Ein wunderbar offener und informativer Einblick. Sehr aufmerksam Ribesehl
Beiträge von Kobat
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Lasst mich’s so formulieren, wenn es denn erlaubt sei, Wohlmeinender: welch ausgenommen schöner und höchst wohltuend bescheidener Beitrag, anlässlich anderer Betrachtungen in diesem selbstreferenziellen Forum und – nun ja – hilfloser Versuche sprachlicher Ermächtigungen versammelter verunsicherter Sittenwächter:innen, selbsternannter Herausgeber:innen oder gar gelegentlich Übersetzender, Schreibender. Die vortreffliche Edition Dryade, insonderheit die dortig beheimatete Reihe „Brennessel“, ist ja geradezu angetreten, das „Qualitätswort“ oder auch „Beiwort“ zu pflegen, der „tieferen Wahrnehmung“ verpflichtet.
By the way: Tobias Bachmanns Text „Alpenglühen“ hat tatsächlich diese „hohe Qualität und Intensität“.Zitat:
„Die Jäger der Finsternis sind weitergezogen, doch sie kommen wieder. Immer. Und das Alpenglühen - so schön, so warm, so golden - ist nur die Maske, hinter der sich die wahre Macht der Berge verbirgt.“ Tobias Bachmann, „Alpenglühen“, Brennessel Nr.15, (Hg. von Denis Vidinski, Edition Dryade, Bremen, Mai 2025)
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Danke Mammutfür den sehr hilfreichen Text von Jörg Kleudgen. Von dort, wo auch der Kontext gelebt und ausgehalten werden muss. Klasse!
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Laut der hier vorherrschenden Mehrheitsmeinung schon. Das Buch dürfte eigentlich nicht auf dem Marburg Con verkauft werden. Das hatte ich in den Anfangspost aber auch so geschrieben. Hat wohl keinen interessiert.
Mich interessiert das sehr. Alleine schon prototypisch, ethisch, im Rahmen der Kunstdebatte, des "producings", however. Ich bin gespannt wie es der tadellosen Edition Dunkelgestirn dort ergeht oder wie die Reaktion ausfällt. Betroffen ist ja besonders die Arbeit der Edition selber und in der Folge auch Jörg Kleudgen als Künstler. Ich halte die Stellungnahme des Cons in der Sache weiter für zu "schwammig" und allgemein. Eine dort erwähnte inkludierte scheinbar schützende Parteinahme für Künstler:innen halte ich daher auch weiter für übergriffig. Es fehlt eben offenbar der exakte Kontext.
Eine örtliche Diskussion wäre sicher eine tolle Sache, denn so ein Con wäre neben gepflegtem Alkohol und Oldschool-Tentakeln sicher ein passendes Forum.
In meiner Blase freischaffender Künstler (die ausschließlich davon leben) ist man an der Stelle deutlich weiter, auch furchtloser und kreativer im Umgang mit Metamorphosen. Die Angst von Synchronsprecher:innen im Film kann ich dagegen sehr gut nachfühlen.
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Hier ein Hinweis zu einer faszinierenden Ausstellung zweier kollaborierender Künstler:innen zur Diskussion und zur Einordnung, warum es nicht erforderlich ist Künstler davor zu warnen, Künstliche Intelligenz einzusetzen. Die beiden Künstler:innen (Jhrg. 1980/84 in USA/England) mit Studio/Atelier in Berlin arbeiten seit Jahren an der Veränderung der Blickweise des Betrachters. Holly Herndon wurde bereits 2023 von der Zeitschrift Time zu den hundert erfolgreichsten Personen im Bereich der Künstlichen Intelligenz gelistet.
