Hallo Felix, Nils und alle, die´s interessiert
Ich habe den Roman sehr gerne übersetzt und mich über Wochen hinweg mit Freude in seiner Welt bewegt. Es ist vor allem ein Roman übers Jungsein und Erwachsenwerden, und in diesem Sinne ist er zugleich zeitlos und historisch, denn das Original ist über ein halbes Jahrhundert alt.
Obwohl von Anfang an die Präsenz eines Übernatürlichen oder wenigstens extrem Ungewöhnlichen zu spüren ist, sind die konkreten Anzeichen dafür sehr zurückhaltend gesetzt; das ändert sich erst mit dem ausführlich gestalteten Höhepunkt.
Das Buch ist leise und diskret, und Rosemary Pardoe hat wohl recht, wenn sie ihn neben Our Lady of Darkness von Fritz Leiber den einzigen gelungenen Roman in der Nachfolge von M. R. James nennt. (Roman, nicht Erzählung, denn da gibt es mehrere).
Wer also einen Sinn und die Muße für stille Bücher hat, die vieles nur andeuten, bekommt hier genau das, was er sucht.
Wie der Zufall so spielt, ist in derselben Festa-Reihe und ebenfalls von mir übersetzt, genau davor der Noir-Roman Schwarze Flügel hat mein Engel von Elliott Chaze erschienen - überhaupt nicht still, diskret und zurückhaltend, ganz im Gegenteil. Der hat auf ganz andere Art sowohl beim Übersetzen als auch beim Lesen selbst ebenfalls nachhaltig Eindruck hinterlassen.
So, hoffentlich hilft Dir das, einen Eindruck zu gewinnen, lieber Felix. Es lohnt sich, den mal zu versuchen.