Beiträge von Katla

    Vielleicht sollte ich doch eher zurückhaltend mit dem Begriff Folk Horror operieren.

    Oder besser ich! :*

    Eigentlich finde ich diese vielen, teils auch widerprüchlichen bzw. regional unterschiedlich gehandhabten Aspekte extrem spannend, und wollte nur ein paar Gedanken einwerfen. Zumindest in meinen Augen würde das offenbar echt komplexe Thema leiden, wollte man hier eine harte Vorab-Definition erzwingen (das jedenfalls liegt mir wirklich fern).

    Liebe Leute,


    boar, spannendes Thema, da hab ich mich auch in den letzten Jahren bissl reingedacht und grad leider keine Zeit ( Felix kann da ein genervtes Lied von singen, fürchte ich [LiZ]), da ganz einzutauchen. Würde mich aber auch ausgesprochen freuen, wenn das Thema einen Faden bekäme. Ich sehe absolut keine Gefahr, dass sich einer der hier engagierten politisch in die Nesseln setzt.

    Eine Beleuchtung des deutschen/deutschsprachigen Folk Horror jener Epoche hätte in meinen Augen nahegelegen. Doch wer liebt es schon, Blut-und-Boden-Literatur zu lesen: sozusagen die Kehrseite der Medaille.

    Den Begriff Folk Horror verbinde ich eigentlich mit rein postmodernen Werken, in denen eine bewusste Auseinandersetzung mit Historie/Kulturwisseschaft stattfindet. Letztlich ist das aber reine fuzzy logic-Definition meinerseits.

    Das hört sich so an, als sei diese Vorgehensweise die Grundlage des Folk Horror. Eine solche Definition klammert jedoch die bewusst historisch gehaltene Erzählung aus.

    Ich gehe mit, Axel.

    Diese Konfrontation wiederum ist kein Alleinstellungsmerkmal des Folk Horror, sondern trifft grundsätzlich auf die historische Erzählung (Roman, Film, Spiel usw.) zu.

    Stimmt, wenn man es auf das Wort 'Konfrontation' beschränkt (was im Horror wie auch im Drama und Thriller aber eh nötig ist). Aber man benötigt imA für Folk Horror ein aufklärerisches bzw. (post)modernes Bewusstsein, das zwei Lager schafft: Aberglauben vs Aufklärung.

    Wie man das jeweils verortet, steht auf einem anderen Blatt, wie ja so schon das Hexenproblem zeigt.

    - Klassisch ist das christliche Bürgertum (oder auch mal der Bauernstand) der Status quo, in das das Archaische, Heidnische a.k.a. Barbarentum einbricht. Logik vs Irrationalität. Wobei Christen dabei absurderweise die Rationalität für sich beantspruchen, obwohl sie nur den gleichen Wein in anderen Schläuchen asusschenken.


    - In der Postmoderne mit der Neubewertung von Anthropologie, Archäologie und Kunstwissenschaften bzw. auch der sekulären Kritik an abrahamistischen Religionen verschieben sich die Vorzeichen: Die überkommene, spießige, chauvinistische und letztlich verbrecherische (Genozid, Zerstrung anderer Kulturen), aber noch etablierte Religion ist auf der Gegenseite. Vorchristliche Gesellschaften im Folk Horror nicht als der einbrechende Schrecken, sondern als das Korrektiv, die Wiederherstellung des eigentlichen Status quo.


    Der Horror wird über das Infragestellen postmoderner Identitäten hergestellt, die sich als kritisch-aufgeklärt sehen. Es geht heute nicht mehr um den Clash zwischen zwei Glaubenskonzepten, sondern um die Gleichwertigkeit allen irrationalen Denkens (Christentum und Heidentum) gegenüber einer postmodernen Rationalität. Soweit zumindest in den Nordischen Ländern; wobei aber die Legenden dann als Realität in Sinne eines spekulativen Realismus etabliert werden: als selbstverständlicher Teil der aufgeklärten, postmodernen Welt, nicht als Gegenpart. Das Christentum wird aus diesen Narrativen meist ganz rausgeschrieben.


