Beiträge von Jo Piccol

    Dank Jo Piccol s lieber Buchsendung (Tausend Dank noch mal! [Nerdine]) bin ich bereits mitten drin - auf S. 50 circa.

    Gerne geschehen!! :)

    Das Nichts würde mich auch interessieren. Bei mir ist es eher eine Zeitfrage. Deshalb kann ich nichts versprechen, würde aber allerwenigstens (!) interessiert mitlesen wollen.



    Voll erraten, liebe Katla, da bin ich natürlich auch gerne mit dabei ... das Thema ist ja auch in meinen eigenen Arbeiten im Hintergrund präsent ... ;)


    Den Lüdkehaus hab ich schon vor einigen Jahren durchgeackert. Es ist eine echte Tour-de-Force durch die Philosophiegeschichte von Hegel über Heidegger bis Sartre, aber schwierig zu lesen, da sehr stark in einem philosophisch-wissenschaftlichem Duktus geschrieben, aber mit einem (für mich zumindest) befriedigendem Conclusio.


    Für alle, die diese schwierige Materie vielleicht auch gerne etwas einfacher (im positiven Sinn) aufbereitet hätten, hab ich hier noch einen spannenden Tipp:

    "Gibt es Alles oder Nichts?" von Jim Holt (erschienen bei Rowohlt).

    Holt ist Autor und Essayist und schreibt hier eine "philosophische Detektivgeschichte rund um das Sein und das Nichts. Er schafft es tatsächlich im Gegensatz zu Lüdkehaus und IIllger, wesentliche Fragen rund um das Nichts auf sehr hohem Niveau wirklich spannend und und wunderbar fluffig und leicht lesbar darzustellen - das Buch wurde im Erscheinungsjahr auch von der New York Times unter die 5 besten Sachbücher des Jahres gereiht.


    Dazu vergleicht er zunächst ähnlich wie Lüdkehaus (aber in Kurzform) bisherige historische Positionen, unternimmt dann aber den sehr interessanten Versuch, über Interviews mit führenden Köpfen unserer Zeit - von Oxford-Professoren bis Multiversums-Denkern - verschiedenste Aspekte und Sichtweisen abzuhandeln und einen aktuellen Stand der Diskussion zusammenzufassen, ohne selbst Dogmen anzuhängen.


    Katla, du hast ja lustigerweise auch genau die (mindestens zwei) Denkfehler aufgezeigt, die ich schon angesprochen hatte und die das Buch von Illgner letztlich unrund machen. Am Ende geht es ja - wie von dir oben schon formuliert - um die Frage, ob es so etwas wie eine "atheistische Mystik" geben kann ...


    Freue mich schon auf weiterführende Diskussionen mit Euch!

    [Skl]

    Hallo,


    habe die Diskussion hier mit Interesse verfolgt!


    Das Buch von Illger - ich habe es übrigens doppelt und würde ein Exemplar, falls jemand daran interessiert ist, auch gerne weiterschenken - steht für mich in einer Reihe mit einigen neueren Publikationen, die sich im weitesten Sinn um das Verhältnis von (nihilistischer) Philosophie und (Kosmischem) Horror drehen.


    Wer an dem Thema interessiert ist, könnte auch hier einen Blick riskieren:


    Eugene Thacker - Im Staub dieses Planeten: Horror der Philosophie

    Armen Avanessian, Björn Quiring (Hrsg.) - Abyssus intellektualis. Spekulativer Horror

    Michael Cisco - Weird Fiction. A Genre Study (engl.)


    Der zweite Band ist übrigens eine Sammlung diverser Beiträge (auch Thacker und Cisco sind darin vertreten) mit jeder Menge Bezugnahmen auf Lovecraft, Ligotti etc.

    Hallo Mammut,


    vielen herzlichen Dank für die ausführliche Besprechung hier und in Deinem Blog!

    Das Buch ist tatsächlich seit November 2022 online und im Buchhandel bestellbar.

    Siehe auch die Ankündigung im Thread UNTOTE KLASSIKER von Ende Oktober ...

    Ich erlaube mir, Arthur Gordon Wolf aus der erwähnten Facebook-Diskussion zu zitieren: "So. Soeben kam die Meldung vom [Piper-]Lektorat: "Die neue Fassung (576 MS-Seiten) hat im Vergleich zur alten Übersetzung (548 MS-Seiten) 28 zusätzliche Manuskriptseiten."

