Beiträge von Vincent Voss

    Ich habe das Buch bewusst noch nicht gelesen. Kommt selten vor sowas, aber zum Thema "Serienmörder" verfolge ich einen roten (HARHAR) cineastischen Faden. Ich kann ir aber sehr gut vorstellen, was du meinst. Ich befürchte, das bringt einem Fritz Honka als Mensch näher, oder?

    Eines vorweg. Es knistert. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass man WEIß, dass das der letzte Band ist oder ob „Der Turm“ einfach von der ersten Seite so spannend war.


    Einen vorgelagerten Bosskampf gibt es gleich zu Beginn im Restaurant. Sie alle wollen Susannah finden und im Dixie Pig treten Callahan und Jake gegen Horden von Bösen an. Callahan opfert dabei sein Leben.


    Susannah gebiert Mordred (Mordred sein hongrig!) , ein dämonisches Wesen zweier Väter, nämlich Rolands und des roten Königs. Von Mordred verfolgt muss das Ka-Tet in Mittwelt erst die Brecher bezwingen, wieder eine westernähnliche Episode mit sehr phantastischem Einschlag. Man kann sagen: der Wahnsinn! Die Brecher sorgen mittels ihrer Kräfte dafür, dass die Balken einstürzen und damit das Weltengefüge rissig wird. Bei dieser Schlacht lässt Eddie sein Leben. Ein Schlag in die Magengrube, weil es so … verdammt banal und realistisch war. Jetzt gibt es kein Ka-Tet mehr und sie trennen sich. Roland, Jake und Oy müssen in die reale Welt, um Stephen King 1990 vor einem tödlichen Autounfall zu warnen. Dieses gelingt zwar, dafür aber erwischt es Jake. Und Alter, ich habe während des Lesens gelitten wie ein gequälter Hund. Ich habe minutenlang das Buch angestarrt und war zu keiner Regung fähig. Krass.


    Zurück auf Mittwelt und von Mordred verfolgt müssen sie weitere Aufgaben erfüllen und dabei stoßen sie auf Patrick Danville, der über die Gabe verfügt, Dinge real zu malen, d.h. was er malt, wird Wirklichkeit.


    Vor dem Turm entscheidet sich Susannah für ihr Schicksal, sie begegen Mordred und gemeinsam mit Patrick kommt es im Turm zu DEM Bosskampf. Schließlich gelangt Roland in den Turm und sein Schicksal erfüllt sich.


    Fazit: Wow! Was für ein Epos. Der Turm hat nach Susannah wieder mächtig angezogen, den Leser auf die Folter gespannt und gequält, kurzum es war ein fest. 9,5 von 10 Rosen.

    Ich weiß nicht ... Dass Hopper lebt finde ich an den Haaren herbegezogen und ist für mich eher ein Zeichen gewinnorientierten Serienplottens. Man muss die Kuh melken, solange sie noch Milch gibt. Und der "Russen-Plot" hat mich vorher schon nicht so angesprochen. Ich werde also abwarten und vielleicht auch nicht weitersehen.

    Der goldene Handschuh - Film 2019


    "Fritz Honka (Jonas Dassler) lebt in den 1970er-Jahren im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Auf andere wirkt er wie ein Verlierer, fast schon bemitleidenswert. Wenn Fritz nicht gerade als Hilfsarbeiter einer Tätigkeit nachgeht, verbringt er die Nächte gerne in der örtlichen Kiezkneipe „Zum Goldenen Handschuh“. Denn zwischen Trinkern, Prostituierten und anderen Gestalten der Nacht, kann man einsamen Frauen am Besten näherkommen und ihnen nachstellen. Was keiner weiß: Der unscheinbar wirkende Mann mit Hornbrille und eingedrücktem Gesicht ist der wahrscheinlich berüchtigtste Serienmörder der deutschen Nachkriegszeit. Mit Vorliebe vergewaltigt, schlägt und erwürgt Fritz Honka seine Opfer in seiner Wohnung und zerstückelt anschließend die Leichen, ehe er sie in der Abseite entsorgt. Damit der Verwesungsgestank nicht überhandnimmt, verteilt er hunderte Wunderbäume in seiner Wohnung und wird lange Zeit nicht gefasst..."


    Verfilmung des Bestsellerromans "Der goldene Handschuh" von Heinz Strunk.


    Der Film hat es in sich. Akin wirft wieder ienmal einen feinfühligen Blick auf ein Milieu, dieses Mal ist es der Hamburger Kiez in den 70ern und dabei vornehmlich die Kneipe "Der Goldene Handschuh". Und Gast im Handschuh ist der damalige Serienkiller Fritz Honka, der es als Serienkiller von älteren Prostituierten zu einer Berühmtheit geschafft hat. Sowohl die Milieustudie wie auch das Porträt eines Serienkillers gelingen ausgezeichnet. Noch wähernd meiner Sicht habe ich mich gefragt, warum so ein Bohei um den Film gemacht wurde, aber er bleibt tatsächlich ekelig haften. Und das, weil er schonungslos aufzeigt. Zum einen das Milieu der Berufsalkoholiker und alt gewordener Prostituierter, zum anderen die Gewalt, mit der Honka seine Opfer züchtigte und mordete. Das geht tatsächlich so weit, dass man sich mit den Opfern trotz der Unausweichlichkeit fürchtet. Sagenhaft spielt der jetzt 23-jährige Jonas Dassler die Rolle des Fritz Honkas.


