Beiträge von HarryW

    Ich hab den Film vor 2 Jahren am NIFFF gesehen und er machte wirklich Laune. Arthouse-Kino mit schrägem Humor und unheimlich viel Kreativität. Aus England gibt's seit etwa einem Jahr auch eine Blu Ray. Top Qualität. Kann ich nur empfehlen.

    2036 ... die Welt hat sich verändert. Amerika ist ruiniert, und Millionen von desillusionierten Amerikanern sind süchtig nach Flash - DIE neue Droge, die einen persönliche vergangene Momente noch einmal erleben lässt. Muslimische Staaten (das Weltkalifat) breiten sich immer mehr aus. Japan ist wieder zum Feudalstaat geworden, in China herrscht ein schrecklicher Krieg, usw.


    In dieser finsteren Zeit lernen wir Nick Bottom kennen, ein Ex-Cop, der seit sechs Jahren ein Flashjunkie ist. Seine Karriere endete mit dem Unfalltod seiner Frau, der ihm den Boden unter den Füssen wegriss und ihn in die Arme der Droge stiess. Die Geschichte beginnt damit, dass Nick für einen japanischen politischen Berater eine alte Polizeiuntersuchung wieder aufrollen soll. Der Sohn des Japaners wurde ebenfalls sechs Jahre zuvor ermordet. Und so befinden wir uns sehr schnell in einer futuristisch angehauchten Crimestory, die sehr viele Themen behandelt. Am stärksten war für mich das Element, wie verschiedene Personen und Menschengruppen mit Verlust umgehen. Da ist viel Raum für persönliche Gedanken.


    Umstritten ist der Roman vor allem deshalb, weil rechte Tendenzen darin ersichtlich sind. In Interviews hat Dan Simmons mehrmals klar gemacht, dass das nicht seine persönliche Einstellung wiederspiegelt. Und ich glaube ihm das auch. Simmons ist ein Autor, der sehr konsequent Figuren und Welten entwickelt und auch unangenehme Dinge auftischt. Er versucht nie, sich beim Publikum einzuschleimen. Aber ich muss trotzdem feststellen, dass es dem Roman an etwas mangelt: an Perspektiven und anderen politischen Ansichten, die ein Gegengewicht bieten. So wirkt 'Flashback' als ganzes eben doch etwas rechtslastig.


    Alles in allem hat mir 'Flashback' trotzdem sehr gut gefallen und ich finde, die Geschichte gehört klar zu den besseren Dystopien da draussen im Buchmarkt. Nicht Simmons bestes Werk, aber trotzdem viel Stoff zum Nachdenken.

    Inhalt Amazon:


    Die USA stehen kurz vor dem Kollaps, doch dem Großteil der Bevölkerung ist das völlig egal, denn sie sind abhängig von einer Droge namens Flashback, die es den Konsumenten ermöglicht, die glücklichsten Augenblicke ihres Lebens immer und immer wieder zu erleben. Einer von ihnen ist Ex-Cop Nick Bottom, der seit dem tragischen Tod seiner Frau bei einem Autounfall nur noch in der Vergangenheit lebt und dank Flashback noch einmal die schönsten Momente mit ihr verbringen kann. Doch dann wird der Sohn eines hohen Regierungsbeamten ermordet, und Nick beginnt eher widerwillig zu ermitteln. Bis er eine gigantische Verschwörung aufdeckt, die den desolaten Zustand der USA und ihrer Bewohner verursacht hat ...



    Kürzlich habe ich mit diesem sehr umstrittenen Roman von Simmons begonnen und bin fast durch. Meine Meinung folgt, sobald ich fertig mit dem Buch bin.


    Die von euch erwähnten Bücher klingen alle äusserst interessant. Da muss ich mir das eine oder andere mal zulegen. Danke für die Tips!

    Bei mir ist es schon eine ganze Weile her, seit ich den Ziegelstein gelesen habe. So ganz kann ich mich nicht mehr erinnern, was eigentlich ein schlechtes Zeichen ist. Aber immerhin weiss ich noch, dass ich den Roman unnötig langatmig fand und die Geschlechterrollen trotz interessanter Charaktere doch etwas zu simpel auf mich wirkten. Ich vermisste damals Diversität und Feingefühl, um es auf zwei Worte zu reduzieren.


