• Gespensterlicht



    Meinung:

    "Gespensterlicht" scheint mir ziemlich autobiographisch zu sein. Cassius (gab es den nicht auch bei Shakespeare?) ist, genau wie Leiber, ehemaliger Alkoholiker und seine Frau beging mit Barbituraten und Alkohol Selbstmord. Sollte er wirklich ein Alter Ego des Autors sein (und das sind viele Figuren bei Leiber), dann geht dieser hier jedoch ziemlich hart mit sich ins Gericht: Cassius hat durch seinen Alkoholismus seinen Sohn völlig vernachlässigt; ist ein alter Lüstling, der junge (sehr junge) Frauen angräbt und war am Abend an dem seine Frau starb, so zugedröhnt dass er es noch nicht mal mitbekommen hat. Schlimmer noch, er hat sogar die Befürchtung dass er sie im Rauschzustand erwürgt haben könnte und sich nur nicht mehr daran erinnern kann. Das lässt sich sicher nicht alles eins zu eins auf Leiber übertragen, aber er scheint hier definitiv ein paar Schuldgefühle und Traumata zu verarbeiten.

    Hallo Cheddar Goblin,
    ich danke für den Hinweis, weil ich gerne noch viel mehr von Leiber lesen möchte. Deine Einschätzung seines Spätwerks deckt sich mit – wie ich finde – einem wirklich hervorragendem Roman von ihm: "Our Lady of Darkness". Warum dieses Kleinod nur ein einziges Mal um 1980 herum ins Deutsche übersetzt wurde, ist mir ein Rätsel.
    Auch dort ist der Protagonist ein nur schwach verfremdetes Alter Ego des nunmehr trockenen Fritz Leiber, der langsam aus dem Alkoholstupor zu sich kommt und wieder zu leben beginnt.

    Ich mache mich auf die Sache nach Gespensterlicht und empfehle ganz, ganz dringend "Our Lady of Darkness". (Deutscher Titel "Herrin der Finsternis", oder so ähnlich. Nicht ganz so gelungen, aber eine griffige Übersetzung ist da auch nicht so ganz trivial)

  • Ich habe mal vor Jahren eine übersetzte Kurzgeschichte von Fritz Leiber gelesen (ich meine in einer Anthologie), in der ein Mann auf Anweisung seiner tyrannischen Ehefrau, seine Katze(n) in den Keller verbannen muss, und er sie (die Katze) heimlich füttert. Ich finde ums Verrecken nicht heraus, welche Story das war. Weiß es jemand von euch?

    Schau mal hier ob das passt:

    Fritz Leiber - Seite 2 - SF-Forum

  • Help wanted! Ich suche noch 2 Kurzgeschichten von Fritz Leiber aus alten Heyne Anthologien. Bei Booklooker bekommt man sie zwar noch, aber die Preise sind eher ungenießbar.

    Und zwar suche ich:


    »Schizo-Jimmy« aus 22 Horror Stories

    »Das Hexenei« aus 11 Hexen Stories


    Gibt es jemanden hier, der mir die Stories abfotografieren würde?

  • In der aktuelle Ausgabe vom Lovecrafter – dem Magazin der Deutschen Lovecraft Gesellschaft e. V. – wird ein Schwerpunkt auf Fritz Leiber (und dessen Beziehung zu Lovecraft) gelegt.


    Neben zwei Texten des Chefredakteurs René Porschen zu Leiber stach mir vor allem die Vorstellung des Films The Equinox … A Journey into the Supernatural ins Auge, in welchem Leiber einen kurzen Auftritt hat. Es handelt es sich um eine absolute low-budget-Produktion (bzw. no-budget-Produktion), von der es eine Urfassung von 1967 sowie eine erweiterte von 1970 gibt. Autor Sebastian Göttling beschreibt in seinem kurzweiligen Text, was Dennis Muren – kreativer Kopf der Ursprungsidee – antrieb, sich an den Streifen zu wagen.


    Ich habe mir eine DVD bestellt, die beide Fassung enthält (aber noch nicht geschaut). Der Streifen – ein Horror/Fantasy-Mix mit typischen Stop-Motion-Animationen – von 1967 ist indes auch auf YouTube anzusehen:


    Link: The Equinox … A Journey into the Supernatural

  • Ich habe mir eine DVD bestellt, die beide Fassung enthält

    Den Artikel hatte ich auch zur Kenntnis genommen. Ich bin gespannt auf deine Vorstellung hier im Forum, sobald du die Disc sichten konntest.

    "The amount of weird material I have not read is appalling"


    HPL to CAS, 1925