Beiträge von Vincent Voss

    Mein Essay für das Zwielicht 15, "Unter dem Zeichen der Sanduhr: Betagte Protagonisten in der Dunklen Phantastik", ist gerade von S. T. Joshi für sein Penumbra #3 angenommen worden. Erscheint im Juli/August diesen Jahres bei Hippocampus Press, NY.



    Wow, wie cool! Herzlichen Glückwunsch, Katla!

    "Indigo

    Roman

    Im Norden der Steiermark liegt die Helianau, eine Internatsschule für Kinder, die an einer rätselhaften Störung leiden, dem Indigo-Syndrom. Jeden, der ihnen zu nahe kommt, befallen Übelkeit, Schwindel und heftige Kopfschmerzen. Der junge Mathematiklehrer Clemens Setz unterrichtet an dieser Schule und wird auf seltsame Vorgänge aufmerksam: Immer wieder werden Kinder in eigenartigen Maskierungen in einem Auto mit unbekanntem Ziel davongefahren. Setz beginnt, Nachforschungen anzustellen, doch er kommt nicht weit; er wird aus dem Schuldienst entlassen. Fünfzehn Jahre später berichten die Zeitungen von einem aufsehenerregenden Strafprozess: Ein ehemaliger Mathematiklehrer wird vom Vorwurf freigesprochen, einen Tierquäler brutal ermordet zu haben.


    Und jetzt noch einmal von vorne. Vergessen Sie die Zusammenfassung einer Romanhandlung, die sich jeder Zusammenfassung entzieht, und lesen Sie das Buch Indigo von Clemens J. Setz. Sein viertes insgesamt. Sie werden feststellen: Das »radikale Gegenprogramm zur hübsch verkasteten Literaturwerkstättenliteratur« (DIE WELT) geht weiter. Rasend spannend und so erholsam wie eine gute Massage. Hinterher spüren Sie jeden Muskel."


    Worum geht es? Erst einmal wird das Buch aus zwei Perspektiven geschrieben. Zum einen aus der des Mathematiklehrers Setz, der an dem Internat für Indigo.Kinder lehrt und zum anderen aus der Perspektive von Robert Tätz, der dort einst Schüler war. Beide sind sehr speziell, leiden an Zwängen und Ticks, ihre Wahrnehmung auf soziale Interaktion ist zumindest verschroben. Und beide stellen Nachforschungen zu den Indigo-Kindern an, die auf geheimnisvolle Weise gelegentlich reloziert werden. Das Ganze wird aufgehübscht, durch (anscheinend) wissenschaftliche Berichte seit dem Mittelalter, so dass die vermeintliche Verschwörung glaubhaft scheint. Das gelingt dem Autor sehr gut.


    Meine Meinung: Sehr, sehr lesenswert, vor allem aufgrund der beiden Hauptfiguren, die einen sehr schrägen Blick auf die Welt haben und Setz haut eine Vergleichsperle nach der nächsten raus. Dazu bleibt es auf lange Strecke geheimnisvoll und wissenschaftsmystisch. einzig das Ende hat mich ratlos und unbefriedigt zurückgelassen.


    9,25 kopflose Hähne.

    So begeistert, wie die die Kritiken auf dem Buchdeckel war ich lange nicht, Sprich, für mich ist "Der Schneesturm" kein phantastisches Meisterwerk. Es ist ein sehr gutes Buch, dass die Reise eines Arztes mit einem Kutscher durch das ländliche und phantastische Russland beschreibt. Die phantastischen Elemente sind m.E. metaphorisch und sehr akzentuiert eingesetzt und führen dazu, den Lesenden immer wieder aus der Komfortzone zu holen, wenn er zu lange bei den beiden auf dem Vehikel gesessen hat. Dafür aber ist die Geschichte aber ... langweilig. Wären eben nicht die phantastischen Elemente, wäre das Ganze ziemlich schnell erzählt. Da habe ich mir sehr viel mehr erwartet, daher lande ich bei immer noch 9 von 10 Pyramiden im Schnee.

