Beiträge von Vincent Voss

    Hume Nisbet - Dämonenfluch


    eine dunkle Seancegeschichte


    Reggie Oliver - Am schrillen Meer


    Das Böse spielt Theater. Ich mochte die Geschichte, aber durch die lobenden Worte hier war meine Erwartungshaltung vielleicht zu hoch.


    Herman C. McNeile - Das Auge des Götzen


    In Holmes-Manier wird hier ein übernatürliches Phänomen überführt. Hat mir sehr gefallen. Tolle Übersetzung.


    Algernon Blackwood - Das seltsame Verschwinden eines Baronets


    Lustig und kritisch. Was große Männer ausmacht und was passiert, wenn es ihnen genommen wird.


    Karine Reddemann - Hexenkind


    Da mich Hexen interessieren, habe ich den Bericht natürlich verschlungen. Mir gefällt hier sehr die Lockerheit in diesem und dem nächsten Artikel.


    Karin Reddemann - Raimis böse Hand und was aus ihr wurde


    Auch unterhaltsam. Und eine nette Geschichte dazu.

    Alice Perrin - Arnolds Einbestellung


    Eine Geistergeschichte, die den passenden Zeitgeist atmet. Für mich eher durchschnittlich.


    Moritz Boltz - Babel3


    Das Mysterium der Nornen im modernen Gewand. Ganz schön mehrdimensional für eine KG, Respekt. Hat mir gefallen.


    Joseph Henry Pearce - Eine unerwartete Reise


    Eine Geschichte vom Tod und dessen Fährmann. Auch hier merke ich, es hat mich nicht wirklich gekriegt.


    Max P. Becker - Der Schlüsselbund


    Schon weird, gleichwohl habe ich die Geschichte nicht wirklich verstanden.

    Elliot Gish - Die neue Familie


    Schöner Twist mit dem blauen Haus und seiner Nachbarschaft. Hat mir sehr gut gefallen. Und worum geht es? Um ein hauntet house in der Moderne, eine neue Familie, die einzieht und eine nachbarschaftliche WhatsApp-Gruppe dazu.


    Glen Sedi - Mach die Tür zu, schließ dich ein, der Sanitäter will herein


    Wtf! Das in länger und ich hätte mich in Grund und Boden gegruselt. Eine Altenpflegerin kommt, um eine ältere Dame nach einem Sturz zu berichten. Und die Enkelin erzählt sehr sonderbare Dinge ... Das Ende kam mir zu plötzlich, dennoch ist es eine geile Geschichte.


    Martin Ruf - Amberg im Schnee


    Ein Kriegstrauma? Eine Geistergeschichte? Gut geschrieben allemal.


    Adrian von Schwamen - Hüter der Schafe


    Was immer mit den Schafen passiert ist ... ich will es nicht wissen. Eine KG in Form einer einzig wiedergegebenen Sprachnachricht. Unterhaltsam und gruselig.

    Danke. Weil ich mich eher in der Langform wohlfühle. Kurzgeschichten zu schreiben ist inzwischen echt ein bisschen eine Qual für mich. Drum sind die neuen Geschichten in dem Band auch alles Novellen. Ich bin vor allem der Romanform zugetan, dort fühle ich mich zuhause. Ich überlasse die kurzgeschichten zukünftig lieber denen, die wirklich gut darin sind und keine Plaudertasche wie ich :)


    Das verstehe ich gut. Kurzgeschichten stressen auf eine bestimmte Art. Zum Glück mag ich die in beiden Disziplinen gerne lesen.

    Ich breche mal mit meinem Vorhaben, die DSA-Romane chronologisch zu besprechen.


