Beiträge von Felix

    Wie wäre es noch mit der Kategorie: Ein Buch, das jemand anderes bereits für die Leschallange gelesen hat. Das könnte den Austausch fördern.

    Das Buch kam heute an und ist ein wirklich tolles Schmuckstück.

    Absolut. Ich habe bisher nur geblättert, aber die gesamte Aufmachung ist einfach nur wunderbar!


    Übrigens halte ich es für unzureichend, dass das Buch "nur" ein Nachwort erhalten soll. Lars Dangels umfangreicher Anhang scheint mir jetzt schon deutlich facettenreicher informativer zu sein, als es typischerweise von einem Nachwort erwartet werden kann. Für mich ist das echt nochmal ein dicker Pluspunkt.


    Jetzt muss nur noch der Text selbst einhalten, was die Edition verspricht.

    Ich mache auf alle Fälle mit.


    Wäre es nicht auch möglich, bei einer längeren Liste die Option zuzulassen, dass man ein Buch für mehr als eine Kategorie verbucht, wenn es denn passt und man es möchte.

    Ich habe mir das Buch besorgt und mal die ersten Seiten gelesen. Es enthält viele schwarz-weiß Fotografien und vergleichsweise wenig, aber durchpointierten Text. Gegruselt habe ich mich nicht, aber von der ersten Seite an begleitet das Buch ein ziemlich melancholische Stimmung. Ich werde ganz sicher weiterlesen und schauen, was mich erwartet. Ungewöhnlich könnte es definitiv werden, Horror erwarte ich aber nicht.

    Das Feuilleton ist wohl voller Lob. Kennt das Buch jemand von euch?


    Gästebuch: Gespenstergeschichten

    Leanne Shapton

    Originaltitel : Guestbook. Ghost Stories

    Gebundene Ausgabe : 320 Seiten

    ISBN-10 : 3518429566

    ISBN-13 : 978-3518429563

    Suhrkamp Verlag 2020


    Zitat

    Klappentext
    In Gästebuch erkundet eine der originellsten Erzählerinnen und Künstlerinnen der Gegenwart die gleichermaßen flirrenden wie verstörenden Ereignisse, die Menschen im Leben heimsuchen können, von denen sie sich aber kaum zu erzählen trauen. Ein Tennis-Wunderkind kollabiert nach jedem gewonnen Match und schreibt den Sieg einer unsichtbaren, nicht ganz wohlwollenden Existenz zu. Eine Frau kehrt mit einem seltsamen Gefühl von einer Besichtigung der ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz zurück. Der Geist eines Gefangenen habe sich an sie geheftet, behauptet eine Freundin. Er habe ihr Mitleid für seinesgleichen gespürt. Ein Mann in einem blauen Anzug taucht auf zahllosen Society-Events überall in der Stadt auf – am selben Tag, zur selben Zeit. Leanne Shapton komponiert zahlreiche solcher Geschichten und Erinnerungen mit anderem Material – zufällig vorgefundenen Fotografien, eigenen Zeichnungen, Instagram-artigen Porträts – zu einem vielschichtigen Kuriositätenkabinett und verwandelt damit die klassische Geistergeschichte in etwas völlig Neues.P

    Vielen Dank für deine ausführlichen Leseeindrücke, Nils!


    Diese Bücher von Faber & Faber haben einfach so schöne Titelbilder, dass ich irgendwann schwach werde.

    Das Buch ist wirklich außergewöhnlich. Nach den ersten Seiten war ich kurz davor, es aus der Hand zu legen. Zu sehr ähnelte es inhaltlich und stilistisch einer Heiligen-Legende, und ich hätte mir wenigstens etwas Witz gewünscht. Doch mit jeder Seite verlor das Buch alles Dröge und Sprache und Erzählweise nahmen mich immer mehr gefangen, bis ich es kaum noch aus der Hand legen konnte. Spannend ist es nicht. Es spielt mit typischen Horror-Elemente, kopiert sie aber nicht, sondern deutet sie grotesk aus und erzeugt dadurch ganz eigene, ungewöhnliche Bilder, unterstützt durch wunderbar passende Illustrationen, die aber selbst eher andeuten, als dass sie Details ausführen.

    Hoffentlich gibt es die Möglichkeit, weitere Texte von diesem Autor ins Deutsche zu übersetzen.

    Also ich kann gut nachempfinden, dass dieser Kontakt Frank Festa so sehr geärgert hat, dass er ihn in den Newsletter mit aufgenommen hat. Das ist schon ein kleiner Schlag ins Gesicht. Davon unbenommen bleibt natürlich, dass der Festa-Verlag schon zahlreiche Serien wegen schlechter Verkaufszahlen abgebrochen hat.

    Heute und zufällig damit an dem Tag, an dem wir in Deutschland mit einschneidenden Maßnahmen auf die zweite Welle der Corona-Pandemie reagieren, erscheint dieses Buch endlich als eBook. Die gedruckte Variante wird in den nächsten Tagen folgen.


