Beiträge von Felix

    Bei der Planung meiner nächsten Lektüre merke ich gerade, dass ich bin schon ziemlich weit gekommen bin.


    1) Eine Roman-Neuerscheinung aus 2019 oder 2020:

    Daniel Decker – Dør X/


    2) Eine Kurzgeschichtensammlung

    Florian Jung/Lars Dangel: Das Elixier des Lebens, und andere fast verschollene phantastische Kurzgeschichten X/


    3) Ein Buch aus der Liste "Die einflussreichsten Werke des Genres"

    Henry James: The Turn of the Screw/Die Drehung der SchraubeX/


    4) Ein Buch, das eines der Genre-Preise gewonnen hat.

    Hier tue ich mich noch echt schwer. Eigentlich wollte ich mir hier etwas von China Mieville, aber alle in Frage kommenden Werke in meinem Besitz, scheinen in meinem Büro zu liegen, und das ist aktuell unerreichbar.


    5) Ein im Original nicht deutsch- oder englischsprachiges Buch.

    Álvaro do Carvalhal: Die Kannibalen X/


    6) Ein im Original deutschsprachiges Buch

    Adam Hülseweh: Klunga und die Ghule von Köln X/


    7) Einen beliebigen Heftroman Grusel/Horror

    Hier werde ich entweder auf einen echten Bachmann zurückgreifen oder mir etwas vornehmen, das deutlich älter ist. Mal sehen.

    Zu diesem Buch gibt es bereits einen Thread: Adam Hülseweh: Klunga und die Ghule von Köln Deshalb verweise ich zu weiteren Informatonen zum Buch auch nur ergeänzend auf die Buch-Website: https://klunga.blogspot.com/

    Vielleicht lassen sich die Threads ja nach Ende der Lesechallange zusammenführen. Auf alle Fälle hat dieses Buch wenigstens zwei Threads verdient.


    2019 scheint das Jahr der großen Phantastik-Debüts gewesen zu sein und diese Debütroman haben für jede Menge frischen Wind gesorgt: "Dør" von Daniel Decker, "Riesen sind nur große Menschen" von René Frauchiger, "Im Garten Numen" von Erik R. Andara, und auch das unter Pseudonym verfasste "Klunga und die Ghule von Köln" reiht sich hier bestens ein.


    "Klunga" ist ein phantastischer Roman, der düstere Themen, Motive und Wesenheiten aufgreift und steht damit tief in der Tradition des Genres. Es ist aber auch ein historischer Roman, der von Antike bis in die Gegenwart reicht. Dabei ist die Stadt Köln Dreh- und Angelpunk, sodass "Klunga" auch irgendwie ein lokaler Roman ist, ein Köln-Roman, könnte man sagen. Dabei geht es um Menschen und nicht-menschliche Figuren, über deren Handeln, Denken und Fühlen in ihrem alltäglichen Leben, sei es auch noch so normal oder noch so untod-abstrus sein, stets in aller Ernsthaftigkeit erzählt wird. "Klunga" also auch ein Stück weit das, was man als "Contemporary Fiction" bezeichnet. Zudem ist "Klunga" – und das hat mich vielleicht auch am meisten überrascht – erstaunlich humorvoll und zwar nicht in einem plakativen Pointen-Sinne, sondern auf sehr subtile, augenzwinkerende Weise. Das wunderbarste daran ist aber, dass alle diese Facetten in "Klung" stets stimmig zusammengeführt werden.


    Die 350 Seiten umfassen erstaunlich viel Text, viele Figuren und zahlreiche Zeitebenen. Wer hier eine Thriller-Spannung muss natürlich enttäuscht werden und man könnte auch überlegen, ob nicht doch eine leichte Straffung, gerade im ersten Drittel, dem Gesamtkonzept gut getan hätte. Aber das ist vielleicht einfach der Unterschied zwischen einem selbstverlegten Herzensprojekt mit Tiefe und dem professionellen Werk eines Großverlags von der Stange. Das Herzblut, das in "Klung" steckt, ist auf jeder Seite zu erkennen, aber auch das Handwerk. Zu einem sauber redigierten, stlistisch sicheren und atmosphäreischem Text gesellen sich zahlreiche Illustrationen. Zudem krabbelt ein Käfer über die Seitenzahlen, der sich in einem Daumenkino zum Leben erwachen lässt.


    Insgesamt ist "Klunga und die Ghule von Köln" ist ein wunderbarer, phantastischer Roman mit erstaunlich viel Tiefe, der eigene Wege geht, aber ganz tief in der Tradition des Phantastischen steht. In meinem Bücherregal wird er seinen Platz ganz in der Nähe zu Oliver Plaschkas "Fairwater oder die Spiegel des Herrn Bartholomew" und auch zu Bernard Craws "Sangius B. Vampire erobern Köln" finden, mit denen er sich für mich beim Lesen eng verbunden hat.

