Mafia vs. Ghosts - 15.2.21

  • Für einen kommenden Band unserer Reihe Dunkle Seiten, der im Mai 2021 erscheinen soll, haben wir (Twilight-Line Verlag) ein sehr spezielles Oberthema ausgewählt, das viel Spielraum für düstere Phantastik und Horror bietet. Wenn das organisierte Verbrechen auf das Jenseits trifft, ist der Sensenmann nicht weit entfernt.

    In welche Nöte gerät z.B. ein Auftragskiller, dessen Auftrag sich als Geist entpuppt? Oder wie nimmt ein Geist Rache für seinen Tod, wenn er es mit einem ganzen Familienclan aufnehmen muss, der sich zu wehren weiß? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

    Für diesen Band suchen wir thematische Geschichten und Bildmaterial aus den Genrebereichen Horror und Dark Fantasy, die in diesem Band als Print, eBook und Hörbuch veröffentlicht werden. Der inhaltliche Kontext muss lediglich das Oberthema aufgreifen, die inhaltliche Gestaltung unterliegt dabei frei den Autorinnen/Autoren oder Künstlerinnen/Künstler.

    Bitte beachten Sie die Ausschreibungsbedingungen zur Teilnahme an dieser Ausschreibung.

    Teilnahmebedingungen

    • Genre: Horror, Mystery, Dark Fantasy und Erotic Fantasy
    • Mindestlänge: Eine Mindestlänge einer Geschichte ist nicht vorgegeben
    • Maximallänge: 150.000 Zeichen (ohne Leerzeichen)
    • Honorar: Ein Honorar wird nicht ausgezahlt, die Aufteilung nach Seitenschlüssel am prozentualen Erlös wäre zu gering, um den Aufwand zu rechtfertigen.
    • Belegexemplare: Jede beteiligte Person (Autor/Illustrator/Fotograf) erhält fünf Belegexemplare der Ausgabe in Printform.
    • Eingereichte Illustrationen und Fotografien für den Innenteil (Seitentrenner) müssen eine Mindestauflösung von 300 DPI aufweisen.
    • Eingereichte Geschichten dürfen vorab nicht anderweitig verwertet worden sein. Der Urheber überträgt mit der Einsendung die zeitlich unbegrenzten Nutzungsrechte (Verlagsrechte für Vervielfältigung und Vertrieb) an Twilight-Line Medien.
    • Die Vergabe der Nutzungsrechte für diesen Band der Reihe Dunkle Seiten erfolgt nichtexklusiv. Der Urheber kann den eingereichten Beitrag nach Veröffentlichung des Bandes für anderweitige eigene Zwecke verwerten, solange die vergebenen Nutzungsrechte innerhalb des Themenbandes durch eine anderweitige exklusive Nutzung nicht verletzt werden.
    • Ein Anspruch auf Veröffentlichung nach Einsendung besteht nicht. Der Verlag behält sich das Recht vor, unpassende Beiträge zu diesem Band abzulehnen und nicht zu veröffentlichen. Sämtliche Nutzungsrechte fallen bei abgelehnten Beiträgen vollumfänglich an den Urheber zurück.
    • Einsendungen müssen als Textdatei in gängigen Formaten (DOC, DOCX, OPF, RTF) erfolgen. Beiträge als PDF oder in komprimierten Formaten (z.B. ZIP) können nicht berücksichtigt werden. Bildeinsendungen sind in allen gängigen Formaten möglich.
    • Bitte beachten Sie, dass durch das Einsenden der Beiträge über das Formular ein rechtsgültiger Vertragsabschluss unter den Teilnahmebedingungen zwischen dem Verlag und dem Einsender zur Vergabe der Nutzerrechte stattfindet. Alle eingegebenen Daten werden ausschließlich für die Einsendung erhoben und Dritten nicht zugänglich gemacht. Lehnen wir einen Beitrag ab, gehen sämtliche Rechte zurück an den Einsender und alle erhobenen Daten werden von uns gelöscht.
    • Einsendungen sind bis zum 15.02.2021 möglich.
    • Geplante Veröffentlichung: Mai/Juni 2021

    Quelle: https://www.twilightline.com/a…hreibung-mafia-vs-ghosts/

  • ZITAT:

    "Honorar: Ein Honorar wird nicht ausgezahlt, die Aufteilung nach Seitenschlüssel am prozentualen Erlös wäre zu gering, um den Aufwand zu rechtfertigen."


    Geil, das ist ja mal ganz gesundes Selbstvertrauen: Das Buch ist noch nicht geschrieben, aber der Verleger ist jetzt schon felsenfest davon überzeugt, daß es kein Erfolg wird."

