Beiträge von Vincent Voss

    Ich habe jetzt auch die letzte Staffel gesehen und die hat meines Erachtens alles, was die vorherige Staffel kaputt gemacht hat, gerade gebogen. Und sogar noch mehr. Ich war absolut überwältigt und oft auch sehr gerührt. Zu zeigen, wie Musik ein Ausweg aus der Hölle sein kann ... besser kann man das nicht darstellen. Ebenso dass Liebe der Schlüssel zu außergewöhnlichen Kräften ist und nicht Hass. Wow. Sehr beeindruckt haben mich auch einige Plottwists und der Monolog des Antagonisten ... Gänsehaut. Ich freue mich sehr auf den Abschluss.

    Vielleicht sind ja statistische Daten hilfreich: Wie hoch war denn die Beteiligung bei Storysammlungen? Ich gehe davon aus, dass es bei einer hohen Beteiligung von Expert*innen zu weniger Einzelnennungen kommt. Daher meine Vermutung: bei der Storysammlung waren nicht so viele Stimmen insgesamt?

    Eine Jury, deren Stimme mehr zählt als die der anderen? Oh nee, da wäre ich dann definitiv raus. Bevor ich Wähler zweiter Klasse bin, bin ich weg. Finde ich persönlich sehr uncool, sowas stört mich schon bei diversen anderen Preisen extrem.

    Okay, das ist ein Gegenargument Aber hättest du eine andere Idee oder bist du mit dem, wie es läuft zufrieden?

    Ich finde inferninhos Punkt 1) spannend und werfe selsbt die Frage auf: Gibt es überhaupt in den Kategorien Roman/KG, etc. eine Jury, die ja explizit erwähnt wird? Und wenn ja, wie funktioniert das? Möglich wäre ja z.B. dass ein Hybridsystem läuft. Es gibt eine kleine überschaubare Jury, deren Stimmen mehr zählen als einfache Stimmen. Wichtig ist dabei, dass die Jury transparent ist und Jurymitglieder selbst keine Werke in der Kategorie gewinnen können. Bestenfalls sind in der Jury nur Lesende.

    Ich kann mich Ender anschließen. Ich habe beim letzten PAN Mitgliedertreffen ein Seminar mit dem Titel "Dieses Haus hat Zähne! An Schauplätzen Spannung und Angst erzeugen" angeboten und Paver gelingt genau das, was gelingen muss. Sie etabliert einen passenden Schauplatz, das Moor mit dem Herrenhaus, an dem ich mich wohlgefühlt und angenehm gegruselt habe. Dazu die angesprochene Klammer, man lernt erst die alte Maud kennen und sieht ihren Weg, warum sie so wird, wie sie ist. Auch das gelingt gut, so dass ich viel Verständnis für ihren Wandel aufbringen konnte. Dazu noch eine Lovestory, die eine breitere Leseschaft ansprechen könnte, alles richtig gemacht.


    Ich lande bei 8,75 von 10 Aalen

    Glückwunsch an alle Mitmachenden und vor allem an Michael. ich konnte leider nicht in Marburg sein, weil zeitgleich das PAN-Mitgliedertreffen in Düsseldorf stattgefunden hat. Auf der Rückfahrt habe ich die Verkündung mitbekommen und alter Verwalter, dieser Preis bedeutet mir ganz schön viel. Vielleicht ist die Reichweite (noch) bescheiden, aber ich glaube für jeden Horrornerd ist es eine Megaauszeichnung! Daher auch ein riesiges Dankeschön an alle, die abgestimmt haben, egal für wen.

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    Beruflich und persönlich gescheitert kehrt Cason Statler, Veteran des ersten Irak-Kriegs und einst vielversprechender Journalist, als menschliches Wrack in seine Heimatstadt Camp Rapture zurück. Er trinkt zu viel, kann sich nicht damit abfinden, dass ihm seine Freundin den Laufpass gegeben hat, und versinkt in Selbstmitleid.

