Beiträge von Tobias Lagemann

    Hallo,

    Kapitel 32 ...

    Das Problem das ich mit dem Roman habe, ist der Ich-Erzähler, der mir das alles einfach zu schnoddrig erzählt. Ansonsten macht mir das Buch Spaß, der Schrecken steigert sich langsam, an und für sich sind auch die Reaktionen bzw. Handlungen der Hauptfigur nachvollziehbar. Okay, das "Level" der Motive (Ich ziehe das jetzt durch, weil ...) ist eher niederschwellig, aber manche Leute sind halt so. Und wir haben es ja nicht mit einem Roman zu tun, der seine Figuren ausleuchten möchte. Oder anders formuliert: Der "Horror" ist der Held/die Heldin.

    Apropos Figuren: Hat der "Held" keine Freunde? Bekannte? Verwandte? Natürlich bleibt der Roman so auf die Interaktion zwischen Held und Haus beschränkt - die Lieferanten, Polizisten, alten Damen, Altenheimbewohner dienen mehr oder weniger nur als Stichwortgeber. Aber mir ist das trotzdem zu wenig. Ich hätte gerne mehr drumherum. Selbst in der ja sehr kleinen "Welt" in dem Film "The Others" ist der Personenkreis wesentlich größer.


    Viele Grüße

    Tobias

    Hallo,

    Kapitel 25 ...

    Okay, aus dem passiven Flüchtling wird ein neugieriger Ermittler. Er will alles über das Haus erfahren. Das gefällt mir. Passenderweise kann dann eine im Vorgarten sitzende ältere Dame Tratsch teilen. Deus ex machina, puh. Etwas subtiler darf es für mich schon sein. Womit ich beim Friedhof bin, über den er anfangs aus Neugierde streift, dann, uhps, findet er das Grab von XY. Naja, immerhin gibt es innerhalb der Figur eine wahrnehmbare Entwicklung.

    Da und dort stolpere ich über arg merkwürdige Textstellen:

    Beginn Kapitel 20: "Alles in dem Motel roch nach Zigarettenrauch. Sogar das Eis aus der Eismaschine schmeckte nach Camels." Oha, haben wir da einen Kandidaten für "Wetten dass...?", der den geschmack von Zigaretten so genau unterscheiden kann, dass er sogar aus Eis Camelgeschmack herausschmecken kann?

    Beginn Kapitel 21: "Polizist Tanner ..." Ja, es kann sein, dass im Original Policeman Tanner stand, aber die Bezeichnung "Officer" dürfte die geläufigere sein. Und die Zeiten, in denen englischsprachige Begriffe übersetzt werden, sollten eigentlich vorbei sein, also wäre "Officer" erwartbar. Das erste Mal bei der Polizei wird Sherman ja auch als Detective bezeichnet. Ich finde die Stelle leider nicht, vielleicht auch trügt mich bloß meine Erinnerung, aber anderswo wird aus Detective dann leider "Kommissar" ... Ich weiß Kleinigkeiten.

    Naja, und (Seite 176) "... war ich bereits durch die Haustür gerast, ..." und "Ich rannte frontal in den Van, was mir den Atem verschlug, und musste zur Fahrertür humpeln." stelle ich mir besser nicht vor.

    Seite 175: "Ein Schrei formte sich in meiner Kehle, aber es gelang mir nicht, so viel zu atmen, dass ich ihn ausstoßen konnte. Ich schluckte ihn würgend hinunter und wirbelte wieder herum zu der Frau im Wohnzimmer."

    Es ist ja nicht so, dass der Roman keinen Spaß macht, das ist leckeres Leserfutter auf Popcorn-Niveau, aber von der Ankündigung "Since 2015, I've been on a mission to publish the most chilling, atmospheric horror tales known to man." (Homepage des Autors) ist der Text doch noch ein gutes Stück entfernt.

