The Dark and the Wicked


  • „Es geht dem Ende entgegen. Dessen sind sich die Geschwister Louise (Marin Ireland) und Michael Straker (Michael J. Abbott Jr.) bewusst. Zum vermutlich letzten Mal besuchen sie ihren todkranken, bettlägrigen Vater David (Michael Zagst) auf der elterlichen Farm weit im US-amerikanischen Hinterland. Die beiden wollen zudem ihrer psychisch labilen Mutter Virginia (Julie Oliver-Touchstone) zur Seite stehen. Doch bald schon häufen sich merkwürdige Vorkommnisse. Während Virginia immer unberechenbarer wird, versuchen ihre Kinder die Nerven zu behalten. Aber ist es wirklich nur die Gewissheit des Unausweichlichen, die Louise und Michael diese schaurige Eiseskälte verspüren lässt? Fühlen sich die Zimmer und Gänge des Hauses nur zunehmend beengter an? Oder liegt etwas auf der Lauer in der bleiernen Finsternis der nächtlichen Weite? Wartet in den dunklen Ecken des Gehöfts? Macht sich bereit – im Raum nebenan?“


    Meine Meinung:

    Eine Hütte mitten im Nirgendwo, eine alte (vermeintlich psychisch kranke) Frau, die sich von einer seltsamen Entität verfolgt fühlt, eine Familie, die systematisch immer mehr in den Wahnsinn abgleitet... ein bisschen hat mich „The Dark & The Wicked“, den ich vor ein paar Tagen bei der Online-Ausgabe des Shivers-Festival gesehen habe, an den großartigen Indie-Film „Sator“ erinnert. Die langsame Erzählweise, die religiösen Bezüge und die kammerspielartige Atmosphäre ließen mich zudem stark an „The Witch“ denken. Nicht unbedingt die schlechtesten Referenzen also.

    Insgesamt haben wir es hier jedenfalls mit einem recht sperrigen Werk zu tun, welches glücklicherweise mehr Arthouse-Kino als plumper Jumpscare-Horror ist - Zumindest größtenteils. Besonders Hauptdarstellerin Marin Ireland macht dabei einen fantastischen Job. 90 Minuten leidet sie sich kettenrauchend durch die Handlung und wird dabei immer mehr zum seelischen Wrack. Für ihre Performance hätte sie definitiv den Shelley Duvall-Gedächtnisaward verdient :D.

    Gerade die absolute Hoffnungslosigkeit war es dann auch, die mir bei „The Dark & The Wicked“ besonders gut „gefallen“ hat. Zudem ist der Film, der seine Schockeffekte sehr wohldosiert einsetzt, teilweise wirklich ziemlich creepy. Die heftigen Gewaltspitzen (gegen Ende) hätte ich aber nicht gebraucht. Generell geht dem Film in Richtung Finale doch sichtlich die Puste aus. Die letzte Szene - Völlig unspektakulär. Und damit, dass man schlussendlich absolut keine Erklärung für den ganzen Terror bekommt, muss man auch klarkommen. Mich stört so etwas aber grundsätzlich eher weniger bzw. überhaupt nicht.


    Fazit:

    „The Dark & The Wicked“ ist ganz sicher kein Meisterwerk, aber mMn dennoch sehenswert. Besonders wenn man auf atmosphärischen und beklemmenden Slow-Burn-Horror steht. Auch wenn Regisseur Bryan Bertino (The Strangers) sicherlich weit von der Qualität eines Ari Asters oder Robert Eggers entfernt ist. (6,5/10)