  • Naja, eventuell ist das auch einfach realistisch. Ein eher unbekannter Kleinverlag (den ich zumindest noch nicht kannte, obwohl ich bestimmt mehr aus der Ecke mitbekomme, als der 08/15-Leser) bringt mal wieder eine Kurzgeschichtenanthologie raus. Bei der generellen Verfügbarkeit von Anthologien dürften selbst diejenigen, die von der Veröffentlichung etwas mitbekommen, nicht zwangsläufig direkt die Bestellung abschicken.


    Man könnte ja hier mal grundsätzlich den Ansatz dazu hinterfragen, ob der in der Konstellation so sinnvoll ist, ebenso die Motivation der teilnehmenden Autoren (Ein Buch, dass kaum jemand liest und für das es kein Honorar gibt? Wozu? Damit man bei der nächsten Familienfeier angeben kann, man sei "veröffentlichter Autor"?).


    Ich stelle da ja mal die Hypothese auf, dass an solchen Anthologien in aller erster Linie absolute Neulinge teilnehmen, die bei ihren Beiträgen nicht über Mittelmaß hinauskommen und bei reizvolleren Projekten keine Chance hätten. Ob ich als Leser deren Schreibwerkstatt mit meinem knappen Geld, meiner knappen Zeit, meinem endlichen Stauraum für Bücher bei gleichzeitiger Verfügbarkeit von hochkarätigerem Lesestoff begleiten muss? Eher nicht.


    Aber ich glaube, diese Diskussion hatten wir hier an anderer Stelle so ähnlich schon öfter.

  • Man könnte ja hier mal grundsätzlich den Ansatz dazu hinterfragen, ob der in der Konstellation so sinnvoll ist, ebenso die Motivation der teilnehmenden Autoren (Ein Buch, dass kaum jemand liest und für das es kein Honorar gibt? Wozu? Damit man bei der nächsten Familienfeier angeben kann, man sei "veröffentlichter Autor"?).

    Na, wenn man Kurzgeschichten schreibt, ist der Ruhm und das Feedback sowieso übersichtlich, egal um welche Art von Publikation es sich handel. Die meisten nehmen Ausschreibungen als Motivation, um eine Geschichte zu einem vorgegeben Thema mit einem zeitlichen Limit zu schreiben. Ich muss aus meiner persönlichen Erfahrung sagen, da kommen oft tolle Geschichten am Ende raus und als Autor ist man von dem eigenen fertigen Werk begeistert. Was will man mehr. Genau darum geht es doch beim Kurzgeschichtenschreiben.

    Die Gefahr besteht natürlich auch immer, sich auf Themen zu stürzen, die einem nicht liegen und man sich dann abquält für nichts und wieder nichts. Mit einem Ergebnis das einen ernüchtert. Aber so ist das im Autorenleben.

  • Aber ich glaube, diese Diskussion hatten wir hier an anderer Stelle so ähnlich schon öfter.

    Natürlich. Aber man darf nicht kapitulieren. Die Kritik muß weitergehen. Meine Kernaussage bleibt: Wenn zu viel umsonst gemacht wird, ruiniert das alles noch mehr.


    Und, wie gesagt, die Formulierung dieser Ausschreibung hat für mich einfach den Vogel abgeschossen.

  • Wer ist "man"? Ist mir zu allgemein gehalten.


    Und was ist denn "alles" ruiniert?

    "Man" sind Autoren, die nicht umsonst arbeiten wollen. Wenn zu viele Leute umsonst arbeiten, dann würde jeder Markt ("alles") kaputt gegen. Du hast diesen sehr einfachen Sachverhalt sehr wohl genau verstanden. Du reitest nur wie ein Troll darauf herum, weil Du mich provozieren willst. Du willst suggerieren, ich würde mich absichtlich nicht klar ausdrücken.

  • Man könnte ja hier mal grundsätzlich den Ansatz dazu hinterfragen, ob der in der Konstellation so sinnvoll ist, ebenso die Motivation der teilnehmenden Autoren (Ein Buch, dass kaum jemand liest und für das es kein Honorar gibt? Wozu? Damit man bei der nächsten Familienfeier angeben kann, man sei "veröffentlichter Autor"?).

    Ich finde eine realistische Einschätzung der eigenen Verkaufszahlen sympathisch, und so eine Ansage wesentlich sinnvoller als Augenwischerei á la "XY% anteilig vom Erlös", was sich so circa in ein paar Eis am Stiel umrechnet.


    Das kann ja nur jeder für sich entscheiden, aber - unter dem pretext, dass man auch seinen eigenen Wert und Stand in der Literaturszene realistisch betrachten sollte - ich bin eindeutig ein Fan von solchen Nischenausschreibungen.


    Zum einen, weil mir eines wichtiger ist als Geld: Freiheit. Je größer die Publikation, je weniger kann man experimentieren und je weniger Mitspracherecht hat man (pi mal Daumen, es gibt sicher Ausnahmen).


