Beiträge von Ender

    So sieht also die Nominierungsliste in dieser Kategorie aus. Zunächst mal: Schön, dass sie - anders als im letzten Jahr - wieder zustande gekommen ist.

    Meine Vorschläge sind traditionsgemäß nicht vertreten ;), aber trotzdem finde ich, dass das eine schöne Liste ist. Na gut ... es sind wieder zwei Werke mit aaaaaalten Texten dabei ... aber doch immerhin diesmal 3 aktuelle Titel.

    Hauptsächlich bin ich erstaunt, dass offenbar eine recht große Anzahl von Abstimmenden tatsächlich 99 Euro in den Matheson-Sammelband-Schuber investiert hat. Hut ab! Würde mich auch sehr interessieren, aber da ist meine finanzielle Schmerzgrenze dann doch erreicht (dafür kaufe ich mir lieber 5-6 andere Bücher).

    Insgesamt fühle ich mich auf jeden Fall inspiriert, mehrere der nominierten Werke zu lesen - und das ist doch letztlich der Sinn und die Aufgabe von solchen Preisen, oder? Also alles richtig gemacht! Danke dafür.

    (Auch wenn ich bis zur Abstimmungs-Deadline in 6 Wochen wohl leider noch nicht allzu viel davon schaffen werde)

    Ansonsten überwiegend Kurzgeschichtensammlungen aus der Kategorie, das ist ja eher nichts für dich.

    Das kann man so nicht sagen, eher im Gegenteil: Ich lese regelmäßig und sehr gerne Kurzgeschichten!

    Gerade komme ich von einem spontanen Buchhandlungsbesuch zurück und habe prompt 2 relevante Titel geshoppt:

    "Dornenhecke" von T. Kingfisher und "Die Villa der verlorenen Seelen" von C.J. Tudor.

    Letzteres übrigens eine Kurzgeschichtensammlung ;)

    Wie immer interessieren mich in dieser Kategorie mehr Bücher als ich schaffen kann. Bisher habe ich erst 2 gelesen ("Das Beste sind die Augen" und "Es währt für immer und dann ist es vorbei"), und die haben mir leider beide gar nicht gefallen.

    Ganz oben auf meiner Liste stehen z.B. noch C.J. Tudor, Joyce Carol Oates, Samanta Schweblin, T. Kingfisher, Thomas Olde Heuvelt oder Zach Williams. Aber innerhalb der nächsten 5 Wochen werde ich die sicher nicht (annähernd) alle schaffen. Aber ich versuch's ...

    X/

    Ich habe die erste Ausgabe sehr genossen und hatte eigentlich dringend vor, auch diesmal wieder dabei zu sein. Allerdings fällt der Termin genau in meinen Urlaub, deshalb werde ich voraussichtlich irgendwo anders sein. Sehr ärgerlich.

    Aber, na ja, Urlaub ist ja auch nicht schlecht ...

    Der Roman hat den World Fantasy Award 2025 gewonnen

    Und zuvor auch schon den Hugo Award. Scheint also irgendwas dran zu sein, an dem Roman.

    Ich bin grundsätzlich daran interessiert, aber da ich vermute, dass es eine Trilogie wird (weil: Fantasy, weil: Robert Jackson Bennett, weil: einen 2. Teil scheint's im Original schon zu geben), warte ich erstmal ab, ob der Rest auch noch übersetzt wird.

    Aber bei diesem Autor stehen die Chancen ja nicht schlecht, denke ich.

    Vorab: meine Kommentare enthalten kleine bis mittelgroße Spoiler.

    Weiterlesen auf eigene Gefahr!

    Ich bin mir auch nicht sicher, dass ich sagen könnte, dass die "Bösen" irgendwann im Roman auftauchen, denn irgendwie sind sie ja von Anfang an da.

    Ich hatte ins Buch reingelesen und mich daraufhin zum Spontankauf entschieden, eben weil mir der Anfang gefallen hat und ich die beschriebene Situation und die Familiengeschichte interessant fand. Auf den ersten 50 Seiten war z.B. von Geoffrey oder George noch keine Rede. Die haben's mir dann aber sehr schnell madig gemacht.

    Die Sachen, die nicht-Asiat*innen tatsächlich und wortwörtlich zu Menschen mit asiatischer Abstammung sagen. Sowohl hierzulande als insbesondere auch überm großen Teich. Ich fürchte, diese zeitgleiche Fetishisierung und Infantilisierung ist erschreckend nah an der Lebensrealität vieler Menschen.

    Wie gesagt: Genau diese Aspekte fand ich spannend und interessant, aber sie haben (für meinen Geschmack) die Geschichte nicht retten können.

    Fan von Dark Romance bin ich übrigens nicht ;) sehe auch die Verbindung dorthin nicht wirklich. Kannst Du hier vielleicht noch einmal näher drauf eingehen?

    Ich meinte damit vor allem die Figurenzeichnung und Dialoge, insbesondere die beiden o.g. "Bösen" betreffend. Okay, romantisch wird es nicht gerade, deshalb wäre "Young Adult" vielleicht der Begriff, der meine Wahrnehmung des Romans besser trifft. Aber eben YA von der schlechten Sorte, denn die Darstellung gerade der beiden besagten Charaktere fand ich unheimlich platt. Gut - du nennst es "gewollte Karikaturen", so kann man das natürlich auch sehen. Ich habe sie aber mehr als ungewollt klischee-beladen und überzogene Stereotype empfunden; noch dazu etwas zu sehr mit dem Holzhammer erklärt.

