Lieber Hospes , ja sehr gerne.
Durch die fast 3 Jahre auf Segelschiffen kommt mir Dänemark nicht so weit weg bzw. fremd vor, eher wie eine zweite Heimat (die halbe niederländische Charterflotte liegt in Kiel, daher). Es gibt ne Menge potentiell spannender Ziele, bei denen ich weniger spontan wäre. Aber viele meiner schönsten Erinnerungen / Momente hängen mit Reisen zusammen, schon kleine Ortsveränderungen starten glatt das Hirn neu, finde ich.
Beiträge von Katla
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Remedios Varo
Louisiana Museum of Modern Art (Humlebæk, Dänemark)
18.09.2026 - 10.01.2027
Ooooh! Ich hatte schon überlegt, ob ich meine beste Freundin in DE nochmal in Frankfurt treffe (Leonor Fini in der wunderbaren und dann neu renovierten Schirn, vllt. meine meistgeschätzte Ausstellungshalle), aber vielleicht möchte sie ja auch einen Abstecher nach Dänemark machen? Ich mag Varo ganz wesentlich lieber als Fini, von der ich auch in den 90ern bereits eine Ausstellung besuchte. Meine Mutter war zu Urzeiten mal in der Louisiana und hellauf begeistert. Ca. 60 Gemälde aus allen Werkphasen plus Zusatzmaterial ist ja echt mal ne Ansage!CityBox eröffnen 2026 ein erstes dänisches Hotel (nahe Kastrup Airport, blöde Location, die sind sonst pfiffiger). Dann könnte ich auch mal Helsingør sehen, wenn die Burg selbst offen hat, ich war damals nur im Bereich zwischen innerer und äußerer Befestigung, weil abends. Hin- und Rückflug kosten momenten ings. keine € 180,- ...
Wie Carrington und Fini hat sie auch Phantastik geschrieben, das (gesammelte Werke) wollte ich eh grad bestellen.
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Karmadonna
Serbien 2025
Drehbuch & Regie: Aleksandar Radivojevic
Kamera: Aleksandar Jakonic
Schnitt: Branimir Zivkovic
Mit: Jelena Djokic, Sergej Trifunovic, Milutin 'Mima' Karadzic, Milica Stefanovic, Branislav Jevtic, Milos Lolic, Milos Timotijevic
Dauer: 118'
Trailer (OV mit Engl. UT)
HomepageSchöne Fotostrecke auf imdb
Der Co-Drehbuchautor von A Serbian Film hat seinen ersten eigenen Film gemacht. 'Nuff said!
![Skull [skul]](https://phantastik-literatur.de/images/smilies/smiley69.gif)
Plot: Eine Schwangere bekommt einen Anruf von Gott (eindeutig ein Sadist) und wird von ihm erpresst, eine Reihe betont grausamer Morde zu begehen.
Ich krieg die Motten! Hab grad gemerkt, dass mir der Film im November beim Night Visions Film Festival durchgerutscht war (eines der wohl zwei einizgen Festivals weltweit, die A Serbian Film uncut zeigten). Ich las 'schwanger' und 'Gott', dort war ein ziemlich blödes Bild, auch nicht von der Prota, und da hatte ich sofort rausgeklickt. Damit ist sicherlich die Chance vertan, den zu sehen, was mich echt ganz wahnsinnig ärgert, denn A Serbian Film gehört immer noch zu meinen Favoriten. Ich finde, das sieht hier richtig gut aus, sehr abgedreht, schön gefilmt, die Hautdarstellerin ist super (und endlich mal keine Paarundzwanzigjährige!). Auch cool, dass dieser Film Paranormales erzählt, nicht nur crime / Gewalt. Sehr schade, sowas braucht eindeutig auch die große Leinwand.
Dejan Ognjanović bespricht den Film zusammen mit einer aktuellen Dokumentation zu A Serbian Film in der neusten Rue Morgue #228. Mal schauen, wo man das ohne exorbitante Portokosten bekommen kann.
