Beiträge von MaSo

    Mich hat der Roman auch nicht wirklich abgeholt. Das man sich in den den 1960er/70er Jahren noch psychisch Kranke als Witzfiguren dargestellt hat - geschenkt, darüber kann ich sogar noch lachen, wenn es gut gemacht ist. Bei einem Blatty-Buch muss man natürlich auch damit rechnen, dass es um Religion, Gott und besonders Katholizismus geht - das kann interessant sein, ist es im Buch auch teilweise. Was mich aber von Anfang an gestört hat, war der Stil des Romans, der von der ersten Zeile an auf Verfilmung angelegt war. Nur Dialoge und ausführliche Beschreibungen von Orten und Personen. Ich kann mir vorstellen, dass der Roman entstanden ist, nachdem Blatty seinen früheren Roman "Twinkle, Twinkle, Killer Kane" zu einem Drehbuch umgearbeitet hat - mit entsprechenden Änderungen -, dieses dann zunächst nicht umsetzen konnte, und dann das Drehbuch wieder in einen Roman umgemodelt hat, den er dann als " Exorzist"-Autor leichter veröffentlichen konnte. Aber mit dem Ziel vor Augen, den Film zu realisieren. Hat ja auch geklappt. Von daher alles richtig gemacht. Trotzdem bleibt es in meinen Augen ein mittelmäßiger Roman. Den Film werde ich mit aber wohl mal anschauen müssen, den kenne ich bislang noch gar nicht.

    Normalerweise bricht das Grauen in einem Monsterroman in eine mehr oder weniger idyllische Situation ein. In “Die Kreatur“ ist die Situation bevor das Monster in Erscheinung tritt schon recht unerträglich, denn Protagonistin Kate Woodson leidet an einer Autoimmunerkrankung und ist hochgradig pflegebedürftig. Ihr Mann Andrew tut sein Bestes, stößt aber auch dann und wann an seine Grenzen. Der übernatürliche Horror verdrängt den alltäglichen Horror nur langsam. Zunächst sind da nur Andeutungen, dann gibt es schon durchaus reale Gefahren, die aber auch natürlicher Art sein könnten. Durch den recht langsamen Aufbau der Geschichte, bei der zunächst viel Augenmerk auf das Verhältnis des Paares zueinander und zu Kates Krankheit gelegt wird, spricht das Buch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit niemanden an, der Actionspektakel erwartet. Wer jedoch eine gut erzählte Geschichte, die auch durchaus ohne den übernatürlichen Einschlag interessant gewesen wäre, zu schätzen weiß, kommt hier auf seine Kosten. Im Nachwort erfährt man auch den Hintergrund des Romans. Sheas Frau leidet an einer Autoimmunerkrankung. Als Horrorautor scheint ein Horrorroman wohl eine gute Art zu sein, bei der Verarbeitung seiner Situation zu helfen.



    Rezensionen:

    Josefson in Der Standard vom 9.5.2020: https://www.derstandard.de/sto…20Weitere%20Artikel...%20

    "Mit über 450 Seiten ist der Roman eigentlich ein ziemlicher Brocken für eine derart minimalistische Konstellation, wie sie hier vorliegt. Was aber keineswegs heißen soll, dass sich "Die Kreatur" überdehnt anfühlen würde. Wie einige King-Romane (etwa "Stark – The Dark Half") schleicht der Roman geschickt an der Grenze zwischen psychologischem Horror und dem explizit Monströsen entlang."


    Thomas Rippert im Zauberspiegel: https://www.zauberspiegel-onli…zu-den-besten-die-kreatue

    "So wird es dann auch schon recht unheimlich, wenn die Story so langsam beginnt vom rein psychologischen Horror in die Ecke der realen, körperlichen Bedrohung zu wechseln. Und um der ganzen Sache noch mehr Würze zu verleihen, schickt Autor Hunter Shea im letzten Drittel des Buches noch ein paar Protagonisten mehr in die Fänge der Kreatur und bis zum Ende ist nicht wirklich klar, wer diesen Sommerurlaub überleben wird und wieso. Der Spannungsbogen ist von Beginn an bereits sehr fest angezogen und löst sich erst auf den letzten fünf Seiten wirklich."


