Beiträge von Vincent Voss

    Erster Eindruck, den ich hier schon loswerden muss, weil ich sonst fürchte, mich ind er Struktur des Buches (oder Haueses?) zu verlieren ...


    Bisher zwei Hauptperspektiven, aus denen geschildert wird. Zum einen aus der Sicht eines jungen drogenaffinen Mannes namen Johnny Truant und dann aus der Sicht eines verstorbenen Mannes namens Zampano. Truant hat dessen Nachlass geerbt und Zampanos Leidenschaft (oder Besessenhait) waren die Navidsonrecords. So werden Kurzfilme eines gleichnamigen Dokumentarfilmers genannt, der aus seinem Umzug in eine neues altes Haus ein Projekt macht. So gesehen gibt es noch eine dritte subtilere Perspektive.


    Jede Perspektive für sich genommen beschreibt aus jweiels einem eigenen Stil. Truant ist rotzig, punkig und mit anhaltender Dauer von manchmal fast unerträglicher Poesie. Mit der Dauer, die er Zampanos Nachlass sichtet verändert er sich auch spür und lesbar.


    Zampanos Nachlass ist eine Mischung aus Filmschnipselbeschreibungen, Deutungen, Interpretationen und Exkusre in wisschenschaftliche Randgebiete. Aktuell über Narziss und Echo (gerade in Echos Knochen von Beckett gelesen ... Zufall?) und die physikalische Messbarkeit von Echos. Das alles hört sich manchmal wirr an, ist es aber nicht, den Navidson hat das wahnsinnigmachende Problem, dass sein Haus innen größer als außen ist. Hört sich erst einmal nach einer Banalität an, man schiebt es auf einen Messfehler, aber je hartnäckiger Navidson dem nachgeht, umso wunderlicher wird das Phänomen. Bisher zieht mich das Buch gut in seinen Sog, aber ein sporadisches Vorblättern und Reinschnuppern erzeugt Angst ... Text steht kopf, Fragmente im Text etc ... ?(

    Wasserstandsmeldung Staffel 2 ab Mitte. Es gibt immer eine Figur, die man hasst. Bei mir ist es Anna-Lucia. Wahrscheinlich soll sie die Rolle so soielen, aber mich nervt es. Jeder Satz wird so dermaßen überzogen. Wenn jemand den Kinderfilm "Die wilden Kerle" kennt, genauso redet sie ständig, wie, wenn die wilden Kerle so sagen: "Dafür lege ich meine beiden Beine ins Feuer" und "Wir schießen sie direkt in die Hölle". Ansonsten: Passt nach wie vor alles. Henry Gale ist ein spannender Chararketr mit einer coolen Synchronstimme.

    Wir sind damals mit einem lockeren Verbund an FreundInnen immer über Weihnachten und Silvester nach Dänemark gefahren und haben uns dort in Ferienhäusern einquartiert. Ich erinner mich noch, dass wir über mehrere Jahre dort eigentlich nur Siedler gespielt haben. Uns ist dabei aufgefallen, dass die mitspielenden Frauen immer sehr ziel- und punkteorientiert gespielt haben, während die männliche Spielerschaft (ähnlich wie mein Sohn) das Spielziel irgendwann aus den Augen verloren hat. Gewonnen haben daher meistens die Frauen. Und es hat für tolle Diskussionen im Anshcluss bei Bier und Versöhnungswein gesorgt ...

    Siedler habe ich jetzt, nachdem wir uns an Carcassonne etwas müde gespielt haben, wieder hervorgekramt und musste aus allen zusammengewüfelten Boxen erst mal wieder die Basis-Version raussuchen. Mein jüngster Sohn ist 8 Jahre alt und die Empfehlung ist für 10 Jahre. Wir haben es dann zu fünft angetestet und es hat innerhalb der Familie derbe eingeschlagen. Was für ein komplexes, süchtigmachendes Spiel! Zugegeben, der 8-jährige verfolgt jetzt nicht als Spielziel, das Spiel zu gewinnen, sondern erfreut sich eher daran, seinen Siedlungen beim wachsen zuzusehen, daher spielen wir jetzt mit 15 statt 10 Siegpunkten, aber worum es geht, versteht er alles. Tja, gleich wird gezockt!

