Beiträge von Cheddar Goblin

    Ich hätte diesen kaleidoskopischen Farbrausch wirklich gerne auf der großen Leinwand gesehen, doch das ist inzwischen ja leider nicht mehr möglich. Ärgerlicherweise wurde nun auch noch die DVD & Blu-Ray-Version von "The Colour out of Space" um einen ganzen Monat nach hinten verschoben. Nur digital gibt es den Film schon ab dem 09.04. auf Amazon.

    Vor allem hätte ich mich über mehr Szenen gefreut, wo man nicht so genau weiß, wie es dazu kam (Gedankenkontrolle, Geisteskrankheit etc.) als tatsächlich körperlich auftretende Geister und herumschwebende Pistolen. (...) Und die richtig guten Sachen darin sind ja nicht ausgedacht, das ist wirklich so ähnlich passiert. Da muss ein Drehbuchautor nicht so kreativ sein.

    Sehe ich genauso. Den übernatürlichen Kram hätte es mMn nicht gebraucht. Als reines Portrait einer verschrobenen, evtl. psychisch kranken Frau hätte mir das Ganze wesentlich besser gefallen (Zumal die Macher in Sachen Grusel sowieso nur die üblichen Klischees/Bilder abspulen). Dadurch wäre der Film dann aber eben auch eher in Richtung Arthouse gerückt und hätte wohl weniger Leute ins Kino gelockt.

    Jedenfalls wurde das ausgiebig beackert, ich hätte erwartet, dass das als Prämisse durch wäre.

    Das Thema ist halt gerade wieder recht aktuell/ im Mainstream gelandet. Da werden dann eben mitunter auch ein paar alte Konzepte ausgegraben und recycelt. Zumal sich in vielen Punkten trotz "ausgiebiger Beackerung" dann eben doch noch nicht so viel getan hat.

    Glukhovskys "Futu.re" habe ich leider nicht gelesen und kann dazu nichts sagen. Der Roman hört sich jetzt aber gar nicht mal so spannend an. Und auch die Seitenzahl schreckt mich ab. Deine abweichende Wahrnehmung macht das Buch dann aber doch irgendwie wieder interessant. Vielleicht irgendwann mal...

    Wir entfernen uns aber auch immer mehr vom Thema "Weird Tales". Nimmt langsam die gleichen Ausmaße wie im Grabiński-Thread an :D.

    Das Buch ist natürlich ein gewaltiger Brocken und verlangt vom Leser viel Aufmerksamkeit und Durchhaltevermögen. Ich kann jeden verstehen der dabei irgendwann genervt das Handtuch wirft, bin in Sachen Kritik aber trotzdem eher bei Pogopuschel. Wie Danielewski in "Das Haus" mit der Kunstform "Buch" herumexperimentiert ist schon verdammt originell und größtenteils ziemlich beachtlich.

    Die klare Anti-Waffen-Botschaft ist sicher löblich (besonders für einen amerikanischen Film) und auch Helen Mirren macht ihre Sache gut - Der Rest ist dann aber leider doch nur der übliche 08/15-Geisterhaus-Brei inklusive jeder Menge Jump-Scares. Und dass das Böse dann am Ende durch eine Kugel besiegt wird, führt die Aussage des Films irgendwie völlig ab absurdum. Muss man echt nicht gesehen haben.

    ...ich wollte nämlich noch schreiben, dass mehrere Geschichten dort unter zwei Männern erzählt werden, die - teils im übertragenen Sinne - gemütlich am Kamin sitzen und Pfeife rauchen. Obwohl ich weder männlich bin noch rauche, liebe ich diese Intros sehr, das bringt mich sofort in Gespenstergeschichtenlaune.

    Fängt so nicht auch jede Geschichte von M.R. James an?

    Ich bin da aber hundertprozentig bei dir. Sobald sich zwei alte Freunde vor dem Kamin versammeln und ihre Pfeifen stopfen, bin ich schon begeistert. Gehört einfach zu jeder guten Geistergeschichte dazu.

    So sehr ich Utopien ablehne, schätze ich Dystopien, zusammen mit MR ist das mein Lieblingsgenre. Pessimistische Dystopien stellen Fragen, Utopien (und 'erzieherische', parabelhafte Dystopien) geben Antworten.