    Thorsten Wilms in VIRUS 96 Aug./Sept. 2020, Seite 58

    "Hunter Shea legt hier einen Roman vor, der in vielen Disziplinen glänzt, besonders in der Schilderung der zwischenmenschlichen Beziehungen. Dies Liebe zum Detail sorgt dafür, dass echte Gänsehaut beim Leser einsetzt, wenn plötzlich etwas Unerkärliches die Ruhe stört. Diesen Roman kann und will man nicht aus der Hand legen."


    Und wegen der Ausgewogenheit auch etwas - mehr oder weniger - Negatives:


    Nocturno bei Amazon: https://www.amazon.de/gp/custo…l?ie=UTF8&ASIN=3865528171

    "Erst im letzten Drittel des Buches kommt richtig Fahrt auf. Hier geht es dann richtig zack-zack-zack, was für mich ebenso ein Problem darstellt. Zwei Drittel des Buches schleppt man sich dahin, immer wieder mal von einem Hauch des Grauens gestreift... Bis es dann plötzlich PENG macht und man auf 180 ist. Diese Steigerung ist für mich zu krass.
    Eigentlich war ich so von dem Buch enttäuscht, dass ich nur 2 Sterne geben wollte ..."



    Nach langer Zeit, habe ich es geschafft, mal wieder ein Buch zu beenden. Gut, es war auch nicht besonders lang.


    Über die Gestaltung des Buches ist hier schon einiges geschrieben worden, und es stimmt: Diese ist mehr als gelungen. Das Buch ist optisch und haptisch wunderschön.


    Auch der Stil war gut. Barkers Sprache hat mich schon immer abgeholt, so auch diesmal. Da das geklappt hat, hat die Übersetzerin Iris Bachmeier wohl ganze Arbeit geleistet.


    Inhaltlich hat es mich nicht ganz überzeugt. Die 12 Kurzgeschichten sind am Anfang des Jahrtausends entstanden und lagen den einzelnen Sammelfiguren der von McFarlane Toys vertriebenen Serien Tortured Souls 1 und Infernal Parade bei und wurden dann 2015 bzw. 2017 bei Subterranean Press jeweils als "novella" zusammengefasst. Wenn man einen Blick auf die Figuren wirft ( sind einfach zu googeln bzw. werden Sie noch beim eBay angeboten), erkennt man die einzelne Protagonisten sofort wieder. Es ist sicherlich eine schöne Idee, jeder Figur eine von Clubs Barker geschriebene Hintergrundgeschichte zu geben und steigert in meinen Augen den Wert der Figuren enorm, obwohl ich persönlich zu solchen Sammelfiguren keinen Bezug habe. Zum Glück, denn ich sammle schon genug anderes Zeugs.;) Und es ist auch legitim, diese Sachen dann später - in bekannten Gründen geschuldeter Ermangelung neuerer Texte Barkers - noch einmal in Buchform zu veröffentlichen. Allerdings darf man dann auch nicht viel Inhaltliches erwarten. Es sind nunmal Beschreibungen von bzw. Backgroundwissen zu Spielzeugfiguren. Dass Barker zum Höhepunkt seines Schaffens in der Lage war, mit kurzen Gebrauchstexten mehr Atmosphäre zu schaffen, als manch andere hochgelobte Autoren in ihren gesamten Werk, sagt natürlich viel über sein Talent aus. Von daher: Eine gelungene Veröffentlichung für Fans. Schön, dass es eine deutsche Version dieser Geschichten gibt.

