Beiträge von lapismont

    Ich kann die Empfindung von Melancholie in König der Elfen nicht nachvollziehen, dafür bleibt die Figur für mich doch etwas zu uninteressant. Wenn es wirklich als Parabel auf das Sterben gedacht war, hat Dick es nicht besonders gut herausgearbeitet.


    Kolonie

    Da stimme ich Dir hingegen voll zu. Coole Idee, tolle Situationen und böses (wenn auch früh absehbares) Ende. Auch ich dachte recht bald, dass sich hier vielleicht Anti-Körper melden, die Eindringlinge zu vertreiben.

    Klasse Story.

    Der König der Elfen


    Für mich ging die Geschichte auch schnell in Richtung geistige Verwirrung bis hin zum Mord an seinem Nachbarn. Finde das Ganze aber ziemlich bieder und langweilig erzählt. Das hatte nicht den Esprit wie in der Geschichte gegen die Ameisen.

    Als ob Dick auch mal was mit Elfen bringen wollte, aber nicht recht wusste, was er mit diesen Wesen anfangen solle, als er sie dann an der Backe hatte.

    Zu DDR-Zeiten las ich die SF-Kurzgeschichten in »Das Neue Abenteuer«, das waren meist deutschsprachige AutorInnen. Es gab regelmäßig Anthologien, aber die hinterließen jetzt kaum Erinnerungen, bis auf die Seifenblasenwelt.


    Übrigens bin ich auch zur Staatstreue verpflichtet, nur so nebenbei. ?(


    Leseempfehlungen sind zwar gut, aber neben dem Dick-Berg fange ich jetzt erstmal keine Klassiker an, muss auch noch anderes tun [hdbg]

    Stimmt. Hier haben wir es mMn aber mit einer sehr gelungenen Variante dieser bekannten Geschichte zu tun (die 1953 vielleicht auch noch gar nicht so bekannt war.

    Ohne Zweifel. Mir fiel eben auf, dass dieser Story-Typ mir sehr vertraut vorkam. Oder bissiger gesagt, es gibt zu viele AutorInnen, denen nix Neues einfällt.


    Ich kenne ja kaum klassische SF-Storys, da ich nach der Wende eher bemüht war, die Romane nachzuholen. Insofern fehlt mir da bei der Betrachtung neuerer Geschichten der Zugriff auf das (westliche) Erbe. Durch unsere Dick-Archäologie hole ich da einiges auf und mir wird auch für die Zukunft etwas mehr Wissen bleiben darüber, was schon beschrieben wurde.

    Bei Meredith als Name hatte ich sofort Probleme. So heißt die Nervensägende Hauptfigur aus Grey’s Anatomy

    STN:


    Nun gut. Erstaunlicher fand ich, dass sich die Geschichte in ähnlicher Form immer wieder in SF-Anthos finden lässt. Bunkergemeinde schickt wen aus in die postatomare Wüste, um Dinge zu tun.


    Den bösen Computer fand ich cool, dass die Bunkerelite von der Fütterung wusste, blöd. Ohne das Erklärbär-Ende hätte die Story viel mehr Wucht. So Haarteppichknüpfermäßig.

    Was mich teilweise sehr stört sind die modernen Dialoge, die zum Teil das Gefühl für die damalige Zeit verpuffen lassen.

    Das ist ein grundlegendes Problem von Adaptionen historischer Texte bzw. historischer Schauplätze. Wenn man sich für eine Modernisierung entscheidet, erreicht man man ein breiteres Publikum auf Kosten von Authentizität.

    Ganz oft ist es aber auch nicht leicht, historisch korrekte Dialoge zu erschaffen, da die Quellen dünn sind. Gerade für die Nichtelite gibt es nur sehr selten verlässliche Transcripte der Umgangssprache. Meist haben wir nur literarische Quellen, die ebenfalls Publikumsorientiert verfasst wurden. Das halten wir dann schnell für die Sprache der damaligen Zeit, dabei ist sie literarisch aufgewertet.


    Und auf gar keinen Fall will ich Mittelaltergeschichten, deren Dialoge in mittelhochdeutsch verfasst wurden. So seltsam das klingen mag, aber semantisch ist das eine Fremdsprache.

