig bescheuerte Serie, aber schön bescheuert. Vielleicht gehört das in dieses neue Happy Noir-Genre. [skul]

    Zwielicht 15 wurde auch von Uwe Weiher im Zauberspiegel sehr positiv besprochen.


    Sein Fazit:

    "Michael Schmidt und Achim Hildebrand haben wieder eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Ausgabe von Zwielicht vorgelegt. Obwohl sie diesmal weitgehend auf "große" Namen verzichten und dafür verstärkt auf "Newcomer" setzen, gibt es nur starke aktuelle Geschichten, die den Leser schnell in ihren Bann ziehen. Bei den Klassikern können die beiden von Matthias Käther ausgegrabenen Storys mich diesmal dagegen nicht so ganz überzeugen. Die Artikel sind sehr unterschiedlich, zwei sprechen ein allgemeines Publikum an, der dritte ist eher etwas für Spezialisten. Zwielicht 15 gehört für mich wieder zu den heißen Kandidaten für den Vincent Preis."



    Michael selbst stellt gerade ganz wunderbar alle Beiträge jeweils mit längeren Leseproben auf seiner Seite vor, Start am 30.1.2021.

    Bei mir war heute eindeutig Weihnachten! [Al4]

    Ganz heißen Dank an Arkham Insider Axel , der mir nicht nur den gewünschten Lovecrafter übersandte, sondern auch noch zwei Tafeln meiner Lieblingsschokolade (Vivani: Praline und Salzkaramel *sabber*). Und eine unglaubliche, handgezeichnete Karte war überhaupt das Highlight.


    Was für eine schöne Aktion - da liest man ein paar (größtenteils) sehr gute Bücher und bekommt auch noch Geschenke dafür. :*

    Brent Swancer ist ja enorm fleißig auf diesem Gebiet.

    Habe ich grad erst über den Online-Artikel kennengelernt. Sehr interessante Biografie auch, der Name sagte mir bislang nix. Gibt es Bücher von ihm, oder schreibt er nur online?


    Der Roman geht mir zusehends auf den Nerv, obwohl ich den Autor, seine Haltung und das Thema schon gut finde und das eigentlich alles mögen möchte.


    Das ist alles im gleichen Tempo erzählt, mit allen Details: Soundso war der Flug, dann geht's ins Taxi, ins Hotel, mit allen kleinen unwesentlichen Interaktionen, Eindrücken und Gesprächen. Nur ein Bruchteil davon vermittelt die Besonderheit des Settings (und wenn, wirkt es etwas krampfhaft hergezeigt). Ich mag ein einfach nicht, wenn mich Autoren durch jeden Moment im Leben ihrer Protas schleifen, genauso, wie die es erlebten. Obwohl der Autor creolischen Hintergrund hat, ist sein Prota - anders als ich eingangs erwartete - ein stino weißer, ignoranter Ami. Die Sicht kennt man, das ist eine echt vertane Chance, hier mal eine andere Perspektive reinzubringen.


    Dann gibt es einen ironisch-romantischen Subplot, der mich auch nervt (ziemlich an den Haaren herbeigezogen) und irgendwie scheint es - unangekündigt - Parallel History 2014 zu sein, denn Baby Doc Duvalier kehrt aus dem Exil zurück, und keiner wundert sich. Ich frage mich, ob das auf einen Zombie-Subplot hinausläuft.


    Naja, ich bleib dran, nicht nur wegen der Challenge. Einen Werwolfroman aus Haiti bekommt man nicht alle Tage ...

    Jetzt habe ich aber die Befürchtung, dass es kacke wird. Oder wir haben nur verschiedene Geschmäcker. Warum hasst du die Serie denn?

    Wenn du ein paar Episoden gesehen hast und die magst, bleibt das vermutlich dabei - ich denke, dann sind unsere Geschmäcker bzw. in diesem Fall vllt. auch Erwartungen anders.


