Beiträge von Vincent Voss

    Wenn es Okay ist, würde ich gerne diese Rubrik starten. Geplant ist, immer mal wieder wieder Interviews mit Szeneleuten zu führen und diese auf dem Blog des VP zu veröffentlichen. Für ein Interview habe ich mindestens ein Werk gelesen und eine einstündige Recherche zum Schreibenden ist Minimum Voraussetzung. Hier der Start mit


    Fred Ink


    Viel Spaß!

    Meine fünf Tentakeln zum HEXENHAUS:


    Mit dem Anfang habe ich mich schwer getan, fühlte ich mich doch etwas ins kalte Wasser geworfen und bei dem nach und nach aufgeführten Personal überrascht. Da hätte m.E. mehr Stimmungsaufbau betrieben werden können. Aber immerhin ... mit Walter Dekker hatte ich mich ja schon im Vorgänger anfreunden können, also folgte ich ihm brav ins Hexenhaus. Und dort wird es mit jedem weiteren Schritt unglaublicher und die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen. Wirklich toll, wie Fred Ink hier auch die Fäden seiner früheren Werke zusammenführt. Zum Ende geht es auch sehr um den Weltenbau für den, nach meiner Lesart, zwei Zugänge möglich sind. Das schreit doch nach mehr, oder?


    Von mir gibt es 7,25 sich verändernde Korridore, die Bock auf mehr machen!

    Ja, aber das Argument, Totenschein ist nicht professionell genug, die Geschichten schon, finde ich arg fragwürdig.

    Sagt ja keiner. Ich finde, es sind zwei völlig verschiedene Literaturgattungen. Und beide können professionell sein.

    Zu den gemischten Büchern, da gehört Gegen unendlich normalerweise dazu, die aktuelle Ausgabe kenne ich nicht: In der letzten Runde waren zwei Bücher auf der Nominierungsliste bei den Anthologien, die pauschal eher nicht zum Genre gehören, von einzelnen Geschichten abgesehen. Das Voting ergab aber, das diese genügend Stimmen bekamen. Also ist das Voting der Teilnehmer am Vincent Preis für mich eindeutig.

    Alles klar. Die sind an mir vorbeigegangen.

    Katlas Vorschlag ist ja, die Geschichten als einzelne Geschichten zuzulassen. Ich meine, wir haben das auch schon mal gemacht, bei Crossover-Anthologien, wo ein Teil der Geschichten - die Minderheit - gepasst hat und die Antho aber eben keine Horror/dunkle Phantastik-Anthologie war. Aber deine Fragen zeigen mir mehr und mehr, dass es mit mehr Aufwand verbunden ist und davor scheue ich mich auch augenblicklich. [Nerdine]

    Na ja, ich finde, dass wir das genau hier klären können, sonst hätte ich ja nicht gefragt.

    Für mich ist das Auschließeritis. Wo sonst kann eine Publikation gewählt werden wenn nicht bei den Anthologien?


    Also das sehe ich nicht ganz so. Wenn sich ein Werk selbst als Fanzine betitelt, würde ich es nicht als Anthologie bezeichnen. Aber gut, soll es drinbleiben und die Diskussion ist beendet. Denn letztlich:


    Am Ende hat ja jeder mit seiner Stimme die Chance zu entscheiden, ob es auch preiswürdig ist.

    So sehr ich der wunderbaren Publikation einen 1. Platz wünschte: ein bissl 'ungerecht' ist das in jedem Umfeld, denn es sind ja im Totenschein immer nur zwei kurze Geschichten abgedruckt. Wenn man das jetzt mit einem beliebigen anderen Magazin in Paperback-Format vergleicht - Zwielicht oder CLN z.B. - ist das eben ein extrem minimalistischer Inhalt und damit gar nicht so richtig zu vergleichen.



    Sehe ich nämlich ähnlich. Und auch auf deren Seite wird eher von einem FanZine gesprochen.

    Spielt ihr die im Original mit DSA3-Regeln oder passt ihr die Kampagne an eine andere Version an?

    Wir spielen 4.1. Ist für die Charakterentwicklung am komplexesten und wo, wenn nicht in dieser Kampagne kann ein Charakter sich entwickeln. Oder sterben. :whistling:

    Im Herbst beginnen wir mit DER großen DSA-Kampagne "Die sieben Gezeichneten". alles bis dahin fällt unter Vorbereitung. Romane lesen, sich in die Historie einarbeiten, etc. Hat jemand diese Kampagne einmal gespielt? Ich kenne sie bruchstückenhaft noch als Spieler.

    "

    Im beschaulichen Leichdorf, einem kleinen, abgeschiedenen Ort inmitten von Wäldern und Bergen, lebt ein Serienmörder, der seinen Opfern gerne die Haut abzieht, um unter die Oberfläche zu schauen.

    Wie ein Süchtiger hat er seine Gewaltfantasien über die Jahre hinweg beobachtet, wie ein Süchtiger schwört er, damit aufzuhören.

    Wie ein Süchtiger macht er weiter. Lange Zeit blieb er unbemerkt, aber als er eine Frau gefangen nimmt, anstatt sie zu töten, um mit ihr über Gott, das Leben, den Tod und die Schuld zu reden, eskaliert die Spirale aus Gewalt und erreicht die vermeintlich heile Welt des Dorfes. Auch der Taxifahrer Roland, seine langjährige Lebensgefährtin Sandra und ihr bester Freund Dwiggi geraten ins Visier des Mörders, denn ihr Glück macht sie verletzlich und lässt sie immer weiter auf den Abgrund zutaumeln, der sich vor ihnen auftut.

    Der Schrecken nimmt weiter seinen Lauf: Leute verschwinden, Leichen tauchen auf und ganz Leichdorf fragt sich, wer dieser grausame Mörder ist – und was das alles mit dem örtlichen Horrormärchen des Schneiders zu tun hat, der nach dem Tod seiner Frau und der beiden Kinder diese als lebensgroße Puppen aus Jutesäcken nachbildete und sich dann das Herz herausschnitt, um es mit ihnen zu teilen …

    Guter deutschsprachiger Horror ist nicht ganz einfach zu finden – doch mit Leichdorf von Wolfgang Rauh gibt es endlich eine tolle Geschichte im Stil von Stephen King: Charakterbasierter Horror, der sich erst langsam und dann immer schneller steigert; Protagonist*innen mit viel Charme; Schrecken, der sowohl im Übernatürlichen als auch im Alltäglichen liegt; eine Prise Humor – und natürlich ausreichend Gewalt."


    Meine Meinung: Die Charakterentwicklung war für mich im ersten Drittel zu langatmig und holperig. Vieles wurde beschrieben und nicht interaktiv gezeigt, so dass ich tatsächlich manchmal etwas genervt war von Beziehungsstress, Midlifekrise, etc., aber dann entfaltet sich nach und nach der Horror in Leichdorf und die Figuren interagieren mehr im Dialog. Hätte man es erst für einen weltlichen Thriller halten können, stößt der Lesende mehr und mehr auf ein uraltes Leichdorfer Geheimnis, das ziemlich unheimlich ist. Rauh geht dann kompromisslos vor, kennt keine Hemmungen bei seinem Personal und das gefällt mir sehr gut. Es ist unter der Prämisse, die er vorgibt, glaubhaft und sinnvoll. Und vor allem bis zum Ende spannend. Ein vielversprechendes Debut und ich vergebe gerne 7,25 Stecknadeln dafür.