Beiträge von Felix

    Eher zufällig bin ich auf den Film "Die tödlichen Träume" gestoßen, der wohl verschiedene Motive aus dem Werk von E.T.A. Hoffmann aufgreift. Kennt jemand von euch diesen Film? Oder weiß sogar, ob es aktuelle eine Möglichkeit gibt, ihn zu sehen? Bei den üblichen Streaming-Diensten habe ich ihn gefunden und eine DVD gibt es meines Wissens auch nicht.


    Hier die IMDB-Seite: https://www.imdb.com/title/tt0348269/

    Hier die Wikipedia-Seite: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_t%C3%B6dlichen_Tr%C3%A4ume

    Wie mans nimmt. Neu kostet das Porto für uns Schweizer 17.95 Euro. Ein Buch ohne ISBN Nummer kann ich nicht im Buchladen bestellen, muss das also direkt beim Verlag tun. Für die Portoerhöhung kann Festa nichts, da sind andere schuld. Aber Festa sollte den generellen Buchmarkt bedienen. Diese Scheisse kotzt mich nur noch an (sorry für den Wortschatz - aber für meine Gefühle gegenüber dem Festa Verlag gibts kaum mehr positive Worte).

    Ich habe ja nie behauptet, dass die reihe billig sei. Wenn ich mir aber daneben die Festa-Sammlerausgaben anschaue, dann ist diese Reihe im Preis doch noch vergleichsweise in Ordnung.

    17,95 € für Porto für eine Büchersendung (die dann natürlich anders heißt) finde ich richtig heftig und einfach daneben. Da werden viele Verlage aus Deutschland, die auf Direktvertrieb setzen, in Zukunft kräftig schlucken müssen. Ich gehe davon aus, dass Festa den Buchhandel in manchen Reihen umgehen will, um sich die Händlermargen zu sparen. Vielleicht ändert sich das ja jetzt wieder angesichst des enorm steigenden Auslandsportos.

    Die dritte Geschichte hat mir wieder richtig gefallen. Diesmal eine Variation des Tod-/Teufel-Motivs mit durchaus unheimichen Momenten.


    Der Band hat mir so gut gefallen, dass ich mich mal nach anderen Werken des Autors umgesehen habe. Im Moment sind neu "Bahnfahrt mit Sherlock Holmes: Kriminalnovellen" und "Durch wessen Hand?", ein Kriminalroman, zu bekommen. Kennt jemand von euch diese Bücher?

    Die Titelnovelle hat mir gut gefallen. Ein schöne Variation des Pygmalion-Mythos mit anleihen an L'Ève future, wenn auch etwas simpler gestrickt. Mit dieser Novelle ist es schon einer meiner liebsten Block-Privatdrucke.


    Die zweite, deutlich kürzere Geschichte fällt dahinter weit zurück. Hat mir nicht gefallen.


    Den dritten Titel habe ich noch vor mir.

    Das schmale Buch ist wirklich eine Erzählung, wie es auch auf dem Umschalg heißt, oder allenfalls eine Novelle. Neben dem groß gesetzten Text weist es eine ganze Reihe von schwarz-weiß Fotografien auf, mit denen ich eher die 70er Jahre assoziieren würde, inhaltlich geht es aber eher in die nahe Zukunft und der Geschichte schrammt knapp an der SF vorbei. Hinzu kommt, dass mit Tokio völlig fremd ist und auch die Schilderungen dieser Stadt dadurch fast phantastisch anhauchen. Stilistisch ist der Text ungewöhnlich, aber dadurch keineswegs schwierig zu lesen. Ein kurzes Leseerlebnis, kaum begonenn, schon durch, das mir gut gefallen hat.