    Das Spiel haben wir ganz zu Beginn der Pandemie gespielt.Also mein 8-jähriger Sohn und ich. Mittlerweile spielen wir auch mit Erweiterungen, aber es war letztlich alles nur eine Vorbereitung auf Siedler ...


    Carcassonne hat eine Empfehlung ab 8 Jahren, das passt auch.

    Meinen Eindruck zur Zwielicht 13 muss ich in Etappen wiedergeben, denn sonst gerät Gelesenes zu schnell in Vergessenheit.

    Nicht in Vergessenheit gerät aber erst einmal das grandiose Cover von Björn Ian Craig. Wieder einmal krass!


    Zu den Geschichten ...


    Albert Richard Wetjen - Schiff des Schweigens


    Eine Geschichte, die nun fast 100 Jahre auf dem Buckel hat und wunderbar zeitlos daher kommt. Und schaurig, sogar unglaublich schaurig. Ein geborgenes Schiff soll von einem Teil der Besatzung des bergenden Schiffes überführt werden. Das Schiff ist seelenlos, nur ein Papagei ist noch an Bord. Und der erzählt eine Menge ... Was für ein Auftakt, was für ein Kniff mit dem Papagei!


    Carl Denning - Elsa


    Wenn du feststellen musst, dass die Frau, die du geheiratet hast, nicht das ist, was du kennst. Wenn sie zum Beispiel Ratten jagt und bei lebendigem Leib frisst ...


    Lea Reiff - Der Mönch und die Pest


    Eine historische Geschichte, mit welchen Mitteln und vor allem Zaubern versucht wurde, die Pest zu bekämpfen und als was man sie deutete.


    Nina Teller - Das Monsterritual


    Herje, was für eine genial, gruselige Idee! Wer Kinder hat, weiß, wo man überall nach Monstern vor dem Schlafengehen suchen muss, aber was hier passiert, übertrumpft so einiges.


    Tomas Schauermann - Du musst


    Harter Tobak zwischen Psychothriller und Horror. Und eine selten Erzählperspektive wählt Schauermann (2te Person singular). Das Experiment und die Geschichte, beides geht vortrefflich auf.


    Werner Hermann - Der Pentagondodekaeder von Gramatneusiedl


    Eine Perchtgesellschaft macht einen weltbewegenden Fund und weil sie alle Nerds sind, gehen sie damit unerwartet um. Humor meets Horror und mit der brillianten Erzählstimme gelingt das hier sehr gut.


    Waldemar Klauser - Dark Waters


    Durchaus gut geschrieben, aber mir fällt eine Interpretation schwer. Das Ende lässt mich ratlos zurück.


    Johanna Landes - Flüsternde Schatten


    Eine Geistergeschichte mit zwei Zeitebenen, die gut funktioniert, wenn man aufmerksam liest. hat mir gefallen.


    Ansgar Sadeghi - Das perfekte Riff


    Ich dachte erst, es bliebt maritim, aber es ist Gitarrenriff gemeint. Vortreffliche Beschreibungen eine Übungsbunkers für Musiker. Allein der Ort ist gruselig und die geschichte tut ein Übriges.


    Gard Spirlin - Dann singe ich ein Lied für dich


    Gewinner des Vincent Preis 2019! Ein Unsymphath trifft auf eine Hexe und bereut nach und anch seine Unfreundlichkeit. Na ja, und es wird noch viel schlimmer ... gut gemacht.


    Jana Krüger - Mann beißt Hund


    Haha, wie bitter und geil ist diese Nearfiction-Geschichte denn bitte? Also, man kann ander Wesen tracken, in ihr Bewussstein als Tramper schlüpfen. Und hier geht einfach alles schief. Wunderbar!


    Jens-Philipp Gründler - Luzide Träume


    Surrealistisches Traumsetting mit einer wichtigen Botschaft. Bleibt nachhaltig hängen.


    Stefan E. Pfister - der Fettwächter


    Abgedrehtes Ding, das mich an eine Clive Barker-Geschichte hat. Jemand hat was gegen Frauen mit Modellmaßen. Aber das ist längst noch nicht alles hier ...

