Beiträge von SimonG

    Was mir in dem Zusammenhang ein\auffällt: Diese ganze Slop-Ästhetik scheint von sämtlichen Kunden gehasst zu werden, die einzigen, die ich als begeistert von dieser Technologie wahrnehme, sind die Menschen, die sich freuen, das Taschengeld für den Kunststudenten zu sparen (und Studenten, die nicht schreiben können, aber das ist ein anderes Thema).

    Ich finde, dass der Ausschluss von Produkten, die unter teilweiser Verwenung von generativer KI enstanden sind, nicht gut ist. Dass hier im Namen aller Künstler gesprochen wird, finde ich interessant. Immerhin ist es ja gegen sie gerichtet.

    Ich kenne einen Autor, der generative KI verwendet, um Werbung für sein Buch zu machen und für das Cover. Da, wo man als Selfpublisher ohne die Verwendung von KI deutlich Geld in die Hand nehmen muss, damit ein Experte ein Coverbild erstellt (eventuell mit Photoshop, keine Ahnung ob da intern auch an der ein oder anderen Stelle KI eingesetzt wird?), das in einigen Fällen dem KI Bild auch noch unterlegen ist (machen wir uns nichts vor, manchen der Bilder sieht man die KI an, aber einige sind echt stark, auch wenn manche es nicht wahrhaben wollen).

    Dass es recht schwammig ist, kommt noch dazu. Wenn ein Autor durch einen "Dialog"/Chat mit einem LLM eine Idee bekommt oder in einer Idee bestärkt wird und danach ein Buch über diese Idee schreibt, reicht das schon?

    Solang ein Künstler seine Arbeit selbst macht und Dinge, die das Produkt nur als Verpackung betreffen (zB Coverbild) auf eine KI statt auf andere Menschen auslagert, sehe ich gar kein Problem.

    Zu dem Thema "Schutz der Urheberrechte" und "Fortschritt und neue Möglichkeiten" sehe ich keinen Grund, warum das jetzt ein neues Fass sein soll. Die KI hat ja durch das Training (ich spreche jetzt von LLMs) nicht direkt die Daten, die geschützt werden sollen, gespeichert, sondern irgendwie im neuronalen Netz codiert (ähnlich zum menschlichen Gehirn auch). Wenn man gezielt versuchen würde, ein Ölgemälde nachzumalen dann würde der Output sicher nicht 100%ig dem Originalgemälde entsprechen, ähnlich wie wenn man einen sehr guten Maler bitten würde, aus dem Gedächtnis ein Gemälde zu malen, das er gut kennt. Von daher würde ich das einfach so bewerten, dass die KI als ein Werkzeug anzusehen ist. Die Verantwortung, ob Urheberrecht verletzt wird, trägt dabei der, der das Werkzeug verwendet hat.

    Nur als Einwurf: Wie kommt es dann, dass KI mit den richtigen Prompts 1:1 urheberrechtlich geschütztes Material reproduziert? So mir selbst passiert mit einem Bild von H. R. Gigers Alien, und es gab wohl schon Fälle, in denen Texte, mit denen trainiert wurde, als Ausgabe geliefert wurden.

    Ich glaube, dass der entscheidende Teil hier weniger "ganz oder teilweise" und mehr "durch generative KI" ist. Vielleicht bilde ich es mir auch ein, aber der scheint sich mir recht eindeutig auf von LLMs generierte Anteile zu beziehen, also Sätze, Absätze oder ganze Texte.

    Wenn jemand etwas ergoogelt und sich auf die Google-KI verlässt, ist das Ergebnis streng genommen ja auch "mit" KI erstellt, ich würde aber behaupten, nicht "durch".

    Das war nun ein wenig Wortklauberei, vielleicht können die Verantwortlichen und da ja auch erleuchten.


    Persönlich bin ich überhaupt kein Fan von LLMs beim Schreiben, und auch keiner von KI-generierten Bildern. Der Prompt kann noch so toll sein, die Datenbasis aus geklauten Werken noch so groß, man erhält immer einen Durchschnittswert, Massenware aus Masse. Das mag wohlklingende Massenware sein, aber wenn man ein wenig unter die Oberfläche der Sätze geht, ist da nichts, nur gähnende Leere, und die finde ich tatsächlich beängstigend. Wir bewegen uns durch diese Maschinen in Richtung einer intellektuellen Plastikwelt, in der alles glatt und geleckt ist, aber keine Seele mehr hat.

    SimonG

    Aber gerne doch. Kannst du mir die in Frage kommenden Autoren und Geschichten bitte auflisten? Deutsche Originalveröffentlichungen. Dunkle Phantastik dürften ja wohl alle sein.

    Soweit ich weiß, sind die Geschichten sämtlich Erstveröffentlichungen.

    Es handelt sich um:

    Jörg Kleudgen: Der Letzte aus dem Geschlecht derer von Junzt

    Jan Gardemann: Vestopfung

    Rainer Zuch: Der Tempel des Wurms

    Simon Gottwald: Das Notizbuch

    Felix Woitkowski: A/Ex Semine/Germine Ad Cultura/Cultum

    Thomas Backus: Das hexenverseuchte Hinterland

    Silke Brandt: Die Spur der Steine und des Eisens

    K. R. Sanders: Nachts, wenn die Träume kommen

    Danke für die Werbung! Auf die Idee, das Buch hier zu posten, bin ich gar nicht gekommen.

    Für Privatpersonen ist der Preis natürlich eine Hürde, aber vielleicht hat die nächstgelegene Bibliothek ja eine Möglichkeit, es zu beschaffen. Ich befasse mich in dem Buch zwar viel mit Arno Schmidt, aber es geht auch um Phantastiktheorie und die motivischen Schwerpunkte von u. a. Lovecraft und Poe.