Beiträge von the_seus



    Ich möchte die Community auf diese Kleinodien in Sachen Zeitungswesen und Sekundärliteratur aufmerksam machen. Der Wiener Zeitung lag von den 80ern bis zumindest in die späteren 90er der Lesezirkel als regelmäßige Literaturbeilage bei. Davon gab es auch mitunter Sonderausgaben, die bestimmten Themen gewidmet waren. Vereinzelt sogar mit Phantastik-Bezug.

    Die Hefte verstehen sich gewissermaßen als Einführung, bieten aber genauso Anregungen für Fortgeschrittene. Enthalten sind Beiträge von Kennern wie Franz Rottensteiner, Clemens Ruthner, Michael Koseler, Erik Simon, Robert N. Bloch, Barbara Büchner, Marco Frenschkowski, Carl Amery oder Angela und Karlheinz Steinmüller.


    Ich hoffe, die Inhaltsverzeichnisse lassen sich auf den Fotos gut erkennen.

    Hab mir gerade die Schwarze Messen- Anthologie von 1970 bestellt; befürchte nur, zu dem geringen Preis ist das nicht die bibliophile Ausgabe mit dem Cover von Uwe Bremer. Nach Künstliche Menschen schaue ich, wenn auf meinem Konto nicht mehr Ebbe ist. Das interessiert mich eigentlich am meisten.

    Welche Ausgabe ist es letztlich geworden?

    Jo Piccol Schöner Beitrag!


    Wie würdest du die enthaltenen Geschichten beschreiben und bewerten?

    Es handelt sich um Genreexperimente genrefremder Autoren, die mal mehr, mal weniger gut gelungen sind. Keine typischen Horrorgeschichten. Klassische Schreckgestalten finden sich nur in zwei Beiträgen. Und auch da natürlich ungewöhnlich aufbereitet. Der Titel ist also durchaus programmatisch zu verstehen. Es geht eigentich um die Schrecken des Alltags, wie sie auch im gegenwärtigen Mainstream etwa von Randfiguren wie Clemens J. Setz behandelt werden.

    Das Buch sollte antiquarisch wirklich leicht und günstig erhältlich sein. Neben der Erstveröffentlichung beim Residenzverlag gibt es nämlich auch ein Hardcover einer Buchgemeinschaft und Taschenbuchausgaben bei dtv. Einmal in der normalen und einmal in der schwarzen Reihe "dtv Phantastica".



    Hab dann allerdings reingelesen, und würde z.B. die Geschichte von Handke selbst als New Weird pur qualifizieren - gar nicht mal so anspruchsvoll im Sprachstil, aber durchaus beunruhigend (im positiven Sinn!) vom Inhalt her.


    Handke habe ich anders in Erinnerung. Aber Martin Amanshausers "Entlarvung der flüchtig skizzierten Herren" hätte erstaunlich gut in die Anthologie "Next Weird" gepasst.

    Um Arcana ist es wirklich schade! Allein schon für die alten Geschichten, die Bloch und Lindenstruth immer wieder ausgegraben haben.

    Aber da Blochs Privatdrucke damals plötzlich von der Verlagsseite verschwunden sind, haben sich die beiden offenbar zerstritten...

    Ist es denn eine? Ich vermute, dass Siefener und Fliedner lediglich die Kommentare übersetzt haben, da als Mit-Übersetzer Andreas Nohl angegeben ist - dessen Übersetzung ist schon etwas älter, soweit ich weiß, was dann eine Falschaussage Fischer Tors bedeuten wurde. Oder Nohl hat den selben Text erneut übersetzt, was aber seltsam wäre.

    Da kann man wohl davon ausgehen, dass auf die bestehende Übersetzung von Nohl zurückgegriffen wurde. Interessanterweise gibt es Dracula auch nachwievor in der Reihe "Fischer Klassiker". Da aber in der Übersetzung von Heinz Widtmann. Also lizenziert man lieber Nohls Arbeit von dtv, als sich im eigenen Haus zu bedienen.

    Schöner Beitrag zu einer legendären Reihe. Die Bände der Bibliotheca Dracula - insbesondere die vier Anthologien - sind eigentliche alle empfehlenswert. Die meistens für eingefleischte Phantastik-Leser sogar essentiell.

    Andreas Gruber wäre hier auch zu nennen. Von ihm gibt es mittlerweile mehrere Bände mit Kurzgeschichten. Zudem passen natürlich seine Romane "Der Judas-Schrein" und "Das Eulentor". Für Letzteren hat sogar Frank Festa seine Aversion gegen deutschsprachige Autoren überwunden.


    Und an Wolfgang Hohlbein wird man auch nicht herumkommen. Es soll ja sogar Autoren geben, die ihr Pseudonym beim Hexer von Salem entleihen ;)

    "Nachts unter der steinernen Brücke" von Leo Perutz ist für mich einer der beeindruckendsten und überzeugendsten Beiträge zur deutschsprachigen Phantastik, der den Vergleich mit Klassikern vergangener Jahrhunderte nicht zu scheuen braucht.


    Von den modernen Autoren schmeiße ich mal Eddie M. Angerhuber in den Raum. Sicher nicht jedermanns Sache und über den beschränkten Kreis der eingefleischten Phantastik-Enthusiasten hinaus nicht bekannt, aber eine sehr eigenständige Autorin. Sie fehlt mir jedenfalls.

    Da gäbe es wirklich eine Menge...

    Etwa "Das Grabmal auf dem Père Lachaise" von K. H. Strobl

    oder der Roman "Fräulein Christine" von Mircea Eliade.


    Unabdingbar für alle, die sich für die klassische Vampirgeschichte (und deren Entwicklung) interessieren ist Anthologie "Von denen Vampiren oder Menschensaugern - Dichtungen und Dokumente" aus der legendären Reihe "Bibliotheca Dracula". Die gibt's aber auch in verschiedenen Lizenzausgaben als Hard- und Softcover.