• Hier ist er also endlich - Der Soundtrack-Thread für dieses Forum!

    Bin selbst absoluter Soundtrack-Junkie (Schwerpunkt: Horror & Sci-Fi) und daher sehr auf eure Tipps und Favoriten gespannt.

    Wahrscheinlich sollte/muss man hier mit John Carpenter anfangen, der sicher unzählige (Film)Komponisten inspiriert hat und ohne den auch das Synthwave-Genre undenkbar wäre. Passenderweise hat er erst vor wenigen Tagen einen neuen Song für den Soundtrack des "Firestarter"-Remakes veröffentlicht. Der Film interessiert mich wirklich überhaupt nicht, das Album (welches im Mai erscheinen wird) werde ich mir aber definitiv zulegen:



    Ich mag nicht alles von Carpenter, manches ist mir einfach zu cheesy, aber in seiner Diskographie befinden sich schon wirklich ziemlich viele Highlights. Mein Favorit von ihm war schon immer der Score zu "The Fog", der bei mir auf jeden Fall ziemlich weit oben in der Top-Ten in Sachen Horror-Soundtracks landen dürfte:



    Aber auch sein Soundtrack zu "Halloween 3" fand ich immer absolut grandios. Mit dem Film (der als absolute Katastrophe gilt) hat Carpenter übrigens nichts zu tun. Er hat hier nur die Musik beigesteuert. Dark Ambient vom Feinsten:


  • Schöner Thread, Cheddar Goblin !


    Als Jugendlicher war ich extremer Soundtrack-Fetischist, meine Sammlung habe ich heute aber nicht mehr und generell nimmt Musik in meinem Alltag einen verhältnismäßig geringen Stellenwert ein. Mein Fokus lag auch stets weniger auf dem Horror-Genre. Gleichwohl: John Carpenter begleitet mich mit seiner Musik von Beginn an. Meine allererste Schallplatte war eine Single mit seinem Titelthema zu Assault on Precinct 13; wenn ich mich recht erinnere, beherbergte die A-Seite das Original und die B-Seite eine sog. "Scratch"-Version. Später habe ich dann mehrere Soundtracks von ihm gehabt. Ja, The Fog ist absolut großartig. Sehr gern mag ich noch die Musik zu Christine und die Scores zu den Snake-Plissken-Filmen. Auch Vampires und Ghosts of Mars ließen sich hören. They Live war auch ganz gut, oder?


    Die Musik zu Don't Look Now ist auch absolut hervorragend. Wie für Elmar , so ist hier der Soundtrack auch für mich elementarer Bestandteil des stimmungsvollen Gesamtkunstwerks.


    Hier ein paar (sehr unterschiedliche, wild gemixte) Genre-Titel, die ich immer mal wieder gern gehört habe:









  • :* Sehr cool, Cheddar Goblin !

    Als Jugendlicher war ich extremer Soundtrack-Fetischist

    Da gehe ich mit, ich hab auch zwei Jahre ausschließlich Soundracks / Scores gehört und bei mir war es neben Hellraiser auch John Carpenter, obwohl ich seine Filme nie mochte. Vor allem Prince of Darkness hab ich - damals noch alles auf Schallplatte - rauf und runtergenudelt.


    Dann liegt es nahe, jetzt mal wieder Carpenter Brut anzubringen, die ganz unter anderem den Soundtrack zu Blood Machines beisteuerten. Besser als der gefällt mir ein Konzert, in dem auch andere Stücke - Soundtracks und keine - zu hören sind. Live in Paris, (fast) alle Songs haben Bezüge nicht nur zu Carpenters Scores, sondern auch Horrorfilmen.



    Grandios finde ich ja die Dalek-Motive in den 10th Doctor Episoden.; wie der gesamte Soundtrack der Serie von Murray Gold.

    Dalek Theme The Dark and Endless Night (ist das nicht aus Orffs Version der Carmina Burana?).


    Und: All the Strange, Strange Creatures




    B & B Project ist ein ukrainisches Duo, das ich seit einigen Jahren höre, weil die meine beiden Lieblingsinstrumente verwenden: Knopfakkordeon und Kantele, bzw. deren ukrainische Version, Bandura. Die Videos bzw. deren Auftreten find ich oft seltsam, daher hab ich die Fenster nie auf, sondern höre nur.

    Matrix: Clubbed to Death (finde ich so wesentlich besser als das Original)


    und es erinnert mich so auch an: Requiem for a Dream / Lux Aeterna (Mit Hang statt Akkordeon)


    Sehr süß - sogar das Video, bissl Miss Moneypenny-CrossoverStyle, finde ich auch Sherlock Soundtrack BBC


    Ihre Interpretation von Metallica: Nothings Else Matters ist grandios, aber das ist ja weder Horror noch Soundtrack.


