Beiträge von delijha

    Meine Meinung (allerdings bereits von 2013):


    Roland fasziniert mich mehr und mehr. Wünschen wir uns nicht so einen Helden? Bedingungslos in seiner Zielstrebigkeit, loyal seinen eigenen Ansprüchen und Idealen gegenüber, fest in seiner Meinung, edel aber doch nicht zu sanftmütig. Ich schwärme nicht für ihn, aber so wie in Märchen frage ich mich auch hier: Gibt es solche Menschen wirklich? Wenige nur? Einen einzelnen Menschen vielleicht? Ich glaube, das ist auszuschließen.


    Dieses Mal spielte die Geschichte in unserer Zeit und auch früher im letzten Jahrhundert. Man kennt sich somit aus und erfährt leider wenig von der Welt bzw. der Zeit aus der Roland kommt. Es gibt nicht soviele Rückblicke – war der erste Teil noch die “Einführung”, die Erklärung, bewegt sich dieser einfach schnurstracks voran.


    Den Charakter der schizophrenen Odetta/Detta fand ich ganz großartig erschaffen. Da fand ichs sehr schade, dass ich das Buch derzeit in deutsch lese – den Slang hätte ich gern im Original mal gesehen bzw. mir vorgestellt.


    Alles in allem ist es aber die Athmosphäre die mich jedes Wort quasi von den Seiten lutschen lässt. Da ist einfach ein warmes Gefühl, wenn man das Buch aufschlägt und wieder in die Welt zurückkehrt… mit Roland bangt, auf Eddie hofft und sich vor Detta fürchtet.


    Fazit:

    Ein toller zweiter Teil – wer den ersten Teil mochte, auf jeden Fall lesen, wer ihn nicht mochte, sollte trotzdem nochmal drüber nachdenken. Ihr verpasst hier ein Epos, eine Saga – einen Western, einen Helden, eine Abenteuergeschichte.

    Meine Meinung (von 2013 allerdings):


    Ich kann das gar nicht beschreiben. Noch nach 200 Seiten hatte ich ganz leise Zweifel, ob der Teil wirklich noch besser werden sollte, als der vorangegangene, wie mir von so vielen Seiten immer wieder zugerufen wurde. Und was soll ich sagen. Er wurde.


    King sagt selbst zu diesem Teil (im Nachwort), dass er fast gescheitert wäre. Angefangen hatte er die Geschichte 1970, war entsprechend jung. 1996 sollte es erst weitergehen. Da, so dachte er, war er längst aus dem Alter raus, in dem er über junge, bedingungslose, lichterloh brennende Liebe schreiben könnte. Er war bereits Ehemann (okay, ich gebe zu, ich musste laut lachen). Es sollte vor allem echt rüberkommen, es sollte zu Roland passen. Das habe ich mir ziemlich schwierig vorgestellt, schon als ich mir den kurzen Teaser zum fünften Teil durchlas. Roland? Der harte Revolvermann, der jüngste seiner Art? Liebe, die ihn für immer verändert. Man kann sich da ganz schön verrennen, glaub ich und plötzlich hat man in der Sonne glitzernde Sargjäger mit drin und dann tauchen Werwölfe auf und – ach lassen wir das.


    Einen großen Teil nimmt also Rolands Lebensgeschichte ein, oder ich sage mal besser: der Anfang von Allem. Wir wissen ja schon, wie Roland formal zum Revolvermann wurde, wie er aber durch die Ereignisse eines Sommer auf eine lebenslange Reise geschickt wird, erfahren wir in diesem Teil. Auch hier geht es immer auch wieder um Rolands aktuelles Ka-Tet, aber vorrangig müsst ihr euch auf eine 1a-Western-Action-Geschichte einlassen, die ohne Eddie, Susannah, Jake und Oy auskommt – dafür lernt ihr seine damaligen Weggefährten und alte, aber auch fortwährende Widersacher kennen. King spinnt hier wieder sehr fein seinen Plot und baut die Spannung wirklich wahnsinnig langsam und fast unerträglich auf. Ich glaube, ich habe mir mindestens fünfmal gewünscht, die Runde Kastell würde nun endlich eröffnet, weil die Szenerie vor meinem geistigen Auge so dermaßen zum Zerreißen gespannt war. Das Wetter, der Himmel, knisterte vor Elektrizität.

    Man kann nicht zuviel erzählen, ohne zu spoilern und ich weiß ja inzwischen, dass einige meiner Leser auf jeden Fall bald mit der Reihe anfangen wollen. Ich werde einen Teufel tun, was zu verraten.


    Fazit: “Glas” ist für mich der bisher stärkste Teil, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das wirklich so ist. Ich habe das bisher nach jedem Teil gesagt und langsam schwant mir, dass sie einfach alle so genial und vor allem unterschiedlich sind, dass es keine Rolle spielt. Wer Roland und sein Ka-Tet ins Herz geschlossen hat, muss eh weiterlesen. Ansonsten werden hier auch die Herzen aller Western-Fans gestillt.

    Ich habe Klammroth nicht gelesen, aber hat jemand beim Lesen gedacht, das ist aber nicht von einer Frau?

