Beiträge von Mammut

    Mammut Ich hab ja nicht gesagt, dass Amazon vorher keinen Beschiss betrieb, sondern, dass neuerdings durch generative AI und die nur dadurch mögliche Überschwemmung des Marktes ein enormes Problem geschaffen wurde, das offensichtlich nicht mehr nur klassische Verlage und Autoren, sondern jetzt auch self publisher interessieren sollte. Die - bzw. eine Anzahl von ihnen - das Problem ja letztlich erst geschaffen hatten.

    Der Beschiss bei KU hat auch vor allem die SP betroffen, daher hatte ich den Link geschickt. Bei dem von dir geteilten Link kann man fragen, wie der von dir gelobte akademischen Hintergrund ermittelt, welche der Werke wie viel bei kindle KI generiert sind, wenn man bedenkt, dass dies zweifelsfrei gar nicht festgestellt werden kann.

    Was ich mich natürlich bei der ganzen Betrugsmasche bei KU frage: Gibt es echt reale Leser, die solche Werke lesen oder sind das reine Abrechnungsbetrüge.

    Und was ich hier schreibe, hat schon was mit dem Faden zu tun, den ich ja selbst eröffnet habe. Es geht ja gerade nicht darum pauschal was zu verurteilen, sondern zu differenzieren. Abrechnungsbetrug bei KU wird durch KI mit Sicherheit verstärkt, das Problem gab es aber vorher schon. Eine Datei statt eines physischen Buches erhöht die Manipulationsfähigkeit. Je leistungsfähiger eine Software wird, desto einfacher wird das natürlich.

    Die KI Recherche zum Thema hat übrigens folgendes ergeben:

    Wenn man von den Millionen "KI-Büchern" auf Amazon spricht, handelt es sich in der überwältigenden Mehrheit um Malbücher, Notizbücher, KI-generierte Reiseführer, Rezeptbücher oder zusammenkopierte Ratgeber. Wer einen echten, langen Roman sucht, läuft derzeit nur Gefahr, an KI-Slop zu geraten, wenn er in extrem obskuren Billig-Nischen sucht.

    Mammut 2018 gab es ja die aktuelle Art / Verwendung generativer AI noch gar nicht, das sagt also im gegebenen Kontext nichts aus. Und ich wäre gelinde gesagt vorsichtig, quantitative Studien dieser Größe mit dem gegebenen akademischen Hintergrund zu ignorieren.

    Doch, das sagt aus, dieser Beschiss bei Amazon und die Auswirkungen, gab und gibt es schon jenseits von KI. Gerade beim Abgreifen von Kindle Unlimited Fond sind da welche sehr kreativ.

    Ganz interessant ist eine neue quantitative Studie, die für den Zeitraum 2023-2026 Marketentwicklungen auf Amazon hinsichtlich AI-generierter Publikationen analysierte, u. a. allgemeine Verkaufszahlen im Verhältnis zu individuellen Gewinnen. Beachtet wurden eBooks wie auch Druckwerke.

    Während bislang nur beklagt wurde, dass große wie kleine Verlage durch AI Slop kaputtgemacht werden, sieht diese aktuelle Studie - mWn nach zum ersten Mal - self publisher bei Amazon als die Hauptleidtragenden. Bis zur Möglichkeit, dass diese Veröffentlichungsform durch die AI-induzierte Marktverwässerung wegbrechen wird.
    BuchMarkt.de vom 5.8.2026

    Denke, das Problem bei Amazon, gerade dieses Unlimited, ist ein anderes, wie man schon im Beitrag von 2018 feststellen konnte:

    Kampf gegen Kindle-Unlimited-Betrug erreicht Deutschland – mit Kollateralschäden

    Jörg Kleudgen hat mir gegenüber einmal als Herausgeber erwähnt, dass er persönlich Thronos für das stärkere Buch hält und Nosferatus Schatten den Erwartungen an ein spannendes Folgewerk möglicherweise nicht gerecht wird. Das ist sicher keine Abwertung, er sprach damit die Unterschiedlichkeit beider Werke an. Ich halte beide Bücher für mit die aufregendsten Veröffentlichungen innerhalb der Goblin-Press, Rainer Zuch ist einfach outstanding.

    Meine Einschätzung ist die gleiche. Zwei nicht vergleichbare Werke, das erste hat mir auch besser gefallen. Die Geschichte in den "Unaussprechlichen Kulte" hat mir dagegen überhaupt nichts gegeben.

    Hi, ich bin auf den Vincent Preis durch einen Autorenkollegin aufmerksam geworden und wollte mal wissen, ob das Buch bestimmte Voraussetzungen erfüllen muss? Eine bestimmte Anzahl an Verkaufszahlen, Rezensionen oder ähnliches.

    Ich bin selber Horrorautorin und habe im Januar mein Debüt rausgebracht.
    Es ist eine Kurzgeschichtensammlung mit 12 Horror Geschichten aus dem Bereich des digitalen Horror, also Horror, der Medien, Social Media, VR und Games thematisiert.
    Der Band heißt: "Es holt dich, TEC" und ist bei BoD veröffentlicht worden.

    Würd mich freuen, wenn mein Buch mit aufgenommen werden kann. :)

    Gruß Tabea

    Hallo Tabea,

    haben wir aufgenommen:

    Horror Storysammlungen 2026

    Wenn du uns die Geschichtentitel noch nennst, nehmen wir die auch hier auf:

    vpkgl2026.cgi

    Interessante Diskussion; was die LLMs im allgemeinen angeht, so bin ich voll bei Katla, hier werden nur Neuabmischungen des Sprachbestandes erzeugt, letztlich ein für den Kontext angepasster Würfelwurf, nichts weiter (wobei vermutlich manche auch in der “echten”, menschlichen Sprachäußerung nichts anderes sehen mögen).

