Beiträge von Jo Piccol

    Ich finde, in beiden Genres kann man durchaus auch in Deutschland fündig werden.


    Zu den Krimis fällt mir aktuell "Der Sandmann" aus dem Jahr 1995 mit Götz George und Karoline Eichhorn ein - den finde ich immer noch beeindruckend - sowohl von der Story als auch der Machart her.

    Sogar unter den "Tatort"-Folgen habe ich einige (formal über Fernsehgrenzen gehende) Folgen mit Ulrich Tukur oder die paar Folgen mit Nina Kunzendorf und Joachim Krol in guter Erinnerung.

    Obwohl ich alles andere als ein "Tatort"-Fan bin - gerade die Österreich-Ausgaben mit Harald Krassnitzer finde ich als Ösi besonders furchtbar, und da ist bei vielen Folgen der Autor auch noch der bekannte Dramatiker Felix Mitterer ...

    Auch wunderte ich mich, dass der Name Wilfried Kugel nicht fiel.


    Dito!


    Kommando zurück. Dass Wilfried Kugel ausgerechnet in der letzten Viertelstunde, die ich noch zu hören hatte, in breiter Form genannt und zitiert werden wird (Anekdote zu Ewers' letzter Geliebten), war für mich nicht vorauszusehen.

    Vielleicht interessanter Blick hinter die Kulissen:

    Im Zuge unserer aktuellen Buchpublikation habe ich von Dr. Kugel dazu Insider-Informationen bekommen.

    Offenbar gibt es seit einiger Zeit Differenzen zwischen Dr. Kugel und dem Autor der Sendung.

    Daher wird im Text bis zum Schluss so gut wie gar nicht auf die Grundlagenarbeit von Dr. Kugel verwiesen.

    Da er aber vom Deutschlandfunk für das Interview am Schluss als Experte engagiert worden war, musste dieses dann entsprechend auch in der Sendung vorkommen ...

    Hallo,


    ja das klingt tatsächlich spannend - vielleicht schaffe ich es jetzt im Lockdown auch, was Diesbezügliches zu Papier zu bringen!


    Good Luck auf alle Fälle für das Vorhaben!!!


    Lg,

    JP


    Ich habe für unsere UNTOTEN KLASSIKER auch schon bezüglich Euphemia von Adlersfeld-Ballestrem recherchiert - einer ihrer Kurzgeschichtenbände würde mich durchaus reizen. Im "Lexikon der Horrorliteratur" von Alpers/Fuchs/Hahn aus 1999 kommt sie durchaus gut weg - dort wird "Die Dame in Gelb" als ihr phantastisches Hauptwerk genannt ...


    Lg,

    JP

    ich kenne mich mit deutschen Regisseuren nicht so aus. Wer könnte im deutschen Sprachraum wohl so etwas wie "Get out" hinkriegen?

    Da gäb's wohl ganz viele - rein filmtechnisch und formal gesehen ist "Get out" ja sogar eher konventionell, wie auch viele andere Blockbuster aus allen Genres.

    Ich denke, es geht letztendlich (wie auch bei Büchern) um Inhalte und Themen, die irgendwie am Puls der Zeit sind und an einem gesellschaftlichen Nerv kratzen ... wenn die dann auch noch formal perfekt umgesetzt sind - Chapeau!

    Jo Piccol

    Ich mag Arthouse und auch wirklich extravagante Filme. Mein Lieblingsfilm ist de surrealistische Western "El Topo" von Jodorowsky. Trotzdem denke ich, der deutschsprachige Film sollte sich erst einmal bewusst zurückhalten. Er sollte unbeschwerter werden. Das Vorurteil, daß er oft zu kopflastig ist, existiert ja wirklich. Es ist immer schwierig, wenn jemand bewusst "Art" machen will. Vielleicht hab ich es nun klarer ausgedrückt, was ich mit "locker Genre machen" meine.

    Ja, da sind wir eh nicht soweit auseinander.

    "El Topo" liebe ich auch.

    Und ja, Du hast recht, viele deutsche Filme (nicht nur im Horror-Genre) wirken auch auf mich oft zu kopflastig.

    "Get out", weil er schon genannt wurde, ist für mich international ein gutes Beispiel, wo sich Publikumsgeschmack, Kritik und gehobener Anspruch ganz gut treffen ...

