Rainer Zuch - Nosferatus Schatten


  • Inhalt:

    "Auf einmal wurde es dunkel. Etwas schnürte ihr die Luft ab. Sie bekam Angst, zwang sich aber, nach oben zu schauen. Ein riesiger, formloser Schatten hatte sich über den Kirchhof gelegt, sperrte das Licht des Mondes aus und tauchte die Kirche, den Hof und die Häuser in Finsternis."

    Die Medienwissenschaftlerin Theresa Winterstein nutzt ein Freisemester um an ihrem Buch über den 1921 von Friedrich Wilhelm Murnau gedrehten Stummfilmklassiker "Nosferatu" zu arbeiten. Als sie die originalen Drehorte besucht, wird ihr allmählich bewusst das Nosferatu seinen Schatten auch auf sie geworfen hat.


    Da mir Zuchs "Thronos" und "Planet des dunklen Horizonts" außerordentlich gut gefallen haben, bin ich auf die nächste Goblin-Pess-Veröffentlichung wirklich gespannt. Die Prämisse klingt schon mal interessant und erinnert ziemlich stark an E. Elias Merhiges Film "Shadow of the Vampire", der sich ebenfalls mit den Dreharbeiten von Murnaus Meisterwerk beschäftigt hat. Aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie steht leider noch nicht fest, wann "Nosferatus Schatten" erscheinen kann, ich hoffe aber mal, dass es demnächst soweit sein wird. Neben der Novelle von Rainer Zuch wird das Buch übrigens noch Fotographien von Angelika Schönborn enthalten. Auf der Facebook-Seite der Goblin Press gibt es bereits ein paar erste Impressionen.

  • Cheddar Goblin

    Hat den Titel des Themas von „Rainer Zuch -Nosferatus Schatten“ zu „Rainer Zuch - Nosferatus Schatten“ geändert.
  • Cheddar Goblin


    Auch wenn ich den Horizont aus einer Reihe von Gründen nicht so mochte, finde ich Zuch außerordentlich spannend und bin sicher, es gibt Werke, die mir wirklich gefallen werden. Auf dieses Buch bin ich auch schon ganz heiß, u.a. weil meine Familie mütterlicherseits aus Lübeck stammt und ich die Drehorte dort gut kenne (und eben, die Illustrationen sehen grandios aus!). Ich hoffe, bis zum Erscheinen wird auch Thronos wieder erhältlich sein - das ist momentan wohl eine Zeitfrage bei Jörg, kein grundsätzlicher Engpass.


    Vielen - vielleicht schriebst du das sogar, Goblin? - schätzen dieses Buch ja weitaus mehr als den Horizont. Und vom Reinlesen ging es mir genauso, scheint ein anderer Stil zu sein.

  • Stimmt, mir hatte der Horizont wesentlich besser gefallen als dir. Die Mischung aus Horror und Sci-Fi trifft bei mir aber auch immer einen Nerv. Ich hatte da beim Lesen permanent Giger-Bilder im Kopf. Stellenweise musste ich auch an den Atomvulkan von den Strugatzkis denken... aber ja, "Thronos" würde ich trotzdem als das stärkere Werk betrachten.

  • Inzwischen gelesen.

    Das ausführliche Vorwort und die vielen Fotographien machen dieses Goblin Press-Buch definitiv zu etwas Besonderem. Aber auch die eigentliche Novelle ist recht ungewöhnlich: Statt Horror präsentiert Zuch hier nämlich eher ein reines Psychogramm bzw. einen "Sturz in den Brunnen der Depression". Besonders die traumähnliche Atmosphäre, die mich gelegentlich an "Wenn die Gondeln Trauer tragen" denken ließ, hat mir richtig gut gefallen. Und das (leider recht antiklimaktische) Ende lässt viel Raum für Interpretationen.