    Ich habe den Roman gestern Abend ausgelesen und es ist ein Buch, dass auf gruselige Weise wehtut und meine Psyche angreift. Kurzum ein richtig gutes Horrorbuch, so gut, dass es mich in mein Alltagsleben verfolgt. Habe gestern Nacht noch draußen gestanden und wir haben in einer Birke so eine solarbetriebene Lichterkette hängen. Im Sommer lädt sie sich optimal auf, Im Winter muss sie sich immer völlig spontan entladen. Das war ... schwer aushaltbar. Hinter meinem Schuppen habe ich mindestens Fergal erwartet und schlimmstenfalls die Schwarze Maggie.


    Worum geht es: Steph ist in ihrem Leben oftmals falsch abgebogen und lebt jetzt in einem heruntergekommenen Haus in der Edgehill Roal 82 in Birmingham. Und 2Birmingham" ist auch das Haus, schnoddrig die Vermieter, das haus je nach Bedarf erweitert und irgendwie undurchschaubar. Und Steph beginnt Frauenstimmen aus Nachbarzimmern, aus dem Kamin und unter dem Boden zu hören und beginnt an ihrer Psyche zu zweifeln. Und letztlich kommt sie einem Grauen auf die Spur, die dem Haus innewohnt.



    Kritik: Manchmal war es zu quälend zäh zu lesen, weil Nevill im wahrsten Sinne jeden Staubkorn in dem Haus ausführlich beschreibt, zum Ende aber entfaltet es sich ziemlich wirkungsmächtig. Und ich bin überzeugt, es hätte sich nicht so entfaltet, wenn es weniger erzählt worden wäre. Und ... er erzählt richtig gut, bzw. wurde auch gut übersetzt.


    Ich bleibe am Ende bei verdammt guten 9,5 Zähnen, die ... irgendwem fehlen.

    Und weiter geht es hiermit:


    The Lockout


    Lost Place und kosmischer Horror. Eine Frau in einer Sternenwarte (?) erhält über Funk Hilferufe ...


    Und hier:


    Ignore it


    Auch bekannt, aber sehr gruselig inszeniert. "Die Frau ist wieder da. Ignoriere sie!" Und dann gemeinsam Abendessen. Mit Humor könnte man Verwandtschaftsbesuch assoziieren ...

    Und hierzu habe ich auch keine Rubrik gefunden, daher der Sammelthread.


    Und ich fange gleich mal mit diesem hier an:


    Curve


    Durchaus unterhaltsam, aber auch nichts Bahnbrechendes. eine künstlerisch gut umgesetzte dystopische Geschichte eines Einzelschicksals.

    Reinhard Kleist - Der Traum von Olympia


    Cover


    "Dass Reinhard Kleist in der Lage ist, schwierigste historische Themen in einer Graphic Novel umzusetzen, hat er mit "Der Boxer" bewiesen. In "Traum von Olympia" nimmt er sich ein aktuelles Thema anhand einer wahren Geschichte vor: Die Sprinterin Samia Yusuf Omar vertrat Somalia bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. In ihrer Heimat wurde sie jedoch von islamistischen Extremisten bedroht, die ablehnen, dass Frauen Sport treiben. In der Hoffnung, an der Olympiade in London teilnehmen zu können, versuchte sie die Flucht nach Europa. Samia Yusuf Omar ertrank 2012 im Alter von 21 Jahren vor der Küste Maltas im Mittelmeer.

    "Ein wichtiges Buch, gerade in unseren Tagen" Alfons Huckebrink autor-des-eigenen-lebens.de 20190205"


    Nach einer Lesung, wo auch Stockerlone zugegen war, habe ich diesen Tipp von ihm bekommen. Und ja, der Tipp hat sich gelohnt. Guter Comic, der mir sehr nahe gegangen ist.