    Übersetzungen hingegen würde ich anders beurteilen; sicherlich gibt es Übersetzungen von eigenständiger literarischer Qualität, aber diese sind eher die Ausnahme; generell ist Übersetzung eher ein “Handwerk”, für dessen “Gelingen” es eine ganze Reihe von mehr oder weniger objektiver Kriterien gibt, anhand derer man bewerten kann, wie “erfolgreich” eine Übersetzung ausfällt (wobei sich diese Bewertung natürlich auch mit dem “Zeitgeschmack” ändert). Der übersetzte Text ist niemals dem Original gegenüber gleichwertig («Traduttore, traditore»), aber es gibt aus meiner Sicht keinen Grund, weshalb in einer guten “Maschinenübersetzung” mehr vom “künstlerischen” Eigenwert eines Textes verloren gehen sollte, als in einer schlechten “menschlichen” Übersetzung…. (was natürlich nicht bedeutet, dass es nicht auch viele außerordentlich schlechte Maschinenübersetzungen gäbe, und dass die Unart, solchen Textmüll in Buchform zu publizieren - wie ich z.B. bei diesem Band den starken Eindruck hatte: https://www.amazon.de/UNTER-DEM-TRAU…/dp/3753163139/ - ein eklatantes Ärgernis darstellt!)

    Hm, das scheint mir in sich nicht schlüssig. Als Autor geht es ja auch um die Umsetzung, also nicht nur die Geschichte selbst, die Charaktere, etc., sondern auch um Stil, also wie die Geschichte zubereitet ist.

    Wenn ich also meinen Text nehme, und lasse ihn übersetzen, oder ich nehme meinen Text und sag der KI, mach den ein wenig flotter oder tiefgründiger: Ist das wirklich ein Unterschied?

    Damals bei den beiden HdR Übersetzungen gab es einen richtigen Glaubenskrieg. Und wenn du die Blackwood Übersetzungen bei Suhrkamp siehst, die haben dem da auch eine ganz "spezielle" Stimme verliehen.

    Also ich würde das nicht so pauschal voneinander abgrenzen und die Tendenz, dass alles gleich klingt, ist in beiden Fällen gegeben.

    Beim Übersetzen ist es ja auch so, dass der Übersetzer eine eigene Stimme erschaffen muss, die einerseits dem Original gerecht wird, andererseits der Sprache, in die es übersetzt wird.

    Persönlich bin ich überhaupt kein Fan von LLMs beim Schreiben, und auch keiner von KI-generierten Bildern. Der Prompt kann noch so toll sein, die Datenbasis aus geklauten Werken noch so groß, man erhält immer einen Durchschnittswert, Massenware aus Masse. Das mag wohlklingende Massenware sein, aber wenn man ein wenig unter die Oberfläche der Sätze geht, ist da nichts, nur gähnende Leere, und die finde ich tatsächlich beängstigend. Wir bewegen uns durch diese Maschinen in Richtung einer intellektuellen Plastikwelt, in der alles glatt und geleckt ist, aber keine Seele mehr hat.

    Das ist ein wenig pauschal finde ich. Findest du, das hier ist ein Plastikbild?

    Tales of the Galactic Pot

    Der Marburg Con 2026 findet am 8.5 statt und es gibt eine Neuerung in den Standbedingungen:

    Wir sprechen uns im Namen der Künstler:innen gegen die kommerzielle Verwendung generativer KI aus.
    Ausstellende dürfen daher auf der Marburg-Con keine Produkte zum Verkauf anbieten oder mit kommerziellen Zielen
    ausstellen, die ganz oder teilweise durch generative KI erstellt wurden. Ausgenommen sind Materialien, die ausschließlich
    nichtkommerziellen Zwecken dienen, insbesondere Vereinsinformationen, Fanzines gemeinnütziger Vereine, Urkunden
    oder vergleichbare Materialien. Über Zweifelsfälle entscheidet die Con-Orga. Wir verweisen auch auf die Stellungnahme
    des Vorstandes.

    Letztendlich ist die Aussage teilweise durch generative KI ein wenig schwammig. Teilweise bedeutet ja, dass eigentlich alles, wo mit KI gearbeitet wird, ausgeschlossen ist. In der Konsequenz bedeutet dass, um es weniger abstrakt zu machen, dass z.B. dieses schöne Buch dort nicht ausgestellt werden darf:

    Michael Siefener: COR MAGIS - dunkelgestirns Webseite!

    Was haltet ihr von dem Thema? Seit einiger Zeit wird ja die Verwendung von Softwarewerkzeugen verteufelt und das wird der Situation nicht sonderlich gerecht wie ich finde. Auf dem Metropolcon gab es einen Programmpunkt des PAN über Künstler und KI, und auch wenn der Schwerpunkt dort anders als erwartet war und einige Erkenntnisse brachte, konnte die Referentin bestätigen, was mir schon länger klar war: Es kann nicht zweifelsfrei erkannt werden, ob an einem Werk (Bild oder Text) Künstliche Intelligenz verwendet wurde.

    Hier die Referentin: MetropolCon 2026 Programm

    Abgesehen also davon, wie jemand feststellen will, ob ein Werk generative KI verwendet hat, wie steht ihr zu dem Thema zwischen "Schutz der Urheberrechte" (die es auch so wirklich nur bedingt gibt) und "Fortschritt und neue Möglichkeiten"?