    Um wieder auf die Beine zu kommen, tritt er bei der Lokalzeitung eine Stelle als Kolumnist an. In den Notizen seiner Vorgängerin stolpert er über den unaufgeklärten Fall einer Studentin, die im Jahr zuvor spurlos verschwunden ist. Statler sieht die Chance, sich wieder einen Namen zu machen, und greift die Geschichte auf. Doch damit sticht er in ein Wespennest …"


    Eines vorweg: Es ist für mich kein Horror-Roman, sondern ein Thriller mit sehr wenigen mystischen Einsprengseln. Zu Beginn kommt es dem sehr nahe, was gemeinhin unter Southern Gothic verstanden wird, allerdings lässt der Effekt und auch der Lesespaß gerade in den sehr langen Dialogen nach, die dann nicht mehr spritzig sondern aufgesetzt und dümmlich wirken. Hat mich an alte Bud Spencer und Terence Hill-Dialoge erinnert. wer das mag, hat seine Freude. Ebenso etwas an den Haaren herbeigezogen, wie plötzlich Hilfe naht ... Dafür bekommt Lansdale dann im letzten Drittel wieder die Kurve und die Story zieht richtig an.


    Fazit: Lansdale macht Spaß, zu lesen, Gauklersommer fand ich aber dann doch sehr dünn. Ich lande bei 7,75 Porno-CDs

    Mein Essay für das Zwielicht 15, "Unter dem Zeichen der Sanduhr: Betagte Protagonisten in der Dunklen Phantastik", ist gerade von S. T. Joshi für sein Penumbra #3 angenommen worden. Erscheint im Juli/August diesen Jahres bei Hippocampus Press, NY.



    Wow, wie cool! Herzlichen Glückwunsch, Katla!

    "Indigo

    Roman

    Im Norden der Steiermark liegt die Helianau, eine Internatsschule für Kinder, die an einer rätselhaften Störung leiden, dem Indigo-Syndrom. Jeden, der ihnen zu nahe kommt, befallen Übelkeit, Schwindel und heftige Kopfschmerzen. Der junge Mathematiklehrer Clemens Setz unterrichtet an dieser Schule und wird auf seltsame Vorgänge aufmerksam: Immer wieder werden Kinder in eigenartigen Maskierungen in einem Auto mit unbekanntem Ziel davongefahren. Setz beginnt, Nachforschungen anzustellen, doch er kommt nicht weit; er wird aus dem Schuldienst entlassen. Fünfzehn Jahre später berichten die Zeitungen von einem aufsehenerregenden Strafprozess: Ein ehemaliger Mathematiklehrer wird vom Vorwurf freigesprochen, einen Tierquäler brutal ermordet zu haben.


    Und jetzt noch einmal von vorne. Vergessen Sie die Zusammenfassung einer Romanhandlung, die sich jeder Zusammenfassung entzieht, und lesen Sie das Buch Indigo von Clemens J. Setz. Sein viertes insgesamt. Sie werden feststellen: Das »radikale Gegenprogramm zur hübsch verkasteten Literaturwerkstättenliteratur« (DIE WELT) geht weiter. Rasend spannend und so erholsam wie eine gute Massage. Hinterher spüren Sie jeden Muskel."


    Worum geht es? Erst einmal wird das Buch aus zwei Perspektiven geschrieben. Zum einen aus der des Mathematiklehrers Setz, der an dem Internat für Indigo.Kinder lehrt und zum anderen aus der Perspektive von Robert Tätz, der dort einst Schüler war. Beide sind sehr speziell, leiden an Zwängen und Ticks, ihre Wahrnehmung auf soziale Interaktion ist zumindest verschroben. Und beide stellen Nachforschungen zu den Indigo-Kindern an, die auf geheimnisvolle Weise gelegentlich reloziert werden. Das Ganze wird aufgehübscht, durch (anscheinend) wissenschaftliche Berichte seit dem Mittelalter, so dass die vermeintliche Verschwörung glaubhaft scheint. Das gelingt dem Autor sehr gut.


    Meine Meinung: Sehr, sehr lesenswert, vor allem aufgrund der beiden Hauptfiguren, die einen sehr schrägen Blick auf die Welt haben und Setz haut eine Vergleichsperle nach der nächsten raus. Dazu bleibt es auf lange Strecke geheimnisvoll und wissenschaftsmystisch. einzig das Ende hat mich ratlos und unbefriedigt zurückgelassen.


    9,25 kopflose Hähne.