    [Gh2]

  • Dann liegt es nahe, jetzt mal wieder Carpenter Brut anzubringen, die ganz unter anderem den Soundtrack zu Blood Machines beisteuerten.

    Der Soundtrack ist wirklich absolut fantastisch. Den Film habe ich leider immer noch nicht gesehen.

    ...und es erinnert mich so auch an: Requiem for a Dream / Lux Aeterna

    Der "Requiem for a Dream"-Score stammt ja von Clint Mansell, der auch die Musik zum neuen Ben Wheatley Film "In The Earth" komponiert hat. Ziemlich hörenswert:



    Mansells bester Soundtrack ist mMn aber mit Abstand dieser hier:



    Und wenn wir gerade bei interessanten Sci-Fi-Soundtracks sind: Cliff Martinez (der u.a. viel mit Nicolas Winding Refn zusammengearbeitet hat) hat ziemlich tolle Filmmusik für die Soderberg-Verfilmung von "Solaris" komponiert:



    Der bereits erwähnte Wheatley hat abgesehen von "In The Earth" auch oft interessante Musik in seinen Filmen. Besonders Jim Williams Score zu "Kill List" fand ich immer fantastisch:



    Williams ist generell ein interessanter Komponist. Empfehlenswert sind seine Soundtracks zu Brandon Cronenbergs "Possessor" und zu Julia Ducournaus Filmen "Titane" und "Raw". Besonders Letzteren mag ich sehr:



    Vielleicht ist für irgendjemanden ja was Interessantes dabei...

  • Am Dienstag ist Klaus Schulz verstorben. Hier ein kurzer Spiegel-Artikel anlässlich seines Todes.

    Er war nicht nur ein Pionier in Sachen elektronischer Musik und Mitglied von Tangerine Dream, sondern hat auch ein paar interessante Soundtracks veröffentlicht. Besonders mochte ich immer seine 1984 erschienene Musik für den Film "Angst":



    "Eine Besonderheit ist, dass Klaus Schulze das Album als Soundtrack komponierte, ohne den Film vorher gesehen zu haben. Dieser wurde erst nach der Fertigstellung der Filmmusik produziert – beim Schnitt richteten sich die Editoren nach der Musik. In einem Interview mit Albrecht Piltz aus dem Jahr 2005 verriet Schulze, dass er sich nach dem Ansehen des Filmes nicht sicher gewesen sei, ob lieber der Mörder oder eher der Regisseur hätte verhaftet werden sollen." (Wikipedia)

  • Soundtracks à la Carpenter - Empfehlungen (Teil 1):


    Die "Stranger Things"-Musik ist sicher kein Geheimtipp, darf in so einer Auflistung aber natürlich trotzdem nicht fehlen:



    Weiter geht's mit eher unbekanntem Kram. Den Polen Wojciech Golczewski haben wahrscheinlich die wenigsten auf dem Zettel. Der Mann macht aber (auch abseits seiner Soundtracks) ziemlich interessantes Zeug:



    MMn einer der besten Horror-Soundtracks der letzten Jahre - Disasterpeace - It Follows



    Einer meines All-Time-Favorites - Sinoia Caves Score zu "Beyond The Black Rainbow". Panos Cosmatos verwendet sowieso immer großartige Musik in seinen Filmen.



    Den Soundtrack zum türkischen Film "Baskin" (Komponist: Ulas Pakkan) fand ich auch immer ganz nett:



    Mahuia Bridgman-Cooper Musik zum Film "Shadow In The Cloud" passt hier auch perfekt rein:



    Zum Schluss noch ein paar Scores des Franzosen Rob:



    Maniac und Gretel & Hänsel


    Vielleicht ist für den ein oder anderen ja etwas dabei. Würde mich freuen.

  • Filmkomponistinnen - Ein paar spontane Empfehlungen:


    Nachdem "Censor" hierzulande ja bisher nur auf ein paar Festivals zu sehen war, kann man ihn nun endlich auch streamen. Der Film hat mich ziemlich enttäuscht und auch der Score von Emilie Levienaise-Farrouch ist mMn recht generisch - Aber zumindest der Titeltrack ist ganz nett. Außerdem hat er mich auf die Idee zu diesem Post gebracht:



    Inhaltlich hat mich "Censor" gerade am Anfang gelegentlich stark an "Berberian Sound Studio" erinnert. Nicht nur der deutlich bessere Film, sondern auch ein großartiger Soundtrack, der von der Band Broadcast stammt. Ein Großteil der Musik hat dabei die Frontfrau Trish Keenan beigesteuert:



    Wenn wir über tolle Filmkomponistinnen sprechen dürfen zwei Namen ganz sicher nicht fehlen: Mica Levi und Hildur Guðnadóttir.