    Ich lehne Dystopien ja auch nicht grundsätzlich ab und es gibt sicher unzählige großartige dystopische Romane. Nur viele Autoren/Autorinnen übertreiben es dort mMn eben häufig mit dem moralischen Zeigefinger...

    Die vielgelobte Serie "Black Mirror", mit ihrer unglaublich plumpen Gesellschaftskritik für Dummies, finde ich z.B. unerträglich. Auch wenn das eine eher unpopuläre Meinung sein dürfte.

    Vom Kraken war ich außerordentlich beigeistert (...) alles andere liest sich wie unkonzentriert geplottet, und dann halt noch ein bisschen zu penetrante Werbung für Marxismus.

    "Kraken" fand ich ebenfalls gut. Sein aktuelles Buch "Die letzten Tage von Neu-Paris" hat mir auch gefallen. Der Rest war dann eher zäh...

    Was das Thema Marxismus angeht, bin ich durch unzählige Dietmar Dath-Romane schon ziemlich abgehärtet, aber ich verstehe was du meinst.

    Nee, das sagte mir gar nichts. Ich hab zwei sehr interessante Artikel / Interviews gelesen, allerdings klingt mir das Buch (bzw. auch die Autorin) potentiell zu programmatisch.

    Ihre Aussage lautet eigentlich: Frauen sind nicht besser als Männer und ein Matriarchat wird diese Welt auch nicht (mehr) retten. Davon kann man sicher halten was man will...

    Ich fand es aber interessant dass sie bei dem Roman eigentlich nur die vorherrschenden Machtverhältnisse umgekehrt hat und das Ganze dann je nach Rezipient als absolute Utopie oder gnadenlose Dystopie wahrgenommen wurde. Zeigt irgendwie dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben.

    Allerdings bin ich generell kein Freund von Utopien oder von moralischen Parabeln, besonders sozial/politischen (-> Miéville, Le Guin, Atwoods Handmaid's Tale etc.)

    Geht mir eigentlich genauso. Aus ähnlichen Gründen haben ich auch mit den meisten Dystopien so meine Probleme. Ich denke da irgendwie immer sofort an alte Männer, die den ganzen Tag kopfschüttelnd aus ihrem Fenster starren und sich fragen wo das alles noch hinführen soll.

    Von Atwood kenne ich übrigens nur "Report der Magd". Das Buch habe ich allerdings schon vor Ewigkeiten gelesen und kann mich inzwischen kaum noch daran erinnern. Da ich irgendwann mal mit der Serie anfangen wollte, nehme ich mir zwar immer vor, das Buch wieder aus dem Regal zu ziehen - Bisher ist es jedoch bei diesem Vorhaben geblieben.

    Mit Miéville und Le Guin habe ich es auch unzählige Male versucht, weil sie mir eigentlich gefallen müssten/sollten, allerdings habe ich kaum ein Buch von ihnen beendet. Da Miéville in Deutschland häufig in diversen Restposten- und Mängelexemplar-Kisten landet, besitze ich interessanterweise trotzdem fast all seine Bücher.


    Hast du eigentlich mal "The Power" von Naomi Alderman gelesen? Passt thematisch ganz gut zu "Herland". Das hat mir jedenfalls gefallen. Wobei ich die öffentliche Wahrnehmung des Buches (die je nach Geschlecht teilweise sehr unterschiedlich ausgefallen ist) fast noch interessanter fand, als die eigentliche Geschichte.

    Sorry, dass meine Eindrücke nur noch so vage sind.

    Alles gut, Katla. Meine Erinnerung verlässt mich auch regelmäßig (siehe z.B. Atwood). Werde "Herland" sicher irgendwann mal lesen, oberste Priorität hat das Buch momentan aber nicht.

    Hab aber gerade entdeckt dass sie sogar eine Fortsetzung namens "With Her in Ourland" geschrieben hat. Das wusste ich noch gar nicht. Gerade vor zwei Tagen ist davon eine illustrierte Neuauflage erschienen. Wäre ja eigentlich eine gute Gelegenheit. Mal sehen...