Beiträge von DanteCosmic

    Das gilt aber für praktisch jede Horrorerzählung mit übernatürlichen Elementen. Dass die Handlung eine Veränderung der Charaktere und damit auch der Welt bzw. näheren Umgebung der Protagonisten mit sich bringt, ist für mich eines der Kernelemente guter Literatur unabhängig des Genres. Warum braucht es also die Bezeichnung "Weird"?

    Mir kommts eher so vor, als soll auf Biegen und Brechen eine neue Bezeichnung her ... über die Gründe hierfür kann ich nur spekulieren.

    Es gibt da schon einen Unterschied zu den neuen Richtungen wie Next Weird oder dem Vorgänger New Weird. Und natürlich ist es für einen Verlag auch eine Werbemasche etwas neu zu bezeichnen. Aber es ist auch definitiv was anderes. Genauso verhält es sich mit Musik.

    Nehmen wir mal die Rockmusik. Für Musikfans macht es einen riesigen Unterschied, ob eine Band Classic Rock, Grunge oder Post-Punk spielt.

    Für Autoren und Fans sind diese Subgenres im Horror eine Orientierungshilfe. Wenn ein Leser den bunten, politisch angehauchten Mix aus Sci-Fi und Fantasy von New Weird sucht, wird er mit dem depressiven, bodenständigen Horror des Next Weird wahrscheinlich nicht viel anfangen können, obwohl beides unheimliche Belletristik ist.

    Wenn du natürlich generell Fan von anspruchsvollem Horror bist, wirst du beides mögen. Ich glaube, deswegen hat Jo Piccol auch alles zusammengefasst unter dem Befriff Contemporary Weird oder wie siehst du das Ganze? Jo Piccol

    Mammut

    Ich finde Oliver Susami passt auch ganz gut rein. Habe jetzt nicht alles von ihm gelesen, aber Helfgott Anni und der Tod war sehr gut und andere Kurzgeschichten auch.

    Die Verletzung bekannter Naturgesetze ist ein großes Thema beim weird horror. Ligotti und Barron können das ganz gut. Da ist dann z.B. von einer Fabrik die rede, die keinerlei Fenster und Türen hat, aber dennoch nach der Stilllegung jahrelang unterirdisch selbstständig weiter produziert. Was genau, erfährst du nur schemenhaft. Dieses nicht greifbare ist für mich persönlich schauriger als jeder 0815 Horror mit einem mordenden Psychokiller oder alles was King und Koontz zusammen produzieren. Aber Geschmäcker sind verschieden. Und Campbell gehört für mich definitiv in den weird horror. Mehr als ein Kleudgen.

    This weird world ist eine deutsche Anthologie?:D

    Jap.

    Arkham Insider Axel
    16. August 2019 um 08:05

    Immerhin kann man Welsh imho ohne Probleme lesen. Bei McCarthy hat das für mich echt eine Zeit gedauert, bis ich Lesefluss hatte. Der markiert seine wörtliche Rede überhaupt nicht.

    Dann versuch mal Hubert Selby Jr. zu lesen. Da hast du alle drei Seiten mal einen Punkt, ansonsten werden nur Kommas benutzt.

    Hier ein Beispiel aus Letzte Ausfahrt Brooklyn:

    das Geschwafel ging weiter und niemand bemerkte, dass dieselben Burschen immer wieder dieselben Dinge sagten und einer wusste von einem Schneider, der für 14 Eier die phantastischsten Hosen machte und was is mit den Stoßdämpfern beim Lincoln und sie sahen die Wagen vorbeifahren, sahen ihnen abschätzend nach und spuckten aus und wer die Schnalle umgelegt hat und wer die und einer zog eine kleine Bürste aus der Tasche und bürstete seine Wildlederschuhe, klopfte sich die Hände ab und zog sich die Kleider zurecht und einer warf eine Münze in die Luft und als sie herunterfiel, stand schon ein Fuß drauf ehe er sie aufheben konnte und als der andere den Fuß endlich wegnahm, war seine Frisur im Eimer und er sagte du Scheißkerl und holte seinen Kamm raus und als die Frisur endlich richtig saß, fuhr ihm wieder einer rein und er wurde stocksauer und die anderen Burschen grinsten und dann fuhr einer einem anderen in die Haare und sie schubsten einander und die anderen fingen auch an sich zu schubsen und einer schlug eine Runde Katz und Maus vor und sagte Vinnie solle den Anfang machen und die anderen brüllten JAAA, LOS, und Vinnie sagte warum nich, is mir scheißegal und sie schlossen einen Kreis um ihn und er drehte sich langsam um sich selbst und warf den Kopf rasch herum und versuchte den zu erwischen, der ihm einen Stoß versetzt hatte, damit der an seiner Stelle in den Kreis musste und er bekam einen Schlag in die Seite und als er sich umwandte, bekam er noch einen Schlag und als er herumwirbelte, landeten 2 geballte Fäuste auf seinem Rücken und eine in der Nierengegend und er krümmte sich und sie wieherten und er fuhr herum und bekam einen Tiefschlag und fiel hin, doch er zeigte auf einen und wurde rausgelassen und stand eine Minute zwischen den anderen und rang nach Atem, schlug dann selber zu und ihm wurde gleich besser, als er Tony ein Ding in die Nieren versetzte, ohne erwischt zu werden und Tony ging die Luft aus und er wurde ein paar Minuten durchgewalkt und zeigte dann endlich auf einen und Harry sagte, er hätte wohl ne Vollmeise und hätte nich wirklich gesehen, dass er ihn zuletzt schlug, wurde aber trotzdem in die Mitte gestoßen und Tony wartete ab, holte aus und versetzte ihm eins in die Rippen, dass es nur so rauschte und so gings noch etwa 5 Minuten weiter und Harry war immer noch in der Mitte, keuchend und schon fast auf den Knien und sie schlugen auf ihn ein, was sie nur konnten, doch dann wurde es ihnen langweilig und sie hörten damit auf und gingen zum Griechen zurück, Harry immer noch gekrümmt und nach Luft ringend, die anderen grinsend, und gingen auf s Klo sich waschen.

