Beiträge von t.sebesta

    Hier ist dazu ein Podcast auf deutschlandfunkkultur.de, in dem vom Historiker Massimiliano Livi die Zusammenhänge von Tolkien und den rechten Bewegungen, im Besonderen auch in Italien, erläutert werden. Darin wird auch erwähnt, dass Livi gerade ein Buch über den Zusammenhang zwischen Fantasy und dem Faschismus schreibt. Klingt interessant und sollte im Auge behalten werden …


    Der Podcast -> hier

    Hier tun sich bei mir recht viele Fragezeichen auf.....

    Müsste das nicht heißen: "Hier tun sich bei mir rechts viele Fragezeichen auf"? fre"$

    Zitat

    Nun, manche Menschen können viel mehr sehen als die "Einfachen" (zwischen Zeilen lesen, klar sehen) und sogar eine neue Sprache ausdenken, die in der Natur gar nicht existiert ( Gendersprache ?). Kurz gesagt,Auswüchse der lieberalen Diktatur (ich hätte in meinem Leben nie gedacht,dass so was möglich ist).


    hat "lieberale Diktatur" etwas mit Ehe zu tun? (das muss ich mal mit meiner Frau besprechen, um klar zu sehen-bin ja auch nur ein "EinfacherInnen") - jaja, Neusprech hat so seine Tücken - es gilt hier, "natürlich" die "Unschuldsvermutung", besonders für das zwischen den Zeilen …

    Armand Berger
    Tolkien, Europa und die Tradition

    Zivilisation im Spiegel des Imaginären

    Fundamente 3

    Jungeuropa, Dresden (2022)


    Der Jungeuropa-Verlag ist jener Verlag, der 2021 auf der Frankfurter Buchmesse zur Absage verschiedenster Gäste geführt hat. Der Verlag ist Gegenstand mehrerer kritischer Monographien zur Neuen Rechten in Deutschland.

    Trotzdem habe ich mich entschlossen, auch dieses Buch in die Vorschlagsliste für den Rein A. Zondergeldpreis aufzunehmen. Nach Lektüre dieses doch recht schmale Büchleins, muss man einmal grundsätzlich die beiden enthaltenen Teile trennen. Erstens hätten wir da den direkten Teil zu Tolkien. Armand Berger versucht hier durchaus Tolkien zu vereinnahmen, aber außer zwei Hinweisen, zu Oswald Spengler und Friedrich Max Müller, geschieht dies auf eine Art und Weise, die im Rahmen der freien Meinungsäußerung, erlaubt sein muss. Der Aufruf, die "inneren Zitadellen" zu verteidigen und die "undenkbare Vorstellung" ein Mann möge sein Land aufgeben, scheint mir die Rechtsposition des Verfassers durchaus ersichtlich zu machen, aber lediglich der Schlusssatz gibt wirklich zu denken: ""Möge sein Werk (Tolkiens Werk, Anm.d.V.) als ein neuer Gründungstext für unserer Identität dazu beitragen, dass wir das heilige Feuer aufrechterhalten". Tolkien als "einen der Vorboten" zu bezeichnen, "die unseren zivilisatorischen Reichtum zu einem Höhepunkt gebracht haben", ist schon ein bisschen krude.

    Ein anderes Kaliber an politischem Statement ist aber das folgende Interview mit David Engels über "Die Ringe der Macht". Armand Bergers Essay dürfte meines Erachtens hier nur als Aufhänger für dieses Interview gedient haben. Engels, der ja schon im Quarber Merkur 120, Seite 162-192, mit einem Interview von Michael K. Hageböck, Tolkien und Lovecraft zu vereinnahmen versuchte, vertritt darin die Meinung aller jener, die schwarze Elben und den Verrat am Geist der Vorlage vehement verurteilen. Zwar in geschliffener Srache und mit intellektuellem Verve aber, ihm, der bekannt dafür ist, so gar keine Berührungsängste zur rechten Szene zuhaben, muss man entgegenhalten, dass auch diese Verfilmung im Rahmen der freien Meinungsäußerung gesehen werden muss.

    Es gibt ein einfaches Regulativ, dass jeder bedienen kann - "Wenn es mir nicht gefällt, dann sehe ich es mir nicht an". Von (vorsätzlicher) multikultureller Umformung der Vorlage zu sprechen, um "den Kronzeugen des europäischen Konservatismus" in "sein genaues Gegenteil umzudeuten" und ihn "zu einer Galionsfigur des Wokismus zu machen", ist absurd.

    Trotz dieser teils kruden rechten Ansichten scheint es mir aber richtig, den Band in die Liste aufzunehmen, da auch er als Teil der Gesamtfamilie der Sekundärliteratur zum Gesamten beiträgt. Einen Direktlink zur Verlagsseite werde ich jedoch nicht anbieten. Man darf diese Beiträge nur nicht unwidersprochen entgegennehmen. Alle Tolkien-Kenner sind herzlichst eingeladen, diese Beiträge entsprechend zu kommentieren.

    Meinungen hierzu werden im Sinne der Meinungsvielfalt und -freiheit hier gerne entgegengenommen.


    In diesem Sinne

    Liste, Blog und Download aktualisiert

    Danke, das ist interessant.


    In letzter Zeit bemerke ich, dass Werke und Autoren der Phantastik, die an sich nichts mit rechten Ideen am Hut hatten, verstärkt von rechtslastigen Institutionen, Verlagen und Autoren in Anspruch genommen werden. Manchmal werden sie unverfroren vereinnahmt, manchmal einfach nur verwendet, um Interesse zu erzeugen (Vermutung).


    z.B. auch:

    Tolkien, Europa und die Tradition: Zivilisation im Spiegel des Imaginären von Berger Armand im Verlag Jungeuropa. Nach den Buchbeschreibungen nach dürfte Tolkien hier institutionalisiert und seine Ideen umgedeutet werden.


    Ich muss gestehen, das macht mich ein bisschen besorgt. Das Buch habe ich jetzt einmal bestellt, um zu sehen, wie weit die Vereinnahmung geht, aber die Häufung der Fälle beunruhigt mich doch.


    Auch bei Lovecraft wurde, noch nicht lange her, so etwas versucht, ich komm' nur im Moment nicht d'rauf, wo genau. Hat jemand dazu Infos?