    Eine dringende Kauf- und Lesempfehlung!

    Habe gerade begonnen und die erste Novelle schon beendet...Herrlich. Wie ich Barker vermisst habe.

    Das Buch ist wirklich eine Perle der Buchkunst.

    Ja, so ist es. Das Buch ist toll gestaltet, geht mir persönlich aber schon fast einw enig zu verschwenderisch mit dem zur Verfügung stehenden Papier-Platz um. Ich verstehe schon das Gestaltungskonzept, aber braucht wirklich jede eigentlich nur einseitige Illustration eine ganze Doppelseite? Ich schätze es eigentlich auch sehr, wenn Illustrationen und Text zu einander finden und nicht separiert sind, gerade bei dieser Qualität! So oder so, wirklich ein schönes Buch!

    Die kunstvoll-schwülstige Sprache und Stimmung der ersten Novelle gefällt mir sehr. Für die zweite lasse ich mir noch etwas Zeit, um das Buch nicht zu schnell wieder ins Regel stellen zu müssen.

    Michael, ich schätze dein langjähriges Engegament sehr! Es wäre wirklich schade, wenn es den Vincent Preis nicht mehr geben würde. Er ist und war neben Zwielicht immer das Aushängeschild davon, was du (natürlich auch im Team mit anderen) alles im Sinne der dunklen Phantastik und des Horrors auf die Beine gestellt hast. Natürlich kann ich verstehen, dass es zu viel Abeit für eine Person ist, aber dadurch ist es nicht weniger traurig.

    Leider fehlt mir die Zeit, dich bei der Arbeit (denn es ist ja Arbeit!) zu unterstützen.

    Die Kaufempfehlung spreche ich aber aus und zwar eine dringende. Denn ich kann mich Pogos Rezension nur anschließen. "House of Leaves" hielt für mich eine wirklich einzigartige Leseerfahrung bereit. Was mich angesichts der typohpgrahischen Spielerei überrascht hat, dass das Buch auch richtig gruselig ist.


    Übrigens habe ich kein anderes Buch so häufig verliehen wie dieses hier und es ist trotzdem noch immer in einem sehr guten Zustand. Vermutlich ist die Machart so einschüchternd, dass sich niemand traut, damit nachlässig umzugehen. Wäre das doch nur immer so ...

    Sollen alle drei Bände gelesen werden?


    Ich bin nur auf den ersten Band eingestellt.

    Ich bleibe auch erstmal bei Band 1 und zwar in deutscher Übersetzung. Wenn ich dann angefixt sein sollte, mache ich vielleicht auf englisch weiter. Wenn es aber Interesse gibt ( Vincent Voss), auch einen zweiten oder sogar alle drei Bände zu lesen, tut das gerne!

    Ich bin immer noch irritiert, dass es die drei Bände weder in unseren 40+ Stadt- noch in der einen großen Unibibliothk gibt. :(

    Ich habe nur Erfahrung mit wenigen deutschen Universitätsbibliotheken, aber wenn ich dort den Eindruck hatte, dass ein bestimmtest Fachbuch im Bestand fehlte, ich dieses Buch aber lesen wollte, wurde es auf meinen Hinweis bisher immer angeschafft. Das dauerte zwar zwei bis drei Wochen, aber bisher hat es immer geklappt. Auf vielen Bibliotheksseiten gibt es dafür extra Formulare. Vielleicht ist das ja bei euch auch so.

    In the Dust of This Planet. Horror of Philosophy

    Im Staub dieses Planeten. Horror der Philosophie

    Eugene Thacker


    Ich zitiere einfach mal den Klappentext der deutschsprachigen Ausgabe:


    Zitat

    Die Welt ist zunehmend undenkbar geworden: Umweltkatastrophen, Pandemien, und am Horizont grinst die Fratze des Aussterbens der Menschheit. Angesichts dieser Szenarien sind neue Weltbetrachtungen vonnöten. Der Philosoph Eugene Thacker taucht dafür ein in die Horrorwelten in Literatur, Film, Comics und Musik und lotet die Grenzen der Verstehbarkeit unserer Welt aus. Für ihn ist Philosophie keine akademische Logikübung, stattdessen integriert er Okkultismus, Dämonologie und Mystik und zeigt nebenbei, dass Horror viel mehr ist als prickelndes Gruseln und Kunstblut.

    Mag jemand (langsam) mitlesen?

    Eugene Thackers "In the Dust of This Planet. Horror of Philosophy"/"Im Staub dieses Planeten. Horror der Philosophie" werde ich ganz sicher früher oder später lesen. Wenn Interesse an einem Lesezirkel oder einem gleichzeitigen gemeinsamen Lesen besteht, würde ich mich über einen Austausch daüber echt freuen! Schnell muss es aber nicht gehen und rasen werde ich durch das Buch bei meinem aktuellen beruflichen Pensum an geisteswissenschaftlicher Literatur auch erwartbar nicht.