Beiträge von Ribesehl

    Die Fragerunde war offen, insofern kamen die Fragen aus dem ganzen Publikum – ich war aber neben Thomas Harbach einer derjenigen, die am meisten gefragt haben. Es ging tatsächlich um beides: um sein Leben und seinen Werdegang ebenso wie um sein erzählerisches Schaffen, seine Übersetzertätigkeit und speziell darum, womit er sich in den letzten Jahren beschäftigt hat und warum es in dieser Zeit vergleichsweise wenige Veröffentlichungen gab.Zu seinem Werdegang erzählte er, dass er zu Beginn seiner schriftstellerischen Laufbahn und auch zwischendurch durchaus die Hoffnung und den Ehrgeiz hatte, vom Schreiben leben und seinen Namen in den Buchhandlungen sehen zu können. Davon hat er inzwischen Abstand genommen und schreibt und veröffentlicht heute vor allem das, was ihm persönlich am Herzen liegt. Sehr spannend fand ich auch die Geschichte, wie die Novelle „Nonnen“ ihren Weg gegangen ist, erst in ganz kleiner Auflage bei Hubert Katzmarz, dann bei Jörg Kleudgen in der Goblin Press und schließlich beim Heyne Verlag.

    Persönlicher wurde es, als er von seinem Pendeln zwischen Hamburg und Manderscheid in der Eifel erzählte: Seine erste Frau, eine Chemikerin, ist Anfang der 2000er-Jahre verstorben, später hat er in Hamburg seine jetzige Frau kennengelernt – seitdem pendelt er zwischen beiden Orten und hat dabei auch den Norden und die norddeutsche Landschaft schätzen gelernt.Und schließlich ging es auch um „Cor Magis“ selbst und seine autobiografischen Bezüge: Zu Beginn des Schreibens wähnte er sich noch bei guter Gesundheit, gegen Ende erlitt er dann tatsächlich Herzprobleme, sein Arzt soll gesagt haben, sein Herz habe „den sterbenden Schwan“ gemacht. Mittlerweile geht es ihm aber wieder gut, und er ist für die nächsten drei Jahre gut ausgelastet, sowohl mit Übersetzungs- und Veröffentlichungsprojekten als auch mit Plänen für eigene neue Geschichten.

    Er erzählte zudem, wie es seit Corona zu einem umfangreichen Projekt über magische Bücher und Zauberbücher kam, offenbar ursprünglich als Kooperationsprojekt gedacht. Aus einem geplanten einzelnen Kapitel wurde im Lauf mehrjähriger Recherche ein Umfang von etwa 2.400 Seiten. Das Projekt selbst ist leider gescheitert, aber er hat mittlerweile geklärt, dass er die Texte unter eigenem Namen veröffentlichen darf, und hat wohl auch schon einen Verlag dafür gefunden, da dürfte also in absehbarer Zeit etwas erscheinen. Außerdem wird es eine Werkausgabe seiner gesammelten Kurzgeschichten und Novellen beim Wandler Verlag geben, in Kooperation mit der Edition Dunkelgestirn bzw. mit Eric Hantsch, der ja ebenfalls vor Ort war.

    Zu seinem kreativen Prozess erzählte er, dass viel beim Spazierengehen entsteht, er diktiert dann teils direkt ins Handy. Bei einem Roman oder einer Novelle steht für ihn meist der Anfang und das Ende schon fest, ebenso einige Zwischenstationen; die eigentliche Ausarbeitung der Zwischenteile erfolgt dann beim Schreiben. Auch weiß er von vornherein recht genau, ob aus einem Stoff ein Roman, eine Novelle oder eine Kurzgeschichte wird.

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    Ich war gestern Abend bei der Lesung aus Cor Magis von Michael Siefener in der Hamburger Buchhandlung Sense of Wonder. Die Veranstaltung fand in gemütlicher Atmosphäre im Hinterzimmer der Buchhandlung statt und bot einen wunderbaren Rahmen für einen besonderen Abend.

