Beiträge von Strach

    Beide mit einem Thema der Phantastik?

    Ich vermute ,dass das Buch "Schattenspiel" (Phantastische Erzählungen aus dem Dritten Reich; Hrsgb. Rein Zondergeld) gemeint wird. Sehr empfehlenswert !


    Übrigens in einer echten demokratischen Gesellschaft gibt es sowas wie "Unschuldsvermutung". Ansonsten wäre es Verleumdung,die den Ruf eines (in diesem Fall) interessanten Verlages schädigen würde.


    Nun, manche Menschen können viel mehr sehen als die "Einfachen" (zwischen Zeilen lesen, klar sehen) und sogar eine neue Sprache ausdenken, die in der Natur gar nicht existiert ( Gendersprache ?). Kurz gesagt,Auswüchse der lieberalen Diktatur (ich hätte in meinem Leben nie gedacht,dass so was möglich ist).

    Aus dem Bereich der Sekundärliteratur:



    Hardy Kettlitz,Christian Hoffmann "Fritz Leiber. Schöpfer dunkler Lande und unrühmlicher Helden".

    Ich mag dieses Lexikon.Es ist mir auch sehr bewußt,dass das Buch weit weg von der Vollkommenheit ist.Es gibt immer wieder neue oder korrigierte Informationen.

    Außerdem kenne ich keine echte bedeutsame Alternative (Lexikon von Zondergeld kann man eher als gute Ergänzung betrachten).

    Ich schreibe für mich ein eigenes Lexikon (über Text-Programm),indem ich krümmelweise die Info aus allenmöglichen Quellen sammle.

    "Der Krokettspieler" hat mich überhaupt nicht beeindruckt. Ziemlich kurze "lange Erzählung" und lässt sich auch ziemlich bescheiden in der Reihe ähnlicher Werken dieser Art sehen.


    Das Buch habe ich noch als Jugendlicher gelesen und dann noch einmal,nachdem dies hier im Klappentext so feierlich dargestellt wurde.


    Übrigens sind die Werke von Wells in der Sowjetunion/Russland bestens bekannt.


    Fast alle Bücher ,die wir besprechen, habe ich tatsächlich. Vieles davon gibt es nur in elektronischer Form frei.

    Ich versuche immer am laufenden in der russischen Fantastik bleiben. Es gibt bio-bibliografische Seiten,die die Information sammeln und kanalisieren.

    Selbstverständlich sind die meisten Quellen auf russisch.

    Dass die russische Fantastik jeder Art ziemlich schlecht in Deutschland bekannt ist, nach meiner Meinung,hat viele Gründe.

    Und nicht nur kirillische Buchstaben. Ich würde es als Berührungsängste nennen. Und das ist erstaunlich,wenn man überlegt,dass dieses Riesenland gar nicht so weit von uns liegt. Tja,geopolitische Kämpfe,die wir jetzt beobachten,tragen auch nicht unbedingt zum Interesse für rus.Kultur bei.

    Wir bleiben natürlich lieber bei der Kultur.


    Man findet genug sehr würdige Autoren,die hoch interessant sind.


    Es gibt eine echte Entdeckung und nicht nur für mich: Wasilii Pawlowitsch Schepetnöw (leider kann man nicht den namen absolut lautgetreu wiedergeben).



    Er wurde 1955 geboren.Arzt von Beruf.Liebt Schachspiel sehr.Lebt in Woronesh (Südrussland).

    Der Verlag Prestisch Buk hat 9 oder 10 Bände von ihm veröffentlicht (bis jetzt die größte Sammlung von seinen Büchern).

    Die Bücher lesen sich leicht und liegen gleichzeitig auf dem hohen literarischen Niveau.

    Seine Werke sind ein buntes und sehr erfolgreiches Gemisch aus Grotesk,Horror,alternativer Geschichte und Detektiv.

    Ich würde diese Bücher ohne Zögern als Bestseller bezeichnen. Stellenweise ähnelt Akunin.


    Ein Beispiel: ein Zyklus von Erzählungen über Aröchin ( Dandy-Detektiv in der Zeit des Bürgerkrieges und 20-er).

    Elsner,Anatolii Ottowitsch (1856- nach 1916)


    Ein vergessener russischer Schriftsteller deutscher Abstammung wurde in Cherson (damals Neu-Rußland, jetzt Ukraine) 1856 geboren.Sein Großvater war Baron Födor Bogdanowitsch Elsner. Die Eltern waren Pädagogen. Der ältere Bruder ist General-Major Konstantin Elsner.

    Seine aktive Schaffensphase fällt in die Jahre 1880-1910.

    Unter anderem hat Elsner 3 fantastische Romane geschrieben.


    Der Roman „Der eiserne Doktor“ ist wahrscheinlich der allererste russische Roman von einem Serienmörder. Das Buch zählt zu neogotischen Horrorromanen und voll von Leidenschaft, Visionen und Leichen. Der Protagonist, berühmter Dr.Kandinski,ist von heutiger Sicht ein klassischer Soziopat. Er stellt sich und sein Geist über die Menschheit. Er glaubt weder an das Gute noch an das Böse. Die Menschen sind für ihn biologische „Maschinen“.

    Er behandelt die Patienten grausam und sieht darin eine Moglichkeit, die Welt von sinnlosem Leiden zu befreien.


    Der Roman „Der Ritter des Geistes“ ist ein okkulter Roman mit typischen für diese Literaturart Zubehör: Astralkörper, Gespenster, auferstehende Tote.Daneben herrschen durchaus diesseitige Leidenschaften mit Intrigen, Unzucht und Kampf um Millionenvermögen.


