Beiträge von Julia

    Auch von mir vielen Dank für den Link, Frank.

    In der Tat eine schöne Besprechung, die sich erfreulicherweise auch nicht so sehr auf den ausgewählten Band bezieht ("Die drei Häscher" ist nicht unbedingt mein Machen-Favorit, obwohl mir die darin enthaltene "Geschichte vom schwarzen Siegel" ausgesprochen gut gefällt), sondern auf das, was Machens Werk insgesamt auszeichnet.

    Das Zitat von Borges über Machen kannte ich nicht, es scheint mir sehr passend.


    (Ich überlege immer noch, ob ich mir die Neuausgaben zulege ...)

    "Stunde der Vampire", Hrsg. Peter Haining, Fischer 1974, eine Sammlung von Kurzgeschichten, die, mal mehr, mal weniger klassisch, um das Thema kreisen, kann ich sehr empfehlen. Allein schon wegen Ray Bradburys "Feuersäule". Auch das von Tintenkiller empfohlene Werk "Der Vampyr" von John Polidori ist enthalten.


    Das Taschenbuch ist günstig antiquarisch zu erwerben. Einziges Manko: Gute Augen oder adäquate Lesehilfe sind für die Lektüre der klein gedruckten Seiten unabdingbar.

    Peter Daniel Wolfkind. Gelesen habe ich bisher nur die beiden Suhrkamp-Sammlungen "Die Boten des Frühlings" (1986, erstmalig ersch. im Europa Verlag 1975) sowie "Das Fest der Kröten" (1985, erstmalig ersch. im Europa Verlag 1972), kann also nur zu diesen etwas sagen. Nicht alle Geschichten enthalten phantastische oder Horror-Elemente, teils sind es eher Grotesken, manche verstörend, andere (insbes. "Schichtanbotschaft" oder "Die Boten des Frühlings") haben m. E. einen Platz auf obiger Liste verdient.

    Geht mir ähnlich wie einigen hier, ich habe mich gut unterhalten gefühlt, aber auch nicht mehr. Die Darsteller haben ihren Job gut gemacht, es gab ein paar durchaus gruselige Szenen (die Horror-Oma, die Kellerszene), das Ende war dezent albern, passte aber auch wiederum. Manche Stellen hätte ich mir ausführlicher gewünscht, andere fand ich etwas langatmig, manche habe ich schon wieder vergessen.


    Mein Tipp gegen die Höllenlautstärke sind seit Jahren Ohrenstöpsel. Helfen auch dabei, nervige Knabbergeräusche vonseiten der Nachbarn auszublenden. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, neben einem Mädel Anfang 20 zu sitzen, das sich unter ihrer Jacke versteckte und ihren Freund ständig fragte, ob sie "jetzt wieder gucken" könnte und wann der "Scheiß-Film endlich vorbei" sei ... Horror.:rolleyes:

    Schon vor einer Weile beendet, hier meine Meinung, einiges wurde schon geschrieben:


    Das Büchlein lässt sich mehr oder weniger in einem Rutsch durchlesen, der direkte Stil im Präsens befördert den Leser mitten hinein in die seltsame, traumhafte und doch reale und detailreich geschilderte Reise der Hauptfigur, des Mensch-Fisch-Robben-Wesens Klas. Unter den Menschen kann er nicht leben, obwohl er als einer der ihren aufwuchs, heiratete und seinen Lebensunterhalt als Fischer verdient, bis Grittas Untreue ihn forttreibt. Einmal Abschied genommen von menschlicher Gesellschaft, versetzt er die Personen, denen er fortan begegnet, in Furcht und Schrecken (klasse: das Klabautermann-Kapitel), sorgt schon mal für einen guten Fang oder flieht vor ihnen und findet wechselnde tierische Begleiter, bis er am Ende in dem Eingeborenenmädchen Lu auf eine Artverwandte trifft. Doch Glück in Zweisamkeit mit Mensch oder Tier ist Klas nicht beschieden, Glück verheißt ihm allein die See.


    Die nicht mit Adjektiven und eingestreuten Stilmitteln geizende Sprache schafft stimmungsvolle Bilder, die sich malerisch bis morbide ausnehmen.


    Interessant ist die alternative Deutung des träumenden, treibenden Leichnams jeweils am Kapitelende. Die Vermischung von Traum und Wirklichkeit zeigt sich auch an anderer Stelle. Besonders schön im Kapitel "Vollmondnacht", wo sich Klas zwischen zwei Ozeanen, Weltall und Meer, treibend wähnt – oder auch in einem einzigen, allumfassenden.


    Fazit: Ein Genuss für alle, die maritime Geschichten schätzen, und durchaus eine literarische Perle, auf die ich ohne den Tipp hier im Forum nie gestoßen wäre, danke dafür, Arkham Insider Axel.


    Katla: Stefán Máni, "Das Schiff", kenne ich nicht. Die Inhaltsangabe auf Amazon klingt recht vielversprechend, wenn auch eher beiläufig phantastisch. Kommt jedenfalls auf meine Liste.

    Ich denke ebenfalls, dass die Protagonisten einiger (nicht aller Geschichten) des Bandes im herkömmlichen Sinne, sprich nach den üblichen gesellschaftliche Maßstäben, gescheitert sind; ob sie das selbst so empfinden, ist eine andere Frage. Das Ende der Titelstory wirkt auf mich durchaus hoffnungsvoll. Auch bei der ersten, "Die Wörter an der Wand", ist der Ausgang nicht unbedingt negativ, je nachdem, wie viel (phantastische) Wirklichkeit der Wahrnehmung der Hauptfigur zugrunde liegt.


    Aber nach meiner, wie ich inzwischen weiß, grandiosen Fehlinterpretation von "Das Spiel kann beginnen", liege ich vielleicht auch hier nicht oder nur bedingt richtig.

    Hallo Frank, meine Kommentare bezogen sich auf "Das Spiel kann beginnen". Für mich hatte die nächtliche Jagdszene eindeutig übernatürlichen Charakter. Ich bringe sie einfach nicht mit dem Ende in gescheiten Zusammenhang und denke immer, ein Puzzleteil fehlt mir. Muss ich noch mal drüber nachdenken.

    "Die Wörter an der Wand" finde ich wiederum relativ leicht zu verstehen. Gefällt mir, nach der Titelstory, auch am besten.

    Das mit "Wilde Jagd" verstehe ich nicht. Meinst Du die Szene, in der er Jindra kennenlernt?

    Genau.


    Mich persönlich hat das an die Sagen um die Wilde Jagd erinnert. Ich frage mich, wie diese Verfolgung im Zusammenhang mit dem Verschwinden Jindras steht. Ist aber nicht als Kritik zu werten. Das offene Ende als solches gefällt mir auch sehr gut, alles andere hätte auch nicht gepasst.

    Julia »Das Spiel kann beginnen« ist vielleicht etwas einfacher zu verstehen, wenn Du den Anfang der Geschichte noch einmal liest und auf die Kinder achtest.


    Da scheint es viel Interpretationsspielraum zu geben, weshalb es zwar nicht meine favorisierte Geschichte des Buches ist, aber diejenige, welche mich gedanklich am meisten beschäftigt (hat).