    Hier scheint mir ein Unterschied zum britischen Folk Horror zu bestehen, wo das Archaische ängstigen soll, an der (dünnen) Rationalität des modernen Menschen kratzt. Wie Axel sagte, sind das dezent verschiedene Konzepte unter dem gleichen Label.


    Die 'Hexen' schaffen ein ähnliches Problem (wie Hutton breits richtig anspricht): Welchem Konzept folgt man?

    - Dem christlichen, das man dazu noch in eine prä-/post-Hexenhammer Ära einteilen müsste (-> prä, Mittelalter: unschädlicher, rückständiger Aberglaube / Hexen real nicht existent vs post, frühe Neuzeit bis heute: Ketzerei = Schwerverbrechen gegen 'Gott' und die Kirchen / Hexen real existent)

    - Dem, was die Christen für heidnisch hielten, orientiert an den ersten Konkurrenzreligionen, innerhalb derer sie selbst wuchs: die der römischen und grichischen Antike. Sämtliche andere Religionen z.B. Nordwest- und Osteuropas wurden dementsprechend - bewusst oder unbewusst verfälschend - beschrieben. Dieses Konzept verfolgen z.B. Machen und Wicker Man noch, sie sind aber ahistorisch.

    - Dem tatsächlich (rekonstruierten) vorchristlichen Hexenglauben ... eine very slippery slope

    - Der Hexe, wie Himmler sie - zum großen Unmut des christlichen Hitler - definierte: von den Kirchen verfolgte unschuldige Hebammen und Kräuterfrauen; quasi eine sexistische Verfolgung solcher "mit altem Wissen". Diese ahistorische Legende übernahm leider die Frauenbewegung der 70er.

    - Die Hexe gemäß aktuellem historischen Bild: als Teil einer breiten Schnittmenge von den beiden christlichen Kirchen Verfolgter, wobei keine tatsächlichen magischen Fähigkeiten zugrunde liegen.


    Die letzte Definition ist die - leider - am seltensten in spekulativen Büchern/Filmen verarbeitete.


    Da eine ungezählte Anzahl Menschen (und Tiere) - evt. sogar 2 Millionen allein unter dem Vorwurf der Hexerei/Ketzerei - ermordet wurde, bzw. im Kontext eines "Heidentums" ganze Kulturen und Völker ausgelöscht wurden, rufe ich auch hier zu verantwortungsvollem Umgang mit diesen heute spekulativ verwendeten Themen auf. Also nicht nur im Zusammenhang mit der vergleichsweise kurzen, ebenso katastrophalen Zeit des Faschismus.


    Vielleicht kann hier das Gespräch mit dem britischen Historiker weiterhelfen, der Seiler zwar in Teilen zustimmt, die Sache aber dann doch etwas breiter anlegt und auch auf zumindest einen der von dir genannten Filme zu sprechen kommt.

    Das ist das einzige, das ich aus Zeitgründen bislang lesen konnte, sehr spannend!

    oder "Pagan Horror", wie wir ihn weiland in Braunschweig durchlebten

    Ist das eine Andeutung auf politische Ereignisse in der Realität? Falls du ein Buch/Film meinst, wäre ich interessiert.

    Stimmt, Horror muss nicht per se phantastisch sein. Und ein Film wie Wicker Man ist ja auch nicht phantastisch (und manche würden ihn noch nicht einmal als Horrorfilm sehen).

    Hm, aber Wicker Man ist doch spekulativ, wäre das nicht Phantastik?

    Meine schon länger gehegte Meinung ist, dass sich "die Forschung" – hier vertreten durch das Portal literaturkritik.de – nicht darüber bewusst ist und der Blick generell very british oder skandinavisch konzentriert ist.

    Auch hier gehe ich mit.

    Was mich betrifft, so erscheint mir der Zugang zum deutschen Folk Horror (oder meinetwegen auch zur folkloristischen Phantastik) naheliegend und auch ertragreich. Ohne verdächtigt worden zu sein, sage ich, dass dieser Zugang kein nationales Bekenntnis o. ä. meinerseits darstellt.

