Beiträge von Sar-Sargoth

    Genau das ist m.E. das Problem mit Anthos zu Ausschreibungen, auf die sich Hobbyautoren melden. Das ließt sich großteils wie ein Schüleraufsatz der 11. Klasse zum Thema Geistergeschichte. Man merkt einfach das fehlende Können. Und ganz ehrlich: von einem Buch welches verkauft wird, erwarte ich zumindest etwas Geschick im Handwerk und keine Meute wilder Schreiberlinge, die sich mal am Autorenleben versuchen wollen. Für die gabs damals doch Platz für ihre Kurzgeschichte in der 3. Auflage der John Sinclair Hefte (die ich immer überblättert hatte).

    Das deckt sich leider mit meinen Eindrücken... viele Sachen, die heute dank günstigerer Produktion und höherer Anzahl an Möglichkeiten als Buch auf den Markt kommt, wäre früher vielleicht eher als Fanzine (oder nicht mal da?) erschienen.


    Schade, dass es so scheint, als würden meine Befürchtungen von anderen Anthologien auch hier zutreffen, das Konzept mit den "einheimischen" Geistern fand ich grundsätzlich interessant.


    Wenn ich das richtig mitbekommen habe, haben wir seit gestern auch die Herausgeberin als Mitglied hier. Vielleicht hat diese ja Lust, hier ein paar Anmerkungen zu schildern, wie es zu der Zusammenstellung kam.

    Aktuell ist bei Festa der nächste Band von Blatty erschienen:


    Quelle: http://www.festa-verlag.de


    Kennt das Buch schon jemand und kann genaueres dazu sagen? Bietet es einen deutlicheren Mehrwert zum Film als "Der Exorzist"?

    Ich habe mal in meine Festa-Ausgabe geschaut. Die weiteren Kurzgeschichten sind:


    In der Kirche

    Im Zwielicht

    Der Umzug

    Der Spiegelfreund

    Am Abend

    Die Stadt

    Das Opfer

    Es war keiner

    Die letzte Rose

    Hoffart

    Ein Erfinder

    Die Erfüllung

    Die Unbekannte

    Geweihter Buchs

    In der Schule

    Die Chorherren

    Die Gunst des Augenblicks

    Die geliebten Augen

    Das Ideal

    Der Leichenkutscher


    Insgesamt zähle ich somit sogar 20 zusätzliche Geschichten zur Hauptgeschichte "Das tote Brügge". Arüber hinaus gibt es noch ein Vorwort von Friedrich von Oppeln-Bronikowski und ein Nachwort von Jakob Elias Pritzky.

    Interessant. Wenn man direkt beim Verlag bestellt, zahlt man 4 € Porto innerhalb Deutschlands. Da werden die meisten wohl direkt zu Amazon abwandern und da bestellen.

    "Innerhalb Deutschlands" heißt in diesem Fall wohl "außerhalb Österreichs".8| Da hat der Verlag ja wohl seinen Sitz, insofern kann ich verstehen, das gerade bei einem kleinen Verlag der Auslandsversand teurer ist. Was mich eher wundert, ist der gleich teure Versand innerhalb Österreichs, aber ich kenne mich mit der dortigen Post und deren Kosten nicht aus.

    Im Festa-Verlag ist vor einer Weile ein neuer Band von Brian Keene erschienen:


    Zitat

    Die Ehe des Schriftstellers Adam Senft kriselt. Seine einzige Freude ist die Verbundenheit mit seinem Hund Big Steve. Als die beiden durch die heimischen Wälder von York County streifen, bietet sich ihnen ein seltsamer Anblick: eine Frau, die Fellatio an der Statue eines Satyrs vollführt …
    Adam hatte die Gerüchte gehört, dass der Wald von etwas Unheimlichem heimgesucht wird. Nur geglaubt hatte er das nie. Doch jetzt sieht er mit eigenen Augen, wie die Statue zum Leben erwacht.
    Und bald lockt der Satyr mit seinem hypnotischen Flötenspiel weitere Frauen zu sich in den Wald …

    Horrormeister Brian Keene verbindet in diesem Thriller klassische Mythologie mit den modernen Schrecken Amerikas.

    Quelle: http://www.festa-verlag.de


    Keene ist mir ja vor allem mit seiner Vorliebe für Endzeitszenarien aufgefallen, was einen Teil seiner Bücher irgendwie sehr ähnlich machte (und das für mich tatsächlich sehr stark im Sinne "Kennt man eins, kennt man alle"). Dieses hier klang von der Beschreibung her anders, deswegen habe ich nach einer längeren Pause mal wieder einen BLick riskiert.


    Das Buch ist für Keene-Verhältnisse wirklich etwas anders und für seine Verhältnisse weniger aufgeregt. Wie in der Beschreibung schon geschildert, verschwinden zunehmend Frauen aus der Stadt. Allerdings nach einer Weile auch die Männer, die nach ihnen suchen.



