Beiträge von Ender

    [...] es ist mir zu laut geworden. Da fliegt einem ja das Gehör raus[...]

    [...] aber die 2,5 Stunden Laufzeit haben mich doch abgehalten[...]

    [...] die Stakkatoschnitte, dass jede Sekunde mit Score zugekleistert ist und dass Leute da nur noch Superhero-mässig durch die Gegend fliegen ist mir echt zu krass[...]

    Ich gebe es ungern zu, da ich selbst fürs Kino arbeite (und hoffe, mein Arbeitgeber liest hier nicht mit), aber da nennst du ziemlich genau die Dinge, die mich auch am meisten stören.

    Und zum (Blockbuster)-Filmangebot: Es ist schon sehr hilfreich, wenn man Superhelden-Fan ist (bin ich leider nicht) oder ganz allgemein gerne immer wieder dasselbe sehen will. Leider scheint letzteres bei den meisten der Fall zu sein, denn wenn die Massen anstatt in den x-ten Star Wars-, Jurassic-, Fast&Furious- oder Avengers-Aufguss lieber öfter in etwas Neues wie, sagen wir mal, "Arrival" strömen würden, dann gäbe es davon auch mehr. Aber bevor sich ein Studio an neue Stoffe heranwagt, geht es lieber auf Nummer sicher und bleibt bei Sequels, Prequels, Remakes, Reboots und Franchises. So lange das funktioniert, ändert sich daran auch nichts. Schade.

    Titel & Kinostart gegoogelt bringt jedenfalls überall den 6.10.22, und das wird hier z.B. speziell gelobt. Wie flächendeckend der vertrieben wird, ist aber leider nicht herauszufinden.

    Es wird insofern ein leicht "eingeschränkter" Kinostart, als dass er zwar in relativ vielen (vermutlich v.a. Multiplex-)Kinos gezeigt wird, aber i.d.R. nur mit einigen Einzelvorstellungen. Sprich: nicht mit täglichen 1-2 Shows, sondern nur so 1-3 über die ganze Woche verteilt.

    Ob in der 2.Woche weitere dazukommen, hängt dann von der Nachfrage ab.

    Bei Interesse lohnt es sich also, erstens schnell zu sein und zweitens das Programm genau im Auge zu behalten.

    Die exakten Spielzeiten ab dem 6.10. sollten (wegen des Feiertags) spätestens ab Morgen Abend auf den Kino-Homepages zu finden sein.

    No offense! Ich bezog mich ja auch ausdrücklich nicht auf eigene Erfahrungen (die ich nicht habe), sondern auf die Aussage einer Isländerin. Und die empfindet das offenbar anders als du. Was ja auch okay ist, denn wie du sagst, gibt da keine Einigkeit oder gar Einheitlichkeit.

    Ich weiß nicht. Irgendwie heißt es ja immer, im deutschen Sprachraum würde ganz besonders streng und stur zwischen "anspruchsvoll" und "Genre" (oder allgemein "unterhaltend") unterschieden. Aber sie hat ja an den fraglichen Satz kein "so wie das bei euch in Deutschland ist" angehängt. Irgendwie scheint das demnach also doch kein rein deutsches Phänomen zu sein, zumindest ist ihr das offenbar auch nicht fremd.

    Ich habe ihre Aussagen eher aufgefasst als "Mir war erst gar nicht klar, dass ich SF geschrieben hatte. Und jetzt, da es mir bewusst ist, finde ich es cool."

    Eben als Gegensatz zu den vielen "anspruchsvollen Literaten", die um keinen Preis mit diesem Genre in Verbindung gebracht werden wollen, weil ... das ist ja bäh.

    Wie sie es ja auch selbst im letzten von mir zitierten Satz sagt.

    Und auch die Frage "Kann ich das überhaupt?" zeugt ja von Respekt vor dem Genre.


    Das ist mir einfach sympathischer als die Juli Zehs dieser Welt, die zwar gelegentlich SF schreiben, es aber dann vehement abstreiten.

    Ob es das in nordischen Ländern eigentlich nicht gibt und sie deshalb lediglich damit kokettiert, kann ich nicht beurteilen. Würde mich aber überraschen.

    Frida Isberg: Die Markierung


    Zitat
    Ich kam mir vor wie eine Hochstaplerin im SciFi - Genre [...] deswegen habe ich das Gefühl, dass ich nicht für dieses Genre qualifiziert bin. Ich war sehr zögerlich, ob ich in diesen Bereich eindringen darf [...] Manche schreiben ja literarische Romane und sind zu versnobt, um zuzugeben, dass das Science-Fiction ist.

