Alles anzeigenMammut 2018 gab es ja die aktuelle Art / Verwendung generativer AI noch gar nicht, das sagt also im gegebenen Kontext nichts aus. Und ich wäre gelinde gesagt vorsichtig, quantitative Studien dieser Größe mit dem gegebenen akademischen Hintergrund zu ignorieren.
Vader-Roth Das habt ihr sehr schön formuliert und ich begrüße den Schritt ganz außerordentlich.
Cons, Festivals und Ähnliches (wie auch das Verlegen, Kunstschaffen etc.) bedeuten einen oft exorbitanten Aufwand, Zeit und Energie, zumal sehr vieles eherenamtlich oder unter Einsatz privater finanzieller Mittel organisiert wird.Kultur ist Kommunikation, ein sozialer Akt und damit gesellschaftsstiftend. Es geht also gar nicht darum, ob errechete 'Werke' gut sind oder nicht. Es geht darum, dass sie vorgeben, Kultur zu sein, das aber nicht sind - und damit kein sozialer Akt, keine sinnvolle Kommunikation, sondern zesetzend. Getrieben von Milliardären, die freie Kultur und individuelle Persönlichkeit ganz explizit verabscheuen.
Dem sollte kein Platz an Orten gegeben werden, an denen Kultur eben als sozialer Akt, als Kommunikation und gesellschaftsstiftend - hier auch im Sinne einer engagierten Szene - gelebt wird. Wenn jemand zu faul ist, ein Buch zu schreiben, sich mit Betalesern und Lektoren auseinanderzusetzen, nichts lernen will oder seine Fähigkeiten trainieren, gut. Aber dann sollten diese Leute nicht auch noch von der Zeit und der Arbeit jener profitieren, die sie mit der Verwendung von AI bereits einmal beklaut haben.
Jedenfalls ist es interessant, dass u.a. die Französische Revolution die Macht von Kirche und Königen brach und die Kultur in die Hände der Allgemeinheit gab. Seit dem frühen MA lag ja die Macht über Inhalt und meist auch Form/Medium in den Händen des Klerus und dem extrem reichen Adel. Die Revolution, die beides zumindest größtenteils beendete, versteht man gemeinhin als Demokratisierungsprozess.
Lustigerweise führen nun Faulheit und eine kindliche Faszination am Knopfdruck, der bunte Bilder bringt, zu einer genauen Umkehrung: Wir Kulturschaffende verlieren die Kontrolle über Inhalte und Formen (AI sind ja nicht politisch neutral, egal, wie gern die Tech Bros das behaupten) und sorgen damit dafür, dass eine Handvoll Leute noch reicher und mächtiger werden, als sie es eh schon waren. Man könnte die momentane Entwicklung als Umkehrung der Französischen Revolution sehen, und keinen stört es, weil wir - anders als damals - nun ein paar bunte Bilder von denen bekommen.
Was mir in dem Zusammenhang ein\auffällt: Diese ganze Slop-Ästhetik scheint von sämtlichen Kunden gehasst zu werden, die einzigen, die ich als begeistert von dieser Technologie wahrnehme, sind die Menschen, die sich freuen, das Taschengeld für den Kunststudenten zu sparen (und Studenten, die nicht schreiben können, aber das ist ein anderes Thema).