    Der Roman „ Bedrohlicher Idol,oder Die Höllenbauarbeiter auf der Erde“ ist eine Geschichte einer fantastischen Sekte. Das Reich der glücklichen Menschen entartet in die Hölle auf der Erde durch das Komplott von Mördern und machtgierigen Psychopathen.







    Die Bücher kann man in elektronischer Form kostenlos lesen und auch in Papierform erwerben.


    Gesamter Eindruck: etwas langatmig.

    Deutsche Übersetzungen habe ich nicht gesehen. Wenn es überhaupt was vorhanden ist,liegt weit zurück.

    gibt es Erzählungen von Keller auch in deutscher Übersetzung?

    Als ich F.C.Oberg zum ersten mal auf deutsch gelesen habe,dachte ich "eine totale Seltenheit". Wie habe ich mich gewundert,als ein Bekannter aus Russland eine russische Übersetzung von " Der rote Marchese" aus einer Zeitschrift vor Oktoberrevulution präsentiert hat. Der erste Weltkrieg lief, deutsche Namen waren gelinde gesagt nicht populär und trotzdem wollten die Menschen lesen.

    Illustrator Lodigin ist ziemlich bekannte Figur der Decadancezeit.Im Internet kann man einiges finden.

    Das Buch selber ist voll von schwarz-weißen Bildern und nur auf den Frontseiten farbig.

    Keller ist wahrscheinlich von deutscher Abstammung (keine Seltenheit im Zarenrussland).

    Die Bilder von Lodygin wurden natürlich nicht zu diesem Buch exklusiv gemacht. Das ist schon die Initiative von dem modernen Verleger.

    Das Titelbild zur Sammlung "Die Augen des Tieres" sind originell und noch in einer alten Orthografie gestaltet.

    Ich möchte ein neues Gesicht der russischen Literatur vorstellen:



    Keler (Keller) Wladimir Konstantinovitsch (1856-1919) war russischer Unternehmer und Schriftsteller adliger Abstammung.



    Bis vor kurzem gab es kaum Informationen von diesem Mann. Erst 2015 konnte ein Amateur-Bibliograf die Identität des Schriftstellers feststellen.


    W.Keller saß im Vorstand einer Privatbank und war ein Vorstandsmitglied von zahlreichen industriellen Großfirmen.


    Er lebte in Sankt-Petersburg und auf der Halbinsel Krim.


    Seine schriftstellerische Kariere war nicht von langer Dauer (1911-1918). Er veröffentlichte seine Erzählungen in den Zeitschriften.


    1914 erschien seine erste Erzhlungssammlung «Das Isis-Armband», 1916- die zweite Sammlung „Die Augen des Tieres“.




    Die Erzählungen von Keller kann man nicht unbedingt als innovativ bezeichnen. Sie haben sich vorwiegend mit Mystik beschäftigt.


    So in der langen Erzählung „Das Isis-Armband“ kaufte der Protagonist bei einem Antiquar ein egyptisches Armband. Seitdem besuchen ihn Visionen,die ihn gezwungen haben, nach Egypten zu reisen_um das Geheimnis zu enträtseln.


    In der Erzählung „Alptraum“ erwachen die Statuen mit sadistischen Neigungen zum Leben.


    In der Erzählung „Wie das neue Leben Grigori Wasiljewitsch getroffen hat“ kauft ein wohlhabender Doktor ein Gut und merkt später,dass etwas mit dem Haus nicht stimmt:sein Hund findet keine Ruhe und der Wind heult fast menschlich.



    W.Keler starb 1919 und liegt in Sankt-Petersburg begraben (Alexander-Newski-Friedhof) begraben.



    2015 erschien das schöne Buch „Die Geister von Venedig“ mit 20 Erzählungen von Keler im Verlag „Prestisch Buk“ mit schönen Jugendstil-Illustrationen von Lodigin (1898-1942). Das Buch vereinte fast alle Erzählungen vom Autor. In der Zwischenzeit wurden noch 5-6 Erzählungen entdeckt. Vor einigen Jahren wurde eine erweiterte Ausgabe angekündigt.








    1. Phantastische Erzählungen:

    Abenteuer im Süden

    Der Weg ins Licht

    Peter Palms Novelle

    Meister Scolatis Tochter

    Professor Schwarzloos

    Der Chinese


    Ich habe dieses Buch erworben und fast damit durch. 2 anthologisierte Erzählungen sind ohne Zweifel die besten.

    Sonstige Erzählungen haben mir persönlich sehr gefallen. Betsch gewinnt seinen Leser eher nicht durch Schauereffekte sondern durch seine poetisch-romantisch-melancholische Sprache.

    Eine Atmosphäre der seltsamen Erzählung der 20-er . Teilweise kann man es mit bekanntem Buchtitel "Wahn oder wahr ?" beschreiben.

    Interessant ist die Erzählung vom Prof.Schwarzloos, der der Philateliewahn zum Opfer gafallen ist.


    Außerdem ist das Buch (1968) schön gestaltet und sehr preiswert zu haben (10 Euro).Mit vielen Zeichnungen,2 Fotos von Betsch und einem Nachwort eines Freundes, der genug dramatisches Leben von dem Autor (von der Depression gequälter Betsch hat am Ende des Krieges Freitod durch Zyankali zusammen mit seiner Frau gewählt) beleuchtet.