    Ich brauchte keine Minuten, um auf Blutdruck 200+ zu kommen. ^^ Ich hatte schon Bedenken, aber immerhin ist das ein "History Channel", da kann man doch ein Mindestmaß an Historie erwarten - die Serie ist aber der allerletzte Quatsch. Nicht nur diese bekloppten Frisuren und Schminke, Kostüme wie aus den Barbarenfilmen der 70er, absurde Action, aber das mit großem Abstand Schlimmste fand ich die Dialoge. Da höre ich 1:1 das Gequatsche aus dem mitteleren Management, diese Marketing-Yuppies mit ihrem Selbstbild, ihren Zweifeln, Referenzen und v.a. Problemlösungsversuchen, die nicht nur eindeutig im 20./21. Jahrhundert zu verorten sind, sondern ganz genau zwischen 1995 und heute. Die Dialoge und Charaktere sind schlichtweg grotesk. Und massives Overacting, das kann ich überhaupt nicht ab.


    Ich weiß ein bissl was zu Nordmännern (weniger als über Kelten & Pikten), das ist aber echt kein akademisches Fachwissen und ich wäre selbst dann die Letzte, die unter Posts von LARP-Gruppen schreibt: "Humbug, das Schwert ist eindeutig aus Uppsala 1028 und nicht aus Birka 1047, woher es laut eurer Angaben kommen soll!"

    Und ich habe absolut nix gegen so einen unterhaltsamen Schund wie Pathfinder (2007), der ja auch nicht verkauft wurde mit 'historischem Re-Enactment von dem Treffen der First Nation mit Vikings', sondern einfach ein 'Frazettas Deathdealer vs. Karl Urbans Indianer' ist. Solche Filme machen totalen Spaß, weil sie eben völlig drüber sind. Sowas wie 300 oder Gladiator.


    Ach ja: Was mich auch echt aufregt, ist: Die Nordmänner in Vikings sind total verdreckt (ihre Hütten / Hallen auch), was wohl aus der Idee kommt, in der Geschichte würde immer alles besser / fortschrittlicher. Das Setting sieht nicht aus wie 900, sondern wie die Steinzeit (wenn überhaupt). Probleme mit persönlicher Hygiene gibt es aber erst seit der Christianisierung, wegen der importierten Körperfeindlichkeit. Das sage ich jetzt nicht als Antiheistin, das steht auch genau so z.B. in Trainingsmanuals der britischen Navy aus den 1940ern.


    Bei anderen Filmen/Serien - wie eben bei Black Sails - ist genug liebevolles Detail, damit suspension of disbelief klappt. Bisexuelle Piratinnen gab es tatsächlich, und vermutlich fluchten die auch ganz schön. Diese Konflikte da hängen tatsächlich mit dem historischen Setting zusammen und werden auf eine Art diskutiert, wie ich sie glaubhaft finden kann. Da schlucke ich Vanes Dreadlocks eben auch, selbst wenn die so unwahrscheinlich sind wie die Cornrow-Mohawks in Vikings.


    Was mich obendrein an Vikings ärgert, ist, dass jetzt eine Masse Zuschauer meint, die Serie sei eine Art nachgespielte, recherchierte Historie. Das beeinflußt auch bessere Filme, wie den niederländischen Redbad, der abgesehen von eben den Frisuren/Kostümen erstaunlich gut ist.


    Centurion gehört zu meinen Lieblingsfilmen, weil es da auch genug 'Echtes' gibt, um den Rest mitgenießen zu können. Dann ist die Schminke eben modern, dafür sind die Taktiken belegt. Oder 13th Warrior macht sehr, sehr viel mehr richtig, als es auf den ersten Blick scheinen mag (okay, nicht die Höhlenszene, das ist Voodoo; und nicht das Schiffsbegräbnis, was aber Ibn Fadlans Schuld ist). Oder gut ist der Indie-Streifen Beowulf & Grendel, der gar nicht krampfhaft Historie sein will und dennoch recht korrekt geraten ist.


    Keine Ahnung, ich denke, das kommt auf den Nerdigkeits-Grad bei den jeweiligen Themen an (der ist bei mir sehr hoch), und auf persönliche Vorlieben. Die sind manchmal auch gar nicht logisch - wieso finde ich in Jacksons LotR, dass Legolas' Kostüm "echt" wirkt, Arwens aber aussehen wie Polyamid-Nachthemden aus den Hammerfilmen? Wenn es Mittelerde nichtmal gibt, und alles möglich sein sollte?

    JR Pinto: Wolf Mountain - A Werewolf Novel of Haiti

    Designed by Titans (PoD/Self-Publishing?) 2015

    TB 191 Seiten, auch erhältlich als eBook


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    Haiti hat als erste freie schwarze Republik eine unfassbare Reihe von Katastrophen und Unglücken erlebt und dennoch eine vielfältige, innovative und extrem interessante Kulturszene hervorgebracht.