    Zahltag


    Stimmt, die Story hat etliche Längen. Die Idee mit den Gegenständen erschien mir zunächst auch cool, aber als es auf Zeitbeobachtung hinauslief, wurde es für mich ärgerlich. Ohne die Beobachtung wäre das alles so nicht geschehen, hätten die Gegenstände also gar keine Bedeutung gehabt.

    Das Ende kommt dann wieder mit fiesen Macho-Hammer. Jenning will die Frau als Prämie noch dazu, Gebärbereitschaft inklusive.

    Zum Setting: Nun ja, typisch und nicht wirklich spektakulär. So stellt man sich die USA in den 50ern und 60ern ja vor.

    Dabei implizierst du aber, dass Gott die Sintflut als Fehler ansieht. Und Gott ist doch (laut christlicher Interpretation) bekanntermaßen unfehlbar.

    Nee, die erste Sintflut mit Noah ist dann ein Fehler gewesen, wenn Elwoods die zweite wäre. Denn dann hat sie ja nix bewirkt. Christliche Interpretation spielt für die Geschichte ja keine Rolle, weil wir nicht wissen, welchen Kontext Dick für seine Geschichte wählte. Die Sintflut gibt es in vielen Religionen. Und Noahs Mythos gibt’s doch bestimmt auch in der jüdischen Mythologie und entsprechend dann auch bei den Moslems. Vermute ich mal.


    Ich werd am WE weiterlesen, aber erst Montag was schreiben können.

    Die Geschichte aus der Bibel hat doch noch nie funktioniert. Anstatt sich mit den Problemen zu befassen verübt dieser Gott einen Genozid. Wenn das Dicks Antwort auf Rassismus und Krieg wäre, hätte ich damit schon Probleme.

    Geht man von der Prämisse aus, in Dicks Geschichte gäbe es einen Gott, wiederholte er dann nicht seinen Fehler mit Noah?


    Oder nehmen wir an, Elwood (hatte die ganze Zeit Dan Aykroyd im Hirn) wäre in dieser Welt der erste Archenbauer, wohin soll dann die Story führen? Wird er durch die Vernichtung der Menschheit sein PTS los?


    Die Rassismuskritik wird lediglich indirekt durch das Belauschen eines Gespräches impliziert. Könnte aber genausogut neutrales Zeitgeistdetail sein. Man kann es als Gottesmotiv zum Genozid lesen, aber ehrlich, warum nicht gleich beim ersten Sklavenschiff? Warum nicht im belgischen Kongo?

    Solche Archen-Geschichten gibt es immer wieder mal und stets ist igendein konkretes Problem Anlass für Gotteszorn. Das funktioniert einfach nicht. Der hat bisher nicht eingeschritten, egal wie groß der Menschen Übel auch waren.

    Also ich bin Atheist und mochte die Geschichte trotzdem. Ist aber natürlich alles Geschmackssache.

    Ich mein nicht, dass es etwas mit Nichtglauben oder Glauben zu tun hat, sondern mit Sozialisation. Biblische Mythen bedeuten mir nichts. Im Sinne von, es fehlt mir der komplette Kontext. Ich begreife nicht, was das Arche-Bild in der Geschichte soll. Ich verstehe den Zusammenhang nicht, den Dick hier wohl als überdeutlich erkennbar voraussetzt. Ich erwartete irgendwas mit Aliens, so wie In Kontakt.

    Eine Noah-Geschichte, gähn. Mag sein, dass der PTS-Ansatz für Dick wichtig war, aber eine Arche?


    Bis zu dem Zeitpunkt, wo die Geschichte in diese Richtung abdriftete, dachte ich mir noch: okay, Milieustudie, langweilig erzählt, aber bestimmt treffend. Doch mit seiner religiösen Pointe warf mich Dick raus. Null Erklärung, kein Hinarbeiten, nix. Vadda und Sohn hören den Ruf. Damit kann ich nix anfangen.Vielleicht braucht man dafür einen christlichen oder jüdischen Kontext.