    Insgesamt liest sich das Buch ganz nett wie ein üblicher Vertreter des Kleinstadt-Horrors. Als solches ist es nette Unterhaltung für zwischendurch, ohne besonders hervorzustechen. Lediglich der mythologische Anthagonist und die für US-amerikanische Verhältnisse recht expliziten sexuellen Komponenten sind etwas ungewöhnlicher.

    Jein. Ich bin dafür, die Arbeit auf möglichst viele Schultern zu verteilen, da die meisten von uns noch Dinge wie Privat- oder Arbeitsleben kennen. Die Sache mit dem Verein brachte ich nur ein, da etwa die Marburg-Con seit Jahren mit dem Vincent assoziiert wird/würde und weil ich mir eine Art "Anlaufstelle" gut vorstellen kann. Aufgeben tue ich ihn gewiss nicht.

    Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass der Gesamtarbeitsaufwand steigt. Mit steigender Teamgröße wird es ja erfahrungsgemäß immer aufwendiger, die gemeinsame Arbeit zu verwalten und zu bündeln. Auch die Verantwortlichkeiten sollten dann ganz eindeutig geklärt sein... sind sie das nicht, ist die Arbeit zum Stichtag meist nicht komplett.^^

    Daher stelle ich mal die provozierende Frage in den Raum: Braucht es überhaupt irgendeinen Preis? Ob nun ein Kleber vom Bram Stoker Award, Nebula Award, Vincent preis, DPP auf dem Einband klebt ... das macht ein Buch weder besser noch schlechter oder interessanter. Ich habe selber auch keine klar umrissene Antwort auf die Problematik, weil es wahrscheinlich keine gibt. Aber ich finde, es lohnt sich, die Sache mal aus einer anderen Perspektive zu durchdenken.


    Noch einmal: Ich mag den Vincent Preis, er ist sympathisch und ist nach all den Jahren ein Bestandteil des Forenlebens hier. Wenn jemand ihn mit Leidenschaft am Leben hält, dann habe ich riesengrossen Respekt vor dieser Person, die die Irre Zeit aufbringt. Aber aus einer Verpflichtung heraus ist es diesen Aufwand eventuell nicht wert.

    Die Frage stelle ich mir auch hin und wieder. Beim Vincent Preis will ich auch gar nicht die damit verbundene Arbeit herunterspielen, allerdings ist schon fraglich ob der resultierende Nutzen den Aufwand rechtfertigt. Klar, die Autoren freuen sich meist, aber wie ist es den mit dem Einfluss über das Kraulen des ein oder anderen Egos hinaus? Ich hatte ja in der Vergangenheit eher schlechte Erfahrungen mit Preisträgern, v. a. beim Bram Stoker Award. Von daher schrecken mich Preise mittlerweile eher ab, aber mir fehlen da konkrete Einblicke, ob sich der Preis generell positiv auf die Verkaufszahlen auswirken.

    Interessant, wie unterschiedlich hier die Erwartungen an Bond sind. Mir ist es zwar bewusst, dass es eine Buchvorlage gibt, aber abgesehen von der Verwendung des gleichen Szenarien und der zum Teil gleichen Charaktere habe ich die Filmreihe immer ziemlich abgekoppelt von den Büchern betrachtet.


    Hier wurde schon an verschiedener Stelle erwähnt, dass die Filme besonders positiv wahrgenommen wurden, weil Bond als Person besonders glaubhaft dargestellt wurde oder eine besondere Entwicklung durchmachte. Diese Erwartung hatte ich eigentlich nie bei den Bond-Filmen. Glaubhafte Charakterstudien und - entwicklungen erwarte ich eher in Dramen oder Arthaus-Filmen, worunter die Bond-Reihe als für mich eher klassisches Popcorn-Action-Kino nicht fällt. Natülich gibt es auch da Grenzen, was als Charakter glaubhaft ist und ich den Filmmachern abnehme. Aber Bond (gerade aus der prägenden Anfangszeit mit Connery und Moore) war da halt der abgebrühte Geheimagent, der nichts zu sehr an sich ranlässt und eher einen flapsigen Spruch bringt als eine kritische Auseinandersetzung mit den moralischen Hintergründen. Dazu passten dann auch die anderen, teils überzeichneten und ins komödiantische tendierenden Charaktere und die übertriebeneren Stunts und Gadgets.


    Das diese Popcorn-Action für ein Buch wahrscheinlich zu dürftig wäre und der Charakter mehr Tiefe bräuchte, sehe ich allerdings auch so. Bei den Filmen erwarte ich diese allerdings nicht, die funktionierten auch ohne gut.

    Interessant, dass Craig hier relativ schlecht davon kommt. Hätte ich gar nicht gedacht.