    Zum anderen bieten diese Nischenausschreibungen ne Menge Positives:

    - Es ist möglich, mit Themen und Stilen zu experimentieren, die man schon immer mal probieren wollte.

    - Kleine Ausschreibungen haben oft interessantere Themen, weil die eben wissen, dass sie keine Zehntausend erreichen müssen.

    - Das Arbeiten, die Kommunikation ist beidseitig entspannt, und - zumindest bei mir - fördert das einfach Kreativität und Output (auch qualitativ).

    - Statt ein paar Euro Tantiemen bekommt man anderes: ein tolles Arbeitsumfeld, ein ungewöhnliches Vermarktungskonzept und ggfs. Kontakte, die später sinnvoll werden.

    - Man hat mit Literaturenthusiasten zu tun, Liebhabern, für die das Produkt mehr ist als nur Verdienst.


    Ich nehme einfach mal einen eigenen Text als Beispiel (nur weil ich denke, man könne immer nur von sich selbst sprechen, nicht über andere):

    Eine kleine Fun-Literaturzeitschrift, die ausschließlich in Kneipen vertrieben wurde und in der man unter dem Text sein Lieblingsbier angeben mußte. [Nerdine] (Die schweizer Bierglaslyrik, leider schon länger verstorben). Das Konzept war mir schonmal grundsätzlich sympathisch. Tolles Herausgeberteam, klasse Kommunikation, absolute Freiheit - innerhalb einer gedruckten Seite Text.


    Die Kürze verlangte ein extrem sauberes Editing, und der zweite Text, den ich - selbstverständlich für lau - für die Jungs da schrieb, ist inzw. vier Mal veröffentlicht worden und eine ausgesprochen gute Visitenkarte. Er erschien danach in einem Begleitbuch für das Kunstfestival Giennale, im Zwielicht Classic 15 und einem limitierten Privatdruck.


    Ich habe beim Schreiben irre viel gelernt, den Text wohl 40x editiert (auch eine gute Übung!) und das Feedback dafür hat mich ermutigt, einfach noch mehr meinen eigenen Weg zu gehen. All das Positive hat recht wenig damit zu tun, wie viele Leute tatsächlich die Zeitung lasen oder ich mich "unter Wert verkauft" haben könnte.


    Solche Publikationen sind eine ideale, entspannte Spielwiese, sich weiterzuentwickeln (und das gilt ebenso für erfahrene Schreiber). Zu der Zeit hatte ich schon ein Essay bei Faber & Faber London untergebracht - auch ein guter Türöffner, aber ich sehe absolut nicht, warum man meinen sollte, es müsste immer nur höher, weiter, schneller gehen.


    Wie Michael (Mammut) sagte: Mit Kurzgeschichten wird in Deutschland niemand reich. Das ist ein Fakt. Und zwar nicht erst seit gestern oder seit 20 Jahren.

    Man kann sich dagegen auflehnen (Aber gegen wen protestieren? Die desinteressierten Nichtkäufer?), oder für sich selbst einen Vorteil daraus ziehen, der mit dem Finanziellen eben nix zu tun hat.

    Ich sehe da absolut kein Problem. Außerdem ist niemand gezwungen, da was einzureichen, das ist doch ganz simpel.


    [CTHu]

  • Bei den Anteilen an Anthologien kommt kaum was raus. Und ich muss es ja wissen, ich habe ziemlich viele Verlage mit Geschichten durch, auch solche, die durchaus ein gewisses Ansehen genießen. Anteilig war das 3 bis etwas mehr als 10 Euro. Ich war immer mit einer Pauschale glücklicher.


    Insgesamt finde ich es besser, wenn jemand vorher Bescheid gibt, was Sache ist. Ganz blöd finde ich immer, wenn wenig rauskommt und daher die Idee, das doch zu spenden. Man ist dann als Autor sehr unter Druck, da zuzustimmen, aber: An und für sich, wenn es ausgemacht war, ist es mein Geld. Dass ich mich als Autor "moralisch erziehen" lassen muss, war auch nicht der Deal. Dann kommt gerne das Argument mit dem Aufwand, aber: Es ist absolut derselbe Aufwand, 1.25 zu überweisen, wie 125 oder 1500 Euro. Das macht keinen Unterschied.

    Da ist es mir lieber, es ist von vorherein klar, dann ist kein Rumgetue und man macht sich eben wenn dann vorher Gedanken.


    In dem Fall bekommt man auch satte fünf Exemplare. Das ist für Anthologien unüblich viel. Und eine bessere Lösung, als mehr Geld in Autorenexemplare (weil Mama auch eins will und man nicht sein einziges Belegexemplar im Bekanntenkreis rumborgen will - weil man vielleicht wen besucht, und ein Mitbringsel sucht usw.) zu investieren, als man ausgezahlt bekommt, ist es allemal.