    Michael Siefener war die Freude an der Lesung deutlich anzumerken, ebenso dem interessiertenPublikum. Im anschließenden Gespräch gab es die Gelegenheit, Fragen an ihn zu stellen, von der ich ausgiebig Gebrauch gemacht habe. Dadurch konnte ich viele neue Eindrücke von ihm als Mensch und von seinem kreativen Schaffensprozess mit nach Hause nehmen.

    Im Anschluss blieb man noch in geselliger Runde zusammen und kam miteinander ins Gespräch. Für mich war es ein wunderschöner Abend und eine großartige Gelegenheit, einen der von mir am meisten geschätzten deutschen Phantastikautoren persönlich kennenzulernen. Er machte auf mich den Eindruck eines ausgesprochen freundlichen, humorvollen, nahbaren und liebenswerten Menschen.

    Besonders gefreut hat es mich außerdem, Eric Hantsch wiederzusehen und mich mit ihm auszutauschen.

    Mein herzlicher Dank gilt Michael Siefener, Eric Hantsch, der Buchhandlung Sense of Wonder sowie Thomas Harbach für die Organisation und Durchführung dieser wunderbaren Veranstaltung.

    Ein Veranstaltungstipp für die Nordlichter hier im Forum.

    Am 2. Oktober 2026 findet in der Dorfkirche zu Kropp "Eine Nacht mit David Nathan" statt, bei der der bekannte Synchronsprecher und Hörbuchinterpret (bekannt als Stimme von Johnny Depp) Horror-Geschichten liest.

    Die Veranstaltung findet in der Dorfkirche Kropp statt – er wird aus Lovecraft- und King-Titeln lesen, danach gibt es ein offenes Gespräch über Horror und seine Arbeit als Sprecher, mit Zeit für Fragen und einer Signierstunde.
    Alle Details zur Veranstaltung gibt es hier:

    https://www.eventim-light.com/de/a/696f92cb3c4695359d48608e/e/698495530402f7225d29a3c9

    Es gibt auch einen Rabbatcode: HORRORFAN

    Ich habe bis jetzt die Geschichten bis einschließlich „Die sieben Schwestern“ von Frank Eschenbach gelesen, habe also ein gutes Drittel des Buches geschafft. Bis jetzt war nach meinem Empfinden keine schwache Geschichte dabei. Sehr gut gefallen hat mir Rainer Zuchs fundiertes Vorwort und die humorvoll-unterhaltsame Geschichte von Tobias Bachmann. Aber auch die Geschichten von K.R. Sanders und Frank Eschenbach haben mich überzeugt. „Das Buch“ von Michael Siefener hat mich etwas enttäuscht, vielleicht habe ich bei dem Autor auch eine zu hohe Erwartungshaltung. Aber es war mir zu vorhersehbar und zu sehr Fanfiction, dennoch fühlte ich mich gut unterhalten.

    Ich freue mich auf die weiteren Geschichten dieses schön aufgemachten Buches, mit den schön-schaurigen Illustrationen von Jörg Kleudgen.

    Ich habe mir das Buch jetzt mal bestellt. Zehn Exemplare sind wohl noch verfügbar:

    Das Fleischmeer/Das Aschemeer (The Sea of Flesh and Ash) | Wandler Verlag

    Hat das Buch außer Martin eigentlich jemand gelesen?

    Ich habe mir das Buch jetzt mal bestellt. Zehn Exemplare sind wohl noch verfügbar:

    Das Fleischmeer/Das Aschemeer (The Sea of Flesh and Ash) | Wandler Verlag

    Hat das Buch außer Martin eigentlich jemand gelesen?

    Ja, ich habe es vor kurzem gelesen. Zwei sehr unterschiedliche Geschichten, die unabhängig voneinander stehen. Mein persönlicher Favorit ist „Das Aschemeer“ .