Aus einem Zitat der Ausstellung, die bereits bis Anfang des Jahres bei KUNST-WERKE BERLIN e. V. KW Institute for Contemporary Art gezeigt wurde:
"Die Ausstellung thematisiert eine entscheidende Lücke in der öffentlichen Wahrnehmung von Künstlicher Intelligenz und bietet eine unmittelbare und partizipative Erfahrung des menschlichen Beitrags zu dieser. Die Künstliche Intelligenz sind wir, als kollektives Ganzes, mit neu entstehenden Eigenschaften. Die Künstler*innen wollen der Angst entgegenwirken, dass eine Zukunft mit KI uns zu passiven Konsument*innen endloser Automatisierung macht, und schlagen stattdessen „aktive soziale Mediation statt soziale Medien“ vor."
"Art is to change what you expect from it" (Seth Siegelaub), wie gesagt.
BeitragRE: Sehenswerte Kunstausstellungen
Holly Herndon & Mat Dryhurst: Starmirror
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, K21 Düsseldorf
27.6. — 11.10.2026
Aus dem Pressetext des K21:
"Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf und die KW Institute for Contemporary Art, Berlin freuen sich, gemeinsam eine Ausstellung mit den Künstler*innen und Technolog*innen Holly Herndon (*1980 in Johnson City) und Mat Dryhurst (*1984 in Birmingham) zu realisieren. Das Duo ist international bekannt für ihre Arbeit an der Schnittstelle von Kunst,…
Kobat12. August 2026 um 09:20 -
Holly Herndon & Mat Dryhurst: Starmirror
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, K21 Düsseldorf
27.6. — 11.10.2026
Aus dem Pressetext des K21:
"Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf und die KW Institute for Contemporary Art, Berlin freuen sich, gemeinsam eine Ausstellung mit den Künstler*innen und Technolog*innen Holly Herndon (*1980 in Johnson City) und Mat Dryhurst (*1984 in Birmingham) zu realisieren. Das Duo ist international bekannt für ihre Arbeit an der Schnittstelle von Kunst, Musik, maschinellem Lernen und experimentellen Organisationsformen.
Mit Starmirror verwandeln sie die Ausstellungsräume der beiden Institutionen in ein Trainingsgelände für die kollaborative Produktion von Kunst und Musik zwischen Mensch und Künstlicher Intelligenz. In Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro sub schaffen sie eine immersive Klanginstallation, die gleichzeitig als Aufnahme- und Hörumgebung dient. Besucher*innen sind eingeladen, gemeinsam mit lokalen Chören und unter der Leitung eines Vokalensembles an öffentlichen Gesangsaufnahmen teilzunehmen. Diese bilden einen Datensatz, der es den Künstler*innen ermöglicht, einen KI-Chor zu entwickeln. Das speziell für das Projekt konzipierte Liederbuch basiert auf dem Moralitätenspiel „Ordo virtutum“ der Benediktineräbtissin und Universalgelehrten Hildegard von Bingen aus dem 12. Jahrhundert. Darin muss eine Seele zwischen den Kräften des Guten und des Bösen wählen. Die Ausstellung macht KI als kollektiven, menschlich mitgestalteten Prozess erfahrbar und beleuchtet die unsichtbare Rolle technischer Protokolle bei der Gestaltung der uns umgebenden Welt.
Die Ausstellung ist eines von elf ausgewählten Projekten, die die Kulturstiftung des Bundes mit ihrem neuen Programm „Kunst & KI – Fonds für neue künstlerische Perspektiven auf KI und Gesellschaft” fördert."
https://www.kunstsammlung.de/de/exhibitions/holly-herndon-mat-dryhurst
Sicher auch interessant zur Einordnung, warum es nicht erforderlich ist Künstler davor zu warnen, Künstliche Intelligenz einzusetzen. "Art is to change what you expect from it" (Seth Siegelaub)
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@ Shadowman: Danke für den Hinweis, daran hatte ich nicht gedacht. Ich habe es in meinem Post aktualisiert hervorgehoben. Merci!
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Jörg Kleudgen hat mir gegenüber einmal als Herausgeber erwähnt, dass er persönlich Thronos für das stärkere Buch hält und Nosferatus Schatten den Erwartungen an ein spannendes Folgewerk möglicherweise nicht gerecht wird. Das ist sicher keine Abwertung, er sprach damit die Unterschiedlichkeit beider Werke an. Ich halte beide Bücher für mit die aufregendsten Veröffentlichungen innerhalb der Goblin-Press, Rainer Zuch ist einfach outstanding.