    Das ganz Projekte hat mich durch den ersten Lockdown begleitet und ist für mich persönlich eine der wichtigsten und großartigen Veröffentlichungen, an den ich in über 10 Jahren Publikationstätigkeit beteiligt war. Es ist trotz aller Phantastik ein sehr gegenwärtiges Buch geworden und ein hochaktuelles außerdem.


    Ich danke allen, die sich mit daran beteiligt haben!


    Ein kleines Interview mit mir und zu dem Buch hat Michael Schmidt geführt. Es ist hier zu finden: http://defms.blogspot.com/2020…-wenn-die-welt-klein.html


    Seitdem Dirk diesen Thread eröffnet hat, haben wir übrigens den Klappentext ausgetauscht. Jetzt lautet er:


    „Ich möchte glauben, dass auch diese Pandemie etwas Gutes besitzt; dass sie nicht umsonst ausbrach. Gut möglich, dass sie der außer Kontrolle geratene Blutdruck unseres Planeten war, der nun die Möglichkeit nutzte, für mehrere Wochen oder Monate in Kur zu dürfen.
    Ich möchte glauben, dass wir aus diesem Ereignis etwas lernen werden. Nicht alle, aber genug von uns.
    Ich möchte glauben, dass kommende Generationen von ihren Eltern gewarnt werden, es nicht so weit kommen zu lassen.
    Ich möchte …“
    (Torsten Scheib)

    30 Phantastik-Autorinnen und -Autoren begleiten den ersten Monat der Corona-Isolation.
    30 Perspektiven auf eine Welt im Krisenzustand.
    Ein literarisch-phantastisches Tagebuch zwischen realer Dystopie und erschreckender Wirklichkeit.


    Mit Beiträgen von Vincent Voss, Michael Schmidt, Jörg Kleudgen, Arthur Gordon Wolf, Nele Sickel, Silke Brandt, Petra Hartmann, Marianne Labisch, Markus K. Korb, Sascha Dinse, Gerd Scherm, Tatjana Stöckler, Sebastian von Arndt, Christian Veit Eschenfelder, Nicole Rensmann, Tobias Bachmann, Günter Wirtz, Tobias Reckermann, Martina Sprenger, Julia Annina Jorges, Thorsten Küper, Torsten Scheib, Jana Oltersdorff, Nadine Muriel, Matthias Attig, Alessandra Reß, Isabella Benz, Frank Hebben, Carolin Zwergfeld und Michael Marrak.


    Mehr Informationen und Bestellmöglichkeiten findet ihr auf der Verlagsseite: https://blitz-verlag.de/index.php?action=buch&id=2548

    Ich habe großen Respekt vor der Leistung von Dieter von Reeken, einen unbekannen Klassiker nach dem anderen dem Vergessen entrissen zu haben. Und auch bei "Holland im Jahr 2440" muss man ihm dringend Respekt zolllen, denn (nicht nur) in diesem Fall ist der Text editorisch wirklich erstklassig aufgearbeitet: Faksimile des Originaltextes, Übersetzung, erklärende Anmerkungen, editiorische Hinweise, Faksimile eines zeitgenössischen Hinweises auf den Text, auch dieser in deutschsprachiger Übersetzung, ein informatives Nachwort mit Abbildungen. Allerdings fält auf, dass der Text, um den es hier eigentlich geht, nur knapp über 20 Buchseiten umfasst. Es handelt sich dabei zwar um ein Kuriosum der niederländischen Literatur, die vermeintlich erste Zukunftsutopie der niederländischen Sprache, aber selbst dem Herausgeber fällt es im Nachwort schwer, zu begründen, warum gerade dieser Text wieder aufgelegt werden sollte. Nachdem ich ihn gelesen habe, bin ich mir da ebenfalls nicht so sicher. Was mich an historischen Zukunftsutopien reizt sind ungewöhnliche Gedanken, gewitze und aus heutiger Perspektive kuriose Ideen. Derartiges habe ich in "Holland im Jahr 2440" aber leider nicht finden können, sondern eher ein systematisches, wenig engagiertes Abarbeiten einzelner Gesellschaftsbereiche.

    So bleibt das schmale Buch eher eine Ausgabe für Sammler und Komplettisten mit großem Interesse an der Geschichte von Utopie und SF als für echte Leser, erstklassig aufgemacht zwar, aber aus heutiger Sicht wenig vergnüglich.

    Das Buch kommt bei Weitem nicht an den Hodge-Titel aus derselben Verlagsreihe heran. Die Grundidee gefällt mir, die Geschichte selbst hat aber nur wenig wenig Raffinesse. Da tut es gut, dass sie nicht maßlos ausgewälzt, sondern einfach auf den Punkt erzählt wurde .

    Das Ende allerdings gefällt mir nicht: Es lässt vermuten, dass es sich eher um einen Prolog eines deutlich längeren Werks oder einer Reihe handelt und das halte ich nicht für einen gelungenen Ansatz, denn dafür bieten die Figuren einfach zu wenig Potenzial. Hier hätte es etwas mehr Mut zum Abschluss gebraucht.