    Was ich noch sehr gut weiss ist, dass ich einem Freund, der zwar kein King-Fan ist aber gerne ab und zu King liest, von dem Buch abgeraten habe. Das sagt wohl alles.

    Das beste am Film ist das Plakat mit den vielen bekannten Namen - und Iggy Pop, der sich - glaube ich - gar nicht schminken musste - und Tom Waits, von dem man ja annehmen konnte, dass er sich auch nciht schminken müsste, um da mitzuspielen, es aber auf faszinierende Weise tat: Der sieht imposant aus!

    Ganz vergessen ... Iggy Pop ist der zum Brüllen komischste Zombie aller Zeiten! Da musste ich echt auch hart ablachen ^^. Nur bleibt das leider ein isolierter positiver Moment. Wenn nur der Rest durchgehend so gewesen wäre ...

    Eine brandneue Antho, die sich um den Horror beim Fliegen dreht. Zusammengestellt wurde sie von Stephen King und Bev Vincent (kenne ich nicht). Im Original erschien sie bei Cemetery Dance.


    Inhalt:

    • Einleitung von Stephen King
    • “Cargo” von E. Michael Lewis
    • “Das Grauen der Höhe” von Sir Arthur Conan Doyle
    • “Albtraum auf 20,000 Fuß” von Richard Matheson
    • “Die Flugmaschine” von Ambrose Bierce
    • “Luzifer!” von E.C. Tubb
    • “Die fünfte Kategorie” von Tom Bissell
    • “Zwei Minuten fünfundvierzig Minuten” von Dan Simmons
    • “Diablitos” von Cody Goodfellow
    • “Luftangriff” von John Varley
    • “Freigabe erteilt” von Joe Hill
    • “Kriegsvögel” von David J. Schow
    • “Die Flugmaschine” von Ray Bradbury
    • “Zombies im Flugzeug” von Bev Vincent
    • “Alt werden sie nicht” von Roald Dahl
    • “Mord im Himmel” von Peter Tremayne
    • “Ein Fachmann für Turbulenzen” von Stephen King
    • “Im Fall” von James L. Dickey
    • Nachwort: "Eine wichtige Durchsage aus dem Cockpit" von Bev Vincent

    Und es macht durchaus Sinn, die erste (oder irgendwas davon) nochmal zu gucken - es gibt eine Zusammenfassung am Anfang der zweiten Staffel, aber ich muss sagen, ich hab zwischendurch schon Probleme, logisch mitzukommen und auch alle Personen noch richtig zuzuordnen. Bin aber auch erst bei Folge 3 jetzt.


    Und, völlig off-topic: sooo schön, dass du wieder dabei bist, Harry! [Nerdine]

    Danke [Skl]. Nachdem Dirk mir vor einer Woche schrieb, konnte ich kaum warten, das neue Forum zu besuchen. Und es freut mich sagen zu können, dass ich mich von der ersten Sekunde an wohl fühle.

    Ich konnte leider nicht viel mit dem neuen Jim Jarmush Film anfangen. Bei Jarmush hatte ich bisher immer das Gefühl, dass es ihm im Kern um Charakterentwicklung geht. Was lösen spezielle Situationen in Figuren aus und wohin treibt es sie. Diese Ebene fehlt mir bei 'The dead don't die' komplett. Zudem entstanden für mich bei der Sichtung widersprüchliche Gefühle. Einerseits sah ich eine Homage an 'Night of the living dead' - andererseits hatte ich das Gefühl, Jarmush spöttelt über das Genre. Dann zitiert er viel zu oft Tarantino, was für mich keinen Sinn ergibt. Und zu guter letzt baut er eine Metaebene im Film ein, in der die Charaktere plötzlich über das Drehbuch des Films sprechen.


    Für mich ist das ein Film, der in einem Wort 'pointless' ist. Es läuft auf nichts schlaues hinaus. Keine interessante Geschichte, keine grosse Erkenntnis, auch keine Entwicklung der Charaktere. Was bleibt ist der Humor, und der hat bei mir leider nicht funktioniert.


    Ich schliesse aber nicht aus, dass ich irgendein verbindendes Element in diesem Flickwerk übersehen habe, das einige der Dinge erklären würde.