Beide Bücher werden seit 5.8.26 von einem Antiquariat online über Booklooker angeboten, hier unten die Links.
Edit: Danke für den nachgereichten Hinweis von Shadowman, dass vorher natürlich unbedingt bei der Goblin-Press bei Jörg Kleudgen über eine Verfügbarkeit direkt bei ihm nachgefragt werden sollte!
Mailadresse: joerg (at) the-house-of-usher.de
„Thronos. Novelle.“ (Rainer Zuch) – Buch gebraucht kaufen – A02SvLsf01ZZabooklooker.de: Marktplatz für gebrauchte & antiquarische Bücher.www.booklooker.de
„Nosferatus Schatten“ (Rainer Zuch) – Buch gebraucht kaufen – A02SvLrX01ZZhbooklooker.de: Marktplatz für gebrauchte & antiquarische Bücher.www.booklooker.de -
Wenn ich ein Bild - hier exemplarisch: ein Buchcover - betrachte lasse ich es zunächst auf mich wirken und schaue bei Interesse nach, wer (Autor, bzw. Künstler) es geschaffen hat. In einer Kunstaustellung wundere ich mich über Besucher, die zuerst die Museumsetiketten/Objektbeschreibungen lesen, um über eine Identifikation des Autors (Künstler) möglicherweise einen „Vorsprung“ bei der Betrachtung eines Werkes zu erlangen. Sie lassen sich freiwillig „briefen“. Genau das will Kunst aber nicht - wenn es sich wirklich um Kunst handelt und nicht um Kunst, die so aussieht wie Kunst. Wir erschaffen Kunst durch Betrachtung, durch Kontext.
Wichtig wäre für mich lediglich, dass ich im Buch selber nach der Betrachtung den Hinweis finde, wer (Autor) die Illustration geschaffen hat. Ob er dabei eine KI genutzt hat, halte ich für vollkommen nachrangig, da sie (derzeit) bloß ein Werkzeug ist. Midjourney erzeugt ja (bisher) kein Bild aus einem Impuls heraus, der Autor „promptet“, er fordert die KI auf. Und er lässt die KI das Bild so lange überarbeiten, bis er als Autor entscheidet, wann es in die Welt entlassen wird. Auch ein Künstler an der Leinwand kann ja nie im luftleeren Raum erschaffen, sondern immer nur im Kontext derer, die vor ihm da waren.
Für Betrachter von Kunst, die sich noch immer daran klammern, dass „gute“ Kunst für sie mit „Aufwand“ oder „Arbeit“ einhergeht: es macht bei der Betrachtung eines Werkes und dem Moment der Wirkung auf den Betrachter (Gefühl) zunächst keinen Unterschied, ob der Autor daran Minuten oder Jahre zugebracht hat. Jackson Pollock brauchte für einige seiner großen Action Paintings Minuten. Gerhard Richter brauchte Monate für die Bilder seiner Serie der Farbfeld-Malerei (z.B. 4.900 Farben nach RAL), dabei ließ er die Bilder wesentlich nach seiner Anweisung von Mitarbeitern ausführen. Diese mitarbeitende Funktion hat aber auf einem Museumsetikett nichts verloren, der Autor ist und bleibt Gerhard Richter, der das Bild in die Welt setzt. Wen die Entstehung von Kunst interessiert, kann es in Sekundärliteratur oder Internet recherchieren. Das Verhältnis Autor/Ausführende wurde bereits auch im frühen Indien bei Buch- und Miniaturmalerei geklärt: dort kannte man keine europäische Individualsignatur, da die Bilder ggf. von einem Kollektiv geschaffen wurden. Das sind im Original atemberaubende Bilder, die den Betrachter aus einer fernen Vergangenheit herausfordern und nicht ein Autor. Übrigens hat der amerikanisch-italienische Künstler Francesco Clemente in den frühen 80er Jahren zur Zeit der Transavantgarde an indische Maler Bildanweisungen gegeben (gepromptet), um Miniaturbilder schaffen zu lassen, die natürlich einzig seiner Autorenschaft unterliegen, obwohl er keine Hand an eines dieser Bilder gelegt hat. Hier einmal ein Eindruck:
FRANCESCO CLEMENTE | MADE IN INDIA
Natürlich fordert uns seine Kunst bei näherer Beschäftigung dazu auf, über die Autorenschaft nachzudenken. Er hat sie übrigens „pinxits“ genannt, lateinisch für „hat es gemalt“.
