Beiträge von Vincent Voss

    Cover: Timo Kümmel

    "Etwas Unfassbares geschieht auf dem Museumsschiff USS Midway. Angestellte verschwinden spurlos, ebenso Touristen, die den berühmten Flugzeugträger besichtigen. Nur der elfjährige Torben, der mit seinen Eltern das Museum besucht, sieht, was hinter diesen Rätseln steckt. Er nennt es Kokoles, ein übermächtiges Wesen, das über Zeit und Raum zu herrschen scheint. Was es beabsichtigt, ist unklar, doch befindet sich unter den Touristen auf der Midway eine Frau aus der Zukunft, die in der Zeit zurückgeschickt wurde, um den Ausbruch des dritten Weltkrieges zu verhindern"


    Alter da kommt was Großes in der Horror-Szene! Der erste Band einer Trilogie und dieser hat mich voll mitgenommen. Lothar Nietsch baut unglaublich gut Spannung auf und stellt sein Personal in abwechselnden Kapiteln vor. Die Geschichte nimmt immer wieder überraschende Wendungen und Zeitsprünge vor, die geschickt miteinander verwoben sind. Hier kann leider nicht allzu viel verraten werden, weil es erlesen werden muss. Hauptschauplatz wird die USS Midway, ein ehemaliger ausgemusterter Flugzeugträger. Genial! genial, weil es einfach sehr unheimlich und gruselig daher kommt. Wer einmal ein großes Schiff besichtigt hat, kann es gewiss erahnen. Absolute Leseempfehlung meinerseits und ich warte auf Band 2.


    "Hexensturm über dem Baskenland - das Lachen der Frauen spielt vor dem realen Hintergrund der Hexenverfolgung im Baskenland im frühen 17. Jahrhundert durch den Richter Pierre de Lancre. Die baskischen Männer sind in Neufundland, um Kabeljau zu fischen, und der Hexenrichter wütet unter den Baskinnen, die zu Hause die Gesellschaft organisieren.

    Hegoa, eine Baskin und ihre Freundin Itsaso wollen einen Brief an den König Frankreichs weiterleiten, um das Grauen zu stoppen und geraten selbst in die Mühlen des Hexenprozesses. Morguy, ein Mädchen, das Hegoa aufgenommen und nach einem Diebstahl von ihrem Hof gejagt hatte, hat sie denunziert und foltert sie.

    Unter der Folter wird Hegoa gezwungen, Schadenszauber und einen Pakt mit dem Teufel zu gestehen und zum Tod durch das Feuer verurteilt.

    In der Nacht vor ihrer Hinrichtung erscheint ihre verstorbene Katze in ihrer Zelle, sie schwebt durch eine mondblaue Nacht zur Höhle des Basajaun, eines hünenhaften Mannes mit einem Fell wie ein Tier, den sie aus den Erzählungen ihrer verstorbenen Großmutter kennt. Dort begegnet sie den Laminak, weiblichen Mischwesen aus Tieren und Menschen und ihrer ebenfalls längst verstorbenen Großmutter.

    Die Sonne geht auf, und sie glaubt entsetzt, die letzte Nacht ihres Lebens verschlafen zu haben. Doch als sie auf dem Henkerskarren zum Scheiterhaufen gefahren wird, reißt ein Wirbelsturm sie in die Lüfte. Statt sie zu zerschmettern, säuselt es in ihren Ohren, dass ihr Name der der Tochter des Windgottes ist."


    Meinung: Utz Anhalt schafft es schnell, durch sehr dichte Beschreibungen in den Bann zuziehen. So auch hier. Man steht und geht durch die Landschaft des damaligen Baskenlandes und nimmt mit allen Sinnen wahr. Den Wind, den Geruch, die Pflanzen, die Tiere und darüber entfaltet sich ein tieferes Verständnis für die Figuren. Für die Frauen, die, wenn die Männer auf See sind, mit allen Widrigkeiten umzugehen wissen und ihr Land und ihre Freiheit lieben. Die Zäsur beginnt mit dem ebenfalls aus dem Baskenland kommenden Pierre de Lancre, der sich von Hexen verfolgt fühlt, diese fängt und sie mit den damaligen Methoden zu einem Geständnis zwingt. Uff, das beschreibt Anhalt so gut, dass es mir Schmerzen beim Lesen verursacht hat. Hegoa kann entkommen und dann gilt es, die anderen Menschen zu befreien. Ein Wettlauf gegen die Zeit, denn auch die Fischer sind sich uneins ...


    Klasse beschrieben. Stimmungsvoll und rund. Kleine Kritik: Mir ist es manchmal etwas viel Infodump in den Dialogen.

    Denke, da sollte am besten Vincent selbst was zu sagen.

    Die Erzählungen sind übrigens verstreut erschienen, es sind aber auch Erstveröffentlichungen dabei. Aus Zwielicht ist keine Geschichte dabei. Die Auswahl hat Vincent selbst erstellt und ein weiterer Band ist nicht ausgeschlossen.

    Zum Cover kann ich sagen, dass ich den Entwurf, der jetzt das Cover ziert, von Spooky bekommen habe und ich mich schockverliebt habe. Spooky kündigte noch an, an der Typo arbeiten zu wollen, aber ich wollte das das immer so. Und jetzt als Buch finde ich das wirklich schön! Aus Zwielicht ist (noch) keine Geschichte dabei. Sollte "Aus Liebe zum Tod" halbwegs funktionieren, plane ich mit "weirden" Geschichten weiterzumachen. Und weird und abseitig sind vor allem die Zwielicht - und Mängelexemplargeschichten.