    Nein, das nicht. Ich habe aber gerade nochmal meine Rezension hier gelesen und muss sagen, dass ich mich frage, ob das Urteil härter ausgefallen wäre, wenn Kai Meyer drauf gestanden hätte. Die Erwartungen sind vielleicht unbewusst ja doch höher oder anders gesagt: weil das Buch an sich solide war, gab es von mir vielleicht unbewusst so eine Art "Welpenschutz" für ein Erstlingswerk. Alles in allem aber egal, für mich ist es unerheblich, unter welchem Namen geschrieben wird - ich denke nur, dass Erfahrungen mit bestimmten Autoren sicherlich hin und wieder, subjektiv beim Lesen und Bewerten, mit reinspielen.

    Haha Tintenkiller - das wäre in der Tat sehr interessant! Sowas Ähnliches haben sie letztens irgendwie mit irgendeinem hochbezahlten klassischen Geigenspieler gemacht.. an irgendeinem Bahnhof zur rush hour postiert und kaum jemand ist stehen geblieben oder hat Geld in den Hut geworfen... an der Abendkasse zahlen sie hunderte Euro/Dollar/... um den Typen spielen zu hören.


    Eine Name macht, wie bei vielen Dingen in dieser Welt, eben doch was aus, wenn du irgendwo landen willst.


    Und ja Royston Vasey - ich sehe gerade nur nicht so ganz klar, ab welchen Beiträgen, wir rausziehen sollten. Feel free, wenn du da einen Plan hast.

    Ich hatte mir eine gebrauchte Version bestellt, die aber verschollen zu sein scheint. Überlege gerade arg, ob ich's mir für 5 EUR als eBook hole. Hätte es ja wirklich gern so richtig in den Händen, aber nachdem ich auf den letzten Kauf solange vergeblich gewartet habe, habe ich keine Lust auf noch einen Versuch - und gerade scheint es mir absolut die richtige Zeit, so ein Buch zu lesen... :)

    Kurzbeschreibung (von Amazon)


    Eine gottverlassene Donaulandschaft, die aus nichts als Weiden, Wind und Wasser zu bestehen scheint. Auf einer dieser Sandbänke schlagen zwei Kanuten ihr Zelt auf, um dort die Nacht zu verbringen. Zunächst sind sie fasziniert von der Urtümlichkeit und Abgeschiedenheit des Ortes; allmählich wird dieses Gefühl des Einsseins mit der Natur jedoch verdrängt durch eine immer stärker fühlbare Bedrohung, die sich im Laufe der Nacht zu lähmender Furcht verdichtet. Ungeheuerliche Gestalten tauchen auf, das Kanu schlägt leck, ein Paddel geht verloren, und am Ende dieser Nacht haben beide das Gefühl, nur mit knapper Not etwas Entsetzlichem entronnen zu sein.

    Anlaß für diese Erzählung war eine Kanufahrt, die Algernon Blackwood mit einem Freund auf der Donau unternahm und über die er 1901 einen Reisebericht schrieb für das englische Macmillan's Magazine mit dem Titel"Eine Kanufahrt auf der Donau".


    Meine Meinung:


    Ich habe mir das Buch aus verschiedenen Gründen ausgesucht:

    - es liegt bereits seit Uhrzeiten auf meinem SuB

    - es wurde massiv einzeln im HF besprochen und dann auch immer wieder herangezogen, wenn in andere Bücher besprochen wurden

    - es war so präsent und hat mich dadurch neugierig gemacht


    Alles in allem muss ich nun sagen, dass es für mich eine "nette" Geschichte war und ich weiß nicht, wie ich es formulieren soll, aber es war mir zu altbacken, eigentlich nicht der richtige Begriff, denn ich weiß "altbacken" oft durchaus zu schätzen. Vielleicht war es die Erzählweise oder besser, der Erzähler selbst. Es gab durchaus gute Elemente, aber packen konnte mich die Geschichte nicht. Ich mochte dennoch den psychologischen Part, zwischen den beiden Freunden, sehr gern - es ist immer interessant zu sehen, wie unterschiedlich Menschen mit nicht erklärbaren Phänomenen umgehen und sich sogar selbst belügen, um nicht vermeintlich das Gesicht zu verlieren. Seit ich mit "Die Weiden" durch bin, versuche ich noch die weitere Geschichte zu lesen, schaffe es aber einfach nicht. Die ist, mangels fehlender Gruselelemente einfach sehr, sehr langweilig für mich.


    Es tut mir ein wenig leid - in all der Zeit, in der ich gespannt war, wie sich die Geschichte wohl lesen möge, haben sich offenbar zuviele Erwartungen aufgebaut und zudem habe ich das Gefühl, dass ich mit dieser eher negativen Einschätzung hier alleine dastehe... :)

    Bei Facebook in einer Heftromangruppe hat Michael Schönenbröcher eine offizielle Stellungnahme von Bastei gepostet. Die finde ich im Sinne des Autors aber eher grenzwertig. Da wird die Schuld schön weitergeschoben.


    Zitat: "Bei dem Manuskript war eine derart starke Bearbeitung nötig, dass wir es aus Zeitgründen an einen externen Lektor geben mussten, der es auch sehr intensiv bearbeitet und viele inhaltliche Widersprüche korrigiert hat."


    Ganz schön unverschämt.

    Oha. Ich finde, das sollte ein Verlag nicht nötig haben. Generell können Fehler passieren (auf beiden Seiten) und da sollte man Haltung wahren. Das Zitat dort wirkt ganz und gar nicht danach.