    Kann mir jemand erklären, warum in dem Roman "Dracula", übersetzt von Stasi Kull, der Vorname von Dr. Seward beständig zwischen Jack und John wechselt?

    Jack ist ja eine Koseform (mir fällt gerade keine bessere Bezeichnung ein) von John. Da wäre es interessant zu erfahren, wie Stoker es im Original gehalten hat.

    Wow. Gesamtausgabe finde ich zunächst einmal eine geile Sache. Dass das eher etwas für bibliophile Fans ist, dürfte eigentlich von vorneherein klar sein. Gesamtausgaben von Autoren machen ja auch erst nach ihrem Ableben wirklich Sinn (bin schon auf eventuelle King-Werkausgaben gespannt, was natürlich noch hoffentlich weit in der Zukunft liegt und ich vielleicht gar nicht mehr erleben werde) . Interessant wären natürlich eventuelle Nachworte, die das Werk ins Laymonschen Ouevre einordnet (muss bei ihm auch nicht zu sehr ins literaturwissenschaftliche abdriften) und überarbeitete Übersetzungen als Kaufanreiz.


    Ich weiß aber nicht, ob ich zuschlagen werde, da ich zu Laymon ein eher ambivalentes Verhältnis. Allerdings spricht das den Sammler in mir an, den ich zwar weit in eine hintere Ecke meines Wesens versteckt habe, der aber immer noch gerne mal vorne vorbeischaut.

    Allen Eskens: In Gestalt eines Anderen

    Übersetzt von Claudia Rapp


    Klappentext:

    Die Suche nach der Identität eines Mannes namens James Putnam.

    Wer war James Putnam? Die Beantwortung dieser Frage ist für Detective Alexander Rupert die letzte Hoffnung, sein verkorkstes Leben wieder in den Griff zu bekommen.
    Doch dieser verwirrende Fall von Identitätsdiebstahl explodiert regelrecht, als Alexander auf die Spur von Drago Basta stößt. Basta ist ein im Balkankrieg ausgebildeter Attentäter und seit Jahren auf der Suche nach »James Putnam«.
    Und plötzlich ist Alexander in ein Blutbad verwickelt, das er selbst ausgelöst hat …


    Quelle: https://www.festa-verlag.de/in-gestalt-eines-anderen.html



    Festas MUST READ-Reihe ist für mich die derzeit interessanteste des Verlags. Dort erscheinen genreübergreifend Sachen, die häufig einen Blick wert sind. IN GESTALT EINES ANDEREN ist beispielsweise ein lupenreiner Thriller.

    Der Identitätsdiebstahl, dessen Aufdeckung die ganze Handlung ins Rollen bringt, wird zwar relativ schnell zur Nebensache und es geht dann hauptsächlich, um ein lange zurückliegendes Verbrechen, das auswirkungen bis in die Gegenwart des Romans hat. Das an sich würde schon für eine spannende Geschichte und einen durchschnittlichen Thriller reichen. Aber Eskens gelingt es, dadurch dass er fast sämtliche handelnden Personen mit ambivalenten Charakteren ausstattet (dabei bleibt aber alles vollkommen plausibel), dem Roman eine zweite Ebene mitzugeben, einen richtig guten Thriller daraus zu machen.


    Zwei kleine Mankos gab es für mich dennoch (Betonung liegt auf KLEIN, es war ein Vergnügen, diesen Roman zu lesen):

    1) Der Anfang des Buch, der Prolog, ist so großartig, das meine Erwartungen verdammt hochgeschraubt wurden. Das hat der Roman dann nicht ganz einlösen können


    2) muss ich verspoilern, weil es doch fast ein bissl zu viel erzählt.


    Fazit: Guter Thriller von einem offensichtlich interessanten Autor. Sein LEBENDIG BEGRABEN soll sogar noch eine Schippe mehr an Qualität abbekommen haben. Kommt also auf die Liste für später.