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Klasse Tipp, herzlichen Dank! Hab mir die nach und nach angeschaut (6, 7 & 8 stehen noch aus), und bin fasziniert. Zum einen, dass es Gespenstergeschichten sind, die null nach dem seit den 1990ern gängigen, immergleichen und inzw. auch massiv ausgenudelten Haunting-Mustern laufen. Ich wusste kaum noch, dass es auch anders gehen kann.
Dann feiere ich geradezu, dass es keinen durchgehenden Score gibt: es ist nicht alles mit Musik zugekleistert, die Szenen sind einfach akustisch so ruhig, wie sie im echten Leben wären. 100 Punkte, was eine Wohltat. Mich nerven diese Klangteppiche aktueller Produktionen ungeheuer. Dito was die Qualität angeht: Ja, etwas schrebbelig auch durch die Plattform, aber ich bin so übersättigt von HD-Bildern und 4K "Restaurationen", nachkolorierten Archivaufnahmen etc., dass ich diese Qualität durchaus vorziehe.
1, 2, und 5 haben mir irre gut gefallen. 5 hat auch super Figuren, tolles Setting. Alle drei haben imA stark unvorhersehbare Plots. Die Geister werden nicht so behandelt wie heute - nicht als unmittelbare Antagonisten - und die Konflike sind frisch. Es gibt auch Themen, die man heute nicht so sehen würde (Autor mietet sich auf dem Land ein, weil ihn Kindergeschrei stört, haha; und dann die Frau im Bett mit der nackten Brust einfach so, starke Bilder, dennoch nicht 'skandalös' inszeniert.)
3 fand ich vollkommen bekloppt. Alle Figuren sind dusselig, nervig, der Plot ist lachhaft, es ist enorm schlecht gespielt (Kreuzwortfrau fand ich noch cool, das war ja aber nur eine Stichwortgeberin), die Witze waren irre mies und das Ende ... wtf?
4 fand ich etwas meh in der ellenlangen, nervig-laberigen Exposition, aber es zieht nach dem Kaufgespräch stark an, sehr gute Figuren, fantastisches Setting, toller, sehr fies-subtiler Konflikt und schöne Spannung / Psychologie. Auch alles recht unerwartet und dennoch stimmig.
Bin schon auf die weiteren gespannt. Hab auch mal zu der #3 gelesen und die fällt wohl auch durchgehend in der Presse durch, als negative Ausnahme. Dann hoffe ich, dass die letzten 3 so stark wie der Rest wird.
Good old British TV of the 80s, jedenfalls.Nachtrag: Beim Frühstück & Abendessen den Rest geschaut.
6 Ist ganz atmosphärisch, ich mag die sehr ambivalente, schräge alte Dame und ihren seltsamen Flirt mit dem Freund des Jungen. Allerdings war es wohl nicht als foreshadowing gedacht und hat mich auf den falschen Dampfer gebracht. Interessante Figuren, es liegt (bis auf den rothaarigen Freund) eine eigenartige Lethargie über allem.
Bei den beiden Freunden konnte ich nicht aufhören, an den wunderbaren Film Flame & Citron zu denken, allerdings ein ganz anderes Thema (Widerstand gegen Naziokkupation, dank Pootins Plänen sehr aktuell).7 Fand ich ein Meisterwerk, extrem bedrückend, dieses desolate, wild-unwirtliche Setting, die selbstbewusste Gattin des verhexten (oder sollte das 'verhext' sein?), die erst den Pfarrer zur Unterredung einbestellt und ihm dann ins Gesicht sagt, dass Beten doch nix bringt. Toller Plot, bei dem man nie genau weiß, wer warum schuldig ist, es hat einen fiesen Twist, der sehr glaubwürdig ist. Wunderbar all die Szenen vor der wilden See, erinnerte mich stark an meine Urlaube auf den Inneren Hebriden. Auch sehr gute, lebensechte Dialoge, kein Overacting.
Die Hauptdarstellerin lebt noch und spielt noch mit 90 Jahren Filmrollen! Sie hatte das Drehbuch für Mrs Galloway geschrieben.
8 Ich bin sicher, die Geschichte gelesen zu haben, dachte, sie hätte mir ganz gut gefallen. Der Film sagt mir null zu, zu viel Gerede um nix, vorhersehbar, Momente der Spannung werden verspielt / sind nicht verankert. Das Thema ist gut (eine Liebe, die mit den Dramen der beiden Weltkriege spielt), das Setting - ein London im Wiederaufbau - auch. Recht irreführender Titel, der wesentlich skandalöser klingt, als es ist.
Grad, als ich das Fehlen von Hintergrundmusik lobte: bei den letzten drei ist wesentlich mehr Musik, teils extrem nerviges Violinengeschrammel, eben typisch für 50s-80s Crime.
Insgesamt eine hochspannede Reihe mit zwei richtigen Highlights, dazu werde ich mir mal die Texte suchen.
Lieben Dank noch mal, Nils , schöner Tipp!
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Ich muss aber generell sagen, dass mich die Ästhetik neuerer Produktionen, die historische Epochen abbilden, mittlerweile ziemlich nervt. Alles wirkt so gewollt vintage und dabei aber aufpoliert bis ins letzte Detail, überladen mit allem, was der normale TV-Zuschauer so mit "damals" assoziiert. Eine Verbindung von Fernseh-Historismus und Coziness, die glatt und digital wirkt, wenig plastisch.
Vollkommen verständlich - und ja, geht mir auch oft so und ja, das ist hier auch ein bisschen - oder ein ziemliches bisschen so.

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This Is Not a Murder Mystery
Belgien / UK 2025
Miniserie, 6 Episoden
Drehbuch / Idee: Christophe Dirickx, Matthias Lebeer und Paul Baeten
Regie: Hans Herbots, Matthias Lebeer
Mit: Pierre Gervais, Stephen Tompkinson, Donna Banya, Iñaki Mur, Florence Hall, Frank Bourke, Mike Hoffmann
via Studiocanal
Sprachen: Engl & Frz
Kleine 'Warnung': Die Serie ist spekulativ, aber keinesfalls paranormal oder phantastisch. Sie nimmt aber den Surrealismus zur Grundlage und spielt - zumindest war dies der erklärte Plan - mit der Glaubhaftigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Subjektivität von Wahrnehmungen. Also durchaus Themen, die auch in der Phantastik bearbeitet werden.
Plot: Eine Gruppe bis dato unbekannter Surrealisten wird in den 1930ern zu einer Ausstellung eingeladen, die ihre Karriere definieren wird. Ort: Ein abgelegenes Landgut/Schloss in Sussex, Besitzerin ist eine gewisse Lord James. Vor Ort sind: Magritte, Max Ernst und Lee Miller, Dali und Gala, Man Ray, sowie fiktionale Personen (Lover, Künstler).
Im Bild oben: Das erste Opfer, eine Nebenfigur und Magritte.
Fünf Tage vor Ausstellungseröffnung wird eine nahezu allen bekannte junge Frau ermordet - sie wird im Bett neben Magritte aufgefunden, inszeniert wie eines seiner Bilder, das aber bislang keiner zu Gesicht bekam. (Tatsächlich: The Lovers II, 1928)
Der Nahezu-Pensionär DCI John Thistletwaite und die aufstrebende DC Mary Quant (die in keinem Zusammenhang zur bekannten/revolutionären Designerin steht) rücken an, um den Mord - mit ziemlich postmodernen Methoden - aufzuklären. Dabei kommen sie nicht recht weiter, und eine zweite Person wird ermordet, ein melancholisch-dekadenter junger Künstler, der gemäß eines ebenfalls bislang unbekannten Dali-Bildes arrangiert wird. (-> Christ of St John of the Cross, 1951).
Magritte, zuerst Hauptverdächtiger, engagiert sich schnell als Detektiv und hilft mit seiner sensiblen, intelligenten Art den etwas konservativen echten Detectives. Soweit, so gut. Ich hatte irre Lust auf eine neue Crime Serie und wollte das alles dringend mögen. Super funktionierte das Whodunnit, das echt spannend aufgezogen wird und - abgesehen davon, dass es keiner der verdächtigten realen Figuren sein konnte - hatte echt Spannung. Abgesehen von 'for-dummies'-Rückblenden und gelgentlichen Übererklärungen auch tolles Pacing ohne Hänger oder Längen. Das Detektieren hat wirklich Spaß gemacht und Mary Quant als halb schüchterne, halb freche DC hat mir gut gefallen (auch, wenn die Figur in den 1930ern etabliert wird als wären es die 2020er, aber gut). Tompkinson scheint mir seine Rolle als / aus DCI Banks zu parodieren, bei der er mir auch schon wegen etwas zu expressiver Mimik / Overacting auffiel. Insgesamt ist mir die gesamte Cast etwas zu betont skurril, das hat fast den Touch einer Sideshow.
Pierre Gervais / Magritte gefällt mir außerordentlich gut, auch, wenn er mich optisch etwas an den jungen Brad Pitt v.a. in Interview With a Vampire erinnerte (was an den Haaren und den starken Kieferknochen liegen mochte und vermutlich keine Absicht war, die massig auftretenden Referenzen in der Serie hin oder her). Toller, differenzierter Schauspieler, von dem ich sehr gerne mehr sehen würde. Dito Donna Banya / DC Quant, die sowohl Humor als auch Tragik gut vermitteln konnte und mir sehr sympatisch war.
Allerdings hat die Serie wirklich ärgerliche Aspekte, und die ziehen sich letztlich durch fast jede Minute. Auch, wenn sich viele Szenen - und angeblich auch Themen - an surrealistischen Bildern orientieren (z.B. scheint DCI Thistlewaite der magrittsche Bowler Hat Man zu sein), werden die Surrealisten sämtlichst als intellektuell minderbemittelte, hysterische, kindisch-überdrehte und exhaltierte Spinner gezeigt. Nicht nur Gala (gebürtige Russin), sondern auch Dali hat einen starken russischen Akzent, was mich ganz extrem irritierte.
Die Aussagen der Surrealisten und ihre Dialoge wirken hohl, wie aufgesagt, klingen phrasenhaft und keine der Figuren zeigt irgendwelches revolutionäres oder innovatives Potential. Sie werden beim Kunstschaffen dargestellt, als wüssten sie selbst nicht, was sie da tun oder warum. Politik / Verfolgung durch die Faschisten wird in einem einzigen Nebensatz (Dali) erwähnt und in einem kleinen Zeitungsausschnitt, den man übersieht, wenn man nicht drauf achtet. Dann werden am laufenden Band Drogen & Alk konsumiert und die Gruppe ist zerstritten wg. Affären, Eifersucht und Neid. Uff, nee.
Ich hab irgendwo gelesen, dass dies auch (erst?) ein Theaterstück war und denke, es könnte so besser funktionieren.
Fazit: Klasse Idee, schöner Detektiv/Thriller-Teil, gut gemeint, aber letztlich dem Surrealismus einen Bärendienst erweisend. Die Serie legt die Spießigkeit an den Tag, die sie dem Thema gemäß eigentlich angprangert. Zudem: Sämtliche soziopolitische Themen werden nicht in dem ja sehr revolutionären historischen Kontext behandelt, sondern nach aktueller Sichtweise, das war wirklich wie Kreide auf Tafel und eine verspielte Chance, darauf hinzuweisen, dass Gesellschaftskonventionen eben bereits vor 100 Jahren demontiert wurden, nur eben mit anderen Mitteln als heute.
Sehr schöne Kamera / Schnitt, total nervige Musik. Warum übrigens das Lettering des Titels in C. R. Mackintoshs bevorzugtem Arts & Crafts-Font gestaltet wurde, ist mir ein Rätsel. Das ist ja die völlig falsche Kunstrichtung / der falsche Zirkel. (Vllt. KI?)
Wer abends / einige Abende bei einem guten Bier oder Wein Lust auf Crime hat, könnte sich gut unterhalten fühlen - wenn man den kritischen Blick ausschaltet. (Sicher nicht wegen letzterem, sondern dem Detective / Surrealismus-Kontext tagge ich mal frech Nils ).
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Ein Beispiel für mehrere unterschiedlich wirksame und daher für mich fast gleichrangig genießbare Versionen ist Oh, Whistle, and I'll come to you, my Lad von M. R. James
Hehe, aber diese Story ist eine meiner allerliebsten Geistergeschichten. Als Kind hatte ich wirklich schlaflose Nächte davon. Ich mag auch beide Verfilmungen, weil sie die Atmosphäre der Isolation gut beschreiben (der Prota da am fremden Ort, dieser verlassene Strand mit den Buhnen, die imA immer unheimlich aussehen, auch in der Realität). Was mMn im Film visuell nicht so gut darzustellen ist: die Bedrohlichkeit solcher Betttuchgespenster. Das ist eher was fürs Kopfkino. (Oder für's Regal! *gn*)
Ja, Angel Heart ist einfach so gut, und den Soundtrack hab ich auch jahrelang gehört (hatte viele Horrorfilm-LPs), allein dieses nachempfundene Rattern des Fahrstuhls. Muss ich mal wieder anwerfen.
Beefeater ist meh. Falls du guten Gin hast, nimm auch gutes Tonic. Mein fav ist Fentiman's Connoisseurs, das ist nicht süß, schmeckt nach Chinin und Kräutern. Oder ein Botanical. Gutes Tonic ist make or break, hatte schon gute small batches von Gin, die mir mit einigen Tonics nicht so gut schmeckten wie gewohnt. Fentiman's Indian ist auch okay. Nimmst du sowas wie Schweppes, machst du jeden Gin kaputt. (Ich komme ja auch vom Single Malt, aber eine Freundin hat mir Gin nahegebracht - für den Sommer. Fun fact: The tolle Hotelkette MotelOne hat - zumindest in Frankfurt/Main - eine Ginbar, da kriegt man unheimlich gute Beratung und kann sogar probieren. Ooops, sorry, leichtes OT. )
Film: In Zeiten von Streaming-Produktionen macht vielleicht irgendwer eine neue Variante, die der Vorlage besser gerecht zu werden im Stande ist.
Ja, das wäre wirklich mal ein sinnvolles Remake, ich gehe mit.
Irvings Sleepy Hollow fand ich ne ziemliche Schnachnummer, das hab ich nicht mal beendet. Ja, es gibt ne Menge Filme, die unabhängig vom Buch funktionieren, oder auf andere Art, Malpertuis z.B..
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Nils Oh, mal wieder eine so wunderbare Buchvorstellung mit allem drum und dran und klasse Exkursen (sogar in den Gin, hehe), danke sehr! War mal wieder eine Riesenfreude zu lesen und anzuschauen bzw. -hören.
Den Film hatte ich damals auch gesehen - fand den Anfang und die Prämisse sehr stark, Depp hat da ja auch noch etwas zurückhaltener/veträglicher gespielt, aber das rutschte dann mit all dem Teufelszeug ins Alberne ab und die Schluss-Szene war ja echt lachhaft. Obwohl ich also letztlich mit einem eher negativen Eindruck aus dem Kino kam, bin ich sicher, das Buch gelesen zu haben. Oder zumindest den Anfang. Was du schreibst klingt, als sollte mich das dringend interessieren (minus Dumas, mit dem ich nie warmgeworden bin), aber ich hab echt keine Erinnerung mehr. Was seltsam ist. Vielleicht greife ich noch mal dazu, jetzt, da der Film ein nur noch vager Eindruck ist und die Medien in meinem Kopf nicht mehr so in Konkurrenz stehen.
[Ganz nebenbei mein fav Gin: Nagu - small batch mit lokalen, natürlichen Zustaten von der wunderschönen Insel Nauvo, die man am besten segelnd anläuft, und zwar der Oak Aged - das hat man das beste aus Gin und Malt Whisky.]
