Beiträge von Felix

    Ich würde es als einen durch Lovecraft inspirierten, kollaborativen Dungeoncrawler bezeichnen. Sehr stimmungsvoll aufgemacht, nicht allzu kompliziert, aber auch nicht zu leicht. Ich habe es mal bei einem Freund gespielt und wir hatten einen wirklich unterhaltsamen Abend.

    Der Steidl Verlag, in dem ja auch Alexander Pechmann veröffentlicht, hat eine neue Reihe mit Klassikern gestartet: Steidl Nocturnes. Unter den ersten drei Bänden sind auch phantatsische Geschichten und soweit ich weiß, sogar eine Sammlung von Richard Middleton in deutschsprachiger Erstübersetzung. Die schmalen Bände sind schön gestaltet, in Leinen und mit Fadenheftung gebunden. Die Reihe macht also einen echt guten Eindruck und läuft, zur Verwunderung meiner Buchhändlerin wohl erstaunlich gut.


    Die ersten drei Bände sind:



    Robert Musil: Der Fall Moosbrugger

    Zitat

    Im Jahr 1910 brachte ein bereits zuvor wegen Mordes verurteilter Täter in Wien eine Frau auf brutalste Weise ums Leben. Der Mörder Christian Voigt ging – wie Jack the Ripper – in die Kriminalgeschichte und als Moosbrugger mit Robert Musil in die Literaturgeschichte ein. Musil, seit Anfang 1911 in Wien, verfolgte den Prozess mit großem Interesse und baute ihn in die Architektur seines komplexen Romans Der Mann ohne Eigenschaften ein. Die handelnden Figuren – Ulrich, Agathe, Clarisse – sehen in Moosbrugger einen Unverstandenen, dem man helfen müsse. Die geistig verwirrte Clarisse will in Moosbrugger, da er Zimmermann ist, sogar eine Reinkarnation des Erlösers erkennen. Der Mörder wird aus dem Gefängnis befreit und in einer als Versteck angemieteten Wohnung untergebracht, wo sich die Bedienstete Rachel um ihn kümmert. Hier nun entfaltet sich ein Kammerspiel am Rande des Schreckens, das ständig in die Katastrophe abzukippen droht. Das beklemmende Psychogramm Moosbruggers, das den Autor auf der Höhe seiner Kunst zeigt, ist nicht nur eine atemberaubende Lektüre, es eröffnet den Leser*innen auch einen faszinierenden Zugang zu Musils oft als unzugänglich empfundenen Roman.

    https://steidl.de/Buecher/Der-…Nocturnes-0009113538.html



    Richard Middleton: Das Geisterschiff

    Zitat

    Das kleine Dörfchen Fairfield, an der Portsmouth Road zwischen dem Meer und London gelegen, erlebt nach einem Wirbelsturm etwas höchst Verwunderliches: Mitten im Rübenacker des Gastwirts – und zum beträchtlichen Ärger seiner Frau, die sich um die Ernte sorgt – ankert ein Piratenschiff . Es stellt sich aber bald heraus, dass die merkwürdigen Gestalten an Bord eher gutmütiger Natur sind. Wenn da nicht der exquisite Rum wäre, der auf dem Schiff großzügig ausgeschenkt wird. So kommen die alten und jungen Gespenster des Orts, mit denen man seit Generationen friedlich zusammengelebt hat, in Versuchung – zumal die Gespensterjugend über die Stränge schlägt. Es wird Zeit für den Dorfpfarrer einzugreifen.

    Neben dieser Geschichte, mit der sich Richard Middleton in die Herzen seiner Leser schrieb, finden sich in diesem Band die ebenso eleganten wie psychologisch genauen Erzählungen, in denen es um die existenzielle Einsamkeit von Außenseitern geht. All diesen Geschichten – über einsame Kinder, Landstreicher, überforderte Polizisten oder Sargverkäufer – ist eine besondere Tonlage eigen, die neben der melancholischen Grundierung etwas Zauberisches hat.

    https://steidl.de/Buecher/Das-…Nocturnes-1622233460.html



    Prsoper Mérimée: Tamango

    Zitat

    Der Sklavenhandel um 1820 in ungewöhnlicher Perspektive: Der französische Kapitän Ledoux, ein tüchtiger Seebär mit einem dehnbaren Begriff von Menschlichkeit und großem Einfallsreichtum in Sachen Profitmaximierung, segelt trotz Sklavereiverbot zur senegalesischen Küste. Dort kauft er dem schwarzafrikanischen Menschenhändler Tamango 160 Gefangene ab, bestimmt für die Neue Welt. Weil er sich bei der ganzen Feilscherei hemmungslos betrunken hat, schenkt Tamango dem Kapitän obendrein eine seiner Frauen, der er besonders zugetan ist. Als er am nächsten Morgen erwacht und ihm klar wird, was er getan hat, verfolgt er das Schiff – mit schrecklichen Folgen für die Besatzung und die Gefangenen.