    Für ihren "Joker"-Soundtrack hat Guðnadóttir, die viel mit Johan Johansson zusammengearbeitet hat, zwar den Oscar gewonnen, ihr Score zu "Chernobyl" fand ich aber schon immer wesentlich interessanter:



    Und Mica Levis "Under the Skin"-OST ist definitiv ebenfalls ein kleines Meisterwerk, der es damals bei der Spex sogar in die Top10 der besten Alben von 2010-2019 geschafft hatte. Ihren hypnotischen Charm entfacht die Musik aber nur, wenn man den Soundtrack am Stück hört. Hier trotzdem mal ein Song:



    Eine fantastische Künstlerin ist sicher auch Fatima Al Qadiri. Besonders ihre Filmmusik zu "Atlantic" fand ich immer extrem stark. Fast sogar noch besser, als ihre letzte reguläre Platte (die aber auch richtig gut ist):



    Als ich vor ein paar Monaten den Trailer zu "Was geschah mit Bus 670?" gesehen habe, blieb besonders die äußerst bedrückende Musik von Clarice Jensen hängen. Ihr Score zu dem mexikanischen Film, der im Original "Sin Señas Particulares" heißt, ist leider nur sehr kurz, aber dennoch hörenswert:



    Mir würden durchaus noch ein paar weitere interessante Komponistinnen einfallen (z.B.: SØS Gunver Ryberg, Chelsea Wolfe, Gazelle Twin), aber fürs Erste sollte das hier mal reichen.

  • Inzwischen ist der Soundtrack zum neuen Alex Garland Film "Men" erschienen. Neben Cronenbergs "Crimes of the Future" und Sticklands "Flux Gourmet", einer der Filme auf die ich dieses Jahr besonders gespannt bin. Der Score stammt jedenfalls mal wieder von Ben Salisbury und Geoff Barrow, die auch schon die Musik zu Garlands "Ex Machina", "Annihilation" und "Devs" beigesteuert haben. Wie immer äußerst hörenswert:





  • Ah, ich sehe grad, dass nicht nur Phantastik hier steht ... Der finnische Akkordeon-Künstler Kimmo Pohjoinen lieferte den Soundtrack zu Barzakh, in dem es um Verschleppungen und Folterungen auch noch nach dem 'offiziellen' Krieg in Tschetschenien geht. Barzakh bezeichnet die islamische Totenwelt, bzw. die Grenze zw. Tod und 'Auferstehung', die auf jeden Fall aber eine Alptraumwelt ist. Obwohl ich bei dem speziellen Thema nicht ganz durchblicke - nämlich wessen Propaganda der Wahrheit näher ist - steht fest, dass Russland dort ungeheuerliche Verbrechen begangen hat sowie wahllos Unschuldige verschleppte und ermordete. Der Film hatte Premiere auf der Berlinale und lief bei DocPoint - Helsinki Documentary Film Festival, für das ich zu der Zeit arbeitete, und ist einer der besten Dokumentarfilme, die ich je gesehen habe. Gerade die kulturell anders gelagerte, experimentelle Musik Pohjoinens verstärkt die Unwirklichkeit und Härte des Gezeigten.


    Der schwarze Raum dort mit der eingekratzten Schrift ist eine Folterkammer und dem älteren Herren mit der Mütze war in einem sinnlosen Verhör ein Ohr abschnitten worden (er hält erst wie hier im Trailer die Hand vor der Narbe).

    In a Chechen city recovering after the war, a man disappears. As daily life goes on, those in search for the missing are drawn into a world where encounters with diviners and legal advisors, with the torturers and the tortured, with secret prisons and mythical lakes all become commonplace.


    Der litauische Regisseur und Anthropologe Mantas Kvedaravičiaus (1976-2022) war damals auf der Bühne, ein junger und extrem innovativer, intelligenter und engagierter Filmemacher, der Anfang April in Mariupol von russischen Truppen ermordet wurde. Sein Film Mariupolis (2016) kann hier auf ARTE angeschaut werden - er läuft auch grad im finnischen TV YLE - und der posthum fertiggestellte Mariupolis 2, der die Zerstörung der Stadt bzw. den Angriff dokumentiert, hatte am 17. Mai auf dem Filmfestival in Cannes Premiere.

  • Über die Doku hab ich auch schon viel Gutes gehört. Danke für deine Eindrücke, Katla.

    Gerade die kulturell anders gelagerte, experimentelle Musik Pohjoinens verstärkt die Unwirklichkeit und Härte des Gezeigten.

    Klingt interessant. Du weißt nicht zufällig, wo man sich den Score anhören kann und ob er noch offiziell veröffentlicht wird?