    Erster Eindruck: Taschenbuch aus dem acabus-Verlag, 14 € auf 290 gut lesbaren Seiten. Satz und Layout sind augenfreundlich, die Dialoge sind durch Zeilensprünge gut verfolgbar. Das Cover ist von Annelie Lamers und sieht für meinen Geschmack so aus, das es auch in einem Buchladen Käufer einlädt, die ihr Buch nach dem Cover auswählen. Bisschen magisch, bisschen romantisch.



    Worum geht es laut Klappentext:


    „In der Bibliothek für okkulte Fälle ist Despina Jones Ermittlerin der besonderen Art: Als Nekromantin kann sie mit den Geistern Verstorbener reden. Doch auch Tote können launenhafte, eigensinnige Zeugen sein. Bei der Auflösung ihrer Fälle wird sie von einem vielseitigen Team unterstützt, das in der antiquarischen Bibliothek ihres Onkels sitzt.


    Ein Priester bittet das Ermittler-Team um Hilfe, als ein Leichnam in einer der ältesten Kirchen Londons entdeckt wird. Der unbekannte Mann wurde wie Christus ans Kreuz genagelt.

    Despina tappt im Dunkeln, da der Verstorbene sich selbst für Jesus hält und seiner Wiederauferstehung entgegenfiebert. Bald findet sich das Team in einem Strudel religiöser Denkweisen und Praktiken wieder, der es an die Pforten ihrer persönlichen Hölle bringt.“


    Bachmann führt in seinem Buch viel Personal ein und fast alle, die vorkommen, sind von Bedeutung.


    Da wären die Protagonisten:


    Despina Jones: Nekromatin/ freischaffend in der okkulten Bibliothek in London


    Jean Dark: Despinas lesbische Schwester und Frau für die grobe Ermittlungsarbeit


    Tori: Despinas Schwester, die Computerspezialistin im Team


    Barbarossa North: Despinas Onkel, Inhaber der Bibliothek, Gelehrter in allen okkulten Dingen


    Despinas tote Freunde, die sie fast alle im Legat lagert: Umberto Eco, ihre Großmutter, Ben Carter, ein ehemaliger Polizist und John Dee (der allerdings unter einer Eiche in London liegt), Alchimist und Gelehrter


    Kommissar Johnson: Ermittler bei New Scotland Yard


    Doktor Timothy: Rechtsmediziner



    Und hier die Antagonisten:


    Der Priester: Ominöser Auftraggeber und Buchsammler


    Pater Victor: Ein Geistlicher


    Trevor Farkas: Ein anderer Nekromant in der Stadt


    Und verschiedene Menschen, die sich selbst kreuzigten …


    Anhand des umfangreichen Personenregisters und der Seitenzahl zeigt sich schon die Herausforderung, vor der der Autor stand. Alle Figuren müssen in eine Handlung gewoben werden und es braucht Raum für die Figurenentwicklung. Klappt das?


    Handlung: Es sind verschiedene Stränge die schon gleich zu Beginn die Handlung nach vorne treiben. Es gibt ungeklärte Fälle von Selbstkreuzigungen in London und Despina wird in einem Fall in Londons ältester Kirche All Hallows by the Tower von Pater Victor hinzugezogen, weil der Suizid in seiner Kirche vollzogen wurde.


    Barbarossa North hat ein legendäres Buch erhandelt, die Crucuforma, ein Buch über die Kreuzigung Jesus und sein geheimnisvoller Kunde genannt Der Priester setzt ihn unter Druck, ihm das Buch zu verkaufen.




    Fazit: Ein Lesegenuss. Tobias schafft es, dass man sich schnell einfindet, eine Beziehung zu allen Figuren aufbaut und seine Ideen sind einfach klasse. Leider kam mir das Ende überhastet vor, die Zusammenfassung im Epilog warum, wie , was passiert ist holperte mir zu stark, um das Prädikat „Meisterwerk“ zu verleihen. Dafür aber ist alles andere spektakulär und innovativ. Ich würde meinen, Tobias hat mit dem Personal Figuren erschaffen, mit denen man sich einen weiteren Fall gut vorstellen kann. Ich wäre auf jeden Fall ein dankbarer Leser, wenn es denn weitergehen soll.