Vincent Preis 2019

  • Stimmt natürlich. Aber haben wir nicht eh etliche 'Gefälligkeitsstimmen', wenn ein paar Dutzend Foristen abstimmen, die vielleicht nur für Autor/in A oder B voten, weil der/die immer so nette Beiträge postet? So könnte man immerhin mit vielen Stimmabgaben 'werben'. Schwierige Sache, und je länger ich darüber nachdenke, desto ratloser bin ich ehrlich gesagt

    Ziel des Vincent Preis war es ja ursprünglich, nicht diejenigen auszuzeichnen, welche die meisten Bekannten haben sondern eine offene Fachjury zu etablieren.

    Schau mal die Limitierungen vieler nominierter Bücher. Das zeigt doch, So viele Leser haben die relevanten Bücher nicht.

    Wenn dann so eine Publikation von 400 Personen eine Stimme bekäme und eine Limitierung von 100 Exemplare hat, passt das nicht, oder?


    In der Realität haben gar nicht so viele Menschen Vincent Preis relevante Werke gelesen und von denen stimmt nur ein Teil ab.

    Schätze doch mal für dich wie viele den Vincent Preis Gewinner bei den Anthologien gelesen haben oder bei den Romanen. Wieviele sollen denn da abstimmen? Ist der Vincent Preis relevanter wenn der ortsansässige Gesangverein, die Fussballmannschaft oder der Möhnenclub Immerfroh mit abstimmt? Wo ist dann der Unterschied zu den Massen-5 Sterne Bewertungen von Amazon, die oft zahlreicher als Käufer sind?


    Nicht die Länge macht es, wenn ich den Spruch mal dazu ziehen darf.

  • Zitat

    Ist der Vincent Preis relevanter wenn der ortsansässige Gesangverein, die Fussballmannschaft oder der Möhnenclub Immerfroh mit abstimmt?

    Lieber Mammut, Du weißt, dass Du und ich diesbezüglich schon einmal einen Disput hatten, den ich für meinen Teil bis heute nicht vergessen habe. Ich kann mich auch noch an eine Formulierung von wegen: Die Blüten, die das Genre halt heutzutage so treibe, erinnern, die auf mich bezogen war. Ich wäre etwas vorsichtiger mit solchen Formulierungen, von denen ich persönlich mich schon einmal so sehr vor den Kopf gestoßen gefühlt habe, dass ich mich veranlasst sah, meine Werke von der Nominierungsliste streichen (dem Du dann soweiso nicht nachgekommen bist, und wo Vincent Voss beschwichtigend auf mich einwirken konnte) zu lassen. Beleidigungen dieserart sind DEFINITIV NICHT der richtige Weg, um einem Preis mehr Ansehen zu verschaffen. Das will ich auch hier noch einmal anmerken.

  • Das ist natürlich immer eine Gradwanderung... wenn der Gesangsverein das Buch, für das er abstimmt, auch gelesen hat, wird der Preis für mich schon relevanter. Aber man wird wohl nie eine praktikable Kontrolle haben, dass nur für tatsächlich Gelesenes abgestimmt wird. 62 Stimmen bei keiner bekannten Jury klingen zumindest nicht besonders relevant. Da könnte ein durchschnittlicher Gesangsverein oder die örtliche Fußballmanschaft alleine wahrscheinlich schon mehr Leute mobilisieren.

  • Zitat

    man wird wohl nie eine praktikable Kontrolle haben,

    Nur bei einem Jury-Preis mit Begründung kann man reine Sympathiestimmen ausschließen, und da nicht hundertprozentig. Wahrnehmung und breite Relevanz eines Preises werden meines Erachtens nach hauptsächlich über Netzwerke, Medienarbeit (Zusammenarbeit mit Presse und diversen Feuilletons) und Dotierung generiert (je mehr Punkte davon erfüllt sind, desto breitenwirksamer und angesehener). Das ist leider das System, in dem wir leben. Das heißt allerdings nicht, dass nicht auch ein kleiner Preis wie der Vincent Preis in der entsprechenden RezipientInnengruppe angesehen und relevant sein könnte. Da allerdings ist meines Erachtens die Objektivität der Vergabe und die Öffentlichkeitsarbeit wieder sehr wichtig. Und spätestens hier beißt sich die Katze in den Schwanz, wenn man nicht Acht gibt.