    Mir völlig unverständlich, weshalb man nicht schon vor Jahren auf der Welle mitgeschwommen ist und entsprechende Produktionen rausgehauen hat. Der Horrorfilm hat doch den großen Vorteil, dass er Budget technisch mehrere Ligen unter Superheldenfilmen und was weiß ich was spielt. Wie viel kostet so ein neuer Halloween oder Saw? 10Mios? Und das sind die großen Franchise-Produktionen. Ein Get Out und co. kosten wahrscheinlich noch viel weniger. Fehlendes Geld dürfte also keine Ausrede sein. Ende der 90er (?) hatte man mit Anatomie ja sogar einen richtigen Hit in den Kinos.

    Ja, da sind wir wieder mal völlig einer Meinung - die Superheldenfilme haben halt leider die mit Abstand größtes Zielgruppe (ca. 6 - 25 Jahre), Anspruchsvolles geht auch im Kino nicht so gut (Ausnahmen bestätigen die Regel), obwohl "Get Out" z.B. oscarnominiert war, und der Regisseur von "Anatomie", Stefan Ruzowitzky für uns Ösi's mit "Die Fälscher" ja sogar den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewonnen hat ;-)


    Ich wünsche mir sehr, daß der deutsche Horror-Film mehr internationale Anerkennung erhält. Vielleicht würde er besser dastehen, wenn er einfach nur "locker Genre macht" und auf typisch deutsche Themen (z.B. Nazis in "German Angst" oder scheinbar DDR-Plattenbau in "Hausen") verzichtet. Wir Deutschen rühren immer gerne in den eigenen Befindlichkeiten herum, oder?

    Ich denke, das Potential wäre ja da, die beschränkte Verbreitung ergibt sich halt allein schon aus der Sprache - Synchronisierung mag man halt international nicht so gerne. Was Themen und Ästhetik betrifft, denke ich kann man in Deutschland und bei uns in Österreich durchaus mithalten (z.B. bei uns "In 3 Tagen bist Du tot" oder "Blutgletscher" oder "Die letzte Party Deines Lebens" waren technisch perfekt gemacht.) Ansonsten sehe ich als Stärke (nicht nur des deutschen) des Horrorfilms allgemein, wenn er über das "locker Genre machen" (der x-te Vampir- oder Serienkillerfilm) hinausgeht und einen zusätzlichen Subtext aufweist, wie viele aktuelle Arthouse-Produktionen.

    Hallo,


    gute Nachrichten für alle am Werk von Hanns Heinz Ewers Interessierten:


    Wenn uns Corona keinen Strich durch die Rechnung mehr macht, wird "IMMACULATA - Unveröffentlichte Texte aus dem Nachlass" unter der Herausgeberschaft von Dr. Wilfried Kugel und meiner Wenigkeit in einem guten Monat (Ende November) bei uns im Verlag erscheinen.

    Enthalten sind die drei Erzählungen "Immaculata", "Das zweite Gesicht" und "Das Rosenfest der rheinischen Nonnen" (die unter dem Titel "Selenite" in ursprünglicher Form als Kapitel 9 in dem Roman "Vampir" enthalten ist) sowie die dramatische Fassung des "Rosenfestes", die Ewers einige Jahre später schrieb. Alle drei Geschichten enthalten übrigens phantastische bis mystische Elemente.


    Ergänzt wird das Ganze mit einer umfassenden Einführung und Anmerkungen von Dr. Wilfried Kugel zum historischen Kontext sowie wie bei unseren UNTOTEN KLASSIKERN mit Illustrationen von Ladi Bartok.


    Das Buch wird wieder als edles Hardcover und als etwas preiswerteres Paperback erscheinen, eine günstige E-Book-Ausgabe wird zeitnah folgen. Liebe Admins, ich hoffe es ist ok, wenn ich hier den Link zur Fachinformation von Hugendubel poste (Vorschau gibt's auch schon auf den Webseiten der großen Online-Händler wie A... zu sehen ...):

    https://www.hugendubel.info/de…rs-Hanns-Heinz/IMMACULATA


    Bin schon gespannt auf Eure Meinung zu der Publikation!

    JP