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    Geoffrey hat sie ein, zweimal gesehen und ist augenblicklich besessen von ihr. Und was er so von sich gibt ... da ist vom ersten Moment an klar, dass ihm nicht zu trauen ist. Und es wird immer weiter ins absurd-lächerliche gesteigert, das war mir schnell zu viel des Guten.

    Bei George werden dann gleich sämtliche denkbaren Klischees ausgepackt: er ist ein Arsch; er ist rassistisch; er betrügt sie; er protzt damit herum, wie sehr er sie ausnutzt (was seine andere Geliebte davon hält, wird nicht erwähnt, es scheint sie jedenfalls nicht zu stören); er schaut Pornos; er begafft lüstern seine Stieftöchter ... da muss einfach alles reingepackt werden.

    Und ja - wir haben ja schon bald verstanden, dass diese beiden Typen sehr unangenehm sind. Aber etwas subtiler hätte man das schon zeigen können.

    Auch an der Handlung fand ich so manches unausgereift. Als Beispiel sei nur die Szene gegen Ende genannt, als

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    Stiefvater und Stieftochter, nachdem sie sich doch offenbar gerade gegenseitig bekämpft hatten, nun plötzlich im Krankenhaus direkt nebeneinander liegen. Mit einer nicht verschlossenen Zwischentür! Hmm...

    Kurzum: Ich mochte es überhaupt nicht.

    Aber jetzt hoffe ich, dass vielleicht noch andere Leute hier aus dem Forum das Buch lesen (oder gelesen haben), denn weitere Meinungen dazu würden mich nun doch schon interessieren.

    Monika Kim - Das Beste sind die Augen


    Klappentext

    Nach der Trennung ihrer Eltern gerät Jiwons Leben ins Chaos – und der neue, selbstgefällige weiße Freund ihrer Mutter macht alles nur schlimmer, indem er sie und ihre Schwester fetischisiert und ihre Kultur verhöhnt. Jiwons Gedanken werden immer radikaler. Wie weit wird sie gehen, um ihre Familie zu retten?

    Monika Kims Sunday Times-Bestseller ist ein fesselnder feministischer Horrorroman über Wut, Obsession und die Grenzen der Moral.


    Meine Meinung

    Ein Spontankauf, nachdem ich in der Buchhandlung die ersten Seiten gelesen und für gut befunden hatte. Ein Fehler.

    Es fing ganz gut an: mit einer leicht ekligen Szene und mit der durchaus gelungenen Vorstellung der Hauptfiguren und ihrer Lebenssituation. So weit, so gut. Da könnte sich eine schräge Geschichte mit interessanten Charakteren entwickeln, die dann mehr und mehr eskaliert. Tja, soweit meine Hoffnung.

    Zwar eskaliert es in der Tat im Laufe der Geschichte mehr und mehr – aber leider auf ziemlich platte und nicht nachvollziehbare Weise. Sobald die „Bösen“ in diesem Roman auftauchen, stürzt das Niveau ab. Sie sind einfach nur überzogen und flach gezeichnet und es wird kein Klischee ausgelassen. Das ist – ich kann es nicht anders sagen – ganz schön schlecht geschrieben. Auch die Dialoge werden zunehmend dämlich und die Entwicklung der Hauptfigur

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    hin zum pervers-bösartigen Racheengel

    ist vollkommen unglaubwürdig und letztlich auch total unsinnig. Die kritischen Betrachtungen zu Themen wie Patriarchat, Misogynie und Rassismus sind in Ansätzen interessant, bleiben aber auch zu oberflächlich, als dass sie die Geschichte retten könnten.

    Da das Ganze ziemlich einfach geschrieben ist, hat man das Buch nach relativ kurzer Zeit schon durch, aber selbst diese paar Stündchen fühlen sich im Nachhinein nach Zeitverschwendung an.

    Auf den diversen Plattformen ist das Buch überwiegend sehr gut bewertet, aber ich habe den Verdacht, dass es vor allem bei der Dark Romance – Zielgruppe ankommt (auch wenn es hier nicht wirklich romantisch wird). Dazu gehöre ich zweifellos nicht. Der farbige Buchschnitt hätte mich stutzig machen müssen. Aber wer nicht hören will muss fühlen.

    Zum konkreten KLP-Titelbild-Fall:

    Man kann die Entscheidung, das Bild auszuschließen, kritisieren. Man kann sie auch ungerechtfertigt, falsch, überzogen oder richtig bescheuert finden. Aber einer Jury deswegen das Recht absprechen, nach ihren eigenen Maßstäben entscheiden zu dürfen? Hmm.

    Bei vielen Jurys, Ausschreibungen o.ä. wird ja darauf hinzuweisen, dass sexistische, rassistische, beleidigende Werke nicht akzeptiert werden. Aber die Entscheidung, was darunter fällt, muss man dann schon den Verantwortlichen überlassen. Wem denn bitte sonst an dieser Stelle?

    Daraus gleich wieder einen Kulturkampf à la "Man darf ja nichts mehr sagen" zu machen, ist ... nun ja ... wohl der Zeitgeist.

    Zur sog. "Resolution":

    Kompromiss hin oder her - im Text stehen Sachen wie "Die Wokeness-Ideologie breitet sich [in der Gesellschaft] aus" oder "ideologisch motivierte Pseudoargumentation" ... wenn ich da meinen Namen druntersetze, dann stimme ich dem offensichtlich inhaltlich zu und muss mit dem Bild leben, was ich damit abgebe. Und eben damit, dass das viele ziemlich verheerend finden.