    Interessant ist ja auch der Wandel der Technik im Laufe der Zeit... hatte Bond in den früheren Filmen meist eine besondere technische Spielerei von Q erhalten, die ihm irgendwie weitergeholfen hat, ist der Craig-Bond heute natürlich nichts mehr ohne sein Smartphone. Das eignet sich natürlich auch viel besser für Product Placement als explodierende Kugelschreiber/Zahnpasta oder eine Skistock-Pistole. Aber irgendwie macht es Bond auch banaler, wenn er verstärkt Sachen verwendet, die praktisch jeder zu Hause hat. Mag sein, dass das manche im Hinblick auf Realismus gut finden, aber für mich machten die zahlreichen Gadgets einen Teil des Reizes aus.

    Mit den besten Filmen der Reihe ist es bei mir relativ schwierig, da ich die meisten irgendwie mochte. Ich versuche es dennoch mal:


    1. Goldfinger

    Der klassische Bond mit einem glaubhaften Gegner.


    2. Liebesgrüße aus Moskau
    Ebenfalls ein klassischer Bond mit Sean Connery, irgendwie sehr guter Filmfluss.


    3. Leben und Sterben lassen

    Gefiel mir auch sehr gut, ist allerdings schon ewig her, dass ich den zuletzt gesehen habe. Müsste mal prüfen, ob der mir auch heute noch gefällt.


    Einfacher fällt es mir mit denn Filmen, die mir so gar nicht gefallen haben. Seltsamerweise sind die besser in Erinnerung geblieben.


    1. Casino Royal

    Irgendwie war ja Bond immer eher der clevere Agent für mich, der Gewalt erst dann einsetzt, wenn es sein muss (was zugegebenermaßen oft genug vorkommt). Aber dieser Film wirkte auf mich eher, als wäre Bond mit Conan dem Barbar (in seiner Verkörperung durch Arnold Schwarzenegger) und Hulk Hogan trainieren gewesen und hätte sich bei der Gelegenheit einiges von deren "Cleverness" und Stil abgeschaut. Sehr "schön" sind da einige Verfolgungsjagden, bei denen er durch Wände (geschlossene Türen, ...) einfach mit Schwung und Anlauf durchrennt und diese dabei einreist. Wer muss noch nachdenken, wenn er einen menschlichen Panzer zur Verfügung hat.


    2. Skyfall

    Alleine der Showdown macht den Film schon schlecht. Die "Falle", die Bond hier stellt (zu zweit in einsamem Herrenhaus gegen einen übermächtigen Gegner) ist auf jeden Fall selten dämlich und wird zumindest angemessen mit der totalen Zerstörung des Herrenhauses und dem Tod von M quitiert. Aber das der Craig-Bond es nicht so mit dem Nachdenken hat, schrieb ich ja bereits. Irgendwie kann ich mit dem Craig-Bond nicht viel anfangen, im Vergleich dazu sind für mich selbst die späten Filme mit Roger Moore Sternstunden der Filmkunst. Spectre war allerdings eine erfreuliche Ausnahme, den fand ich ganz ok.


    3. Der Hauch des Todes

    Zum Zeitpunkt des Entstehens evtl. noch ganz putzig, allerdings ist bei dem Film eindeutig das Haltbarkeitsdatum abgelaufen. Für mich wurde da die Schwarz-Weiß-Malerei mit den bösen Russen übertrieben, deren Gegner dann automatisch alle gut sind. Wenn man bedenkt, was aus den im Film als "edle Krieger" dargestellten Mudschahedin im weiteren Verlauf der Geschichte so alles geworden ist, wird der Film beim Anschauen auf einmal sehr anstrengend.

    Bei Tor ist vor einer Weile die illustrierte Gesamtausgabe von Erdsee erschienen.



    Zitat

    Auf einem Eiland der Inselwelt Erdsee lebt der junge Ged. Von allen nur Sperber gerufen, führt er ein einfaches Leben als Sohn eines Bronzeschmieds. Erst als brutale Räuberhorden sein Dorf überfallen, entdeckt er, dass er über geheimnisvolle, übernatürliche Fähigkeiten verfügt. Es gelingt Ged mit Hilfe der Magie, die Banditen abzuwehren, und fortan ist nichts mehr, wie es war.

    Sperber wird Lehrling an der berühmten Zauberschule von Rok und stellt dort seine Fähigkeiten unter Beweis: Er beschwört die Mächte der Schatten und schafft eine Verbindung zum Totenreich. Dabei erfährt er, dass ein Riss durch dieses Reich geht, der die Welt der Lebenden zu verschlingen droht. Gemeinsam mit der wiedergeborenen Hohepriesterin Tenar und Tehanu, der Tochter der Drachen, stellt sich Ged einem scheinbar aussichtslosen Kampf um die Rettung von Erdsee ...


    Quelle: https://www.tor-online.de/ursu…lustrierte-gesamtausgabe/


    Auf "Erdsee" bin ich immer mal wieder gestoßen, allerdings ohne zuzugreifen. Gerade die Gesamtausgabe wird sehr gelobt. Allerdings sollte sich bei dem Preis der Inhalt auch lohnen. Kann man das Buch einem grundsätzlich an Fantasy Interessierten empfehlen?