Hi, ich hab's jetzt durch und werde auch noch eine Rezension machen.
Ich habe den Klappentext nicht gelesen. Gekauft hatte ich das Buch auch wegen einer Empfehlung (Leseprobe und die erste Seite hat mir so gut gefallen, dass ich es gleich gekauft habe). Kann mir aber vorstellen, dass der Roman zusammengefasst ziemlich bekloppt klingt. 
Nein, eine Satire ist es absolut nicht, der Roman nimmt sich schon ernst! Er hat unglaublich plastische Figuren, wahnsinnig eklige Szenen, richtig viele gute postapokalyptische Ideen, die ich so noch nicht gelesen habe (und das ist ein Genre, in dem ich viel gelesen habe) und beeindruckende Sex-Szenen (ich überblättere sowas sonst, aber hier trägt es richtig zur Handlung und zu den Figuren bei).
Ich kann mir vorstellen, dass es in dieser Deutlichkeit nicht für alle etwas ist. Ich bin z. B. eine stinknormale Wald-und-Wiesen Frau (cis), die in einer Ehe mit einem Mann lebt und zwei Kinder hat. In dem Roman treiben fast nur trans Frauen und ein trans Mann die Handlung voran. Das ist alles ziemlich weit weg von meiner eigenen Körperrealität und sehr, extrem weit entfernt von allen sexuellen Erfahrungen, die ich jemals in meinem Leben gemacht habe. (Die meiste Zeit fühle ich mich beim Lesen der Szenen wie eine verhältnismäßige Jungfrau.)
Es gibt glaube ich im Hauptcast nur zwei cis-Frauen. Und die sind definitiv auch total anders drauf als ich.
Die Übersetzung scheint auch richtig gut zu sein (eine trans Person hatte die Übersetzung noch mal geprüft) und es ist sprachlich sehr eindringlich, sehr traurig.
Und natürlich geht es eigentlich um etwas anderes. Wie oft bei Phantastik geht es eigentlich um uns. Nur dass es natürlich alles viel dringlicher ist, wenn ein fieser Virus tobt, der alle befällt, die zu viel Testosteron in sich haben.
In den USA hat der Roman viele Preise gewonnen und ich wage nicht zu raten, was hierzulande damit passiert (vermutlich: nichts).