    9 von 10 Knackwürsten von mir.


    Edit 1: Ich persönlich fand ja den Elbschlosskeller kultiger als den Handschuh


    Edit 2: Ein Freund von mir geht immer zum Friseur auf dem Kiez, wo der Honker Kunde war und erzählt Honka-Geschichten. Ist ein kleiner Kellerherrenfriseur. Bei Bedarf organisiere ich die Adresse ... ;)

    Julia A. Jorges – Wanderseele


    „Unerkannt leben sie unter den einfachen Menschen: Wandelseelen. Sie sind fähig zur Reinkarnation und verfügen über besondere Begabungen, doch dafür brauchen sie fremde Lebensenergie. Studentin Sine hat gerade erst erfahren, dass sie eine solche Wandelseele ist. Doch sie ist nicht imstande, ihren Drang, fremde Energie zu zehren, zu kontrollieren. Das macht sie zu einer Gefahr für ihre Mitmenschen. Als der Scout Darius Korweyn sich ihrer annimmt, hofft sie auf Unterstützung durch ihresgleichen in einem Gildenhaus bei Paris. Sie findet Vertraute und sogar neue Freunde. Doch schon bald gerät sie in einen Konflikt der Mächtigen, der sie um ihr Leben fürchten lässt und sie zwingt, in die Katakomben von Paris hinabzusteigen.“


    Julia A. Jorges hat das Phänomen des Vampirismus in meinen Augen mit ihrem Roman belebt. Zwar fehlen der Biss und das Blut, aber dennoch zehren die Wanderseelen von der Lebensenergie anderer. Wie in der obigen Beschreibung spielt ein Großteil der Handlung in Paris bei einem Geheimbund und natürlich befindet sich die Welt aktuell in großer Gefahr, wie die Lesenden nach und nach feststellen müssen und Sine wird unmittelbar in eine große Schlacht mithineingezogen.


    Neben mehrere Aha-Erlebnisse durch gute Kniffe haben mir vor allem die Schauplätze, Sine und der Wissenschaftsaspekt darin gefallen. Bei allem wirkt es sehr authentisch. Mit Sine haben wir jemanden, der Ängste, Macken und Zweifel hat, sich verlieben kann und dennoch stark ist. In Paris habe ich das Gefühl den Stadtplan daneben legen zu können und die Orte sind sehr lebendig beschrieben. Und der sogenannte Weltenbau zu den Wanderseelen ist dicht beschrieben und liefert gute Erklärungen. Alles in allem führt das zu einem etwas anderen Horror-Roman, der den bereits gut betretenen Pfaden ausweicht.

    Hm, im Gegensatz zu einigen anderen, fand ich die erste und vor allem die zweite Episode am besten. In der dritten Episode verrennt sich der Plot meines Erachtens ein wenig, nichtsdestotrotz eine durchaus sehenswerte Miniserie.


    Ich lande bei 8,25 Holzpflöcken.

    Erst wollte ich ich schreiben, eine typische Scheib-Kurzgeschichte, aber das stimmt nicht ganz und hätte sich nur auf die Länge bezogen.


    "Showdown in Courage" wartet mit einem genialen Settig auf (Zombie-Western) und hat, wie MadScheib im Nachwort sagt, etliche Jahre auf dem Buckel, ehe es endlich zu einer VÖ kam.


    Worum geht es? Molina, ehemaliger Soldat und Rivera verbünden sich zur Rache am skrupellosen Colonel Tobin V. Kelly. Kelly hat sich in der Stadt Courage niedergelassen und herrscht in einem grausamen Regime über die Bevölkerung dort.

    Zeitgleich erwacht das Grauen auf einem alten Indianerfriedhof und die Toten erheben. Natürlich - und so muss das auch - geschieht alles gleichzeitig. Da bleibt wenig Zeit zum Luftholen und es wird blutig. Und MadScheib gelingt mit seinem Werk eine Hommage an schnelle, blutige Pulpromane, die auch immer etwas episch sein müssen.


    Für mich sehr erstaunlich, wie vielseitig Torsten sich zeigt. Fällt mir auch bei Korb auf, welches Spektrum da geschrieben werden kann. Wow! Ich hatte immer noch die Kurzgeschichte "Motten" Hier gibt es Motten vor Augen, die mich an ... was auch immer erinnert hat.


    Ähnlich wie bei Korb gefallen mir die ernsthafteren Geschichten etwas besser. Jene, die eine Hauch subtiler sind. Aber das ist halt Geschmackssache. "Showdown in Courage" ist als kompromissloses Brett angelegt und genauso überrollte es einen auch auf 116 Seiten. Welldone und eine Fortsetzung kann ich mir gut vorstellen!

