Beiträge von Bachi

    Mein lieber Markus,


    dass du an einem längeren Text arbeitest, war mir ja bekannt. Gleichzeitig bist du vielen hier aber als buchstäblicher Verfechter der Kurzgeschichte ein Begriff. Nun interessiert mich mit Sicherheit nicht alleine, wie es zu dem Roman kam und wie es sich mit deiner These, die Stimmung des Unheimlichen lasse sich nur schwerlich über eine Romanlänge aufrechterhalten, verhält.

    Darüber an dieser Stelle zu sprechen erscheint mir sinnvoller, als über Werberichtlinien zu diskutieren :)

    Habe Midsommar zwischenzeitlich auch gesehen. Die Handlung hat tatsächlich einige Lücken und man kann zurecht bei vielen Szenen die Logik hinterfragen ...


    Aber:

    atmosphärisch ist der Film durchaus gelungen, wie ich finde. Zunächst dieses staunende Element, der Unglaube der Besucher, die Faszination des Fremdartigen ...

    und dann gefällt mir der stete Kontrast zwischen diesem Sommer der Liebe Happening mit weißen Gewändern und Blumenschmuck und Komune1-Feeling und der Brutalität durch groteske Selbstmordrituale, unheimliche Orakel, sexueller Zeremonien und Opferungskult.

    Das konnte mich phasenweise durchaus unterhalten und faszinieren, letztlich aber auch nicht wirklich erschrecken oder schockieren.


    Was sich mir am nachhaltigsten eingeprägt hat, ist diese dargestellte Form des Mitleids. Das Opfer schreit und damit es ihm besser geht, schreien alle anderen mit, im selben Ton, im selben Rhythmus, wie im Kollektiv. Das fand ich stark und hat mich mehr irritiert als der Mann im Bär zum Ende des Films.

    Tobias Bachmann - Im Pesthauch


    Dystopie. Alle müssen Masken tragen, ansonsten verwandeln sie sich zu Monstern. Yeah, gut gemacht!


    Wenn ich es nicht selbst geschrieben hätte, würde ich mir beim lesen dieser Zusammenfassung die Frage stellen, was genau daran denn bitteschön dystopisch sein soll ^^

    Wie ist das denn mit Storysammlungen. Meine "Schauer der Vorwelt" (KOVD-Verlag) erschienen 2020 als Erstveröffentlichung, es sind jedoch Geschichten, die zuerst in Anthologien erschienen sind - also (überarbeitete) Wiederveröffentlichungen. Ich stelle das mal zur Diskussion, ob eine solche Storysammlung dann in der Kategorie aufgeführt werden darf oder nicht.


    Meiner Meinung nach: ja - denn die Anthologien, in denen die insgesamt 13 Geschichten einst erschienen, sind sämtlich vergriffen und nicht mehr erhältlich (außer antiquarisch natürlich) und sie wurden bearbeitet - teilweise sogar recht umfangreich. Zudem gab es sie in dieser Form und Zusammenstellung bislang noch nicht.


    Das Argument - alles schon erschienen, daher keine Aufnahme möglich - kann ich aber durchaus nachvollziehen und würde es akzeptieren. Die Meinung von euch würde mich daher (nicht nur wegen meiner eigenen Texte sondern generell) interessieren.

    Vielen Dank für deine Einschätzung.
    Der Vergleich zu Grangé ehrt und treibt mir die Schamesröte ins Gesicht. Wow!

    Aus Neugier habe ich mal die ersten Sätze verglichen und es sieht mir doch nach einer starken Überarbeitung aus. Nicht in (sinn-)entstellender Weise aber trotzdem ist beinahe kein Satz gleich. Vielleicht legt sich das im weiteren Verlauf.

    Nach dem "Stalker"-Fauxpas hat der Verlag sicherlich etwas genauer hingeguckt ;-)

    Darauf bin ich auch neugierig.
    Jonathan Strange & Mr. Norell entwickelte bei mir seinerzeit einen Lesesog, den ich gerne wieder mal erleben würde. Entsprechend hoch sind meine Erwartungen. Interessant ist allerdings, dass ich mich inhaltlich kaum an das Buch erinnern kann. An die Atmosphäre und den Stil und die Fülle an Zusatzmaterialien und das Gefühl beim Lesen schon .... aber um was es im groben ging, vermag ich nicht wiederzugeben :/