Beiträge von Nils


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    Bei Don't Be Afraid of the Dark von 2010 handelt es sich um eine solide Verarbeitung verschiedener phantastischer Themen. Ich hatte den Film bisher nicht einmal dem Namen nach gekannt und war gestern, als ich ihn zufällig anschaute, überrascht, wie mir ein solcher Film entgehen konnte - enthält er doch diverse Anspielungen auf klassische Weird Fiction.


    Dass dies der Fall ist, dürfte Drehbuchautor Guillermo del Toro zu danken sein, der natürlich seinen Lovecraft, seinen Blackwood und seinen Machen bestens kennt. Im Film zieht eine junge Familie in ein altes Gemäuer nahe Providence, Rhode Island ein - ein Vater (Guy Pearce), eine kleine Tocher (Bailee Madison) und eine Stiefmutter (Katie Holmes). Diese konfliktträchtige Konstellation spielt im Verlauf der Handlung keine geringe Rolle, mehr brauch dazu aber nicht gesagt werden. Insgesamt ist der Film sicherlich keine Novität und hinsichtlich der Grusel-Effekte hätte man da und dort potentiell noch etwas mehr bringen können, sehr interessant sind aber eben für FreundInnen der klassischen Weird Fiction und der Gothic Fiction bzw. der Schauerromantik die zahlreichen Themen, Motive und Anspielungen. Stichworte: Haunted House, Faustischer Pakt, Arthur Machens The White People, kosmisch-okkulte Rahmung, Algernon Blackwood.


    Wer sich für eine gut anschaubare und insgesamt unterhaltsam gelungene Spielerei damit begeistern kann, der oder die sollte mal einen Blick riskieren.

    Danke für die Vorstellung, klingt sehr reizvoll. Über Platonow habe ich mal vor einigen Jahren etwas im Radio gehört, dort wurde er als früher Kritiker ökologischen Raubbaus gepriesen.

    Danke für die Meinungen, die mich nun auch eher vom Kauf abschrecken. An sich hatte mich die Handlung gereizt, aber ich war mir über die Existenz des Films auch gar nicht im klaren - vielleicht schaue ich mir den einfach mal an bei Gelegenheit.

    Hm, vielleicht sehe ich das auch sehr streng, aber ich meine sowas wie hier bei aller-allerspätestens 5:00'. Im Vergleich zu sowas (ab ca. 2:18'), das sind halt practical effects und teils bei gleicher Geschwindigkeit wie der Zug in Skyfall. Mir ist klar, dass bei einem 300 Millionen Dollar Film kein Geld reinkommt, wenn man Editing und Stunts aus 60ern - 80ern verwendet. Aber für mich verliert ein Film nicht nur die "Seele", sondern auch die Glaubwürdigkeit, wenn es immer nur um höher, weiter, schneller geht.

    Ich sehe, was du meinst. Tatsächlich spüre ich auch den Unterschied, den du mit "Seele" betitelst. Bei Szene 1 verfolgen sich zwei Stereotypen in abgehobener Umgebung und prügeln aufeinander ein - dass Bond abgeknallt wird und ein CGI-Mann dann eine Brücke herab stürzt, nimmt man halt zur Kenntnis, mehr aber auch nicht. Szene 2 hingegen entfaltet - gerade auch aufgrund des geringeren, aber nachempfindbareren Tempos - eine deutlich einfühlsamere Atmosphäre und die Stunts sind unterhaltsam, grenzwertig in der Machbarkeit, aber augenzwinkernd, sodass man sofort Lust bekommt, weiter zu schauen. Außerdem ist das 70er-Sakko von Bonds Verfolger natürlich erstklassig.


    Ich hab zu CGI-Stunts in non-speculative Action Filmen einen tollen Artikel gelesen, der gut dalegte, dass Figuren durch solche CGI-lastigen Stunts auch auf Emotionsebene unnachvollziehbar werden, wenn ich den wiederfinde, schicke ich dir den gern.

    Klingt nicht uninteressant. Welche psychologische Theorie fundiert den Artikel?

    Ja, war mir klar, so meinte ich das tatsächlich. Das ist so eine Boney M-Cover Ästhetik, diese Mischung aus Exploitation und bunter Popkultur, die ich noch nicht so typisch für dier 60er sehe.

    Hm, kein uninteressanter Gedanke, so habe ich das noch nie betrachtet. Ich kenne mich aber auch in den Entwicklungen da weniger gut aus, bin eher spontaner Liebhaber gewisser Ästhetiken, die ich dann intuitiv zuordne.



    Wobei ich wie gesagt sogar denke, die Actionszenen und Stunts werden - auch bei Bourne - immer weiter von real Machbarem bzw. menschlich Möglichem wegbewegt und einnern sehr viel mehr an Verfilmungen von Graphic Novels oder SF wie Terminator.

    Wenn es darum geht, dass jemand durch Wände springt und dergleichen, dann auf jeden Fall. Aber ich habe an sich eher den Eindruck, dass man durch entsprechende Kameraarbeit und eine engere Orientierung an technischer Körperlichkeit bei Kampfszenen den Eindruck zu wecken versucht, dass das, was geschieht, wirklich so geschehen könnte. Wo man ja bei den meisten in früheren Agentenfilmen gezeigten Szenen eher nicht von ausgeht. So war jedenfalls bisher immer meine Denke in der Sache. Vielleicht irre ich mich auch.

    Sehr interessanter Tipp! Wie praktisch, dass das Buch im vergangenen Jahr erwarb. ;-)


    Abseits deiner schlüssigen Auslegung klingt mir die Sache auch ein wenig nach einer Liebeserklärung an das Buch, das Bücherzimmer, die Lektüre. Ich musste spontan an Dunsanys Geschichte um das Wunderfenster denken, mit dem man eskapistische Einblick in andere Welten erlangt.