    Ich mag sie jetzt schon.

    Ich kenne von ihm "Lost Souls" (das ich witzigerweise rein zufällig wenige Tage nach Erscheinen bei einem Wochenendtrip nach Hameln in einer dortigen Buchhandlung entdeckt habe). An anderer Stelle hatte ich seinerzeit folgendes dazu geschrieben.


    Ein Horrorthriller, der im Hameln der Jetztzeit angesiedelt ist und Bezug auf die klassische "Rattenfänger"-Sage nimmt. Dabei werden Mythos, reale Begebenheiten und Geschichtliches zu einer spannenden Thrillerhandlung vermischt.

    Im Hinblick auf Stil und Spannungsaufbau ist der Roman allerdings recht konventionell geraten: bestimmte Formulierungen wiederholen sich etwas zu oft ("linker Hand / rechter Hand"), einige Details wirken ein wenig altmodisch (welche Dreißigjährigen heißen heutzutage noch Peter oder fahren VW Käfer?), der Plot ist zwar größtenteils rasant erzählt, aber ohne die ganz großen Innovationen oder Überraschungen.

    Was sehr gut gelingt, ist das Ineinandergreifen von historischen Fakten, überlieferter Legende und aktuellen Ereignissen. Der Autor hat sich erkennbar viel Mühe bei der Recherche gegeben. Für manche Leser könnten die Ausführungen zu mittelalterlichen Zusammenhängen hier und da vielleicht etwas zu langatmig ausfallen - wer sich jedoch ein wenig für lokale Historie interessiert, wird bestens bedient.

    Eine altbekannte düstere Sage in eine moderne Horrorgeschichte umzugestalten, ist auf jeden Fall eine hervorragende Idee, die hier auch durchaus gekonnt umgesetzt wurde. Herausgekommen ist dabei vielleicht nicht der ganz große Wurf, aber doch ein überwiegend spannendes und kurzweiliges Buch.


    Offenbar scheint das hier der allgemeine Tenor zu Thomas Finn zu sein. DAS überragende Werk ist (noch?) nicht dabei, aber gut lesen kann man sie alle ...

    Oh, wow! Da hat der Wandler Verlag aber einen großen Namen an Land gezogen. Glückwunsch!

    Ein Frühwerk des Autors (2003), das bisher noch unübersetzt war. Genau sowas erhoffe ich mir von solch kleinen, engagierten Verlagen.

    Ich bin begeistert.

    Du haust hier eine Leiber-Leseerfahrung nach der anderen raus und ich habe schon seit Jahren "Hexenvolk" ungelesen im Regal stehen. Schande! Aber man kommt ja zu nix..

    Also lese ich jetzt immerhin diesen Thread, und das mit großem Interesse. Ist ja schon mal ein Anfang.

    👍🏼für diese ausführliche Vorstellung.

    Uff. Das klingt in der Tat ganz schön hart. Das schreckt mich zwar nicht grundsätzlich ab, aber in Verbindung mit dem sperrigen Schreibstil und der nicht eben geradlinigen Handlung ist das wohl eher nichts für mich. Aber halt doch irgendwie interessant ...

    Ich habe vor Jahren mal "Der Besuch" (OT: "The Wonderful Visit" von 1895) gelesen - ein recht kurzer Roman, der seinerzeit bei dtv in der schön gestalteten (wenn auch inhaltlich nicht passenden) Reihe mit Giger-Titelbildern veröffentlicht wurde.

    https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/414qWXN8OvL._SX312_BO1,204,203,200_.jpg


    Es geht um einen Engel, der von einem Jäger "geschossen" wird und so unfreiwillig auf der Erde landet. Er lebt nun eine Zeit lang unter den ansässigen Dorfbewohnern und eckt aber mit seiner positiven, unschuldigen, durch und durch gütigen Art permanent an. Durch seine naive Sicht "von außen" und wie er die Menschen und die irdischen Zustände erlebt, legt Wells den Finger in so manche Wunde.

    An allzu viele Einzelheiten kann ich mich nicht mehr erinnern, aber ich weiß noch, dass mir diese letztlich bitterböse Gesellschaftssatire mit ihren Seitenhieben auf die Natur des Menschen damals richtig viel Spaß gemacht hat.