    Ralph C. Doege

    YUME – Träumen in Tokio

    Erzählung


    Gebunden mit Schutzumschlag, Lesebändchen

    120 Seiten

    ET: 02/2020


    16,00 € [D], 16,50 € [A]

    ISBN: 978-3-902711-91-5



    Klappentext:

    Ich habe es gelesen, und mich hat es über die gesamte Länge begeistert, weil es in vielen Grauschattierungen und nachvollziehbar schildert. Ich habe es mindestens auf einem Niveau mit "Report der Magd" empfunden, wenn nicht sogar noch besser.

    Es ist ganz sicher ein guter Roman und mehr noch: auch ein wichtiger. Allerdings würde ich nicht so weit gehen, wie du Erik. Die Intensität von "Report der Magd" erreicht "Die Geschichte der schweigenden Frauen" meines Erachtens nicht und spart auch die drastische Darstellung des Lebens derjenigen weitgehend aus, die es systemisch am schlimmsten getroffen hat. Aber Vergleiche mit Genre-Klassikern helfen auch nicht immer weiter. "Die Geschichte der schweigenden Frauen" ist eigenständig genug, keine bloße Kopie, und in diesen Tagen erstaunlich aktuell.


    Nebenbei: Zwischenzeitlich habe ich mich gefragt, ob es sich wirklich um einen phantastischen Roman handelt oder "nur" um eine Allegorie, bei der die emotionalen Aufgaben von Ehe und Prostitution einfach ins Gegenteil gekehrt wurden, aber ansonsten nicht grundsätzlich viel am gesellschaftlichen Aufgbau geändert wurde. Solche traditionell-patriarchalen, stark hierarchischen Gesellschaften gibt es doch auch gegenwärtig, vielleicht sogar allgegenwärtiger, als es uns lieb ist. Vielleicht genügt diese Brechung der Realität aber auch schon, um an genau solchen Gesellschaften Kritik zu üben, ohne dass die Autorin Repressalien berfürchten müsste.

    Es könnte sein, dass hier am deutlichsten wird, dass ET als Philosophie-Professor wirken möchte, aber nunmal keiner ist und deshalb die Relevanz der genauen Klärung dieses Punkts übersieht

    Weil dieser Aspekt meiner Kritik vermutlich sehr hart klingt, schiebe ich noch ein paar Informatione nach. Laut Wikipedia ist Eugene Thacker promovierter Komparatist, also vergleichender Literaturwissenschaftler. Aktuell hat er eine Professur im Bereich der Medienwissenschaften inne. Beide Disziplinen sind natürlich Philosophie-affin, aber weisen andere Erkenntnisinteresse, methodische Herangehensweisen und Fachkulturen auf als die Philosophie. Das ist natürlich nicht per se schlechter, fällt aber in der Regel auf, wenn jemand sich in anderen Disziplin bewegt als derjenigen, mit der man am vertrautesten ist.

    Die Quaestio II ist überschrieben mit "Über die Frage, ob es Dämonen gibt und wie man sie erkennt". Beantwortet wird diese Frage nicht im Ansatz, es geht also mit dem Etikettenschwindel weiter. Warum macht er das?


    Das Kapitel selbst ist in tilen gar nicht so uninteressant. Man kann ET durchaus einen Eurozentrismus vorwerfen und auch eine Blindheit für kulturelle Erzeugnisse seit dem Mittelalter, aber er will halt in die Anfänge gehen. Seine 4 Etappen des Dämonenverständnisses in der Menschheitsgeschichte sind deshalb auch nicht mehr als eine Skizze, bei der er vergisst, dass die Welt bei Weitem nicht so "entzaubert" (siehe Max Weber, den er leider nicht zitiert) ist, wie er behauptet. Danach will er die Dämonen bei ihren Ursprüngen fassen, also der Bibel und Dantes "Inferno". Diesen Weg kann ich gut verstehen und deute ihn nicht als Perspektive eines Christen, sondern als Versuch, an die "westliche" Geistesgeschichte anzuknüpfen. Und endlich, endlich wendet er sich konkret den Gegenständen zu, die er analysiert.