  • Das ist natürlich immer eine Gradwanderung... wenn der Gesangsverein das Buch, für das er abstimmt, auch gelesen hat, wird der Preis für mich schon relevanter. Aber man wird wohl nie eine praktikable Kontrolle haben, dass nur für tatsächlich Gelesenes abgestimmt wird. 62 Stimmen bei keiner bekannten Jury klingen zumindest nicht besonders relevant. Da könnte ein durchschnittlicher Gesangsverein oder die örtliche Fußballmanschaft alleine wahrscheinlich schon mehr Leute mobilisieren.

    Wie relevant ist denn eine Jury für dich bzw. wer müsste darin sitzen?

    Der VP ist wie der KLP ein Genrepreis und da ist der harte Kern halt recht übersichtlich. Beim DSFP kennst du wahrscheinlich auch niemanden, da sind ja gerade nicht die Autoren, etc., sondern SF Fans in der Jury vertreten.


    Beim KLP kann jeder abstimmen, der mindestens fünf Kurzgeschichten veröffentlicht hat:

    http://www.kurd-lasswitz-preis.de/KLP/KLP_Statuten.htm


    Der Vincent Preis, das schreibt Uwe Weiher ja in seinem Artikel, ist mehr oder minder ein Kleinverlagspreis. Da stimmen im Prinzip ähnlich wie beim KLP Abstimmungsberechtigte ab (alle die auf den Listen stehen und wer da schon mal drauf stand kann das ebenfalls). Dazu kommen alle, die bereit sind, sich in diesem Forum anzumelden.

    Damit schränkt man, trotz geringer Hürden, den Kreis der Abstimmenden ein. Der Kanickelzüchterverein meldet sich halt nicht so schnell im Forum an.


    Wenn man die Beschränkungen wegfallen lässt und ggf. alle Kontrollmechanismen weg lässt, bekommt man bestimmt eine dreistellige, vielleicht sogar vierstellige Anzahl an Abstimmenden zusammen. Diejenige, die den Vincent Preis fortführen, können das ja gerne machen. Aber der Grundsatz, das es sich um eine Kleinverlagsszene/Fandom handelt, da wird sich nichts dran ändern. Du kannst ja mal Markus, Elmar oder Eric fragen, zwischendrin haben die ja die Einschränkungen weg gelassen.


    Tobias Bachmann hat ja 2009 mit einem Buch in der 99 Auflage gewonnen:

    https://vincent-preis.blogspot…r-bisherigen-vincent.html


    Das Buch an sich ist ja nicht besser oder schlechter wenn es sich 4000 mal verkauft.


    Beispiel:

    2008 wurde Uwe Voehl mit Totentanz Zweiter:

    https://vincent-preis.blogspot…4/vincent-preis-2008.html


    2010 Thomas Finn mit Weißer Schrecken Zweiter:

    https://vincent-preis.blogspot…s-vincent-preis-2010.html


    Beides sind recht bekannte Autoren und beide veröffentlichen (auch) bei großen Verlagen. Totentanz erschien in einer 99 Auflage. Weißer Schrecken bei Piper, keine Ahnung, wahrscheinlich 4 oder 5stellig.