    Maximilian Wust - Tränen, Wasser und Muttermilch

    Historischer Horror, der mich an den Film Warlock mit Julian Sands erinnern ließ. Für mich ein sehr, sehr gelungener Auftakt. Stil, Setting, Dialoge, alles passte. Worum geht es? Ein preußischer Arzt soll im Auftrag des Wali in der kargen Gebirgsregion in Cesme dem Fall eines verschwunden Leichnams nachgehen. So viel sei verraten ... nachher ist alles anders.

    Carolin Lüders - Der Renner

    Ebenfalls historischer Horror in der Nachkriegszeit. Dabei geht es um verfluchte Laufschuhe eines Sportartikelherstellers. Sehr kritisch. Hat mir auch gefallen.

    R. B. Russel - Loup garou

    + Begleittext von Jo Piccol

    Eine stimmungsvolle und beklemmende "Werwolfgeschichte". Auslöser für eine sich mehr und mehr verschiebende Realitätsverzerrung ist ein französischer Film , der en passant zur Überprückung in einem Themenkino gesehen wird. Nebst gelungen Autorenvortsellung von Jo. Macht Lust auf mehr und ein weiteres Leben Lesezeit. Hier fallen mir dabei die tollen Innenillustrationen auf!

    Uwe Durst - Das Tagebuch des Jean Baptiste Ouvigny

    Uff, was war das denn? Alles, was in der vorigen Geschichte schon beklemmend war, wird hier fortgeführt. Nach und nach werden die Gesetzmäßigen der Realität, die Realität selbst aufgelöst und man fragt sich, was genau treibt der Protagonist denn wirklich. Ich denke, das wird bei mir eine Geschichte sein, die in der Erinnerung hängenbleiben wird.

    Danke für die Buchbesprechungen, die einen Eindruck vermitteln und bei der Entscheidungsfindung betreffend eventuellem Buchkauf hilfreich sein könnten!

    Würde es zu viel spoilern, wenn hier erzählt würde, in welchen Leipziger Stadtteilen, Straßen, bekannten Gebäuden/ Bauten, etc. die Handlungen stattfinden bzw. was in Leipzig im Detail zerstört wird?

    Das Völki und der Augustusplatz sind die Orte, die mir prominent im Gedächtnis geblieben sind.

    Ich habe das Buch jetzt auch gelesen und kann Fred Inks Begeisterung und Kritik auf hohem Niveau teilen.


    Worum geht es? Es ist ein dystopisches Setting, das ja auch schon aus dem Klappentext klar wird. Schauplatz ist Leipzig und Nordamerika. Eine extraterrestrische Spezies plant die Herrschaft über die Erde zu übernehmen. Eine Perspektive berichtet aus dieser und das zweifach. Einmal als, ich sage mal Kollektivbewusstsein, und einmal aus der persönlichen Perspektive eines Außerirdischen. Ob das gut ist? Das ist verdammt gut! Und offenbart hier einen wunderbaren Konflikt, der spannend geschrieben ist und am Ende Eingang in den Metaplot findet.

    Dazu nehmen begeben wir uns mit den vier Hauptpersonen Maik, Anna-Maria, Sebastian und Torben auf deren Reise im befindlichen Widerstand gegen die Aliens im besetzten Leipzig. Da gibt es einen menschlichen Gegenpart, der sich den Aliens in der Hoffnung auf Erlösung angeschlossen hat. Das ist ganz klasse beschrieben. Gerade die Actionszenen lassen einen beim Lesen atemlos zurück. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass ich das sehr, sehr schwierig finde. Kurzum: Sehr geil! Dazu gibt es innerhalb der Gruppe Konflikte, die vor allem Maik und Anna-Maria betreffen. Deren Charaktere werden durch Rückblenden in eine heile Welt gezeigt bis, und das finde ich ebenfalls toll inszeniert, der erste Moment der Aliens gekommen ist. Das ist spannend und macht Spaß. Constantin quält sein Personal gekonnt und ließ mich durch diese Bindung, die ich zu allen dadurch aufbauen konnte, extrem mitfiebern. Und in einer bösen Welt müssen auch die Guten böse Dinge tun …

    Robi und Beate, ein Paar in den Flitterwochen auf Reisen durch Nordamerika, ist ein großartiger Nebenplot! Habe ich in seiner gesamten Umfasstheit sehr gefeiert.


    Fazit: Ein opulenter und sehr eigenständiger Sci-Fi-Horror-Crossover-Roman, der m.E. in den Ring steigt, um den VP zu gewinnen.


    P.S. Warum heißt der eine gute Mann bloß Vincent? *grübel*


    Kritik: Ich fand es an wenigen Stellen schwer, dem Roman zu folgen, habe dann aber verstanden, dass Dupien hier an Kapitelenden bewusst opak beschreibt, um seine Wendungen einzuleiten.

    Hume Nisbet - Dämonenfluch

    eine dunkle Seancegeschichte

    Reggie Oliver - Am schrillen Meer

    Das Böse spielt Theater. Ich mochte die Geschichte, aber durch die lobenden Worte hier war meine Erwartungshaltung vielleicht zu hoch.

    Herman C. McNeile - Das Auge des Götzen

    In Holmes-Manier wird hier ein übernatürliches Phänomen überführt. Hat mir sehr gefallen. Tolle Übersetzung.

    Algernon Blackwood - Das seltsame Verschwinden eines Baronets

    Lustig und kritisch. Was große Männer ausmacht und was passiert, wenn es ihnen genommen wird.

    Karine Reddemann - Hexenkind

    Da mich Hexen interessieren, habe ich den Bericht natürlich verschlungen. Mir gefällt hier sehr die Lockerheit in diesem und dem nächsten Artikel.

    Karin Reddemann - Raimis böse Hand und was aus ihr wurde

    Auch unterhaltsam. Und eine nette Geschichte dazu.