Kunst handelt davon zu verändern, was wir von ihr erwarten. Damit ist auch angesprochen, dass die Kunst kein Ding ist, sondern ein Prozess, in stetem Wandel. Genau wie Orange keine Farbe (im Sinne einer Sache) ist, sondern ein Übergang von Rot zu Gelb.
Die Diskussion zu Autorenschaft und Werk halte ich historisch für im Wesentlichen geführt. Bereits 1968 hat der französische Philosoph Roland Barthes hierzu im weiterhin lesenswerten Essay „Der Tod des Autors“ vorgetragen und die Macht des Textes und des Lesers herausgestellt. Ein schöner Text, der viel auslöste und in der Literaturwissenschaft, der Literatur und der Kunst lange (u.a. kritisch von Michel Foucault) diskutiert wurde.
Ich halte es von einem Veranstalter für übergriffig, solche Dinge selber zu entscheiden. Auch hier kommt es ausschließlich auf Kontext und Betrachtung an. Wir alle kennen diese wunderbaren Grafiken des Künstlers Jörg Kleudgen z.B. in seiner Goblin-Press, aber auch er hat wunderbare Grafiken (z.B. auf Karten für seine Band The House of Usher) mittels der KI Midjourney geschaffen. Und es war einzig seine eigene künstlerische Entscheidung, das auch so zu benennen. Und es ist einzig der Künstler, der entscheidet, ob ein Bild mittels KI ggf. sogar blutleer oder kalt wirken kann oder ob es sein eigenes Werkzeug verwischt, unwichtig erscheinen lässt. Es wäre schade, wenn solche Karten auf einem dieser Cons nicht mehr liegen dürfen oder auf Tischen, geordnet nach Werkzeugen.
Der Fortschritt in der KI kann in der Kontextualisierung nur von der Kunst und der Philosophie kommen, sicher nicht aus der Wirtschaft, denn sie nutzt praktisch jedes Werkzeug, das ihr recht ist. Und bislang ist KI nichts weiter als ein Werkzeug, das vielen zu Recht Angst macht, da ihre Anwender (nicht die KI) traditionelle Arbeitsplätze bedrohen. Aber z.B. in der Krebs-Therapie Leben rettet. Hobby-Autoren werden sicher von KI nicht bedroht, das ist eine Platzhalter-Diskussion.
Mir gefällt das Cover des Buches von Michael Siefener nicht besonders, aber das ist bloße Geschmackssache und mein Eindruck wäre kaum der Rede wert.
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Ich schreibe Dir eine PN.
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Ich bin offenbar etwas (zu?) spät dran, aber ist das Buch noch bestellbar?
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Ein sehr schöner Hinweis, auch auf einen spannenden Autor, der zahlreiche Bücher zum Film im Martin Schmitz Verlag herausgebracht hat. Das im Text erwähnte und lange vergriffene Buch "Das wilde Auge" wechselt auch schonmal für knapp 200 Euro den Besitzer.