    Ist doch jetzt charmant, das beide auf dem gleichen Platz landen, genauso wie 2012 mit Rona Walter eine völlig unbekannte Autorin Zweiter wurde:

    https://vincent-preis.blogspot…vincent-preis-2012-1.html


    Uwe Weiher schreibt ja warum es schade wäre, wenn es den Vincent Preis nicht geben würde:

    Dies bedeutet keinen Preis und keine Preisverleihung mehr. Darüber hinaus gibt es dann keine Horrorlisten mehr, in denen sämtliche Titel des jeweiligen Jahrganges gesammelt werden. Dies würde die Horrorgemeinde in Deutschland empfindlich treffen. Die meisten in diesem Genre erscheinenden Titel kommen aus sogenannten Kleinverlagen. Für diese entfällt dann ein wichtiger Multiplikator. Besonders empfindlich trifft es auch die Kurzgeschichte bzw. die Anthologien und die Kurzgeschichtensammlungen. Diese haben eigentlich nur hier (und im DPP, der aber in diesem Jahr nicht verliehen wurde) eine Plattform. Diese Literaturgattung hat es in Deutschland ohnehin nicht leicht.


    Eine Auszeichnung für die, die der Szene ihr Werk präsentieren. Und wenn man da nominiert ist und gewinnt, ist das doch schöner, wenn das ehrlich passiert als wenn man selbst dafür sorgt (was im Extremfall passiert wenn man die Abstimmung völlig unkontrolliert lässt).


    Ich bleibe daher bei meiner Meinung, weniger ist mehr und wenn ich persönlich mit einer Kurzgeschichte nominiert wäre und wüsste, da habe ich selbst nichts dran gedreht, wäre ich furchtbar stolz. Wenn die zukünftigen Organisatoren aber meinen, Big is beautiful, also den Weg des DPP gehen, ist das natürlich deren Sache. Neue Leute sollen ja neue Wege gehen, es sollen sich nur diejenigen bewusst sein, wohin sie gehen wollen.


    Wenn die Beschränkungen wegfallen braucht ihr euch auf jeden Fall nicht regelmäßig beschimpfen lassen, das es sie gibt. Das ist besser für den Blutdruck.


    Und letztendlich steht das Werk ja am Ende für den Preis. Dir zum Beispiel hat ja 12 Monate Angst gefallen und da 2017 den Vincent Preis gewonnen hat, denkt man dann bestimmt ein wenig positiver über den Vincent Preis:

    https://vincent-preis.blogspot…s-vincent-preis-2017.html


    Zu den anderen beiden Post:

    Sympathiestimmen kann man übrigens nie ausschließen, selbst bei einer Jury mit Begründung. Den Rest lasse ich mal unkommentiert stehen.

  • Wir können gerne konstruktiv über's Thema sprechen, auf Metadiskussionen lasse ich mich nach Nicht-Kommentaren nicht ein, das ist mir persönlich zu anstrengend. Weil ich hier auch keinen Streit vom Zaun brechen möchte, sondern es mir per se um das öffentliche Auftreten von PreisorganisatorInnen und die Auswirkungen auf denselbigen ging, wäre es das für mich jetzt auch wieder gewesen. Wir haben dieses Gespräch ja eh schon einmal sehr fruchtlos geführt, das muss man in dieser Qualität nicht unbedingt wiederholen.

  • Wir können gerne konstruktiv über's Thema sprechen, auf Metadiskussionen lasse ich mich nach Nicht-Kommentaren nicht ein, das ist mir persönlich zu anstrengend. Weil ich hier auch keinen Streit vom Zaun brechen möchte, sondern es mir per se um das öffentliche Auftreten von PreisorganisatorInnen und die Auswirkungen auf denselbigen ging, wäre es das für mich jetzt auch wieder gewesen. Wir haben dieses Gespräch ja eh schon einmal sehr fruchtlos geführt, das muss man in dieser Qualität nicht unbedingt wiederholen.

    Das einzige was du hier gemacht hast ist gestänkert. Nicht mehr, nicht weniger. Ich habe meine Meinung gesagt und du hast dich angesprochen gefühlt, da kann ich leider nichts für.

    Du kannst aber gerne meine oben genannten Argumenten mit deinen entgegen anstatt mich sinnlos zu beschimpfen.

