Beiträge von lapismont

    In Variante zwei nicht. Da wurde ja frühzeitig auf Propaganda gesetzt, da die Greifervariante ja nicht existierte.

    Also nochmal für kleine Ralfis. SU greift überraschend an, dadurch Vorteil.


    erste Geschichte: Greifer werden entwickelt, nach Jahren wendet sich das Blatt

    zweite Geschichte: Greifer werden nicht entwickelt, deshalb Schwenk auf Propaganda, sofort wendet sich das Blatt?


    Das klingt nicht plausibel.

    Die Forschung Schonermanns kommt ja nicht aus dem off. Insofern ist es unwahrscheinlich, dass sein Tod den wissenschaftlichen Fortschritt derart aufhält.


    Unklar ist, warum die SU plötzlich verloren hat. In Variante Zwei war sie kurz vorm Sieg, als die Greifer das Ruder herumrissen.


    Jons Visionen einer noch nicht in Gang gesetzten Parallelrealität erinnerten mich an Wells. Man weiß nie, was des Nachts aus den Tunneln kriecht.


    Zeitreisegeschichten bringen meistens Logiklöcher mit sich, Dick war davor auch nicht gefeit. Wenn ich die Papiere zur Entwicklung von KI klaue, bevor sie realisiert wird, brauch ich sie nicht mehr. Oder ich verschieb die Entwicklung nur um ein paar Jahre. Sie haben doch erfahren müssen, dass die Greifer-Idee blöd war. Wie auch immer ich mir diesen Plan überlege, er ist irgendwie sinnlos. Ich hätte ja gleich verhindert, dass die SU den Krieg beginnt. Aber vermutlich hatte Dick keinen Bock, sich wirklich mit der SU zu befassen. Ein gesichtsloser Feind ist praktischer.


    Ob die beiden Männer ein Paar waren? Vermutlich nicht. Über die Lobotomie entschied nur der Vater. Für mich war die Figur an der Stelle schon gestorben. Dass Dick über dieses Verbrechen einfach so hinwegging, bedeutet wohl, dass man 54 noch dachte, das sei ein gangbarer Weg unerklärliches Verhalten zu »heilen«.

    Insofern ist die Geschichte sehr schlecht gealtert. Es funktioniert heute alles nicht mehr so recht zusammen.


    Übrigens interessant, dass die schöne Zukunft eines US-Amerikaners klingt wie die schöne Zukunft, die wie in Kommunismus sahen. fre"$

    Nanny


    Ich hatte Probleme damit, dass die Eltern den eingebauten Kampfmodus ihrer Nanny nicht hinterfragen. Kann man als Prämisse setzen, als Vater sträubt sich mir da aber alles.


    Ansonsten ist der gesellschaftskritische Aspekt deutlich herausgearbeitet. Sowohl die Geplante Obsoleszens,als auch das Konkurrenzdenken, da stimme ich dem Goblin zu. Es ist letztlich reine Satire und ganz flockig erzählt.


    Hey, cool, der erste Band ist geschafft. Das macht mich doch sehr glücklich. Warten wir also, bis der Mammut aus seiner Taigareise zurück ist. Hab eh genug anderes zu lesen :D

    Beutestück


    Die Hommage an Swift ist schön, wenn auch der Aufhänger sehr, sehr aus den Ritzen eines Wissenschaftsmagazin geklaubt worden ist.

    Aber okay, wenn sich der Raum dehnen und krümmen kann, warum dann nicht in der beschriebenen Weise auch Materie?


    Richtig cool aber fand ich es, dass die Figuren so schnell bereit waren, an eine Reise in nun bewiesene Parallelwelten zu glauben. Für mich war es ja naheliegender, an eine Versetzung auf einen Planeten mit Minimenschen zu denken.


    Unsere Vorstellung von Liliput ist doch sehr stark von Illustrationen und Filmen geprägt, es in einer Miniaturwelt wieder zu erkennen, sehr fraglich.


    Putzig auch der Schluss mit der fiesen Spitze gegen die irdische Leichtgläubigkeit. Da tauchte Swift gleich ein weiteres Mal auf.


    Aber ich gebe euch Recht, als SF-Story schwach, eher was fürs Literatur-Herz.

    Ich kann die Empfindung von Melancholie in König der Elfen nicht nachvollziehen, dafür bleibt die Figur für mich doch etwas zu uninteressant. Wenn es wirklich als Parabel auf das Sterben gedacht war, hat Dick es nicht besonders gut herausgearbeitet.


    Kolonie

    Da stimme ich Dir hingegen voll zu. Coole Idee, tolle Situationen und böses (wenn auch früh absehbares) Ende. Auch ich dachte recht bald, dass sich hier vielleicht Anti-Körper melden, die Eindringlinge zu vertreiben.

    Klasse Story.

    Der König der Elfen


    Für mich ging die Geschichte auch schnell in Richtung geistige Verwirrung bis hin zum Mord an seinem Nachbarn. Finde das Ganze aber ziemlich bieder und langweilig erzählt. Das hatte nicht den Esprit wie in der Geschichte gegen die Ameisen.

    Als ob Dick auch mal was mit Elfen bringen wollte, aber nicht recht wusste, was er mit diesen Wesen anfangen solle, als er sie dann an der Backe hatte.

    Zu DDR-Zeiten las ich die SF-Kurzgeschichten in »Das Neue Abenteuer«, das waren meist deutschsprachige AutorInnen. Es gab regelmäßig Anthologien, aber die hinterließen jetzt kaum Erinnerungen, bis auf die Seifenblasenwelt.


    Übrigens bin ich auch zur Staatstreue verpflichtet, nur so nebenbei. ?(


    Leseempfehlungen sind zwar gut, aber neben dem Dick-Berg fange ich jetzt erstmal keine Klassiker an, muss auch noch anderes tun [hdbg]

    Stimmt. Hier haben wir es mMn aber mit einer sehr gelungenen Variante dieser bekannten Geschichte zu tun (die 1953 vielleicht auch noch gar nicht so bekannt war.

    Ohne Zweifel. Mir fiel eben auf, dass dieser Story-Typ mir sehr vertraut vorkam. Oder bissiger gesagt, es gibt zu viele AutorInnen, denen nix Neues einfällt.


    Ich kenne ja kaum klassische SF-Storys, da ich nach der Wende eher bemüht war, die Romane nachzuholen. Insofern fehlt mir da bei der Betrachtung neuerer Geschichten der Zugriff auf das (westliche) Erbe. Durch unsere Dick-Archäologie hole ich da einiges auf und mir wird auch für die Zukunft etwas mehr Wissen bleiben darüber, was schon beschrieben wurde.

    Bei Meredith als Name hatte ich sofort Probleme. So heißt die Nervensägende Hauptfigur aus Grey’s Anatomy

    STN:


    Nun gut. Erstaunlicher fand ich, dass sich die Geschichte in ähnlicher Form immer wieder in SF-Anthos finden lässt. Bunkergemeinde schickt wen aus in die postatomare Wüste, um Dinge zu tun.


    Den bösen Computer fand ich cool, dass die Bunkerelite von der Fütterung wusste, blöd. Ohne das Erklärbär-Ende hätte die Story viel mehr Wucht. So Haarteppichknüpfermäßig.