Außerdem versteckt sich hier auch der Hinweis auf die Kölner Film-Institution "Traumathek", bei der das Buch bestellt werden kann. Die Traumathek verleiht auch über Fernleihe (!) Filme, Zitat aus der Homepage:
Die Traumathek wurde 1994 in Köln gegründet mit der Absicht, Independent- und Alternatives Kino aus aller Welt in seiner ganzen Bandbreite der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dank zahlreicher Direktimporte (zumeist in englischer Sprache oder in der Originalsprache mit englischen Untertiteln) gelangen grossartige Filme auf DVD/Blu-ray in unsere Regale, die auf internationalen Festivals kursieren, jedoch hierzulande bedauerlicherweise niemals das Licht der Leinwand erblicken.
Ein Link zum Shop, Suchbeispiel "Horror": Traumathek KatalogDort finden sich auch Schätze, die sonst nur noch antiquarisch oder teuer zu kaufen sind, wenn sie in Deutschland überhaupt erhältlich sind. Die Betreiberin der Traumathek kämpft hier seit Jahren auch gegen den wirtschaftlichen Gegenwind (Thema: Videothek-Sterben) mittels eines eigenen Filmcafe´s und Vorführraums (Studio Argento).
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Der phantastische Fall des Dr. Holst (Dänemark, 1969)
Aus der Ankündigung:
"Ein Mann mit übersinnlichen Fähigkeiten kann allein durch seinen Willen Dinge und Wesen erschaffen. Als er einen berühmten Gehirnchirurgen um Hilfe bittet, weigert sich dieser, worauf der andere aus Rache einen Doppelgänger erschafft. Dänischer Science-Fiction-Horrorfilm aus den 1960er-Jahren."
Bis 1. August 2025 in der ARTE-Mediathek
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Meine Erwartung wurde nun erfüllt, der Film bietet zufriedenstellend leichte Kost für einen regnerischen Abend mit einem Bier, aber keinesfalls mehr. Für wirklich gute Filme, die auch nachklingen und in Erinnerung bleiben, passt deutlich besser ein guter Wein (Lugosi: "Ich trinke niemals ... Wein"), was ich durch sorgfältige Filmauswahl bereits vorher abschätzen kann. Hier war ich nun vorgewarnt, von daher konnte ich kaum enttäuscht werden. Das ging mir bei Eggers "Nosferatu" deutlich anders: hier waren meine persönlichen Erwartungen nach seinem "The Witch" deutlich höher, entsprechend enttäuscht war ich von seiner Neuinterpretation. Wie es auch immer so ist: das Erlebnis der Erfahrung eines Werkes (Film, Bild, Buch, Musikstück etc.) wird duch Erwartung geprägt.
Alles im Film Gezeigte hat man so oder ähnlich bereits in anderen Filmen gesehen, ohne dem Genre oder Thema etwas Neues hinzuzufügen. Der Vampir erinnert streckenweise an die Animation von "Gollum" aus "Herr der Ringe", einzelne Szenen bemühen "The Shining".
Einzig der gewohnt brilliante Liam Cunningham als Captain Eliot kann als Darsteller überzeugen. Der Vampir selber ist hier keine tragische Gestalt im Geiste Bram Stokers, sondern ein Monster. Und da liegt das Problem: es handelt sich in meinen Augen um eine "Monster-Movie", welches weder das Potential der klaustrophobischen Enge des isolierten (Segel-)schiffes auf hoher See mit tödlicher Fracht (Nostromo, Alien, Weltall) nutzt, noch aus der besonderen Konstellation des typisch tragisch liebenden und leidenden "Untoten" des Vampir-Genres es Nachhaltiges schafft.
Das Produktionsdesign insgesamt dürfte die Generation zufriedenstellen, die mit den britischen Hammer-Filmen gross wurde. Entsprechend verbreitet der Film ein eigentümliches Retro-Feeling. Sofern man also sich hier wohlfühlt, würde ich weiterhin dazu raten: Regen abwarten und ein Bier bereitstellen. Ansonsten: Weissburgunder und raus an die Abendsonne.
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Der Film läuft seit heute auf Amazon Prime in der Flatrate, also eine niedrig-schwellige Möglichkeit den Film an einem regnerischen
Abend zumindest aus archivarischen Gründen zu sehen.