    Da bist du über jeden Verdacht erhaben, und man kann nicht alles ignorieren, nur weil die Nazis etwas missbraucht haben (das ist nämlich ne ganze Menge, von Runen über Trachten, von Legenden zu German Folk Music und letztlich sogar die aktuelle Form des Umweltschutzes). Das lässt sich doch alles im Kontext besprechen.

    Tatsächlich überlege ich seit längerem, wie ich das Thema mal hier im Forum ansprechen könnte. Ich habe in den vergangenen Monaten einige Werke, die in Frage kämen und meine These unterstützen, gelesen. Na ja, kommt Zeit, kommt Rat.

    ... kommt Attentat. :D Ich wäre außerordentlich interessiert.

    Du findest sicher einen Weg und es klingt enorm spannend!

    Sehe ich genauso, Felix.

    Hättest du vielleicht jetzt schon eine Empfehlung aus deinen vergangenen lesemonaten für ein Stück deutschsprachigen Folk Horror(, das im besten Fall aber nicht nationalistisch trieft)?

    Auch wenn ich nicht angesprochen bin, kann ich dir eine aktuellere Sammlung empfehlen: Tobias Könemann: Das schwarze Holz (schön illustriert). Ich hab hier was dazu geschrieben. [Cof] Ich merke grad, dass das Buch einen ganz wesentlich positiveren Nachklang hinterließ, als meine kleine Rezi klingen mag. Als Soundtrack beim Lesen empfehle ich Wöljager.

    Und trotz meiner ganzen negativen vorbehalte zu dem Film hoffe auch ich auf einen zweiten Teil.

    Ich freue mich, wenn du dem Film vielleicht doch noch eine andere Seite abgewinnen kannst (wenn auch vllt. mehr über den Kopf als beim Spaß-Faktor). Ich würde gar nicht unbedingt sagen, dass es ein Kunstfilm ist - obohl das auch nicht von der Hand zu weisen wäre -, sondern eher ein handwerklich extrem gut gemachter. Kunsthandwerk vielleicht? ;)[Cof]


    Grad weil du Mechagodzilla ansprichst - grandiose Idee, wie auch die Metall-Prothese bei King Ghidorah. Aber die story fand ich echt schwach (unter jedem Aspekt, auch dem reiner Unterhaltung), letzten Endes so ein Girl vs Gojira-Ding, und Mecha war dabei nur Staffage. Dabei war die Idee eines ghost in the machine so nett angedeutet zwischendurch.


    Ich kann das Original nur heiß empfehlen, grad weil das Schwarzweiß einen düsteren Gesamteindruck vermittelt (und trotzdem Monster-Trash bietet, so ist das nicht).


    MIt der Fortsetzung scheint es nix zu werden, da wäre ich auch scharf drauf gewesen. Aber es gibt stattdessen noch vielversprechendere Aussichten. Hoffen wir mal ...

    und ich hier lediglich meinen Sehvorlieben anheim fiel.

    Ach, ich ja auch nur.

    Und ich mag Godzilla auch als Unterhaltung sehen, das muss gar nicht immer so arg meta-mässig sein. Aber wenn ich beides auf einmal bekommen kann, hey ... <3:!:


    Unter Horroraspekt einen Nachtrag: Es gab wohl einige reichlich splattrige Momente, die es nicht in die Endfassung geschafft haben. Und ich habe zumindest bislang keinen director's cut gefunden, der die Szenen zeigt. Die sind hier kurz geteasert.

    Der Fantasy-Thriller »Geistkrieger: Feuertaufe« spielt in einer alternativen Realität, in der die amerikanischen Ureinwohner sich erfolgreich gegen die Eroberer aus Europa zur Wehr gesetzt haben – auch mithilfe der Welt der Geister.

    Danke für den wunderbaren Tipp, Shadowman . Das ist ein Bereich, in den ich äußerst selten schaue (deutschsprachige Fantasy, vielleicht sollte ich das hier gar nicht laut sagen *gn*), aber das klingt ja absolut grandios. :* Das wäre sogar ohne die Animismus-/Geisterthematik immer noch spannend genug.


