Beiträge von Vincent Voss

    Aktuell wurden mehr Stimmen als letztes Jahr vergeben, insgesamt 557 Stimmen (2022 waren es 533 Stimmen). Bis einschließlich Mittwoch kann noch abgestimmt werden. Wenn nichts dazwischen kommt, werde ich am Donnerstag ab 19:00 Uhr die Ergebnisse im Chat präsentieren.

    Das freut mich übrigens sehr, dass sich die Beteiligung zu 2022 erhöht hat. Ich hoffe sehr, wir knacken noch die 600er Marke. Traum wären 666 Stimmen. ;)

    "Während eines schweren Sturms verschwindet die sechsjährige Tiiu spurlos. Jahrzehnte später taucht sie nicht gealtert wieder auf und die Welt gerät aus den Fugen. Die Menschheit beginnt hinter dem Nebel nach Antworten zu suchen und findet sprechende Schweine, winzige Drachen und Substanzen, die ihn in neue Sphären schweben lässt.

    Der Nebel, der die Welten voneinander getrennt hatte, ist verschwunden und die Gesellschaft muss sich neuen, übernatürlichen Herausforderungen stellen. Welche Magie darf verwendet werden? Wie gefährlich sind die Tränke und Stoffe der wilden Hexen? Welche Rechte haben sprechende Tiere?

    »Kaputter Nebel« ist eine Märchendystopie zwischen dem Menschsein und Nichtsein. Es treffen »Rotkäppchen«, »Des Nebelbergs König«, »Blaubart« und viele andere Märchen aus der ganzen Welt aufeinander. Sie suchen nach ihrem eigenen Sein und ihrem Platz zwischen den Menschen."


    Was für ein Weltenbau auf relativ wenigen Seiten! Und vor allem, wie gelungen er sich in die Erzählung einfügt, ohne aufdringlich zu sein. Und dazu hatte es für mich ständig aktuelle Bezüge und dieses eben auch ohne mahnenden Zeigefinger. Dafür aber ist es eine wütende, schonungslose Geschichte, die zeigt, wozu Menschen fähig oder eben nicht fähig sind. Aber worum geht es überhaupt? Um das große Ganze natürlich. Unsere Welt und die andere Welt, in der Märchen und ihre Figuren lebendig sind, verschmelzen durch die Entschleierung. Alles muss sich ordnen, Machtverhältnisse werden neu und oft auf grausame Art verhandelt. Es gibt Kräfte, die Zerstörung wollen und Kräfte, die für Frieden sind, beide treffen aufeinander und treffen sich zur "Schlacht", bei der Tiju eine entscheidende Rolle zukommt.


    Fazit: Für mich war die Grundidee faszinierend und wie Gmyrek es schaffte, mich zum Nachdenken anzuregen. Würde mich mal interessieren, ob andere es ähnlich interpretieren würden wie ich. Die Welt, die Figuren, die (hoffnungslose) Atmosphäre, das wirkte alles ziemlich stimmig. Bei dem Ende hatte ich das Gefühl, dass es etwas länger und in eine konkrete Handlung eingebettet hätte werden können, allerdings ist der Showdown ganz großes Kino!


    Ich lande bei tollen 9,25 Fingerhut Whiskey Single Malt.

    Edit:


    --- Sprache: Ich habe hier gerade noch eine Notiz gefunden. Es gab auffallend viele Sätze, die mit "So" begannen. Das ist ein Stil, der mir nicht sehr behagt und den ich eher aus Märchen kennen. Gut möglich, dass es beabsichtigt war. Für mich bedeutet es gleichwohl, dass die innere Logik der Erzählung nicht stimmig ist.



    Beschreibung

    Ein atemberaubender Roman über eine junge Frau, die in einer unerbittlich puritanischen Gesellschaft lebt und dunkle Kräfte in sich entdeckt.

    In Bethel ist das Wort des Propheten Gesetz. Allein Immanuelles bloße Existenz durch die Liebe ihrer Mutter zu einem Fremden ist Gotteslästerung.

    So wie alle anderen Frauen in der Siedlung führt Immanuelle ein Leben der Unterwerfung und absoluten Hingabe.

