Beiträge von Tintenkiller

    In der Zwischenzeit sammle ich mit anderen die aktuellen Neuerscheinungen, aus dem sich durch besagten Kreis respektive deren Stimmen die Endrunde ergibt.

    Ist die Vorrunde abgeschlossen, wird das Voting quasi öffentlich.

    Eine qualifizierte und qualitative Vorauswahl (Vorrunde) klingt von der Idee her interessant, vorausgesetzt der Vorrunden-Kreis liest vorher alle gesammelten Werke, um tatsächlich alle weniger gelungenen Werke kompetent zu streichen, so dass die Endrunde nur noch gute Werke enthält.

    Ich schätze, die Macher des virtuellen MarburgCon stecken momentan viel Zeit und Herzblut in das Projekt. Vielleicht könnte die Idee eines parallelen Forum-Chats vorher mit den Con-Veranstaltern abgesprochen werden, damit der Forum-Chat nicht zur "Konkurrenz"-Veranstaltung wird. Möglicherweise ließe sich auch im virtuellen Con oder unter den Videos chatten und muss nicht separat hier im Forum stattfinden.

    Ich lese auch gerne Kurzgeschichten und befürworte die Förderung von neuen Autorinnen/ Autoren. Ich habe diese Kategorie nur als Beispiel vorgeschlagen, weil sie mir besonders arbeits- und zeitintensiv erscheint.

    Wenn der VP sich auch ohne Reduzierung der Kategorien fortsetzen lässt, umso besser. Würde mich freuen.

    P. S.: Bei der Auszählung der Punkte könnte ebenfalls Zeit gespart werden, wenn jeder pro Kategorie nur noch 1 Punkt vergeben darf. (Bisher besteht ja die Möglichkeit, drei Stimmen pro Kategorie abzugeben: 1 x 3 Punkte, 1 x 2 Punkte und 1 x 1 Punkt). Die Auszählung lässt sich eventuell auch durch eine gute Excel-Tabelle vereinfachen (dann rechnet die Tabelle die Punkte zusammen).

    Ich fände es eine interessante Überlegung, die Kategorien des Vincent Preis zu reduzieren. Zum Beispiel keine Kategorie mehr für Kurzgeschichten, sondern nur noch eine für Kurzgeschichten-Sammlungen oder Anthos. Das würde viel Zeit und Arbeit sparen. Oder vorübergehend nur noch den Sonderpreis vergeben. Für den Sonderpreis sind keine langen Listen erforderlich.

    Von King liebe ich besonders die Geschichten, die er unter dem Pseudonym Richard Bachmann veröffentlicht hat, Stephen Kings Vorworte und seine KURZGESCHICHTEN.

    Von seinen Kurzgeschichten kann ich gar nicht genug bekommen und lese viele von ihnen weit mehr als nur einmal.

    Eine Lieblingskurzgeschichte von ihm kann ich nur schwer benennen, dazu sind es einfach zu viele, dir mir gefallen. Auch wechselt das immer mal wieder, je nach Stimmung, Lebenssituation und Alter. "Die Düne", "Böser kleiner Junge", "1408", "Der Mann im schwarzen Anzug", "Die letzte Sprosse", "Der Affe" und "Kinderschreck" mag ich momentan sehr.

    Bisher arbeite ich noch daran, mir alle seine Kurzgeschichten-Sammlungen zuzulegen.

    Seine Kurzgeschichten-Sammlungen in deutscher Sprache:

    Nachtschicht (1978)

    Katzenauge (1986)

    Trucks (1986)

    Blut (1985)

    Im Morgengrauen (1985)

    Der Gesang der Toten (1986)

    Der Fornit (1986)

    Alpträume (1993)

    Abgrund (1993)

    Im Kabinett des Todes (2002)

    Sunset (2008)

    Basar der bösen Träume (2015)

    Ich fände es mal ein spannendes Experiment, wenn für einen Zeitraum von fünf Jahren nur noch Bücher erscheinen, bei denen kein einziger Autoren- und Verlagsname und natürlich keine Vita der Autoren genannt wird. Nur Titel und Inhalt einer Geschichte dürften auf und in den Büchern stehen, selbst bei Anthologien.