    Kommt sofort auf die Liste!

    Neodyn Klasse, wie schön, dass du den Film hier in Erinnerung bringst. Nils Mennö, ich war damals so mit Segeln beschäftigt, dass ich den Film leider im Kino verpasst hab und dann online sehen musste.


    Ich oute mich gleich mal als Fangirl: irgendwann in den 70ern war das Original - zeitgleich mit dem s/w Krieg der Welten - der erste SF-Film, den ich im Fernsehen schaute und der erste Film, bei dem ich geheult hab (als Godzilla abgeknallt wurde, damit hatte ich als Kind nicht gerechnet, weil ich ihn als Opfer sah). Das war irgendwann im Grundschulalter, und danach pilgerte ich in die Samstagsmatineen der bis dahin erschienen Filme.


    Obwohl ich bei dem Franchise natürlich auch Klamauk mag - eben all das Kaputtmachen und die Monsterkloppereien - ist Shin der einzige Godzilla, der für mich an das Original herankommt bzw. es in einigen Aspekten sogar übertumpft. (Die Ami-Versionen zählen dabei nicht, weil die sich eher allg. an Monsterfilmen denn an Gojira-Themen entlangbewegen).


    Die Gründe, warum ich von Shin so begeistert war, liegen im Creature Concept und der Meta-Ebene sowie im rein Filmtechnischen (v.a. Kamera, Schnitt und Pacing).


    Der Film ist im Grunde extremer Bodyhorror - Gojira sieht aus wie ein Krebsgeschwür auf Stümpfen, das an akuter Strahlenkrankheit leidet. Mutation ist ja nicht nur ein Thema bei den Verwandlungen (die offensichtlich an das Konzept von Gigers Alien angelehnt sind), sondern auch beim Körperbau selbst: die verkrüppelten Vorderbeine, die vielleicht an T-Rex, aber vielleicht auch eher an die Tschernobyl-Missgeburten erinnern sollen. In der Amphibienform verliert Gojira Blut/Körperflüssigkeit durch die Kiemen, die Bewegungen sind unkontrolliert und 'krüppelhaft'. Wie auch bei den späteren Mutationen wirkt die aufgebrochene Körperhülle durchlässig - obwohl sie gewissen Schutz bietet-, erinnert an Brandwunden (vgl. Hisashi Ouchi, dessen strahlenverbrannte Haut ebenfalls keine Flüssigkeit im Körper halten konnte und dessen DNA regelrecht 'zerschossen' war).


    Grandios finde ich den Spagat zw. Modell-Effekten und CGI, wobei das Mann-im-Gummianzug-Bild gar nicht so stark verändert wird - und obwohl die erste Stufe auch etwas Absurd-Komisches hat, tut mir das beim Zuschauen weh, weil das Vieh so unglaublich gequält aussieht.


    Ebenfalls grandios ist die Doppelung des Bezuges: das Original behandelt das Trauma von Hiroshima und Nagasaki, Shin das aktuellere von Fukushima: Das gesamte Intro und die Prämisse (Erdbeben, Flut durch das anlandende Monster, Evakuierung, Verstrahlung, Atommüll im Meer) bezieht sich auf die Reaktorkatastrophe. Und dann eben der Rückbezug aufs Original durch den Schocker des geplanten Atomangriffs der USA auf Japan - sowas leistet eben kein anderer Neuer der Reihe.


    Auch die - vorerst - letzte Form von Gojira wiederholt das Getriebene des Original-Wesens, das nicht aus der Lust an Zerstörung wütet, sondern, weil der Mensch sich nunmal überall mit seinen Städten ausgebreitet hat (Kollateralschaden und Selbstverteidigung mehr als "Evilness").