    Viele Grüße

    Tobias

    Hallo,

    ich habe jetzt Kapitel 19 hinter mir. Ja, auch ich habe eine Ahnung, worauf das Ganze hinausläuft.

    @Michael Inzwischen ist Stimmung in die Bude gekommen.

    Das Hauptproblem ist m.E. der Ich-Erzähler. Der macht es schwer, die Rückblicke als nicht-konstruiert wahrzunehmen. Denn, hey, er hat in anwachsendem Maß Horrorerlebnisse und packt dazu jeweils die "passende" Geschichte aus der Vergangenheit aus, die diese & jene Reaktion erklärt bzw. erklären soll?! Und die Geschichte wird gaaaanz ausführlich erzählt ... Das nimmt jeglichen Drive und hat zudem für mich etwas zu viel von Küchentischpsychologie.

    Sprachlich bleibt der Roman enttäuschend und ist manchmal sogar richtig nervig. Seite 61 letzter Absatz (10 Zeilen lang): 2x das Wort "Trockenwände", 3x "Dach", 1x "Dacharbeiten", und auf Seite 62 folgt gleich in der zweiten Zeile "Trockenwände" ... Ich glaube nicht, dass das der Übersetzung geschuldet ist.

    Viele Grüße

    Tobias

    Hallo zusammen,

    die ersten 5 Kapitel intus.

    Ich weiß noch nicht, ob es Absicht ist, aber der Ich-Erzähler schwankt sehr in seiner Ausdrucksweise. Mal kommt er sehr flappsig daher, dann wieder recht sachlich. Das kann auf psychische Probleme hinweisen, ist aber vielleicht doch auch einfach nur schlecht vom Autor gemacht oder schlecht übersetzt. Möglicherweise hat der Ich-Erzähler aber tatsächlich Probleme, denn als er 59,22 bezahlen soll, überreicht er "ein paar Zwanziger", nur um dann festzustellen, dass es einer zu wenig ist. Äh, also bis 3 sollte man schon zählen können, selbst wenn der Verkäufer sehr dem eigenen Vater ähnelt.

    Gestolpert bin ich auch über "Ich hab ein Haus in der Stadt gekauft und versucht, ..." (Seite 33) und "Sie haben ein Haus hier in der Gegend gekauft - wo genau?" (Seite 35). Übersetzung? Absicht?

    Ansonsten: Liest sich sehr angenehm. Die Hauptfigur kommt durchaus sympathisch rüber.

    Die Wildbirne, die vor dem Haus steht, riecht wohl nach vergammelten Fisch ...

    Viele Grüße

    Tobias

    Hallo,

    Markus Thielemanns Roman "Von Norden rollt ein Donner" ist kein klassischer Horror Roman, spielt aber überaus geschickt mit Horror Elementen. Da ist zum einen die Bedrohung durch die Wölfe (die wie Geister nicht sichtbar werden), zum anderen sind es gespenstische Begebenheiten, die für die Hauptperson überaus real zu sein sein scheinen. Und am Ende ... Nee, verrate ich nicht.

    Der Roman stand auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2024.

    Viele Grüße

    Tobias

    Hallo Michael,

    das mit der Shortlist sagt mir, dass ich das Schreiben offenbar nicht vollends verlernt habe. Und daher kann ich ganz entspannt nach Frankfurt fahren. Nach 33 Jahren (damals durfte ich beim Open-Mike in Berlin wettlesend teilnehmen) schließt sich der Kreis sehr versöhnlich.

    Viele Grüße

    Tobias

    Hallo zusammen,

    da bislang niemand darauf hingewiesen hat, mache ich das mal. Am 18.10. werden auf der Frankfurter Buchmesse die Stipendiaten des PAN-Stipendiums 2024 [Wrt] bekanntgegeben.

    Hier die shortlists :|

    Da es eine Sonderkategorie "Horror" [Gho] gibt, ist das für das Forum ja durchaus von Relevanz.

    Es wird eine Live-Übertragung des Events geben.

    Viele Grüße

    Tobias