    Doch dann betritt sie die verbotenen Dunklen Wälder, die Bethel umgeben. Sie werden von den Geistern von vier Hexen heimgesucht. Diese machen Immanuelle ein außergewöhnliches Geschenk: Das Tagebuch ihrer verstorbenen Mutter ...

    Fasziniert von den geheimnisvollen Aufzeichnungen, fällt es Immanuelle schwer zu verstehen, weshalb sich ihre Mutter mit den mächtigen Hexen verbündete. Bis sie die grausame Wahrheit über den Heiligen Krieg des ersten Propheten erfährt, bei dem unzählige Frauen und Mädchen missbraucht, gefoltert und verbrannt wurden.

    Louisa Morgan: »Eine finstere, dramatische Geschichte über Unterdrückung und Rebellion, Ideologie und Moral. Die komplexe, hinreißende Hauptfigur ist in einem Albtraum à la ›The Handmaid’s Tale - Der Report der Magd‹ gefangen.«

    Rena Barron: »Erschütternd und atemberaubend ... Erzählkunst vom Feinsten.«

    Amanda Lovelace: »Eine brutale Geschichte über Religion, Hexerei und Patriarchat. Die perfekte Lektüre für Fans von ›The Handmaid’s Tale - Der Report der Magd‹.«

    O, The Oprah Magazine: »DAS JAHR DER HEXEN erzählt eine universelle, zeitlose Geschichte über die Macht der Frauen.«

    Shea Ernshaw: »Eine vollendet beklemmende, feministische Geschichte, die den Leser packt und nicht mehr loslässt.«

    The Washington Post: »Entstaubt die alte puritanische Geschichte, um sich mit Fragen des Rassismus und Sexismus zu befassen.«


    My five pence:


    Ich bin hin und hergerissen mit meiner Beurteilung. Ehrlich. Zeitweise wollte ich das Buch nicht weiter lesen, dann hat es mich doch wieder in seinen Bann gezogen. So viel vorweg: Was ich mir unter Horror vorstelle kommt hier viel zu kurz, aber es wird auch nirgends gesagt, dass es Horror sei. Es geht vordergründig um die schwarze Heranwachsende Immanuelle, deren Vater als Hexer und deren Mutter als Hexe in Bethel verbrannt worden waren. Immanuelle wächst mit ihren Großeltern und der restlichen Familie im Wald vor Bethel auf, sie selbst ist Ziegenhirtin. Sie verbindet eine Freundschaft zu Ezra, dem Sohn des mächtigsten Propheten in Bethel. Durch von Immanuelle ausgelöste Geschehnisse brechen vier Plagen über Bethel hinüber und Immanuelle und Ezra - bei verlieben sich ineinander - müssen das Unglück aufhalten.


    +++ Der Weltenbau : Stark ausgetüftelt. Die Religion und der Hexen- oder Naturglaube im ewigen Streit, die Plagen, der Wald (eingeschränkt); das hat alles Spaß gemacht


    +++ Die politische Dimension, die Gesellschaftskritik ist sehr stark und reif umgesetzt worden, finde ich. Henderson schafft es an vielen Stellen einen Spiegel ohne mahnenden Zeigefinger hochzuhalten. Das Buch ist frei von Festschreibungen und bietet viel Raum für eigene Lesarten und Interpretationen


    +++ Cover: Ganz stark, fand ich.


    --- Vorhersehbarkeit: Ich wusste oft vorher, wie die Figuren handeln, um die Erwartung an die Geschichte zu erfüllen. Besonders der Love-Interest leidet darunter.


    --- Figuren: Siehe Vorhersehbarkeit


    Fazit: Ich lande bei 6,5 verbotenen Büchern


    P.S. Meiner Tochter habe ich das Buch mal in die Hand gedrückt und sie fand den Klappentext sehr spannend. Sie liest keinen Horror.

    Philip Krömer: Alles hat seine Zeit


    Hat mir auch sehr gefallen. Eine dystopische Erzählung, die für mich Korruption, Medien und Überalterung zum Thema hat. Die Alten leben von der Gesellschaft ausgestoßen in den Kanalisation der Städte und ähneln Ratten. Diese müssen gejagt werden und jemand Mächtiges benötigt positive Bilder für sein Wirken. Feine Sache!