Beiträge von Cheddar Goblin

    Endlich auch gelesen.

    In Bezug auf "Vorweltschweigen" war ich ehrlich gesagt etwas skeptisch, enthält der Band doch u.a die zwar großartige aber eben auch bekannte Meyrink-Geschichte "J.H. Obereits Besuch bei den Zeit-Egeln", ein bereits abgedrucktes Essay über Meyrinks Verhältnis zum Okkultismus (Bachmann) und eine Kurzgeschichte von Jörg Kleudgen, die schon in "Cosmogenesis" enthalten war (bei der Wiederveröffentlichung im Blitz-Verlag jedoch gestrichen wurde, da sie keine Bezüge zur Stadt Cathay enthält) - Dadurch hatte ich zunächst die Befürchtung dass dieser Band nur aus Altbekanntem zusammengeschustert wurde und darüber hinaus nicht mehr viel zu bieten hat. Nun, was soll ich sagen, ich lag ziemlich daneben - "Vorweltschweigen" ist nämlich absolut fantastisch geworden und weitaus mehr als eine simple Aneinanderreihung diverser Beiträge!

    Gerade wie die verschiedenen Autoren (ganz besonders muss hier Tobias Bachmann erwähnt werden) die einzelnen Texte zu einer großen Geschichte verbinden und dabei munter Fiktion und Realität vermischen, fand ich recht clever. Zudem merkt man allen Beteiligten an, dass sie beim kreieren des "übergestülpten" Meta-Plots/Verwirrspiels (bei dem sie selbst die Hauptrollen spielen und sogar Meyrink einen kleinen Cameo-Auftritt hat) einen Heidenspaß hatten. Vor allem das Schicksal von Herrn Bachmann hat mir beim Lesen ein breites Grinsen aufs Gesicht gezaubert.

    Fazit: In der Goblin-Press sind ja schon viele tolle Bücher erschienen (Arkheim, Ein wahrhaft seltener Privatdruck, Thronos, Stella Maris etc.), aber "Vorweltschweigen" ist mMn etwas ganz Besonderes geworden. Absolute Empfehlung!

    Der extreme Männerkult, der von den beiden Protagonisten gepflegt wird, hat mich abgeturnt.

    Aber war "toxic masculinity" nicht gerade eines der Themen des Films?

    Oder um mal Regisseur Robert Eggers zu zitieren: "Nothing good happens when two men are left alone in a giant phallus".

    Wichtigster Hinweis vorab: Keine genuine Phantastik und erst recht keine Lovecraft-Verfilmung erwarten. Solche Aussichten wurden vorab seitens des internationalen Feuilletons gnadenlos geschürt - wer mit solcher Brille sein Billet erwirbt, kann nur enttäuscht werden.

    Der Lovecraft-Vergleich hinkt wirklich gewaltig und kann eigentlich nur von jemanden kommen, der sich noch nie mit Lovecraft auseinandergesetzt hat und nur weiß dass das "dieser Horrorautor [ist], der irgendwas mit Tentakeln macht".


    +++


    Mir hat "The Lighthouse" jedenfalls gut gefallen. Auch wenn ich mir am Ende etwas mehr Weirdness und Wahnsinn gewünscht hätte.

    Stella Maris leitete damals nach mehreren Jahren Pause quasi die zweite Phase der Goblin Press ein.

    Neben den beiden in "Beuringen", dem realen Büdingen entlehnt, angesiedelten Erzählungen SABURAC und die Horrorfabrik eine seiner besten Geschichten. Zumindest aus meiner Sicht.

    "Cosmogenesis" gehört aber auch noch unbedingt in die Liste.

    Für dieses Buch und 5 weitere aus dem Goblin-Press Programm gibt es bald eine Bestellmöglichkeit über den KOVD-Verlag.

    Coole Sache.

    Auch wenn es eigentlich kein großer Akt ist Jörg Kleudgen persönlich anzuschreiben, ist die Bestellmöglichkeit über den KOVD-Verlag schon enorm praktisch.


    Sascha KOVD : Soll das Angebot in Zukunft noch erweitert werden oder bleibt es erst mal bei diesen 6 Titeln? Und nach welchen Kriterien wurden diese ausgesucht?

    Score mit extrem tiefen Bass, der - selbst bei echt moderater Lautstärke - so ins Zwerchfell haute, dass mir körperlich schlecht wurde.

    Dabei stammt der Score doch von Steve Moore (Zombi). Der Mann hat diesbezüglich bisher eigentlich immer gute Arbeit abgeliefert (siehe bzw. höre u.a. "Cub" und "The Mind's Eye"). Den Film habe ich allerdings noch nicht gesehen. Steht aber noch auf meiner Watch-Liste.