    Nach der Diktatur 'Papa Doc' Francois Duvaliers (und später seines Sohnes, 'Baby Doc'), die sich auf okkulten Personenkult, die Tonton Macoutes (angeblich Zombies), Terror, Folter und Mord stützte, erlebte Haiti eine de facto Besatzung durch die USA, Wirbelsürme, Hungersnöte, mehrere Erdbeben wie das von 2010, durch das 300.000 Menschen starben und wonach nepalesische UN-Hilfskräfte noch die Cholera einschleppten. 280.000 Menschen infizierten sich damit und 4680 starben, die Krankheit ist bis heute nicht besiegt.


    Haitianische Kunst & Kultur entsteht sowohl auf der Insel selbst wie auch in der Diaspora, v.a. den USA. Einige Kunstwerke/Gemälde sind von den Veves inspiriert, Symbole des Voudun, und die postmoderne Literatur kann so mit traditionellen Legenden und Bräuchen durchsetzt sein, dass der Eindruck eines subtilen Magischen Realismus entsteht, obwohl nicht unbedingt Paranormales behandelt wird. Bestes Beispiel wären hier die Frühwerke von Etwidge Danticat, wovon mir ihre Sammlung Krik? Krak! am besten gefiel. Das Buch wurde 1988 verfilmt unter Krik? Krak! Tales of a Nightmare. Andere Bücher von ihr sind mir zu romantisch oder zu christlich.


    Pinto ist ein Filmemacher haitianischer Herkunft, der in den USA lebt und dort wie auch auf Haiti arbeitet. Nach einer Karriere in Film & TV wechselte er zu creative writing / Reisejournalismus und unterrichtet heute auch 'travel writing'. Wolf Mountain ist sein erster veröffentlichter Roman, der von einem Artikel über den Lynchmord an einem 'Werwolf' inspiriert wurde. Pintos Werdegang lässt sich im Roman wiederfinden, und seine Hauptfigur, Asher Greene, könnte durchaus eine Mary Sue sein: Er reist aus den USA für Recherche nach Haiti und geht dort den Legenden von kindermordenden Jé-rouges, 'Rotaugen', auf den Grund.


    Ich bin noch am Anfang. Schon im Intro wird es reichlich blutig, es gibt abgerissene Gliedmaßen und eine wilde Verfolgungsjagd, die die beiden Kids nicht überleben, mit anschließendem Lynchmord am zurückverwandelten menschlichen Täter. Erstmal sind also alle vorgestellten Figuren tot, das fand ich erfrischend frech. Dann fokussiert sich die Handlung auf Asher, der beide Leserichtungen bedient: die haitianische Innensicht und die fremde der reichen Industrienation. Das ist sicher als Marketing ein sehr kluger Schachzug (v.a. wenn man bedenkt, dass US-Amerikaner schon keine britischen Serien ertragen, sondern lieber neu drehen - also eine extreme kulturelle Ignoranz herrscht), allerdings hatte ich gehofft, eine Geschichte direkt aus der Innensicht zu bekommen.


    Das Buch ist spannend und wirklich unterhaltsam, eine solide Horrorgeschichte mit etwas 80s-Flair, der Stil allerdings recht schlicht, fast schon Y/A, und sicher keine literarische Wollmilchsau. Wäre da nicht der kulturelle Hintergrund, würde meine Kritik sicher negativer ausfallen, aber für ein so seltenes Werk bin ich durchaus bereit, auf Sprachkünste zu verzichten. Angenehmerweise verzichtet Pinto auf ein simples Gut/Böse-Schema.

    Was mich schon stört, ist, dass Pinto zwar in einem Mix aus auktorial und personal erzählt, aber sich immer wieder ganz offensichtlich als Autor einmischt, um Details zu erklären. Das ist gut gemeint und auch teils interessant, allerdings kickt mich das ständig aus dem Lesefluß, da hätte ich mir durchaus Fußnoten gewünscht, zumal mir die meisten Erklärungen bereits bekannt waren.


    Fortsetzung folgt ...


    Bei Interesse: hier ein interessanter Artikel, der den postmodernen Werwolfglaube Haitis beleuchtet und mit dem Kinderraub (v.a. durch weiße Baptisten aus den USA, für illegale Adoptionen) während bzw. nach den Erdbeben verbindet.