    Im Erkältungszustand als Wohlfühlliteratur gelesen:


    Band 91 Matthias A.W. Ott - Sieben Winde


    Kurzbeschreibung: Wie wird man eigentlich in Thorwal zum Skalden ausgebildet? Die Biographie von Asbakh Waskirsson beleuchtet schlaglichtartig die thorwalsche Geschichte und führt zu verschieden Schauplätzen der Region. Es ist wirklich sehr schön geschrieben, leider, so ist mein Verdacht, durfte keine Handlung der Hauptlinie geschrieben werden. Sehr schade, denn Ott hat das ganze sehr unterhaltsam mit einer tollen Figurenentwicklung zustande gekriegt.

    Erik Hauser - Das Mädchen von nebenan


    Subtil gesellschaftskritisch, humorvoll und scharf sarkastisch. Ich mag das sehr und kenne solche Nachbarn.


    John Lentzsch - Nacht für Nacht


    Historischer Horror. Eine alte Sage um den Schutz einer Stadt sehr gut umgesetzt.


    Maximilian Wust - Die Wasserrutsche


    Geile Grundidee, schön weird! Und dazu auch noch gut geschrieben. Ich werde bei meinem nächsten Indoor-Badeausflug einmal darauf achten.


    Karin Reddemann - Müll


    Man muss aufpassen beim Lesen, denn diese Geschichte ist etwas komplexer. Und sehr, sehr gemein! Auch sehr cool!

    Charline Winter - The trains have eyes


    Weird, wirklich weird und ein guter Auftakt. Arbeitet mit Horrorelementen, die in der Kombination für mich neu waren.


    Uwe Durst - Der kleine Karl


    Schließt sich der Vorgängergeschichte, lässt aber ratloser zurück.


    William F. Temple - Das Dreieck des Schreckens


    Nur das Ei trennt Dreck vom Dreieck. Hat mir von der Geschichte her sehr gefallen, vom Stil etwas weniger. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Die Grundidee werde ich vielleicht mal ins Rollenspiel einbauen.



    Klappentext:


    "Eigentlich hätte der Campingtrip in die kalifornischen Klamath Mountains Richard Corwen und seine Familie einander wieder näherbringen sollen. Das heruntergekommene Städtchen Weed, um das sich unheimliche Legenden ranken, schien dem Horrorautor ein geeigneter Ort dafür zu sein.

    Doch statt eines geselligen Miteinanders erwartet die Corwens ein Albtraum aus Tod und Wahnsinn, denn etwas Grässliches geht in der Umgebung von Weed um. Es weiß, in welcher Gestalt es seine Opfer am meisten terrorisiert. Und es ist hungrig."


    My five pence:


    Eine wunderschöne Geisterbahnfahrt durch das Horror-Genre, auf die uns Fred Ink hier mitnimmt. Man könnte jetzt beim Klappentext einen ziemlich eindimensionalen Horrorstoff erwarten, doch immer wieder gibt es Überraschendes und immer wieder haut Ink ein weiteres Gewürz in die feine Blutbuchstabensuppe. Dabei kommen Horrortraditionalisten komplett auf ihre Kosten. Monster, Bösewichte, der Grad der Durchgeknalltheit und des Gemetzels ... hier wird auf jeden Fall dick aufgefahren und es gab mehrere Stellen bei denen ich hysterisch auflachen musste. also Humor hat der Nachtgreifer auch. Gleichwohl hat er mich aber auch emotional gepackt und das funktioniert bei mir nur, wenn ich eine Bindung zu den Figuren geknüpft habe. Vor allem Richard und seine Kinder und deren Beziehung ist sehr nah und gut geschildert. Der Nachtgreifer lohnt sich auf jeden Fall!


    Kritik: Auf hohem Niveau sehe ich es so, dass diese Richtung Horrortradition nicht immer mit den manchmal verdammt poetischen Innenansichten zusammengeht. Hier werden nämlich ganz schöne ernste Themen ins Horrorgewand gezwängt, die vielleicht mit oder in einer anderen Geschichte für mich noch besser gewirkt hätten. Ich sehe es so, dass Fred Ink sich vielleicht und hoffentlich weiter in diese Richtung entwickelt.


    Fazit: 8, 25 krasse Auswüchse, die in die Lesenden eindringen.