    Sorry für das off topic. Aber es handelt sich schließlich auch um internationale Literatur. Nur eben nicht von 2026. 😂

    Ich bin gerade mit dem Buch fertig geworden und muss sagen: es ist mal was anderes. Manchmal hat mich sein Schreibstil an Palahniuk erinnert. Gerade die letzten Seiten aus der Sicht der Ur-Enkelin sind sehr temporeich und abgehackt geschrieben. Man muss auch erstmal reinkommen in den Stil von Jones. Es war mein erstes Buch von ihm. Daher weiß ich nicht, wie er sonst schreibt. Die verschachtelten Sätze von Ligotti finde ich jedoch besser. Geschmackssache.

    Ich werde mir seine Kurzgeschichten als nächstes vornehmen, denn manchmal fand ich die Kapitel zu langatmig und gespickt mit trivialen Infos.

    Katla hast du vielleicht Empfehlungen zu seinen Kurzgeschichten?

    Mammut

    Was für mich in erster Linie ausschlaggebend ist: Wie offen wird das kommuniziert.
    Für mich ist es völlig ok, wenn dies im Produkt entsprechend deklariert wird. Bei „Cor Magis“ bspw. steht es ja auch im Impressum und betrifft wohlgemerkt ein Bild welches vom Verleger selbst gezeichnet wurde. Das ist natürlich legitim.

    In einem reinen Ankündigungstext, erkenne ich jetzt nichts von künstlerischem Wert.
    Für mich ist das ok und würde mich nicht davon abhalten das Produkt zu kaufen.

    Aber das wäre für mich persönlich auch die Grenze, was Literatur anbelangt.

    Aber dir ist schon bewusst, dass viele Übersetzer zur KI greifen. Ob sie nun die Texte weiter optimieren oder genauso übernehmen, bleibt ein Geheimnis, das nicht gelüftet wird. Oder würdest du ein Buch nicht kaufen, wenn darin stehen würde: zur Übersetzung von Teilabschnitten wurde KI verwendet, ohne dass dir der Umfang erklärt wird?

    So lange es dann nicht wieder in irgendeiner limitierten und exklusiven Reihe erscheint, so dass man als nicht Abonnent kaum bis gar keine Chance darauf hat, das jeweilige Buch zu erstehen.
    Ansonsten bin ich da ganz bei dir.

    Es wird wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass es eine limitierte Sammlerausgabe sein wird, da es sich für Festa sonst nicht rentiert. Sie haben durch die Abonnenten die Möglichkeit solche Projekte ganz ohne Crowdfunding durchzuführen. Ich würde mir jedoch wünschen, dass es eine ebook Version davon gibt für ca. 10 € pro Buch. Das würde nochmal die Verkaufszahlen nach oben treiben. Bleibt abzuwarten, wofür sich Frank entscheidet und ob es überhaupt mit den Lizenzen klappt.

    Mich würde auch interessieren, ob es leichter ist gerade dieses Projekt für uns zu lokalisieren, da Clive Barker es über self-publishing macht. Schließlich stecken keine Geldhaie einer großen Agentur dahinter, wie bei Laird Barron zum Beispiel.

    Aber sind die Bücher nicht KS-exklusiv?
    Dann würde es ja keine weitere VÖ, respektive Lizenz-Vergabe geben. :/

    Schade dass ausgerechnet die books of blood nicht von Joachim Körber übersetzt wurden.

    Aktuell scheint es so, aber ich würde es nicht ganz abschreiben. Frank hat einen guten Draht zu Clive und Clive schätzt es, wenn man seine Werke mit Hingabe an die deutsche Leserschaft bringt. Darin ist Festa Spitzenklasse