    S.L. Huang: Nullsummenspiel


    Klappentext:

    "Privatermittlerin Cas Russell ist nicht einfach nur gut in Mathe – sie ist ein Mathe-Genie. Aufgrund ihrer einzigartigen Fähigkeit, Vektoren vor ihrem inneren Auge zu sehen, ist selbst der härteste Gegner mit der größten Knarre chancenlos gegen sie. Doch ihr neuester Fall führt Cas in die Tiefen der Unterwelt, wo sie es mit dem Puppenspieler zu tun bekommt, dessen übersinnliche Fähigkeiten die von Cas bei Weitem übersteigen. Und plötzlich weiß sie nicht mehr, welche Gedanken ihre eigenen sind und welche ihr der Puppenspieler eingepflanzt hat …"


    Quelle: https://www.randomhouse.de/Tas…L-Huang/Heyne/e551578.rhd


    Wie ich im "Ich lese gerade"-Thread geschrieben hatte, war mein Hauptanreiz das Buch zu lesen, die Mathe-Fähigkeit der Protagonistin. Ich will jetzt nicht behaupten, dass diese im Roman zu kurz kommt, allerdings hätten die Beschreibungen, was das angeht, für mich gerne ein bisschen ausführlicher sein dürfen. Aber mir ist natürlich klar, dass es einen Großteil der Leser vergraulen würde, wenn da zu sehr ins Detail gegangen würde ...

    Was nicht zu kurz kommt, ist der Actionanteil. Es wird geprügelt, gefoltert und gemordet was das Zeug hält. Da hält sich keine Seite zurück. Die moralischen Kompasse sowohl der An- als auch der Protagonisten sind relativ strange geeicht. Auf Seiten der "Guten" findet man zwar den ein oder anderen Sidekick, der manchmal Fragen nach Gewissen oder so stellt, die geraten jedoch schnell in den Hintergrund, wenn es hart auf hart kommt.

    Phantastisch wird das Buch auch. Die Antagonistin hat telepathische Fähigkeiten und auch bei der Ich-Erzählerin scheinen die Mathe-Fähigkeiten nicht vom Himmel gefallen zu sein. Allerdings werden da im Roman noch nicht alle Gleichungen gelöst (ha, ha).

    Überhaupt: Der Fall, um den es am Anfang geht, wird später zu einem kleinen Puzzlestück in einem größeren Ganzen, das am Ende halbwegs zufriedenstellend zu einem Ende kommt. Aber das Ende ist dann auch wieder kein richtiges Ende. Man merkt, dass hier eine Reihe konzipiert worden ist. Es gibt viele lose Enden, das Vorleben der Figuren wird immer nur angedeutet bzw. merkt man das absichtlich noch Potential für die weitere Entwicklung der handelnden Personen gelassen wird.


    Fazit: Wer Bock auf anspruchsloses Fratzengeballer in Buchform hat, das auf politsche Korrektheit pfeift, kann mit dem Buch ein paar vergnügliche Stunden haben, sollte aber nicht zu sehr auf Kleinigkeiten wie Logik oder so achten. Mir hat's gefallen. Mal schauen, ob Heyne weitermacht. Der zweite Band ist quasi zeitgleich mit der deutschen Version des ersten Bandes bei Tor erschienen. Wobei die Reihe eine interessante Publikationsgeschichte hat. Huang hat vier Cas-Russell-Romane als selbst veröffentlicht. Dann kam Tor und hat sie unter Vertrag genommen. Ergo verschwanden die vier selbst veröffentlichten Bände vom Markt und bei Tor erschien eine überarbeitete Hardcoverfassung des ersten Bandes ("Nullsummenspiel"). Der zweite, gerade im Original erschienene Roman der Tor-Reihe (Null Set", dt: Nullmenge) ist die überarbeitete Version des vierten der SP-Reihe. Als nächstes erscheind dann der Roman, den sie jetzt schreibt. Die Romane Nummer 2 und 3 aus der SP-Reihe sollen dann später auch noch bei Tor erscheinen. Achja, zwei Short Stories, die zum Geschichtenkosmos zählen, gibt es auch noch. Alles klar? :D

    Wer das gerne von S.L. Huang selbst erklärt haben möchte. Das tut sie hier: https://www.slhuang.com/the-cas-russell-series-explained/


    Fazit des Fazits: Ich werde gerne zum zweiten Band greifen, wenn Heyne ihn veröffentlichen sollte.