    Insbesondere bei Dante kann ich seinen Schlussfolgerungen nicht folgen und hätte mir ein wenig mehr Erläuterung gewünscht, die zitierten Stellen sprechen nämlich meines Erachtens nicht für sich (Er zitiert etwas, danach heißt es: "Wie wir kurz darauf erfahren, ...", diese relevante Stelle wird aber nicht zitiert) und zeigen mir nicht, anders als er verspricht, den dritten Dämonen-Typus.


    Insgesamt gehe ich bei ET mit, wenn er schreibt: "Ein Weg bleibt noch offen, – die Perspektive des Nichtmenschlichen selbst. Als denkende, verkörpernde Wesen, die wir nicht im stande sind, uns vollständig von den Subjekt-Objekt-Beziehungen zu lösen, die uns ausmachen, ist dies fraglos ein paradoxer Schritt." (44f) Aber was heißt hier eigentlich das von ET viel benutzte "paradox"? Ist es ein Synonym für "unmöglich", ohne dass man sich festlegen muss? Weiter heißtes dann auch: " Eigentlich ist er von Anfang an zum Scheitern verurteilt."(45) Warum nur "eigentlich"? Was soll dieses Abtönungspartikel? Rhetorisch hält es ihm zusammen mit dem "paradox" die Tür offen, etwas eigentlich Unmögliches auch zu versuchen. Die Berechtigung hierfür holt er sich aus dem dritten Dämonentypus. Aber warum das so ist und damit Paradoxie (i.S.v. Unmöglichkeit) aufzulösen scheint, stellt er nicht da und ich verstehe es auch nicht. Wie kann man an einer so relevanten anthopologischen und erkenntnistheoretischen Frage so lückenhaft vorbeimäandern? Es könnte sein, dass hier am deutlichsten wird, dass ET als Philosophie-Professor wirken möchte, aber nunmal keiner ist und deshalb die Relevanz der genauen Klärung dieses Punkts übersieht.


    Obwohl ich eine kritische Position haben, werde ich noch weiterlesen. Mal abwarten, was da noch kommt.

    Ich habe sofort mal weitergelesen. Das Zwischenkapitel finde ich gut, aber dann geht es mit dem "Black" im Black Metal weiter und das Kapitel stört mich gewaltig. Das ist nicht der Fall, weil er nur Dummes oder Falsches oder so schreiben würde, sondern aus methodischen Gründen.


    ET gibt vor, etwas über Black Metal sagen zu wollen, genauer um die Bedeutung des Wortes "Black" in "Black Metal". Dabei klärt er nicht, was Black Metal eigentlich für ihn ist: Ein Musikgenre, ein Subgenre, Dichtung, eine Kultur? Und warum Black Metal "Horror" ist, setzt er auch einfach nur, ohne echt begründung Darstellung. Hier könnte ich schon einhaken, weil er die Verwendung von Motiven des Horror mit dem Horror-Genre gleichsetzt. Oder habe ich da etwas überlesen?


    Kritischer sehe ich aber sein allenfalls deduktiv zu nennendes Vorgehen: Das heißt, er entwickelt mit Rückgriff auf die Geistesgeschichte (etwas sehr Lückenhaft) drei verschiedene Bedeutungen von "Black" und ordnet dann auffallend wenige Alben darin ein. Das ist ein guter Weg, wenn man in der Geistesgeschichte belesen ist, aber eigentlich keine Ahnung von dem kulturen Phänomen hat, über das man sich äußern und etwas klug Klingendes sagen will. (Dazu passt auch, dass er im Grunde keine Quellen richtig angibt und Zitate bis auf wenieg Ausnahmen tunlischst vermeidet. Man soll ihm halt glauben.)

    Durch das gewählte Vorgehen schließt er bereits methodisch und damit systematisch aus, dass dem Metal selbst ein kulturelles und bedeutungsstiftendes Innovationspotential innewohnt und sei es nur eine marignale Bedeutungsverschiebung. Denn: Mit Schopenhauer, Nietzsche und Lovecraft sei ja eigentlich schon alles gedacht und Popularkultur remixe nur noch das althergebrachte.

