Simon Gottwald befasst sich in seiner Diss mit Arno Schmidts Rezeption englischsprachiger Schauerliteratur.
Verlag:
Simon Gottwald befasst sich in seiner Diss mit Arno Schmidts Rezeption englischsprachiger Schauerliteratur.
Verlag:
Simon Elias Hüttel
Die Geburt des Vampirs. Zur Geistesgeschichte einer Schreckensvision
Verlag zu Klampen, 2026
Verlagsseite:
Simeon Elias Hüttel | Autoren und weitere Urheber - zuKlampen! Verlag
Rezension:
Ich packs mal direkt hier rein.
Tatsächlich musste ich bei der Lektüre an "Aguirre" von Werner Herzog denken.
Schöner Vergleich, ist der Film doch in Sachen Tempo das komplette Gegenteil des Romans und übt doch einen ähnlichen Sog aus. Muss ich mir dringend mal wieder ansehen.
Der bisherige Zugang zum damaligen legendären Milieu bestand vor allem in der Lektüre des Buchs "Leben ohne Alltag" von Rolf von Hoerschelmann, das ich hier einmal vorstellte:
Oh, danke für den Hinweis nach rückwärts. An deine Vorstellung weiland konnte ich mich natürlich nicht mehr erinnern. R. von Hoerschelmann ist, wie der vorderste Schwabing-Kenner Dirk Heißerer in seinem Standardwerk Wo die Geister wandern. Literarische Spaziergänge durch Schwabing verrät, für die Erschließung der Boheme-Historie vor Ort unabdingbar gewesen:
Zitat von Dirk HeißererIm Februar 1956, so berichtet der erste Schwabinger Adressensammler Kristian Bäthe, konnte ein Adressbuch des Zeichners Rolf von Hoerschelmann (1885-1947) aus dem Papierkorb gerettet werden; dieser Fund wiederum gab den Anstoß, den Ort einmal systematisch zu erkunden. So entstand im Lauf der Jahre das Buch Wer wohnte wo in Schwabing? Wegweiser für Schwabinger Spaziergänge (1965).
Kubin lebte hier in bester Gesellschaft. Rilke wohnte zeitweise in Schwabing, Thomas Mann schrieb hier die Buddenbrooks und begann mit Tod in Venedig, Gustav Meyrink und Willy Seidel waren auch da. Kandinsky und Klee malten, die Gräfin Reventlow hielt Hof. Im alten Standesamt nahe des englischen Gartens heiratete Kubin seine Frau Hedwig (siehe Foto). Sein Roman ist von den Schwabinger Jahren maßgeblich beeinflusst.
Am Wochenende war ich in München auf den Spuren Kubins unterwegs. Wer sehen will, wo die Münchner Kunst- und Literaturszene damals lebte, muss den Stadtteil Schwabing aufsuchen. Kubin bewohnte dort als Untermieter mehrere Wohnungen - seit 1977 erinnert eine Gedenktafel an seine letzte Münchner Adresse.
Ich packe es mir hier hinein: Gerade erfuhr ich via Hippocampus Press, dass Donald Sidney-Fryer am 2. Mai im stolzen Alter von 91 Jahren verstorben ist. Auf seiner Wiki-Seite findet sich zu seinem Lebensende folgender Absatz:
in May 2025, 90-year-old Sidney-Fryer suffered a stroke which necessitated his move to a nursing home. In a few months he recovered sufficiently to return to the senior living community, but was diagnosed with bone cancer in one of his legs. An amputation was scheduled, but halted when doctors discovered the cancer had metastasized throughout Sidney-Fryer's body. In late 2025 he was placed in palliative care. He died on Saturday, May 2, 2026 in Liberty Commons, West Chatham, Massachusetts.
Die aktuelle Ausgabe des Filmmagazins 35MM beschäftigt sich mit phantastischen Filmen, die in der NDR-Sendereihe Das Gruselkabinett zwischen 1967 und 1990 gezeigt wurden. Ich möchte daher hier auf die Ausgabe hinweisen. Es ist auch ein Hinweis in eigener Sache, da ich seit mehreren Jahren für das Heft schreibe und auch hier Texte beigesteuert habe. Daher sei mir verziehen, wenn ich die Ausgabe vorbehaltlos empfehle.
Im Heft werden insgesamt 30 Filme vorgestellt, die in der Reihe zu unterschiedlichen Zeiten liefen. Darunter finden sich Klassiker des Universal-Horrors wie Frankenstein und Frankensteins Braut, bekanntere Werke wie Jack Arnolds Die unglaubliche Geschichte des Mr. C und Alfred Hitchcocks Die Vögel, aber auch vielleicht etwas unbekanntere Streifen wie die Robert-Bloch-Verfilmung Er kam nur nachts oder französisch-italienische Schocker Augen ohne Gesicht. Zahlreiche weitere Adaptionen der Schauerliteratur sind natürlich dabei, so z. B. die Dreyers Le-Fanu-Verfilmung Vampyr - Der Traum des Allan Gray; das Gruseldrama Svengali mit John Barrymore, das auf einem Roman George du Mauriers basiert; Tourneurs Der Fluch des Dämonen, jene fast schon legendäre M.-R.-James-Umsetzung; Mord in der Rue Morgue mit Bela Lugosi, natürlich fußend auf Edgar Allan Poe; der Karloff-Klassiker Der Leichendieb nach Robert Louis Stevenson - und weitere mehr. Auch Genre-Grenzfälle wie Die zwei Mrs. Carrolls und SF-Stoffe wie Die Zeitmaschine finden Berücksichtigung.
Ich selbst habe im Heft über zwei Filme geschrieben. Zum einen über den Haunted-House-Film Der unheimliche Gast (OT: The Uninvited, im NRD auch gelaufen als Der ungebetene Gast), der auf einer Romanvorlage der irischen Phantastin Dorothy Macardle basiert und mit Ray Milland in der Hauptrolle 1944 verfilmt wurde. Etwas moderner wird es zum anderen mit Roman Polanskis Ekel (OT: Repulsion) von 1965, der den nervlichen Verfall einer jungen Frau in London verfolgt und den Auftakt von Polanskis sog. Mieter-Trilogie bildet.
Neben den Filmvorstellungen gibt es aber noch andere Heftinhalte, die sich an das Hauptthema anschmiegen, darunter u. a. ein Gespräch mit Rolf Giesen und ein Artikel zu Gruselelementen im Film Noir.
Eine exakte Auflistung aller Filme und der weiteren Inhalte findet sich hier:
Stimme dir voll zu. Früher gab es im Kino ja noch Pausen, heute aber irgendwie nicht mehr. Der neueste Hammerschlag des Ewigfilms scheint mir 5 Stunden Tarantino zu sein.
Interessant, dass es für dich noch kürzer hätte sein dürfen. In Zeiten der Überlängen scheint es ein Bedürfnis nach gelungener Verdichtung zu geben.