    Insider-Informationen und öffentliche Spekulationen über die Autoren und Verlage sowie die Fortsetzung eines früheren Romans oder ein verlagstypisches Buch-Cover wären ebenfalls untersagt.


    Keiner wüsste also, ob er gerade eine Geschichte von Stephen King kauft bzw. liest oder von einem unbekannten Newcomer.


    Natürlich müsste noch gewährleistet werden, dass sowohl erfolgreicher Autor als auch der Kleinverlagsautor oder Selfpublisher (w/ m/ d) genau gleich viel Werbung etc. erhalten.


    Auf die daraus resultierenden Verkaufszahlen und Rezis wäre ich sehr neugierig.


    Einige Ausschreibungen für Schreibwettbewerbe und Anthologien gehen bereits diesen Weg. Dort darf bei der Einreichung eines Texts nur der Titel über der Geschichte stehen und nicht der Autorenname. Der Autorenname muss separat genannt werden.

    Vorab möchte ich sagen, dass Isa Grimm (um stellvertretend bei dem Beispiel zu bleiben) nicht nur als weiblicher Name verwendet wurde, sondern es wurde durch weitere Maßnahmen (u.a. Foto, Vita, eigene Facebook-Seite, Interviews als Isa Grimm) die Illusion erzeugt, dass Isa Grimm a) eine Frau und b) eine Newcomerin ist, die gerade ihren Debutroman veröffentlicht hat.


    In zahleichen Rezis ist nachzulesen, dass geglaubt wurde, dass es sich tatsächlich um eine Autorin und ihren Debutroman handelt.


    Auch wurden ihr in ihrer Vita Leistungen zugeteilt, die wahrscheinlich auch gelogen waren (u.a. "Dramaturgin an einem großen deutschen Theater"). In der Vita von Kai Meyer steht zumindest nicht, dass er diese berufliche Stellung hat oder hatte.


    So, nun zu den Gründen, warum es mich persönlich stört:


    Den Vincent Preis haben in den Jahren 2007 bis 2018 - zumindest den Vornamen nach - hauptsächlich Männer gewonnen.


    Unter den Gewinnern sind bisher nur vier Frauen plus Isa Grimm vertreten (nur eine dieser Frauen bekam den Preis für ihre schriftstellerischen Fähigkeiten!!!).


    Wäre Isa Grimm eine Frau, stünden in der Gewinnerliste immerhin fünf Frauen. Da Isa Grimm in Wahrheit aber ein Mann ist, könnte mindestens eine der anderen Gewinnerinnen theoretisch ebenfalls ein Mann sein (nur theoretisch!!!).


    Ich persönlich finde es unterstützenswert, wenn Phantastik-Autorinnen gefördert werden und die gleiche Aufmerksamkeit und Wertschätzung erhalten wie ihre männlichen Kollegen. Der Gewinnerliste nach scheint es weniger (gute) Horror-Autorinnen als Horror-Autoren zu geben, aber ich vermute, der Eindruck täuscht. Mir fallen zumindest spontan einige gute Horror-Autorinnen ein.


    Gut möglich, dass einige der Gewinner mit männlichen Vornamen in Wirklichkeit auch keine Männer sind, sondern Frauen mit männlichen Pseudonymen. Das fände ich persönlich jedoch weniger schlimm, weil es nachvollziehbar sein könnte, dass eine Frau aufgrund der deutlichen Überzahl an männlichen Gewinnern befürchtet, als Autorin nicht ernst genommen zu werden. Auch Beispiele aus vergangenen Jahrhunderten, wo Frauen nicht dieselben Rechte wie Männer hatten, sind für mich nachvollziehbar.