    Nun feierte der Film Premiere bei einem Filmfest in Toronto:


    Bei der Formulierung muss ich etwas schmunzeln. Das Toronto International Film Festival ist neben Cannes für die Branche mittlerweile wohl das wichtigste Festival weltweit. Die meisten Oscar-Gewinner der letzten Jahre hatten dort Premiere.


    Was den Film betrifft: Ich lasse mich zwar gerne etwas Besseren belehren: Aber meine Erwartungen an den sind nicht besonders hoch. Regisseur Richard Stanley hat seit ewigen Zeiten keinen Film mehr zu Ende gedreht und die Darsteller derBesetzungsliste haben auch schon bessere Zeiten gesehen. Muss natürlich nix heißen, aber ...

    Seth Fried: Der Metropolist


    Klappentext:

    Metropolis ist die strahlende Stadt der Zukunft, der wahr gewordene amerikanische Traum – und Henry Thompson, pflichtbewusster Beamter der Verkehrsbehörde, ist bereit alles zu tun, damit das auch so bleibt. Als seine Behörde ins Kreuzfeuer eines mächtigen Feindes gerät, beginnt Henry zu ermitteln. Korrekt und regelkonform möchte er rasch Ergebnisse präsentieren. Zu dumm nur, dass man ihm als Partner in diesem Fall ausgerechnet die Künstliche Intelligenz OWEN zur Seite stellt: Die KI säuft, raucht und scheint von Vorschriften noch nie etwas gehört zu haben. Doch um Metropolis zu retten, müssen sich Henry und OWEN wohl oder übel zusammenraufen ...


    Der Autor:

    Seth Fried ist Autor und Humorist. Er schreibt für The New Yorker »Shouts and Murmurs« und NPR »Selected Shorts«. Seine Geschichten wurden in verschiedenen Magazinen und einer Story-Sammlung veröffentlicht. Er ist Gewinner des Pushcart Preises und des William Peden Preises.


    Quelle: https://www.randomhouse.de/Pap…h-Fried/Heyne/e553388.rhd



    Eine gesellschaftskritisch angehauchte Satire, die in den USA der Zukunft der Zukunft spielt. Das Ganze ist recht amüsant, allerdings fehlt es ein wenig an Biss. Die Bösen, die eigentlich etwas gar nicht so Übles im Sinn haben, sind schablonenhafte Abziehbilder von linken, verkopften Terroristen und die beiden Protagonisten haben eine schon tausendmal gelesene oder gesehene typische Buddy-Movie-Beziehung mit allen dazugehörigen Höhen und Tiefen. Garniert wird das ganze mit Kritik an Gentrifizierung und anderen städtebaulichen Sünden, die von den meisten Lesern wohl geteilt wird. Aber da der Roman flüssig zu lesen und nicht allzu lang ist, kann man ihn zwischendurch ruhig mal lesen. Im Gedächtnis wird er jedoch nicht haften bleiben.

    Stephen King: Mr. Mercedes

    Schneller, gefährlicher, tödlicher – Mr. Mercedes

    Ein Mercedes S 600 – »zwei Tonnen deutsche Ingenieurskunst« – rast in eine Menschenmenge. Es gibt viele Todesopfer, der Fahrer entkommt. Der Wagen wird später gefunden. Auf dem Beifahrersitz liegt eine Clownsmaske, das Lenkrad ziert ein grinsender Smiley. Monate später meldet sich der Massenmörder und droht ein Inferno mit Tausenden Opfern an. Stephen King, der Meister des Schreckens, verschafft uns in Mr. Mercedes beunruhigende Einblicke in den Geist eines besessenen Mörders bar jeglichen Gewissens.