  • Zitat

    Dann lasse mich diese Nicht-Diskussion trotz allem doch noch so versöhnlich schließen (was nichts am vorher von mir Gesagten ändert), dass ich Dich keinesfalls beschimpfen oder grundlos stänkern wollte, weil ich auch hoffe, einem Alter, in dem so etwas hinnehmbar wäre, schon lange entwachsen zu sein; dass ich den Vincent Preis als wichtig erachte und dass ich Dich für Deinen Arbeitsaufwand diesbezüglich nur respektieren kann. Einen Preis ohne entsprechende externe Ressourcen in die Relevanz zu führen, ist Sisyphos-Arbeit, dazu braucht es Herzblut und viel Willen. Wie ich auch in unserem letzten Gespräch, das in ähnlichen Spuren verlief, mehrfach erwähnt habe, wünsche ich mir, dass der Vincent Preis wächst und gedeiht, und wäre bereit alles beizutragen, was ich beitragen kann (mich allerdings direkt in die Organisation einzubringen ist als Schreibender für mich ein Ding der Unmöglichkeit).

    Auch das enthielt jetzt keinerlei Argumentation, aber schließt diesen leidlichen und festgefahrenen Bogen hier hoffentlich mit einem Punkt.

  • Ich wollte hier echt nicht für Stunk sorgen. Jeder, der bislang Herzblut in den Vincent oder die deutsche Phantastik generell gesteckt hat, hat definitv meinen Respekt. Ich selber hatte mich in den letzten Jahren - aus ganz persönlichen Gründen - fast komplett aus der Phantstik und dem Internetleben generell zurückgezogen und bin deshalb auch nicht im Bilde, was da alles gelaufen ist. Versteht meine Meldungen hier also bitte, bitte als gutgemeintes Nachfragen.

    Hab auch gerade mal einen Beitrag bei Facebook erstellt. Vielleicht hat dort ja jemand eine gute Idee

  • Dann lasse mich diese Nicht-Diskussion trotz allem doch noch so versöhnlich schließen (was nichts am vorher von mir Gesagten ändert), dass ich Dich keinesfalls beschimpfen oder grundlos stänkern wollte, weil ich auch hoffe, einem Alter, in dem so etwas hinnehmbar wäre, schon lange entwachsen zu sein; dass ich den Vincent Preis als wichtig erachte und dass ich Dich für Deinen Arbeitsaufwand diesbezüglich nur respektieren kann. Einen Preis ohne entsprechende externe Ressourcen in die Relevanz zu führen, ist Sisyphos-Arbeit, dazu braucht es Herzblut und viel Willen. Wie ich auch in unserem letzten Gespräch, das in ähnlichen Spuren verlief, mehrfach erwähnt habe, wünsche ich mir, dass der Vincent Preis wächst und gedeiht, und wäre bereit alles beizutragen, was ich beitragen kann (mich allerdings direkt in die Organisation einzubringen ist als Schreibender für mich ein Ding der Unmöglichkeit).

    Auch das enthielt jetzt keinerlei Argumentation, aber schließt diesen leidlichen und festgefahrenen Bogen hier hoffentlich mit einem Punkt.

    Ein schönes Schlusswort. Belassen wir es dabei.

  • Ich wollte hier echt nicht für Stunk sorgen. Jeder, der bislang Herzblut in den Vincent oder die deutsche Phantastik generell gesteckt hat, hat definitv meinen Respekt. Ich selber hatte mich in den letzten Jahren - aus ganz persönlichen Gründen - fast komplett aus der Phantstik und dem Internetleben generell zurückgezogen und bin deshalb auch nicht im Bilde, was da alles gelaufen ist. Versteht meine Meldungen hier also bitte, bitte als gutgemeintes Nachfragen.

    Hab auch gerade mal einen Beitrag bei Facebook erstellt. Vielleicht hat dort ja jemand eine gute Idee

    Sorry, ich wollte dich nicht erschrecken. Ich dachte, ich erkläre was wir warum gemacht haben. Aber ich sehe schon, das ist kontraproduktiv. Ich schweige besser.