Beiträge von lapismont

    Auf welche Seite er sich stellt, wird eben nicht klar. »Jim Crow« steht von weißer Sicht aus für die notwendige Trennung der Menschen nach Hautfarbe. Diesen Begriff hier zu personalisieren, ihn als Trickser und Befürworter der »Unterschiede« einzusetzen und ihn zum Schluss die privilegierte Klasse stürzen zu lassen, riecht für mich ziemlich nach weißen Ängsten.

    Kein PoC würde einen positiven Protagonisten Jim Crow nennen. Von daher ist mir Dicks Intention nicht klar. Wenn Rassismus-Kritik, dann nicht Jim Crow als Leitfigur der Unterdrückten. Denn Jim Crow ist die Unterdrückung.

    Okay, schwierig, diesen Text einzuordnen. Natürlich ist »Jim Crow« der Hinweis auf die Rassentrennung (Jim-Crow-Gestze, Jim-Crow-Land).

    Dick setzt hier die Menschen den Schwarzen und die Roboter den Weißen gleich. Grundsätzlich eine machbare Analogie. Allerdings macht er deutlich, dass es Unterschiede zwischen ihnen gibt.


    Was die Interpretation zulässt, Dick besteht auf Unterschiede zwischen Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, die vor allem die Intelligenz betreffen. Sehr fragwürdig, falls man so interpretiert.

    Will er in der Geschichte nun gegen Rassismus anschreiben, oder befürwortet er eine strickte Trennung von Menschen unterschiedlicher Hautfarbe? Die Story ist hier für mich nicht schlüssig, zumal das vage Ende darauf hindeutet, dass »Jim Crow«, wenn man ihn gewähren lässt, eine demokratische Staatsform durch eine Diktatur ersetzt.


    Mir fällt es schwer, in dieser Geschichte keine rassistisch angehauchte Denkweise zu sehen.

    Ich hatte versucht, die erste Folge via Sky Ticket auf englisch zu sehen, leider gab es keine englischen Untertitel via App und so verstand ich von der Bus-Szene nix, da sie nicht im Buch vorkam, beschloss ich auf die Synchro zu warten. Mal sehen, wann wir die Zeit dazu finden.

    Das Buch fand ich großartig und bin daher gespannt auf die Serie.

    Hochstapler

    Wieder mal Krieg mit durchtriebenen Aliens und Mann, dessen Frau am Herd klebt. Man hält ihn für einen Alienroboter mit Bombe im Bauch, labert ewig und ich hatte nie das Gefühl, dass er doch der Mann ist.


    Das konnte 1953 neu sein, heute liest sich die Geschichte einfach nicht gut. Ich befürchte echt, dass ich mir Dick mit diesen archäologischen Grabungen versaue. Wenn da nicht bald mal wieder eine gute Geschichte kommt.

    Für mich fühlt es sich halt nicht als eine Emanzipation an, wenn sich lediglich der Umgangston des Patriarchen ändert. Dahinter steckt ja trotzdem noch die finanzielle und rechtliche Abhängigkeit.

    Ich weiß nicht, wie es in den USA war, aber in der BRD durften Ehefrauen weder über eigenes Geld verfügen, noch eine Arbeit aufnehmen, ohne Zustimmung des Ehemanns.

    Die Bettelei um Ausgang in der Apfelbaum-Geschichte lässt mich vermuten, dass die USA da auch noch nicht besser waren.

    Dicks Zukunftswelten vermitteln in diesen frühen Kurzgeschichten nicht, dass er großartig am Frauenbild rütteln wollte.

    Die Geschichte wäre identisch, wenn der Typ Kinder schlüge oder Tiere quälte. Am Ende käme ein neuer typ, der das nicht mehr macht. Aber weder die Rolle des Kindes oder des Tieres wäre eine andere.


    Kinderaufzucht ist übrigens ein ziemlich krasses Wort. Sicher ist eine ideologische Kindererziehung wie in der DDR ethisch fragwürdig, aber die Rolle von Kinderkrippe, Kindergarten, Hort und Schule geht über eine Aufzucht hinaus.

    Erziehung und Bildung ist eben auch Staatssache. Gerade die USA zeigen ja recht deutlich was passiert, wenn es egal ist, was Kinder lernen.


    Und Cheddar Goblin , wir schwatzen hier über Geschichten, ich kann das schon unterscheiden. Weder hängt mein Herz an Dick noch führe ich Krieg gegen ihn. Jede Geschichte bekommt ihre neue Chance. Natürlich summieren sich wie hier manchmal Eindrücke und der Fokus auf die Bewegung von weiblichen Brustkörben, beim völligen Ignorieren männlicher Busen, amüsiert mich mittlerweile schon sehr.

    Aber angegriffen fühle ich mich deshalb nicht. Wie gesagt, ich bin sehr froh, endlich zum Lesen dieser Box zu kommen.


    Von mir aus können wir das Projekt so streitlustig weiterführen. ?(

    Die Botschaft der Geschichte lautet ganz klar - Sei kein Arschloch! Es geht in ihr um eine Frau, die von ihrem gefühlskalten, aggressiven Ehemann emotional missbraucht wird. Am Ende wird der Mann abserviert und erhält die Quittung für sein Handeln, während die Frau ihr Glück findet - #metoo. Wie man in dieser netten Geschichte etwas Frauenfeindliches finden kann, ist mir wirklich schleierhaft. Bei "Von verdorrten Äpfeln" kann man meinetwegen noch darüber streiten, aber auch da teile ich deine Interpretation nicht, "Menschlich ist..." hat aber doch einen klaren feministischen Ansatz. (Womit ich nicht sagen will, dass es bei Dick keine Misogynie gibt.)


    Sie hasst das Eheleben nicht, sie hasst nur ihren Ehemann. Dick macht höchstens deutlich, dass es bei ihr einen unerfüllten Kinderwunsch gibt. Ihr Mann mag keine Kinder.

    naja, die Rolle der Frau auf eine glückliche Hausfrau und Mutter zu begrenzen, ist kein Feminismus.

    Das Glück der Frau besteht ja nicht darin, Unabhängigkeit zu erlangen., sondern nur von einem Ehemann besser behandelt zu werden. Dicks Frauenbild ist halt 50er Jahre und ich werde ihn jetzt nicht dafür loben, dass er einen fiesen Ehemann abstraft.

    Loben werde ich ihn für eine Geschichte, in der die Frau ins Weltall zu Arbeit fliegt und niemanden fragen muss, ob sie ein Kind kriegen darf oder eben auch nicht.