Beiträge von Inuluki

    Jo Piccol Danke dir für deine Erläuterungen zu den Design-Aspekten. Ich gebe zu, dass ich den Buchsatz anfangs gewöhnungsbedürftig fand, aber vor dem Hintergrund, das Konzept der Reihe auch in die Textgestaltung einfließen zu lassen, ist eure Entscheidung durchaus nachvollziehbar.

    Grundsätzlich möchte ich noch einmal betonen, wie froh ich bin, dass ein deutschsprachiger Verlag den Mut gefunden hat, in die Nische anspruchsvoller Phantastik mit einer vortrefflich kuratierten Reihe vorzudringen. Genau solchen Stoff, wie ihr ihn bietet, habe ich lange auf dem hiesigen Buchmarkt vermisst.

    Jo Piccol Besten Dank für die tolle Arbeit, die ihr mit den Büchern geleistet habt. Positiv überrascht war ich davon, dass das Campbell-Buch die Abbildung des Schutzumschlags auch auf dem Einband trägt, was bei den vorherigen beiden Titeln noch nicht der Fall war. Wird diese Gestaltung fortan so beibehalten oder handelt es sich hierbei nur um eine Ausnahme?

    Und noch eine etwas randständige Frage: Gibt es einen Grund dafür, dass die Seitenzahlen der Bücher der Reihe so exorbitant groß geraten sind?

    Nach einiger Verzögerung ist der schöne Band nun erschienen. Ich kann das Buch vollumfänglich empfehlen. Dem Autor ist eine sehr lesenswerte Kultur- und Literaturhistorie der Geistergeschichte gelungen, die inhaltlich wie sprachlich überzeugt. Man merkt, dass ihm das Thema eine echte Herzensangelegenheit ist. Als denkwürdige Sentenzen seien herausgegriffen:

    Vielleicht sind Geister nichts anderes als unerledigte Aufgaben? Diese Überlegung verfolgte Henry James [...] und beschäftigte ihn, wenn er an die Freunde und Familienangehörigen dachte, die er inzwischen verloren hatte [...]. Ein Geist war für ihn keine gruselige Gestalt [...], sondern etwas vollkommen Menschliches: eine unerwiderte Liebe, eine ungelebte Vergangenheit, ein Gefühl, das so stark war, dass es den Tod überdauerte. [...] Viele seiner Gespenstergeschichten sind allegorisch [...]. Sie sind weniger Auseinandersetzungen mit dem Tod und der Frage, was danach kommt, als mit dem Leben, das sich nie ganz von der Vergangenheit lösen kann und eine wachsende Bürde verpasster Chancen, falscher Entscheidungen und nicht wahrgenommener Verantwortung mit sich herumschleppt.

    Die Künstlichen Intelligenzen unserer Gegenwart gleichen den Geistern klassischer Spukerscheinungen insofern, als sie weder wirklich intelligent noch wirklich lebendig sind. Geister und KIs existieren, weil sie von unseren Erinnerungen zehren.

    Nachdem ich mich auf die Warteliste für ein überzähliges Exemplar des Schubers setzen lassen habe, konnte ich mir selbiges am Montag direkt im Verlagsbüro abholen und noch nett mit den anwesenden Damen plaudern. Die damit verbundene Radtour von Leipzig nach Borsdorf durch den strömenden Regen machte den Erwerb der schmucken Box besonders herausfordernd. shld"

    Vielleicht kann mir im Kreise der Kenner dieses Forums jemand bezüglich der Urheberschaft eines Zitates weiterhelfen. Ich stieß bei meinen Recherchen über die Feldbuchhandlungen des Ersten Weltkriegs auf folgende Textstelle:

    "Zu den besten und angenehmsten Bücherkäufern gehörten die Fliegeroffiziere. Auffallend für mich war ihre Vorliebe für phantastische und grausige Literatur, wie sie von H. H. Ewers – Strobl – Kubin – E. Th. A. Hoffmann – Ed. A. Poe – und einigen Franzosen gepflegt wurde. Man wäre geneigt, das aus dem Bedürfnis zu erklären, die im Kampfe mit der feindlichen Gefahr und den Elementen überreizten Nerven immer aufs neue anzupeitschen. Dagegen sagt aber gerade einer der genannten Schriftsteller, daß nur 'den Starken die Reize des Grauens berauschen' und deshalb 'nur ein gesunder Geist an Gegenständen aus dem Bereich des Unheimlichen Behagen empfände'."

    (Andr. Schirmeisen: Von Büchern, Bücherkunden und Buchhändlern im Felde. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel 87 (1920), S. 959)

    Mich würde nun interessieren, von welchem Autor und aus welcher Geschichte der hier genannte Ausspruch stammt. Vielen Dank vorab für eure Hilfe! [Skl]

    Danke Katla für deine Rückmeldung. Ich finde es äußerst löblich, dass du dich Grabinski für eine deutschsprachige Leserschaft angenommen hast. Ich wollte dir keine unehrenhaften Absichten unterstellen. Durch deinen Grabinski-Beitrag im "Cthulhu Libria Neo"-Magazin bin ich übrigens auf Sigismund Krschischanowski aufmerksam geworden. Hast du zufällig das Buch "Lebenslauf eines Gedanken" gelesen? Leider konnte ich über den Inhalt nichts in Erfahrung bringen. Antiquarisch ist es leider nur für eine stolze Summe aufzutreiben.

    Bezugnehmend auf den Aufsatz "Stefan Grabinskis Dämon der Bewegung" in der zweiten Ausgabe des "Cthulhu Libria Neo"-Magazins zum Thema "Horror in Eisenbahnen" möchte ich darauf hinweisen, dass die Kurzgeschichte "Der verlassene Ort" keineswegs - wie dort bemerkt - unübersetzt ist, sondern sich unter dem Titel "Die verlassene Strecke" in den Anthologien "Gespenstergeschichten aus Polen" sowie "Der dämonische Liebhaber. Unheimliche Geschichten" findet.

    Durch den Faden bin ich auf das Buch aufmerksam geworden und habe es für ausnehmend gelungen befunden. Es bestärkt mich in meiner Auffassung, dass die besten Schauerromane von Verfassern geschrieben werden, die keine Genre-Autoren sind (zu diesem Punkt könnte man auch mal einen Thread aufmachen). Das Andeutungshafte, subtil Beunruhigende und Suggestive ist die große Stärke des Textes. Auch sprachlich hat es mich beeindruckt. "Die ganze Welt lag abgenutzt und entkräftet unter einem trüben Himmel" wäre auch ein guter erster Satz gewesen.