    Warum ich den Film noch so schätze (und ihn hier sogar dem Original weit vorziehe): meine Güte, mal keine Liebesgeschichte! Mal kein 'mein Onkel ist Schuster und letztes Jahr hatte ich einen Fahrradunfall'-episches Backstorygelaber zu Figuren, die völlig überflüssig sind. Was interessieren mich Alltagsgeschichten von Menschen, wenn im gleichen Film ein urzeitlicher Monster-Gott vorkommt? Herrje ... Dieses ganze Gemenschle versaut mir echt jeden Godzilla-Film.


    Anders als in allen anderen gibt es bei Shin maximal fünf überflüssige Sätze in Dialogen. Alles andere ist notwendig und treibt die Kerngeschichte voran - gäbe es eine filmische Variante der elliptischen Prosa, wäre es genau dies.

    Euch haben ja wohl die Konferenz-Szenen gestört, aber ich fand das sehr dramatisch, auch emotional mitreissend, erfrischend realistisch und relevant - eben dieser Druck, unter Schock Entscheidungen zu fällen, wenn man noch nicht alle Informationen zusammen hat, wenn es zu viel Ungewohntes zu bedenken gibt. Aufgezogen wie in einem guten Nordic Noir Thriller, mit ungewöhnlichen Kameraperspektiven und temporeichen Stakkatoschnitten.


    Und hier die Kamera: Menschen werden so klein und verloren gezeigt, wie sie in ihrer Lage sind. Im Vordergund sind Kopierer, Stuhllehnen, und Zimmerpflanzen, nicht die 'wichtigen' Politiker und Wissenschaftler. Die Science hier mag (ich kenne mich zu wenig aus) viel oder eher Fiction sein, aber es wird zumindest ein Versuch unternommen, dem ganzen eine entsprechend naturwissenschaftlich 'logische' Erklärung zu geben.


    Weiteres Plus ist die grandiose Musik (sowohl die am Original angelehnte wie auch die Klassiksequenzen mit sakral anmutendem Gesang) und die unzähligen Querverweise auf alte Toho-Godzillas: sei es bei der Farbgebung (das Lila-Weiß der Death Rays, das Feurig-Reaktorüberhitzte, die weiße Nickhaut über den Augen, das Originalbrüllen, das 'Aufladen' über die Rückenspikes, die herrliche "Rache der Eisenbahnen" ...). Nur, dass die Todesstrahlen nicht als ermächtigende Waffe erscheinen, sondern eher wie ein krankes Erbrechen - eben wieder Bodyhorror.


    Zumindest bis die letzte Offensive beginnt ist der Film ungeheuer realistisch: Die Zerstörung (all der Staub, die Dunkelheit und das Chaos wie beim WTC 9/11), all die Unzulänglichkeit von politischen Maßnahmen angesichts einer Katastrophe (vgl. Tschernobyl, Fukushima und letztlich Covid), die lähmende Bürokratie, die emotionalen Barrieren und die Hilflosigkeit fand ich viel überzeugender als in anderen Filmen der Reihe - und daher passt für mich auch die ganze Aktion in den Konferenzräumen - zumal sie perfekt geschnitten sind und nur das Allernötigste zeigen.


    Ein paar Sachen haben mich auch gestört.

    - Ist ja nicht das erste Mal, dass der Gott-Aspekt behandelt wird (gleiches bei King Ghidorah), aber das bleibt auch hier leider nur angerissen, ohne Konsequenz. Ich finde das ein enorm interssantes Motiv. Aber letztlich tritt der Gott- hinter dem Monsteraspekt zurück: Gojira bleibt verletztlich, recht- und würdelos.

    - Im letzten Fünftel geht die Logik arg flöten und der Film rutscht in die Fehler der vorangegangenen Filme: erst kann Gojira Hochhäuser umwerfen, dann kann er unter ihnen begraben werden - das dürfte von der Masse / Bewegung her nicht so hinkommen. Die Hochäuser können so zu Fall gebracht werden, dass sie genau auf Gojira landen, dabei war nicht klar, welchen Weg er nehmen wird. Die Stadt ist erfolgreich zu 100% evakuiert, wenn man plötzlich kein Fußvolk mehr in der Story gebrauchen kann. Die Kranlaster finden - zweimal! - in all der Zerstörung zufällig eine freie Anfahrt direkt zu Gojiras Maul ... naja, das war wohl das Dümmste.