Ich bin im Übrigen kein Anhänger der populären These, dass Filmadaptionen immer schlechter sein müssen das ihre Vorlage und hatte dem Film somit eine absolut faire Chance eingeräumt.
Da gehe ich übrigens mit.
Angel Heart finde ich z. B. sehr viel besser als Film (obwohl das Buch auch stark ist, fand da nur das Pacing etwas gewöhnungsbedürftig), und sonst wären da noch spontan genannt: alle drei Fassungen von The Thing, Sleepy Hollow, Let the Right One In (SWE), Popular Music From Vittula, The Girl With the Dragon Tattoo (SWE) und Gleichstand bei 13th Warrior / Eaters of the Dead und Miss Smilla's Feeling for Snow.
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Hallo Tobias Lagemann , oh, ich glaube du hast mich ganz arg missverstanden. Mein Komm war wirklich rein positiv gemeint. Es gibt hier ja öfter mal Nachfragen nach Scans, weil nur eine bestimmte Sache nachgeschaut werden soll und weil man ja nicht in den Kopf anderer schauen kann, hab ich vorsichtig auf die Erwerbsmöglichkeiten verwiesen (als eine solche oder ähnliche Suche hatte ich deinen Post verstanden und das wäre ja vollkommen legitim und auch spannend).
Hab schon oft erlebt, dass - inklusive mir - Büchersuchende das Naheliegende übersehen. Daher die Hinweise. Also bitte fühle dich nicht auf den Schlips getreten, ich hatte keine Ahnung, dass mein Post anders als gemeint klingen könnte, entschuldige, falls da etwas schräg klang.
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Hospes Das ist an sich natürlich super interessant. Da werde ich allerdings mal hinschreiben - kann ja nicht sein, nach 3 Jahren (bzw. 11 Jahren) Krieg: Tschornobyl. Da es in der Ukraine, und nicht in ruZZland liegt. Ich kann es nicht fassen, dass es immer noch deutschsprachige Menschen gibt, die das nicht mitgeschnitten haben.
(Danke für den Tipp, dagegen ist mein Komm ganz selbstverständlich nicht gerichtet!
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Hallo inferninho , oh super. Das freut mich wirklich sehr.
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Nils Matilda Lutz fan here!
Ja, darauf hab ich schon seit einem Jahr gewartet.Als Barbaren-Begeisterte und eine, die sich die Haare rot färbt, seit sie 13 ist, musste ich den natürlich sehen. (Läuft auf meinem VoD-Service SFAnytime). Dazu: Ich hab den Brigitte Nilsen-Film nicht gesehen.
Einerseits ein must-see, andererseits eine herbe Enttäuschung und leider bei weitem nicht so launig (gutes Wort!) wie der Trailer verspricht. Bevor das zu negativ klingt: Lutz ist der absolute Hammer - nicht nur, dass sie toll anzuschauen ist und dazu noch wirklich spielen kann, sie ist enorm durchtrainiert, ohne 'drüber' zu wirken und hat wirklich Martial Arts-Erfahrung. Auch, wenn ich inzw. wegen der Frühschichten den Schwertkampf auf Eis legen musste, hab ich im letzten Jahr genug aufgeschnappt, um zu erkennen, dass sie mehr kann als nur mit Waffen rumzufuchteln.
Vom Plot her nix Überraschendes (was ich auch null erwartete und bei sowas auch nicht sein muss), würde sagen: Ein Mix aus Gladiator und Taarna mit einem Hauch Marshalls Centurion (Olga Kurylenkos Figur, die ich sehr, sehr mochte).
Der Film hat paranormale Momente (abgesehen von den Monstern), was mir super gut gefiel - auch hier kann man an Taarnas Verschmelzen mit dieser riesigen Göttin denken, und letztlich muss Red Sonja eine Art mythische Untote sein. Das alles ist sehr cool, auch die richtige Mischung.
Auch andere, incl. der Antagonisten und -innen (diese 'weiße Ritterin' im Trailer, die auch cool ist, obwohl sie bissl komplexer hätte sein können) bemühen sich wirklich, ihren Figuren Charakter und Leben einzuhauchen, und bemühen sich auch ehrlich ums Schauspielen, sogar vom Genre abgesehen.