    Gleich, ob sie auf hoher See oder in der korsischen Macchia spielen wie Mateo Falcone, in der gehobenen Gesellschaft des ländlichen Südfrankreich wie in der Venus von Ille oder unter Vampiren in Illyrien, Prosper Mérimée erzählt in seinen meisterlichen Novellen mit kühlem Herzen und in kristallklarer Sprache von großen Gefühlen, von Verrat, Mord, dem Tragischen und Unheimlichen.

    https://steidl.de/Buecher/Tama…Nocturnes-0412363741.html

    Flavius Ardelean: Der Heilige mit der roten Schnur


    Gattung Belletristik

    Autor Flavius Ardelean

    Übersetzerin Eva Ruth Wemme

    Originalsprache Rumänisch

    Originaltitel Scârba sfântului cu sfoară roșie

    Seiten 216

    Erscheinungsdatum 10. September 2020

    Ausgabe Hardcover

    ISBN 978-3-946120-90-2

    Preis: € (D) 22,00 | € (A) 22,50

    zum Buch

    Fantastik auf höchstem literarischem Niveau! Aus dem Rumänischen von der preisgekrönten Übersetzerin Eva Ruth Wemme.

    In dem fantastischen Roman Der Heilige mit der roten Schnur erzählt uns Bartholomäus Knochenfaust, ein lebendiges Skelett, die Geschichte des Heiligen Taush. Er erzählt von dessen Geburt in der Zitadelle von Gaisterstat, von Taushs besonderer Gabe, eine rote Schnur aus seinem Bauchnabel zu spinnen, und von seinen Lehrjahren beim Alten Tace. Bei diesem lernt er schließlich, wie er mit seinen magischen Fähigkeiten und der Macht des Erzählens die Welt vor der un’Welt beschützen kann. Und Bartholomäus erzählt, wie Taush schließlich gemeinsam mit seinen Freunden in den Kampf gegen das Böse der un’Welt zieht.

    Mit magischer Sprachgewalt entspinnt der Autor eine düstere, märchenhafte Welt, die seine Leser*innen sofort gefangen nimmt. Flavius Ardelean schreibt Fantastik auf höchstem literarischem Niveau und erhielt dafür bereits mehrere Auszeichnungen. Der Heilige mit der roten Schnur ist ein so finsteres wie tiefschürfendes Märchen über den Menschen und das, was sich seiner Vorstellungskraft entzieht, eine Fabel über die Liebe, das Leben und den Tod. Gleichzeitig ist es eine Geschichte über die Kraft des Erzählens.

    Stimmen

    »Flavius Ardelean schreibt über alternative Welten jenseits des Multiversums – eine Fabel über das Groteske im Gewand des Erhabenen und über das Erhabene, versteckt im Grotesken.« – Suplimentul de Cultura

    »Dieses Buch ist ein labyrinthisches Fest, eines der wichtigsten Bücher über den Limbus, den Zustand zwischen Leben und Tod. Vor allem aber schreibt Flavius Ardelean über Welten, die von Figuren bevölkert werden, die süchtig nach Geschichten sind.« – Romania Literara

    »Dieses Buch vereint Fantasie, Ideenreichtum, erzählerische Virtuosität, ein Feingefühl für die menschliche Seele und, vielleicht, eine Dimension, die darüber hinausgeht. So bewegt es sich fern von flacher Prosa und jeder Mainstream-Konformität. Es ist ein Buch eines Meisters dunkler Fantastik, aber vor allem eines Meisters der Erzählkunst. Jenseits jedes Genrevorurteils ist eine so wundervoll gestaltete Geschichte wie diese in erster Linie große Literatur.« – Observator Cultural


    https://homunculus-verlag.de/p…ige-mit-der-roten-schnur/

    Eher zufällig bin ich auf den Film "Die tödlichen Träume" gestoßen, der wohl verschiedene Motive aus dem Werk von E.T.A. Hoffmann aufgreift. Kennt jemand von euch diesen Film? Oder weiß sogar, ob es aktuelle eine Möglichkeit gibt, ihn zu sehen? Bei den üblichen Streaming-Diensten habe ich ihn gefunden und eine DVD gibt es meines Wissens auch nicht.


    Hier die IMDB-Seite: https://www.imdb.com/title/tt0348269/

    Hier die Wikipedia-Seite: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_t%C3%B6dlichen_Tr%C3%A4ume

    Wie mans nimmt. Neu kostet das Porto für uns Schweizer 17.95 Euro. Ein Buch ohne ISBN Nummer kann ich nicht im Buchladen bestellen, muss das also direkt beim Verlag tun. Für die Portoerhöhung kann Festa nichts, da sind andere schuld. Aber Festa sollte den generellen Buchmarkt bedienen. Diese Scheisse kotzt mich nur noch an (sorry für den Wortschatz - aber für meine Gefühle gegenüber dem Festa Verlag gibts kaum mehr positive Worte).

    Ich habe ja nie behauptet, dass die reihe billig sei. Wenn ich mir aber daneben die Festa-Sammlerausgaben anschaue, dann ist diese Reihe im Preis doch noch vergleichsweise in Ordnung.

    17,95 € für Porto für eine Büchersendung (die dann natürlich anders heißt) finde ich richtig heftig und einfach daneben. Da werden viele Verlage aus Deutschland, die auf Direktvertrieb setzen, in Zukunft kräftig schlucken müssen. Ich gehe davon aus, dass Festa den Buchhandel in manchen Reihen umgehen will, um sich die Händlermargen zu sparen. Vielleicht ändert sich das ja jetzt wieder angesichst des enorm steigenden Auslandsportos.