    Ich kann nur was zur Veröffentlichung aus dem TES Verlag erzählen. Wenn ich es richtig verstanden habe gibt es ein paar Überarbeitung zru ersten Version. Aber über den Umfang habe ich aber keine Infos.

    Dem "Außenposten" wurde für diese Veröffentlichung noch eine circa 40seitige Vorgeschichte namens "Der Besucher" vorangestellt, die sich etwas näher mit dem Schicksal von Dr. Samuel Osterman beschäftigt (der in der Novelle ja mehrmals erwähnt wird). Inwiefern der Ursprungstext darüber hinaus noch überarbeitet wurde, kann ich aber nicht sagen - Ich kenne nur den aktuellen Blitz-Band. Den kann ich jedoch bedenkenlos empfehlen. Nachdem mich bereits Zuch's "Thronos" (Goblin Press) ziemlich begeistert hatte, war ich auf "Planet des dunklen Horizonts" ziemlich gespannt und wurde nicht enttäuscht. Zuch ist wirklich eine Bereicherung für die deutschsprachige Weird Fiction-Szene.

    Die drei Häscher soeben beendet. War mein erster Kontakt mit diesem großartigen Episodenroman - Auch wenn ich durch Die leuchtende Pyramide schon circa 50% des Inhalts kannte. Im Kontext der Rahmenhandlung und durch den finalen Twist des Romans, der die einzelnen Episoden geschickt miteinander verbindet, wirken die Geschichten mMn jedoch noch mal wesentlich besser.

    Das ausführliche Vor- und Nachwort von Joachim Kalka fand ich auch äußerst lesenswert. Und die bisher in Deutschland unveröffentlichte Geschichte Der verlorene Club hat mich ebenfalls ziemlich beeindruckt - Auch wenn sie nur 10 Seiten umfasst. Allein dafür lohnt sich schon die Anschaffung.

    Mein Exemplar kam schon am Samstag an. Sieht echt schick aus.


    Dass Nachtschatten der letzte Teil der Anthologienreihe werden würde, war ja leider schon vorher klar, aber der Facebook-Post hört sich ja fast nach einem Abgesang an. Muss man sich etwa Sorgen um die Zukunft von Nighttrain machen? Das nächste Buch (Hotel Kummer von Erik R. Andara) ist doch schon für Anfang 2020 angekündigt.

    Scheint eine großartige Reihe zu werden. Ich begrüße jeden Verlag, der es sich traut ein solches Experiment, trotz mangelnder Erfolgsaussichten, zu starten. Davon bräuchten wir viel mehr.


    Um die Ewers-Bände werde ich aber dennoch einen Bogen machen. Mir ist der Autor viel zu vorbelastet. Auch wenn sein fiktionales Werk frei von faschistoidem Gedankengut und er diesbezüglich generell eine sehr ambivalente Persönlichkeit gewesen zu sein scheint, bauen sich da bei mir einfach zu viele "innere Widerstände" auf. Aber das ist nur mein persönliches Empfinden und ich möchte mit meiner Meinung niemanden vor den Kopf stoßen. Es ist halt immer wieder eine individuelle Ermessenssache ob, wann und wie weit man zwischen Werk und Autor trennen kann. Zu dem Thema gibt es hier ja auch einen eigenen Thread.


    Bei den nächsten Bänden bin ich aber definitiv dabei. Sofern diese denn kommen werden...

    Wenn es schon einen eigenen Thread zu diesem Buch gibt, dann hinterlasse ich meinen Leseeindruck (der dem von Lapismont übrigens sehr ähnlich ist) doch hier einfach auch nochmal:


    (...)


    Sprachlich gibt es einige echte Höhepunkte zu entdecken, wobei die geradezu hymnischen Buchrücken-Blurbs dann doch eindeutig zu dick aufgetragen sind.



    Dann schließe ich mich auch mal an... und trage ebenfalls ganz dick auf:


    „Der Vogelgott“ hat mich nämlich extrem begeistert und völlig sprachlos zurückgelassen. Eine unglaublich hypnotische Geschichte, die u.a. an Kafka, Gogol, Borges, Poe & Blackwood erinnert und beim Leser eine enorme Sogwirkung entfacht. Ein alptraumhafter und poetischer Roman über die menschliche Bedeutungslosigkeit in einer völlig sinnbefreiten Welt und darüber dass Beschädigungen, Unzulänglichkeiten, Traumata und Sünden immer von einer Generation auf die nächste übertragen werden. Besser und existenzieller kann Literatur mMn nicht sein!

    Ich würde den Roman auch klar unter dem "Genre" Surrealismus verbuchen - Deshalb hat mich die fehlende Auflösung am Ende nicht im Geringsten gestört. Ich hatte während des Lesens nämlich nie mit einer solchen gerechnet.