Sie werden leider unterminiert von einem extrem lieblosen Drehbuch (damit meine ich die platten Dialoge, die Abfolge der Sequenzen mehr als wie gesagt den Plot im Ganzen) und einer noch liebloseren, desinteressierten Regie, die brutal allen Ausdruck einebnet, alle interessanten Momente abwürgt und für was? Hätte man den Leuten ein paar bessere Lines gegeben, ihnen ein bissl Zeit, Szenen auszuspielen, anstatt cut cut cut, und simpleste, eiligste Lösungen, wäre das sowas wie Mamoas Conan geworden, der mir enorm gut gefiel. Ich denke, die Cast hätte das auf jeden Fall einlösen können, wenn man sie gelassen hätte.
Ein paar eigenständige Momente gibt es: Sonja redet mit ihrem Pferd, die beiden haben eine etwas lustige, aber auch dramatisch gut funktionierende Beziehung (vgl. Aragorn & sein Brauner in Jacksons Film). Dann haben mir - obwohl ich das sonst hasse - hier die Comic Relief Szenen super gefallen: wie im Trailer kurz zu sehen die Wortgefechte mit dem Waffenmeister (der ihr diesen sexy Bikini andreht, aber durchaus, weil er sie siegen sehen möchte, also anders als zu erwarten); und die Geplänkel mit ihrem männlichen Love Interest, dem sie in vertauschten Rollen immer sagt: Vielleicht wirds ja was mit uns, aber erstmal gehe ich diesen und jenen Kampf austragen. Auch gar nicht peinliche pc:ness, es passt zu den Rollen.
Es ist eine Schande, dass man jemand wie Lutz castet, die Kampfszenen tatsächlich ausspielen könnte, mit viel Spannung und langen Kamerafahrten, und dann wird aber alles abwürgt und durchhetzt, sodass keine Spannung aufkommen kann. Das ist wie 'ticking the boxes': was muss in einen Barbarenfilm? Zack fertig, next.
Die Figur an sich ist super dargestellt, frech, mutig, mit Zweifeln und in ihrem Göttinnen-Aspekt (im Kampf) auch wirklich sehr cool anzuschauen.
Also abends mit einem Bier zum Spaß: Auf jeden Fall! Mein Genöle hat eher mit der Enttäuschung zu tun, was für ein Potenzial verschenkt wurde.
Weil ich doch recht aufgehypt von der Titeldarstellerin war, hab ich mir auf SFAnytime auch gleich ihren Revenge angeschaut, den ich mir auf dem Night Visions Festival damals hab entgehen lassen. Rape Revenge aus Sicht einer Regiesseurin, wobei dementsprechend die rape-section entsprechend kurz (und begrüßenswerterweise auch eher offscreen/impliziert) ist. Der Film ist wirklich extrem splatterig und macht streckenweise auch Spaß, ist im Grunde vom Plot her Red Sonja auf im Hier & Jetzt. (Inclusive dem semi-paranormalen Überleben vor der Rache.) Wie Red Sonja krankt aber auch Revenge an den Dialogen (dumm, klischeehaft, unoriginell) und an einem lieblosen Plot, der nicht mehr ist als Rumballerei / -stecherei. Als Kurzfilm von 40 Min. hätte das perfekt gefunzt. (Trailer)
Matilda Lutz ist ja noch recht jung, ich hoffe sehr, jemand gibt ihr mal die Möglichkeit, sich in einem intelligenten Actionfilm zu beweisen, sei es sowas wie das Conan-Remake oder was Modernes wie The Raid (imA tatsächlich der beste Actionfilm der letzten Dekaden), irgendein Taarna-Spin Off oder was auch immer. Die Frau hat Talent, könnte Charakterdarstellung mit Martial Arts mixen; selbstbewusst, sexy, frech und ironisch-witzig - was will man (frau) mehr?Randnotiz:
Howards "Red Sonja" hab ich mir nach dem Film auch gleich mal durchgelesen. Das ist insofern interessant, dass es gar nicht in einem Fantasy-Universum spielt, sondern während der Belagerung von Wien durch die Ottomanen 1683, und Sonja gehört quasi zu den Geflügelten Husaren, die Wien schließlich innerhalb kürzester Zeit befreiten. Das ist ein ebenfalls interessanter Ansatz, der sich zu verfolgen lohnt (ich bin seit langem an diesen Husaren dran, eine extrem spannende Einheit, polnisch-litauisch). Die Figur ist derber, reifer und sexuell fordernder als die Barbaren-Sonja, deren Volk durch Genozid ausgelöscht wurde und die sich aus der Sklaverei freikämpfen muss. Bei Howard von der Persönlichkeit her sowas wie She-Wolf Ilsa, nur politisch auf der richtigen Seite. -
Unfassbarerweise kam der vor einiger Zeit im ZDF-Nachtprogramm, da hatte ich ihn aufgenommen und heute Mittag mit Ursula zusammen angeschaut.
Der Film ist soooo wahnsinnig gut, wir sind beide völlig geflasht.
Oh, dear Williams ,
entschuldige, ich bin aus einer schwierigen Schreibphase aufgetaucht und hab einige Dinge - unabsichtlich, selbstverständlich - versäumt! (Email & Bücher folgen!)
Ich hab mich riesig gefreut, dass euch der Film so gut gefiel. Denke auch, dass diese subtile 'Schrägheit' sicher nicht allen liegt, aber denke auch, ihr habt dafür ein super Gespür.
Als einzige winzige Schwäche finde ich den Vater sehr eindimensional schwach und passiv dargestellt, vielleicht muss das zur Gegenüberstellung aber so sein.
Das ist tatsächlich die finnische Realität, ohne jede Übertreibung. Zumindest bis zum demografischen Wandel vor 5-6 Jahren ging bei unter 18-jährigen locker 70% der tätlichen Gewalt von Mädchen gegen Jungen aus. Erst danach kehrte es sich um. Dadurch, dass Finnland bis in die Nachkriegszeit fast reines Agrarland war, haben Frauen und Männer traditonell die gleichen Arbeiten verrichtet, daher kommt eine außerhalb des Landes vermutlich ungewöhnlich anmutende faktische Geschlechtergleichheit. Einer der Gründe, aus denen ich herzog, hat sich aber leider inzw. sehr stark verändert.
Da werde ich ihn mich wohl anderweitig umsehen müssen.
Ich hoffe sehr, du bist irgendwo fündig geworden. :- )
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Hat jemand Kontakte in die USA und da ggfs. zu jemanden, der die hier mir genannten Bücher hat ...?
Das nein, aber möchtest du, dass jemand nach bestimmten Sachen schaut, ohne dass du die Bücher erwerben musst? Oder suchst du die Bücher selbst?
Sutins Biographie gibt es bei Blackwells für unter € 15,- incl. Steuern & Versand (nach FIN, vermutlich noch billiger für deutsche Adressen) und Shifting Realities für ein paar Euro, da findet du auf Eurobuch.de viele Angebote (meist abebooks.de).After Engulfment klingt ja spannend, hatte ich noch nicht auf dem Schirm.
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Tristan Harris ist jemand mit einer wichtigen, interessanten und extrem gut informierten Stimme (sorry auf Englisch, aber sehr klar und deutlich geprochen). Hier ist das Intro bissl doof reißerisch gemacht, aber das sind zwei sehr gut investierte Stunden (bei 50' geht es auch um Arbeitslosigkeit durch AI und die psychologischen Folgen, die sich ja schon durch SoMe messen lassen: Depression, Konzentrationsschwierigkeiten, soziale Interaktion, Schwarzweißdenken, Desinformation.
Es geht (noch) nicht um Bücher - ich hab bislang eine Stunde gehört -, aber es geht letztlich um dieselbe Sache.
![Coffee [Cof]](https://phantastik-literatur.de/images/smilies/smiley59.gif)