    Eine wirtschaftlich geplagte Großstadt im Mittleren Westen der USA. In den frühen Morgenstunden haben sich auf dem Parkplatz vor der Stadthalle Hunderte verzweifelte Arbeitsuchende eingefunden. Jeder will der Erste sein, wenn die Jobbörse ihre Tore öffnet. Im Morgendunst blendet ein Autofahrer auf. Ohne Vorwarnung pflügt er mit einem gestohlenen Mercedes durch die wartende Menge, setzt zurück und nimmt erneut Anlauf. Es gibt viele Tote und Verletzte. Der Mörder entkommt. Noch Monate später quält den inzwischen pensionierten Detective Bill Hodges, dass er den Fall des Mercedes-Killers nicht aufklären konnte. Auf einmal bekommt er Post von jemand, der sich selbst der Tat bezichtigt und ein noch diabolischeres Verbrechen ankündigt. Hodges erwacht aus seiner Rentnerlethargie. Im Verein mit ein paar merkwürdigen Verbündeten setzt er alles daran, den geisteskranken Killer zu stoppen. Aber der ist seinen Verfolgern immer einen Schritt voraus.


    Ich habe mir mal Stephen Kings ersten Teil seiner Bill-Hodges-Reihe zur Brust genommen. Es war für mich ein Vergnügen. Er hat einen grundsoliden, spannenden Thriller mit großartigen Figuren hingelegt. Teilweise trägt er für meinen Geschmack etwas zu dick auf, da haben die Figuren vielleicht einen Tick zu viel, um glaubwürdig zu bleiben. Aber gut, da kann ich drüber hinwegsehen. Ich werde mit Sicherheit auch den Folgeband FINDERLOHN lesen. Vielleicht - obwohl ich meistens zeitlich nicht dazu komme mir auch noch Fernsehserien anzuschauen - tue ich mir auch bald die Verfilmung an, die hier im Forum einen eigenen Thread hat.

    Ich bin heute Morgen auch auf der Homepage des Verlags gewesen, weil mich eine Besprechung des Buches neugierig gemacht hat. Nachdem ich jetzt eine Zeitlang gerätselt habe, wie ich darauf kam, ist es mir endlich eingefallen - wahrscheinlich brauche ich doch bald Thai-Ginseng oder so etwas in der Art.


    Wer also eine Rezension zu dem Buch lesen mag, möge bitte in der aktuellen Ausgabe der Online-Zeitschrift Literaturkritik.de Rolf Löchels Besprechung lesen: https://literaturkritik.de/hau…ne-des-kometen,25916.html

    Nimm mal bitte das "g" aus der Überschrift. Er hieß Stanley Ellin.


    Ich gehe davon aus, dass die Geschichten mit der Ausgabe des Titels vom Haffmanns Verlag bzw. Haffmans bei Heyne identisch ist.

    Dann habe ich das Buch in den 1990ern gelesen. Das ich mich überhaupt noch daran erinnern kann, spricht schon einmal für die Sammlung. An genaue Stories kann ich mich jedoch nicht mehr erinnern. Ich weiß aber noch, dass ich positiv überrascht war, da ich eigentlich klassische Whodunits erwartet hatte, aber sehr intensive unheimliche Kurzgeschichten bekommen habe.


    Du hast mich jetzt neugierig gemacht. Leider ist meine Ausgabe, die ich damals vom Grabbeltisch der Bahnhofsbuchhandlung erstanden habe, um auf den langen Fahrten zur Uni was zu lesen zu haben, mittlerweile nicht mehr in meinem Besitz, sonst würde ich sie jetzt in die Hand nehmen.