    Natürlich stellt sich die Frage, ob die Manuskripte hinsichtlich der Schriftgröße, des Zeilenabstands usw. hunderprozentig vergleichbar sind. Auf Arthur Gordon Wolfs Nachfrage, wieviel denn nun unübersetzt geblieben sei, lautete die Antwort des Piper-Lektorats: "Da können wir Ihnen leider nicht mehr weiterhelfen, das Original liegt uns nicht als Worddatei vor, weshalb wir die beiden Manuskripte so nicht vergleichen können. Das würde wohl letztlich in mühsamer Seitenzählerei ausarten, daher bitte ich da um Verständnis."

    Die limitierte HC-Ausgabe von PS Publishing kommt auf 569 Seiten (ein großformatiges Buch im Schuber), die TB-Ausgabe hat 614 Seiten, das deutsche Hardcover bei Piper 528. Mag sein, daß die englische Ausgabe mit super lesbaren Großdruckbuchstaben aufwartet, andererseits fallen deutsche Übersetzungen ja tendenziell länger aus, da käme man bei 614 Seiten im Original womöglich auf 700 Seiten in der deutschen Übersetzung - so es sich denn um eine ungekürzte handelte... Sieht also so aus, als würde da ein ziemlich beträchtlicher Teil noch immer der Übersetzung harren.


    Danke auch an Arkadin für die Info und das Statement vom Verlag, das leider auch nicht wirklich hilfreich ist.

    Scheint so, als müsse man tatsächlich das englische Original und die neue englische Ausgabe heranziehen, um zu eruieren, was da wirklich Sache ist, wenn es einem denn den Aufwand wert ist ...

    Habe inzwischen auch ein bisschen geblättert.

    Neben kleinen Anpassungen an die aktuelle Rechtschreibung und wenigen stilistischen Adaptionen ist mir vor allem aufgefallen, dass meiner Meinung nach durchaus wichtige Elemente des Buches wie Passagen, in denen Freirs seine Lektüre (z.B. Bram Stokers Dracula) reflektiert, in der alten Goldmann-Ausgabe weggelassen wurden.

    Das ist insofern bemerkenswert, weil diese auch schon in der Kurzversion "Die Ereignisse auf der Poroth-Farm" eine Rolle spielen und einen klaren Kontext zur Tradition der Horrorliteratur herstellen.

    Ich habe in die Geschichte "Glockengeläut" (DuMont) bzw. "Das Wechselläuten" (Festa) - im Original "Ringing the Changes" - hineingesehen.

    Frank, ich gebe Dir mit Deiner Einschätzung vollkommen Recht, auch wenn die neue Übersetzung dann doch an manchen Stellen (beginnend schon beim Titel) eigentlich präziser ist.

    Vereinfacht wurde in der neuen Übersetzung häufig der Satzbau - was im Sinne der heutigen Lesbarkeit sicher positiv zu bewerten ist. Die Frage ist, inwieweit das der Stilistik des Originals gerecht wird ...

    Habe vor zwei Tagen das erste Aickman-Buch aus der Festa-Reihe geliefert bekommen.

    Enthält die Stories aus Aickmans erster Schaffensperiode, tw. gibt es die Stories auch schon in früherer deutscher Übersetzung. Wird sicher ein interessanter Vergleich!

    Im Vorwort geht Klein auch dezidiert darauf ein, dass er für die englischsprachige Neuausgabe das Buch selbst noch einmal bearbeitet hat und mit der aktuellen Version viel glücklicher ist als mit der Erstveröffentlichung.

    Nachdem es ja trotz des Heranziehens der ursprünglichen Übersetzung auch in der neuen deutschen Version nun Bearbeitungen und Erweiterungen gibt, könnte es durchaus sein, dass diese Bearbeitungen auch denen der englischsprachigen Neuausgabe entsprechen. Müsste man sich im Detail anhand der englischen Neuausgabe von 2017 ansehen ...


    PS: Für alle, die gerne im Original lesen - seit kurzem gibt's auch eine erweiterte Neuauflage von Kleins "Reassuring Tales" (alle Stories, die NICHT in seiner bekannten Sammlung "Dark Gods" erschienen sind, sowie diverse Artikel und Interviews) auch bei uns als wohlfeile TB-Ausgabe ...