    In Ordnung fände ich es, wenn ein männlicher Autor sich einen weiblichen Namen gibt, wenn er sich eher dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlt oder dem Geschlecht "divers". Dann bitte aber auch in Sachen Vita bei der Wahrheit bleiben! Und falls ein Foto, dann auch das eigene!


    Sind Listen mit Phantastik- oder Science-Fiction-Schriftstellerinnen sinnvoll? Ich finde, wenn es der Förderung von Autorinnen geht: JA!


    Ich zumindest lasse mich bei Buchkäufen von solchen Listen inspirieren.


    Ist es okay, wenn männliche Autoren diese Listen in Verruf bringen und entwerten, indem sie sich durch ein weibliches Pseudonym dort hineinmogeln? Am Ende sogar in beiden Listen oder einer Gesamtliste mehrfach zu finden sind (mit unterschiedlichen Namen und Geschlechtern)? Auch wenn es vielleicht so klingt, ich möchte mich in der Frage nicht als Richter aufspielen, aber ich selbst fände dies nicht gut.


    Dem Interview mit Kai Meyer nach zu urteilen, hatte Kai Meyer keine bösen Absichten verfolgt. Auch schien er sich, seinen Antworten nach, nicht wohl dabei gefühlt zu haben, anderen die Rolle der Isa Grimm vorzuspielen.


    Quellenverzeichnis:

    Gewinnerliste des Vincent Preis

    https://vincent-preis.blogspot…sherigen-vincent.html?m=1


    Vita von Isa Grimm:

    https://vincent-preis.blogspot…-grimm-klammroth.html?m=1


    https://wasliestdu.de/rezension/zum-fuerchten-gut


    Vita von Kai Meyer:

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kai_Meyer#Biographie


    https://www.kaimeyer.com/biografie/

    Schönes, ehrliches Interview, obwohl ich so Pseudonym-Betrügereien wie mit Isa Grimm hasse.

    Ich habe nichts gegen Pseudonyme, wenn jemand seinen echten Namen privat halten möchte oder seinen eigenen Namen nicht cool genug findet oder der eigene Spitzname mit der Zeit zum Pseudonym wird. Auch finde ich es okay, wenn jemand bei seinem Vornamen nur seine Initialen verwendet, um sein Geschlecht zu verheimlichen. Aber ich empfinde es als Betrug, wenn jemand unter mehreren Namen schreibt bzw. veröffentlicht, besonders wenn ein Autor sich als Autorin ausgibt (sogar mit einem Fake-Foto und einer Fake-Vita). Für mich wäre das ein Grund, Isa Grimm nachträglich für den Vincent Preis zu disqualifizieren.

    Ein paar weitere gute Gedichtbände sind erschienen und von mir erworben und gelesen worden. Die neuen Gedichtbände von Florian Günther und Hermann Borgerding sowie die Neuauflage eines Gedichtbands von Marvin Chlada sind dem Bereich der Phantastik nicht zuzuordnen, deshalb an dieser Stelle kein weiteres Wort darüber, aber der Phantastik zugehörig ist folgendes Büchlein:


    Sascha Alexander Lubenow:

    35 HAIKUS aus dem Universum von H. P. Lovecraft

    KOVD Verlag

    2019


    Dieses Hardcover-Buch ist von seiner Aufmachung her definitiv ein Sammlerstück. Es ist auf eine düstere Weise schön und kunstvoll gestaltet und sein Inhalt folgt einer logischen Gliederung. Dem Buch ist deutlich anzumerken, dass Autor und Verlag ein hohes Maß an Zeit und Liebe in das Projekt gesteckt haben.


    Da ich kein Sammler bin, zählt für mich hauptsächlich das Leseerlebnis. Von den 35 Haikus haben mir zwei Stück besonders gut gefallen (Nr. 12 und 16) und eins war amusant und spannend zugleich, weil mehrdeutig und dadurch zum Rätseln anregend (Nr. 35).