JOHN SINCLAIR

  • Ich habe gestern abend den aktuellen Sinclair "Blutzeit" begonnen und bin gelinde gesagt geschockt.

    Ich erwarte keine große und preisverdächtige Literatur, an der ich mich elektieren kann. Aber was mir da auf den ersten Seiten als Einstieg geboten wurde ist selbst für Heftromane arg ... gewöhnungsbedürftig.

    Ich weiß, es muss in diesem Sektor alles recht schnell gehen. Und ja, ich kann auch mit schwülstigkeiten oder anderen Stilblüten da ganz gut leben. Aber ein Einstieg dessen Syntax mich an das Äquivalent eines Schulaufsatzes aus der vierten Klasse erinnert und Logiköcher groß und dunkel wie endlose Eisenbahntunnel aufweist, ist schon übelst.

    So etwas, also eine derartige Ausübung brutalster Gewalt an Sprache und Erzählstil, bin ich ehrlich gesagt auch in Heftromanen absolut nicht gewohnt, auch wenn mein letzter JS jetzt durch Urlaub, Krankheit und plötzlich aufgetretene "Planwirtschaft" am Kiosk schon einige Monate her ist.


    Ich habe nach drei Seiten abgebrochen und versuche heute abend einen neuen Einstieg ab Seite vier oder so.

  • Echt? Ich weiß leider nicht mehr, wie mein letzter Sinclair hieß, aber ich meine, der war nicht von ihm selber. Da ich die ja nicht als Reihe lese sondern so ad hoc kaufe, bin ich jetzt eben so verdattert gewesen.

    Bei den Geister Krimis sehe ich in etwa, ob das eine alte Klamotte von anno Tobak ist, und gehe entsprechend ran.

    Aber gestern abend hat es mir fast die Zehnägel abgerissen =O

    Das wäre echt traurig, wenn das so jetzt mit dem Roman weitergeht. Ich bin ja auch kein Kind von Traurigkeit, was Trash und Klischees angeht ;)

    Aber das war gestern einfach too much for the Clutch :(

  • So, ich habe nochmal quer gelesen und danke, den JS werde ich leider abbrechen. Die Idee ist gut, aber die Umsetzung ist auch für Heftromanverhältnisse einfach nur grausig, einfache Sprache hin oder her.

    Da bin ich wirklich besseres gewohnt, auch von JD selber, als diesen "Gagaismus" an flachen Dialogen und Logiklücken, durch die ein Supertanker ohne Radar bei schwerster See gemütlich hindurchschippern könnte.


    Fast bin ich versucht, meine alte Idee von der S.I.F. - der "Special Intervention Force", doch neu zu beleben und selber wieder eine Heftromanserie in einem Kleinstverlag zu schreiben.

    Aber auch nur fast.

    Ich kann mich beherrschen :P

  • Mit John Sinclair bin ich großgeworden und ich schätze diesen Einfluss auf meinen Werdegang als recht groß ein. Letztlich spannten sich nerdige Freundschaften und eine freundschaftliche Flohmarktkonkurrenz zu zwei Gleichaltrigen. Sinclair war immer mein Favorit neben Ballard, Zamorra, Der Hexer und Jerry Cotton. Mit 18 verkaufte ich dann meine ziemlich umfassende Sammlung komplett, um mir eine Stereoanlage zu holen. Ich glaube mein letzter Roman war "Die Satanszwerge von Sylt" und ich war immer enttäuschter geworden. Es fühlte sich an, also ob Sinclair und ich nicht mehr zusammen passen würden.


    Jetzt habe ich mal wieder mit Band 354 "Maskenball der Monster" angefangen und kann meine damalige Enttäuschung sehr gut nachvollziehen. Kurze Handlung: Vampirfürst lädt zum Fest, John und Suko verschaffen sich mittels eines Hypnotiseurs Zugang. Metaplot sind die sieben Dolche.


    Boah ist das zeitweise mau geschrieben. Na ja, ich habe mir 10 Stück von einem Arbeitskollegen ausgeliehen und die werde ich jetzt auch durchziehen. Vielleicht stellt sich ja iregdnwann wieder ein positives John Sinclair Gefühl ein ...

  • Obwohl es in den sozialen Medien in schon verbreitet wurde, habe ich tatsächlich erst heute ganz zufällig gesehen, dass der aktuelle John Sinclair "Im Bann der Hexe" von Thomas Williams stammt. Ich komme also gerade vom Bahnhofskiosk, wo ich mir das Teil zugelegt habe. Der erste JS-Roman, den ich mir seit ewigen Zeiten gekauft habe.



    Die JS-Lektorin hat im JS-Podcast erzählt, dass immer mal wieder Romane von Gastautoren (außerhalb des Autorenteams) kommen. Wenn sich da mal einige Namen hier aus dem Forum finden, würde ich auch zugreifen.