Beiträge von SimonG

    Also hat sich der Kauf des Bloch Bandes nicht gelohnt?

    Ich sage es mal so: Ich bin mit Erwartungen an den Band herangegangen, die nicht erfüllt wurden. Das lag zu einem Teil daran, dass ich mich nicht ausreichend informiert hatte (dass die Bilder nur schwarz-weiß sind, war bestimmt irgendwo angegeben), zu einem anderen daran, dass die Qualität der einzelnen Beiträge sehr stark schwankt - was, wie ich seit Lars Dangels Rezension weiß, "by design" so ist, da alte Beiträge wiederverwendet wurden.

    Ich ärgere mich jetzt nicht unbedingt, das Buch im Regal zu haben, noch einmal kaufen würde ich es aber auch nicht, jedenfalls nicht für den doch recht stolzen Ladenpreis.

    So ganz unvoreingenommen ging er vielleicht nicht ran, aber was er da zu sagen hat, liest sich überaus interessant. Ist jedenfalls keine sinnlose Schimpferei oder so. Eine sehr umfassende und gründliche Auseinandersetzung.

    Ich fand die Rezension sehr aufschlussreich - einige der Kritikpunkte hatte ich für mich schon ganz ähnlich formuliert, aber Lars Dangel liefert auch wichtige Hinweise hinsichtlich blinder Flecken in dem Lexikon.

    Vielen Dank für den Hinweis! Die "Bildergalerie vergessener Phantasten" wollte ich demnächst in meinem Blog rezensieren, darum bin ich doppelt neugierig auf das Heft.

    Das Buch kenne ich bis auf das Cover nicht. Würdest du es empfehlen? Soweit ich recherchieren konnte, ist Miakro 2018 erschienen, da hatte ich mit E/Meth bereits begonnen. Wäre spannend zu sehen, wie ob es da Parallelen gibt.

    Ach, spannend! Vielleicht ist das einer dieser Fälle von "es lag halt in der Luft".


    Empfehlen kann ich das Buch sehr - ich habe es erst vor zwei Jahren im Rahmen eines Kongresses entdeckt, aber das war tatsächlich Gegenwartsphantastik, die zu lesen Freude bereitet hat.

    Bisher habe ich das Buch erst zur Hälfte gelesen, darum erlaube ich mir noch kein Urteil, aber ich habe mich stellenweise sehr stark an Georg Kleins "Miakro" erinnert gefühlt. War das möglicherweise ein Einfluss?

    Mir ging es ähnlich: So ziemlich alle Figuren, die im Buch agieren, sind auf die eine oder andere Weise abscheulich. Beeder, die Schwester, fand ich faszinierend, weil sie die Flucht nach innen angetreten ist - vielleicht, weil



    Berenice hat zwar den Ausbruch geschafft, aber selbst sie kommt zurück, und der Grund dafür kann nicht nur darin liegen, dass sie ihren neuen Freund herumzeigen möchte.


    Ich würde behaupten, dass der Roman als (ins Groteske überzeichnete) Sozialstudie gelesen werden kann. Ich nehme hier auch etwas aus Teil 2 mit rein, da eine klare Trennung für meinen Punkt nicht wirklich möglich ist: Diese Majorettes, die ihre Knie immer bis sonstwo reißen, selbst wenn sie nur aus dem Auto aussteigen, der ekelhafte Rassismus, der Machismo und die allgegenwärtige Gewalt - eine schöne Welt ist das ja nun wirklich nicht.

    Mit der Kultur dieses Teils der USA kenne ich mich exakt gar nicht aus, aber Elemente, die hier natürlich sehr geballt auftreten, findet man ja doch in vielen Büchern und Filmen zum Rural South. Darum denke ich, dass nicht alles, was Crews beschreibt, völlig aus der Luft gegriffen ist.

    Natürlich ist Crews kein Faulkner, aber das will er ja auch gar nicht sein. Er beschreibt eine Welt, in der der Penis regiert, bis der das eben nicht mehr tut.