    Das Ende fand ich ganz spannend (einen Sieg über die Menschen hab ich aufgegeben, zu hoffen), weil es ebenso pessimistisch ist wie Gluchovskys Metro 2033: Die durch radioaktive Verseuchung enstandenen Mutationen sind letztlich der Entwicklung des Homo Sapiens weit überlegen, werden aber als Anomalie von ihm ausglöscht - wobei Shin andeutet, dass dieses letzte Kapitel noch nicht geschrieben ist.


    Die Andeutung einer neuen Mutation (die humanoiden Wesen am Schweif-Ende) könnte ebenfalls von Alien entlehnt sein: Dort deutete das stärkere Absondern von Schleim und die Passivität am Ende den Übergang zu einer weiteren Form an.


    Hier noch ein schönes, analytisches Videoreview "Why Shin Godzilla Won Best Picture in Japan" (das die Sache ähnlich sieht wie ich langwortig ausgebreitet hab *gn*) und ein indie Creature Feature.


    Ich hab den Film (da fehlen von der Laufzeit her ein paar Minuten) grad noch mal auf Dailymotion geschaut, wäre aber sehr glücklich, wenn mir jemand einen Tipp für die beste DVD-Version Japanisch mit engl. UT geben könnte. msr3


    Hallo Strach , herzlichen Dank erst mal für dein Interesse. :* Um Axel nicht etwa zu korrigieren, sondern zu ergänzen, gebe ich auch mal meinen Senf dazu:


    - es sind ungewöhnlich lange Kurzgeschichten bis Novelettes (zw. 52.000 - 75.700 Zeichen mLz).

    - Ernsts Coverbild musste in allen Geschichten Erwähnung finden, daher zieht sich ein - immer leicht anders interpretiertes - Motiv durch alle Stories

    - Durch Vorgaben, Eigeninitiative und tatsächlich Zufall gibt es auch sonst kleine Details (Themen, Motive, Settings), die die Stories lose verbinden

    - Alle Geschichten (auch die englische von Teemu, die Axel dann übersetzte) sind gemäß des recht eng gefassten Aufrufes extra für dieses Story-Zine verfasst worden

    - Alle Geschichten haben als Hauptgenre Contemporary Fantasy, querbeet gemixt mit: Science Fantasy, Parallel History, fast alle haben dezente Horrorelemente und eine einen surrealistischen Touch.

    - Als Erzählhaltung / Atmosphäre / Stimmung war - bei allem Unterhaltungsanspruch und teils auch Action - ein eher dunkler, 'erwachsener' Tonfall von uns Herausgebern vorgeschlagen.


    Es ist also nicht so wie beim Zwielicht (was ich dort z.B. als Beitragende auch sehr schätze), dass Untergenre, Thema und Erzählhaltung offen sind bzw. den Autoren überlassen; sondern die Geschichten gehören viel stärker thematisch zusammen (allerdings keine zusammenhängende Serie, Fortsetzungen etc. , sondern alle sehr individuell und eigenständig).


    Daher ergänzen sich die Formate imA ganz wunderbar und sind keineswegs in Konkurrenz zu sehen.

    [Cof]

    Ross Sanders Hahaha, was für eine wunderbare Geschichte! [Ber]

    Klar, alles Innovative wird irgendwann verramscht, ich wette aber auch meinen Kopf darauf, dass sogar das Tribal Tattoo in neuer Form ein Comeback haben wird. Beim Pagan Metal gibt es so viele kleine Bands und so viele traditionelle Folkbands, die ähnliche Songs haben wie die inzw. kommerziellen, das lässt sich mAn gar nicht in Tendenzen ausdrücken.


    Prophecy - danke für die Erinnerung, da muss ich mal nach mehr als Wöljager schauen. Tolles Label.