    Wenn man ehrlich ist, illustriert "Black Metal" in dem Text allenfalls als Beispiel ETs Gedanken, ist aber nicht Gegenstand seiner Betrachtung. Für mich ist das Kapitel daher ein Etikettenschwindel.


    Entsprechend stimme ich euch auch voll zu, wenn ihr schreibt:


    Mir ist auch unklar, woher er all diese Annahmen nimmt. Black Metal als Satanismus existiert erst, seit die norwegische Presse die Kirchenbrände so bezeichnet hat. Die waren allerdings nicht satanistisch, sondern aus politischen Gründen anthiteistisch, höchstens 'heidnisch'.


    2. Black Metal: meine Einschätzung liegt da etwas anders. Venom und das erste Album von Bathory, sowie Mayhem, von denen sich u.a. norwegische Black Metal-Bands gerne herleiten, sind schon klar satanistisch gestylt, i.e. maximale Häresie durch Inversion, spätere Bathory geben dann ein Beispiel und Vorbild für eine Emanzipation/Apostase vom Christentum hin zum Paganismus. Insofern kann man Thacker hier quasi generisch/evolutionär lesen, sollte aber bedenken, dass BM Bands da wohl nicht immer so streng logisch gedacht haben wie man das hier verstehen könnte. Ich denke, es geht da in erster Linie um Antagonismus, also könnte man Black z.B. auch einfach mit böse/evil assoziieren.

    Denn ihr geht von dem pokulturellen Phänomen "Black Metal" selbst aus und ... Überraschung! ... es ist doch deutlich komplexer als man denkt. Übrigens gibt es eine differenzierte Popkultur, Popmusik und auch Metal-Forschung, zum Beispiel auch aus theologischer Perspektive. Total spannend, wäre ergiebig für so ein Kapitel. Hätte ET aber vielleicht mal reinschauen sollen.


    Ich wünsche mir etwas mehr Substanz, eine stärkere Hinwendung zum Gegenstand und hoffe, es geht nicht so weitet .

    Diese und nächste Woche muss ich beruflich jeden Tag 100 bis 200 Seiten mir z.T. fachfremde Forschungsliteratur lesen. Deshalb habe ich erst jetzt einen Blick in das Buch gewagt und lese gleich weiter. Deshalb bin ich aber gerade auch froh, die deutsche Asugabe zu haben, was das private Lesen ein wenig erleichtert.


    Das Vorwort greift schon viele Fragen auf, bei denen ich einhaken möchte und mit deren Lösung ich nicht ganz oder gar nicht einverstanden bin: Das trifft die Heuristik der drei Welten, die Nennung zahlreicher Paradoxien (die nur unterspezifischen Pespektiven Paradoxien sind), die Rolle wissenschaftlicher Erkenntnisse (Immer nur harscharf am Positivismus vorbei), die Definition von Kultur und auch die Definition von Horror. Da das aber alles nur angetippt und vermutlich im weiteren Verlauf noch genauer entfaltet wird, will ich jetzt nicht darauf eingehen, sondern bin gespannt, wie es weiter geht. Denn anregend ist die Lektüre bisher auf jeden Fall.


    Was mir auffällt, ist der enorm assoziative Stil, bei dem Begriffe weder exakt definiert, als durch Suchbewegungen charakterisiert werden? Ist das eine Folge der Übersetzung oder auch im Englsichen Original nicht anders? Stilistish ist das natürlich geschickt, denn Begriffe werden dadurch "gefühlt" greifbar und vielfach einsetzbar, aber es hilft eben nicht bei der Suche nach Klarheit und Eindeutigkeit. Dadurch verortet sich das Vorwort eher im Feuilleton, als in einer wissenschaftlichen Abhandlung. Aber es ist eben auch erstmal nur das Vorwort.


    Ich lese dann erstmal weiter und gehe dann expliziter auf eure Eindrücke und Beiträge ein.