Beiträge von Erik R. Andara

    Danke Martin, ich freue mich über die Rückmeldung. Bezüglich der ersten Geschichte habe ich schon mehrere ambivalente Rückmeldungen bekommen, ich muss mir noch genauer ansehen, woran das liegt, kann es mir aber denken (sie ist nicht wie die anderen, auch was die verwendete Sprache betrifft). Auf jeden Fall werde ich das für mich analysieren. Schön, dass Du den Rest mochtest :)

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    Dazu fällt mir ein, dass ich mal einen guten Artikel darüber gelesen habe, warum Mädchen und junge Frauen so viel schwule Erotik im Fantasy/Steampunk-Kontext schreiben. Ich meine, 99% der schwulen online Slash Fiction wäre von Mädels.

    Das ist allerdings auch so, glaube ich.

    Und: Enjoy coffee!

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    Und dein Buch wollte ich nicht in diese verhexte Reihe des Scheiterns fügen, weil ich sicher bin, dass es mir gefällt.

    Danke, Ich hoffe es!

    Ich habe Monsters of Elendhaven damals Rücken an Rücken mit Erin Morgenstern's Night Circus gelesen, von dem ich -- obwohl Young Adult und etwas kitschig -- doch sehr begeistert war. Da fiel die Leseerfahrung noch schlechter aus. Damals habe ich Bücher auch noch auf Biegen und Brechen fertiggelesen. Würde ich mir heute nicht mehr antun.

    Anlässlich seines bedauerlichen aktuellen Dahinscheidens am 9. Juli 2020 eröffne ich hier einen Thread über den Kleinverleger und Schreiber Gary William Crawford.

    Er war der Gründer und Herausgeber von Gothic Press, die seit 1979 Bücher und Zeitschriften auf dem Gebiet der Gothic Literature veröffentlicht. Von 1979 bis 1987 produzierte Crawford sechs Ausgaben der Zeitschrift Gothic, die Artikel über Gothic Fiction von 1764 bis 1986 enthält. Später veröffentlichte die Presse das Horror-Poetry-Magazin Night Songs. In den letzten Jahren hat die Presse die Gothic Chapbook Series veröffentlicht, die Broschüren über Belletristik, Poesie und Wissenschaft enthält. Er veröffentlichte zahlreiche Gedichte, Geschichten und Artikel über Small Press, außerdem Aufsätze und eine Bibliographie zur modernen Horror-Fiktion in der Horror-Literatur. Eine Kernsammlung und ein Nachschlagewerk.

    Hier der Wikipedia Artikel: https://en.wikipedia.org/wiki/Gary_William_Crawford

    Und eine Auswahl seiner Werke:

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    Matt Ruffs Lovecraft Country wurde in FAZ, SZ und NZZ wohlwollend bespochen

    Ja, aber halt unter der Prämisse zeitgeistiger Gesellschaftsroman, als sich gegen Rassismus etablierender Historienroman, bezogen auf H.P. Lovecraft als kontroverse Person und Schriftsteller, nicht als Stück guter Phantastik. Da liegt der Hund begraben und das ist zu bedenken. Das meinte ich auch mit: Man muss sich über die Literatur etablieren, wenn man will, dass es breitenwirksamer wird, aber das ist halt schwierig, kostspielig und bedarf großer Finesse seitens der Geschäfts- und PR- Gebahrung eines Verlags (Dinge, die bei größeren Verlagen als selbstverständlich angesehen werden können). Ich behaupte aber, dass jede/r AutorIn im IF Annual Weird auch in diesen Punkten mithalten und gleich besprochen werden kann, wenn sie mir auch politisch und schriftstellerisch näher sind als HPL, und weniger kontrovers. Joel Lane etwa, den ich für einen der Größten überhaupt halte, menschlich und schriftstellerisch.

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    aber massiert darüber geschrieben wurde und wird nicht

    schon zum Teil, nur würde hakt niemals 'Phantastik' dafür verwendet werden. 'Arbeit der Nacht' von Thomas Glavinic fällt mir ein. Es gibt genug lupenreine Phantastik, die sich in der Literatur 'versteckt', und ja, das ist schulden von Herr und Frau KulturreferentIn, -journalistIn, der/die Angst hat, dem Eskapismus zu huldigen und dabei ertappt zu werden. Lächerlich.


    Aber ich befürchte, wir sprengen gerade den Thread ...

    Kauft diese Veröffentlichungen, sie sind großartig!

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    Malermann ist ja zumindest schon übersetzt worden

    Ja, und erfolgreich verfilmt, daher meinte ich ja als Gallionsfigur. Es gäbe noch genug UNübersetztes.



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    ich habe immer noch den Eindruck, dass große Teile des klassischen Feuilletons Phantastik generell regelrecht hassen und nach wie vor als triviale Schundliteratur sehen

    Ist leoder so. Darum meinte ich auch, über die Literatur spielen und sich auf jeden Fall von Horror und Fantasy abgrenzen (das ist nicht meine persönliche Einstellung, will ich nur dazugesagt haben). Gut verpacken und mit ein wenig Geld in der Hand für geschmackvolle Auslage in wichtigen Buchläden sorgen (in Wien machen drei vier Buchläden -- keine Ketten! -- zusammen mit Magazinen und Medien quasi Literatur-Feuilleton für den "Geschmack der Stadt", ich denke, das wird überall so sein). Wie gesagt, es ist sicher ein geschäfliches Risiko und es braucht einen Geschäftsmann, der da investieren möchte und den richtigen Geschmack und Riecher hat. Ich denke, dass die Kunden da sind, sicher sogar. Aber viele davon trauen sich einfach nicht hingreifen bzw. haben es einfach nicht am Schirm, weil man schon graben muss, um in der Phantastik ans Leseziel zu kommen. Naja, klügere Leute als ich haben sich da sicher schon Gedanken ddarüber gemacht ...


    Das soll den kreativen Erfolg gerade von so wunderbaren Erscheinungen wie im Nighttrain (ich spreche von den Übersetzungen) auf keinen Fall schmälern. Für mich zählen die jetzt schon zu den Gewinnern, und jede/r Phantastik-LeserIn, der sie nicht in die Hand nimmt, verpasst etwas ...