    Ross Sanders Oh wie cool, genau, Masha Arhipova von den russischen Arkona. Hammergrowls und super sympathisch, freut mich außerordentlich, dass du sie kennst. Ich finde ja sehr schade, dass die damals von SoundAge weg sind, Napalm verramscht einfach alle Bands. Diese ältere Liveshow höre ich immer noch rauf und runter, die letzten Alben fand ich - auch von der Stimme her - eher vergessenswert. Aber mich freut, dass es die Band gibt, und die wollen ja auch ihre Rechnungen zahlen.


    Masha hat auch bei Svarga mitgesungen ("Duren"). Hat recht viel Pathos, aber ich finde das auch klasse.


    Ach, ich sage schon, dass ich - mit Ausnahmen wie Ildra oder Cripper - fast ausschließlich slawischen und osteuropäischen (rumänischen v.a.) Metal höre. Einige Bands wie Nokturnal Mortum haben ja inzw. das Licht gesehen, andere wie Drudkh ... naja. Da kann ich die Macher ganz gut von der Musik trennen. Es ist - wie bei Drudkh - auch nicht immer ganz einfach zu sagen, wie slippery die slope in diesen Regionen ist, weil viele heidnische Symbole bzw. Konnotationen von 'linken' worldmusic/Multikulti-, von traditionellen nicht-rechten lokalpatriotischen oder eben tatsächlich Faschos gleichermassen verwendet werden.

    Es gibt aber Dinge, über die ich nicht hinwegsehen kann und will: Tierquälerei (war das Bathory? irgendwas Gekreuzigtes, ich will das nicht googlen und nochmal sehen) oder pathologischen Frauenhass/Homophobie wie bei Mayhem. Glücklicherweise mag ich die Musik von beiden eh nicht.


    Sar-Sargoth Klasse, das ist ja auch ganz wunderbar, danke schön. :* Ich kenne auch die Vorlage in der traditonellen Version, aber weiß nicht mehr, unter welchem Titel/Band ich das suchen müsste (ich hab zu viel davon und vergesse die Namen auch leicht).

    Ich finde es eh klasse, dass unter den slawischen Bands so viele Songs über die Landes- und Sprachgrenzen gecovert werden und es da spannende Kooperationen gibt. Eben wieder gesamtkulturell und gerade nicht nationalistisch auf die politischen Grenzen bezogen.

    Chapeau für Eure Schaffenskraft

    :* Danke dir und euch für dieses Forum, ohne das weder diese Ausgabe noch ein so wunderbares kreatives Umfeld möglich wäre - jedenfalls für mich.

    Unser erstes Zusammentreffen fand bekanntlich hier im Forum statt, hat sich dann in die privaten Postfächer verlagert, von wo aus wir wiederum Kontakte zu den Autor*innen knüpften, die sich mit viel Elan auf das Thema einließen … und jetzt ist das Buch schon reif zur Vorstellung – das ist schön zu sehen.

    Ja, verrückt, oder? Ich hab überhaupt nicht den Eindruck, wir hätten uns vor 2 Jahren zum ersten Mal hier unterhalten, crazy! Mit dir und NIls war es aber auch das perfekte Zusammenarbeiten, ungeheuer angenehm. :*


    Die Lust auf und Bereitschaft zum Mitmachen war wirklich grandios - und auch, dass einige seefahrttechnisch mutig ins eiskalte Wasser sprangen und dann Texte ablieferten, die sich lesen wie von alten Seglen geschrieben.

    Ebenfalls erfüllend: das Buch steht durchaus im Zusammenhang mit entsprechenden Threads hier vor Ort.

    Absolut! Der Schiffe, Meer ...-Thread war der Keim und das Forum allgemein auf jedenfall der Drive dahinter. Ich finde diese Verankerung auch ganz wunderbar. [Cof]

    Ich tippe / editiere grad zwei Texte hierzu (auf dem Album gibt es mehrere Gastsängerinnen, die auf dem Photo hier ist nicht Masha). Ich mag den sehr dezenten Drive and Rhythmus super gern. Wenn man sich Drums & Gitarre wegdenkt, ist das ein lupenreines Traditional: