Robert Jordan - Das Rad der Zeit

  • Bd. 1: The Eye of the World - Das Auge der Welt


    Nachdem Martin und Rothfuss uns bzgl. der Weiterführung ihrer Epen in den Wartesaal gesetzt haben, habe ich mich an diverse Fantasy-Epen gesetzt. Bislang konnte mich keins überzeugen, weiterzulesen. Dann erinnerte ich mich an WoT. Vor genau 22 Jahren hatte ich damals die ersten 5 Taschenbücher gelesen. Das waren noch diese furchtbar gesplitteten Bände. Danach legte ich eine Pause ein und bin an Bd. 6 gescheitert, weil ich einfach komplett raus war. Lag wohl auch daran, dass Band 6 die zweite Hälfte des Originalbands 3 war. Ein Buch mittendrin für 5 Jahre zu pausieren ist nicht grad clever.


    Mir hatte die Serie damals wirklich zugesagt, also hab ich mich an einen Neustart gewagt. Diesmal aber im Original. Was soll ich sagen? Ich bin wieder sofort von der Geschichte gefangen genommen worden. Gerade im Original fällt auf, wie süffig Jordan zu Werke geht.


    Natürlich ist die Ausgangssituation nur eine weitere Version vom vermeintlichen Bauernjungen, welcher in Wahrheit der verheißende Erlöser werden soll, doch Jordan erschafft hier eine gänzlich eigene Welt. Nicht nur, dass eigentlich kaum einer auf den Erlöser scharf ist, denn es gab schon mehrfach Falschmeldungen, sondern auch die ganzen anderen Parteien, welche in Position gebracht werden. Da wären z.B. die Aes Sedai, eine Art weiblicher Magierinnen, welche auch gerne als Hexen bezeichnet werden und welche untereinander genug Reibereien für einen eigenen Spin-Off hätten. Dann gibts noch die Children of Light, eine Art religuöser Fundamentalisten im Stil der Inquisition. Und wem das zu feinfühlig ist, für den gibt es Trollocs, eine Mischform aus Mensch und Tier, im Dienste des großen Antagonisten, mit Vorliebe für Menschenfleisch.


    Mittendrin halt der Bauernjunge nebst 2 Freunden und diverser weiterer Begleitung auf seiner ungewollten Heldenreise.


    Interessanterweise funktioniert Bd. 1 auch eigenständig recht gut. Es gibt einen Abschluss, auch wenn jede Menge offener Faden bleiben. Für mich ein gelungener Start. Habe direkt Bd. 2 im Anschluss angefangen.


    Schulnote: 2++


    Für die Übersicht werde ich die weiteren Bände im gleichen Thread besprechen und nicht für jedes Buch ein neues Thema eröffnen. Dankenswerterweise wurde die Serie ja auch zu einem Abschluss gebracht.

  • Ja, das war ziemlich mies, auch weil die Veröffentlichungen sich so über drei Quartale zogen.

    Jedesmal wurde es schwerer, wieder hereinzukommen. Später dann, wenn Jordan elfzig Frauenfiguren reinwarf, hab ich bestimmte Szenen nur noch quer gelesen. Es ging immer um eine zornige Frau, die sich am Zopf zog, Dummes tat, es für klug hielt und alle anderen bezichtigte, Schuld dran zu sein, und dann von fünf anderen zopfziehenden zornigen Frauen bestraft wurde.

    Wie viele Frauenzirkel waren es am Ende? Vier oder fünf?

  • Wie viele Frauenzirkel waren es am Ende? Vier oder fünf?

    Alleine unter den Aes Sedai gibt es doch 5 / 6 unterschiedliche nach Farben sortiert: Blau, grün, gelb, rot, braun und noch diese schwarzen, die es ja Stand Bd. 2 nicht gibt. ^^


    Amazon verwurstet das alles auch als TV-Serie. Da bin ich mal gespannt. Wenn man das vernünftig angeht, wird das der Knaller.

  • Nach der Enttäuschung der letzten Got-Staffel habe ich mich nach Fantasy-Literatur-Alternativen umgesehen, da ich nicht davon ausgehe, jemals A Dream of Spring lesen zu dürfen (aber die Hoffnung stirbt zuletzt). Habe es mit der Phileasson-Saga von Robert Corvus und Bernhard Hennen probiert. War ziemlich unterhaltsam. Vor Kurzem habe ich aber Robert Jordan entdeckt und bin schon nach der Vorgeschichte um Moiraine Damodred und Lan Mandragoran schwer angefixt. Werde mir die Reihe auf jeden Fall nach und nach zulegen.


    Wobei ich sagen muss: Die Preise für Taschenbücher sind meiner Meinung nach überzogen. Bis zu 28€. Das gebe ich sonst nur für stabile, gebundene Ausgaben aus... :-/ (Bei insgesamt 15 Büchern kommt man so auf über 300€. Für 300€ bekäme ich aber auch fast die doppelte Anzahl an Stephen King-Taschenbüchern. :-D)

  • Wobei ich sagen muss: Die Preise für Taschenbücher sind meiner Meinung nach überzogen. Bis zu 28€. Das gebe ich sonst nur für stabile, gebundene Ausgaben aus... :-/ (Bei insgesamt 15 Büchern kommt man so auf über 300€. Für 300€ bekäme ich aber auch fast die doppelte Anzahl an Stephen King-Taschenbüchern. :-D)

    Wenn für dich Englisch kein Problem ist: die Ausgaben sind deutlich günstiger.


    https://www.amazon.de/s?k=whee…95%C3%91&ref=nb_sb_noss_1

  • Wenn für dich Englisch kein Problem ist: die Ausgaben sind deutlich günstiger.


    https://www.amazon.de/s?k=whee…95%C3%91&ref=nb_sb_noss_1

    Ist natürlich verlockend, bei solchen Reihen eher auf das englische Original zurückzugreifen... Ich lese hin und wieder gerne literarische Texte auf Englisch. Nur zurzeit gar nicht, weil ich so viele englischsprachige Fachtexte lese, dass ich davon einen Koller bekäme, würde ich parallel auch noch ein Epos wie Wheel of Time auf Englisch lesen. ^^


    Na ja, werde mir mal überlegen, welche Version ich mir letztendlich zulege. Habe jetzt zwei Bücher (Vorgeschichte und Band 1 der Reihe) auf Deutsch. Aber Geld ist Held, also lieber die englische Sparvariante.


    Frage mich nur, wie solche Preise zustande kommen... Die Taschenbücher sind ja erst einmal nicht so besonders wie ein fliegendes Schwein. Es ist ein etwas größeres Format, minimal stabiler, wirkt aber trotzdem labberig. Selbst im Vergleich zu anderen teurer geratenen Taschenbüchern wirken die Preise extrem auf mich. Teilweise werden die Bücher als gebundene Ausgaben gelistet, weswegen ich die Preise zuerst für halbwegs angemessen hielt... Etwas irreführend. Aber ich will hier die Unterhaltung über die Reihe damit nicht zerschießen...

  • Bd. 2: The Great Hunt - Die Jagd beginnt


    Das zweite Buch setzt direkt nach dem ersten Band an. Die Geschichte wird lustig weitergesponnen. Neue Charaktere betreten die Bühne und so langsam dämmert den Protagonisten, das sie aus der ganzen Sache nicht mehr so einfach rauskommen, wie erhofft.


    Wie es sich für diese klassischen Fantasy-Geschichten gehört, wird wieder fleißig gewandert. Teils in anderen Konstelationen als im 1. Band. Diese permanente Wanderei ist natürlich aufgrund der dabei stattfindenden Ereignisse spannend und von Jordan gut geschrieben, dennoch bremst sie die Handlung teilweise künstlich aus. Zudem wächst das Personenkarrussel jetzt schon stetig an und man wünscht sich zwischendurch weniger Ablenkungen sondern eine stärkere Fokussierung auf den Hauptplott. Das Problem gibt es bei Martin ja leider auch.


    Trotzdem ist das Buch Fantasy at his best. Band 3 habe ich mir für in Kürze auf den SUB nach oben geschoben. Jetzt bin ich in der Geschichte drin und will sie auch mehr oder weniger flott durchziehen. Allerdings brauche ich nach solchen Schwarten trotzdem immer etwas Abwechslung.


    Schulnote auch hier: 2++

  • Den ersten Band habe ich heute auch fertig gelesen. Ich habe dabei die "Das Original"-Variante gewählt, der Vorteil des späten Einstiegs in die Reihe ist ja offensichtlich, dass man mittlerweile von dem blödsinnigen Splitten wegkommt.


    Auch ich fand das Buch für seine Länge erfreulich packend und schnell zu lesen, auch wenn der Hauptplot jetzt keinen Innovationspreis gewinnt (Junge vom Land wird zum Held und Weltretter, eine Gemeinschaft unterschiedlichster Charaktere bildet sich, es wird viel gewandert). Die unterschiedlichen Fraktionen, die hier im ersten Band bereits kurz vorkommen, erscheinen da schon etwas interessanter. Mal sehen, wie die sich in den folgenden Bänden in die Handlung einfügen.

  • Bd. 3: The Dragon Reborn - Die Rückkehr des Drachen


    Die dritte Schwarte setzt ca. ein halbes Jahr nach Bd. 2 an. Seinerzeit bin ich bei den gesplitteten deutschen Ausgaben nach Bd. 5 ausgestiegen, also genau in der Mitte dieses Buchs hier. Ich hatte damals einfach eine zu lange Pause eingelegt. Dabei ist dieser Band deutlich temporeicher als der letzte. Und eine weitere Besonderheit: Der Main-Charakter Rand al'Thor spielt nur eine kleine Nebenrolle. Der Fokus liegt hier deutlich auf den anderen Emond's Field Charakteren.


    Natürlich wird dann auch wieder ordentlich gewandert und gereist. Es werden neue Grüppchen gebildet und am Ende laufen sich dann eh wieder so gut wie alle über den Weg. Teils haben die halt ziemliche Umwege gemacht. ^^ Insgesamt finde ich die Entwicklung der Personen trotzdem etwas überzogen. Da wird in kurzer Zeit aus einem Bauernjungen der absolute Stockfighter... naja. Trotzdem ist das alles toll aufgebaut und die Welt wird immer größer und spannender.


    Ich hätte direkt mit Bd. 4 weiterlesen können, aber da kenne ich mich zu gut. Ich brauche Abwechslung. Sonst langweile ich mich spätestens in der Mitte des Buchs.


    Irgendwie gefällt mir der Schreibstil übrigens besser als der vom Fantasy-Kollegen George RR Martin.


    Schulnote: 2++