    Zweite Folge durch und bei mir ist noch alles In Ordnung. Dadurch, dass die zweite Folge hier insgesamt nicht ganz so gut wegkommt, waren meine Erwartungen auch nicht allzuhoch und diese wurden übertroffen. Klar, ein whodunnit-Plot mkit Dracula ist ein wenig ... alöbern, aber ich es ging ja auch eher darum, ihn und van Helsing besser kennenzulernen. Vielleicht mochte ich es auch, weil ich so auf maritime Schrecken abfahre und die schiffsatmosphäre mir sehr gefallen haben. Twist 1 und 2 (der zum Ende) haben mir auch gefallen.


    Dritte Folge habe ich die ersten 10 Minuten noch sehen können, die waren gut bisher. Weites folgt ...

    Kannte ich gar nicht, aber ja, schon. Das kommt bei Dystopien und überhaupt ja immer oft vor, dass Ideen sich verfielfältigen. Das Buch ist von 2015 und "The Silence" ist von Netflix verfilmt worden. Diese Adaption kenne ich aber noch nicht, ich schätze aber, sie wird näher am Buch sein. ;)


    Und übrigens Tim Lebbon gönnt sich dort einen Cameo-Auftritt als Leiche. Für Filmnerds.

    Warum auch immer, ich hatte keine großen Erwartungen an das Buch und bin sehr positiv überrascht worden!


    Das Buch habe ich signiert auf der Leipziger Buchmesse erstanden und die Aufmachungen und die Illustrationen von Daniele Serra werten das Buch definitv auf und machen es besonders. Und ich freue mich ab 400 Seiten auch immer über ein Lesezeichen. Yeah!


    Die Übersetzungsarbeit von Charlotte Lyne möchte ich hier auch lobend erwähnen. Es liest sich alles flüssig und auch die beiden Hauptperspektiven sind in der Übersetzung sprachlich sehr gut auseinander zu halten.


    Worum geht es:


    Zitat der Verlagshomepage:


    "In der Dunkelheit eines unterirdischen Höhlensystems jagen blinde Kreaturen einzig mit Hilfe ihres Gehörs. Als sie aus ihrem Gefängnis entkommen, schwärmen sie aus und töten alles, was nur den geringsten Laut von sich gibt.


    Zu schreien, ja sogar zu flüstern bedeutet den sicheren Tod.

    Als die Horden über Europa herfallen, trägt ein britisches Mädchen fieberhaft sämtliche Informationen über sie zusammen. Seit Jahren taub, weiß Ally, was es heißt, in absoluter Stille zu leben. Und dieses Wissen ist bald die einzige Chance für sie und ihre Familie, zu überleben. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einem abgelegenen Zufluchtsort, um das Ende der Bedrohung abzuwarten.

    Doch was für eine Welt wird noch übrig sein, wenn die Vesps sie verlassen haben?"
    Hm, der Klappentext wirkt reißerisch und gibt den Tiefgang des Buches nicht wirklich her. Es handelt sich bei The Silence um eine innovative Dystopie, die beides vermag. Zum einen baut Lebbon durch die "Vesps", wie diese Kreaturen genannt werden, eine funktionierende Bedrohungskullisse auf, die fortwährend näher rückt. Ally lebt mit ihrer Familie in England, darum ist es aus der Sicht von "Inselbewohnern" auch noch einmal etwas spezieller. Hat es für mich noch intensiver gemacht. Und zum anderen wirft Lebbon keinen effektheißerischen Blick auf den Verfall von Moral und Ordnung einer Gesellschaft, sondern es sind gut beobachtete Alltagssituationen, die den Lesenden zeigen, wie Hilfsbereitschaft und Gemeinschaft zersetzt werden. Alles sehr intensiv, intim auf die fünfköpfige Familie zugeschnitten und später unter der absoluten Bedingung zum Überleben, still sein zu müssen, führte dazu, dass ich bei einigen Szenen selbst das Atmen beim Lesen einstellte. Keine gute Idee. Die beiden Perspektiven möchte ich auch noch erwähnen. Eine Hauptpesrpektive ist Huw, der Vater Allys und eher so die dritte, sachliche Person, die das Geschehen begleitet. Die andere Perspektive ist aus der Sicht Allys, die ein Art digitales Tagebuch schreibt; The Silence eben. Hier verwoben sind Berichte aus dem www (sehr gut gemacht, schürt die Bedrohung ungemein) und die Empfindungen eines 17 jährigen Mädchens. Aus Autorensicht würde ich sagen, da wird versucht, die young-adult-Leserschaft miteinzubeziehen, das sind ja häufig Verlagsanforderungen, aber ... Lebbon macht es so was von genial. Das zeigt Können. Ich war nicht in einer Szene davon genervt, es war jederzeit authentisch und mit Ally ist ihm eine besondere Figur gelungen. Insgesamt vergebe ich 9,25 Höhlenkreaturen für "The Silence"