Beiträge von HarryW

    Die Verfilmung gefällt mir sehr gut, allerdings muss ich auch anmerken, dass ich live miterlebte, wie sie polarisiert.


    Vor ca. 2 Jahren guckte ich mir "The ninth configuration" mit einem guten Freund zusammen an (es gibt eine sehr gute britische BluRay). Zur Handlung will ich nichts schreiben, da Cheddar Goblin das in Bezug auf das Buch schon getan hat. Ich war von Begin an fasziniert. Oberflächlich erkannte ich ebenfalls die banale Psychologie, den speziellen Humor und die eher platt dargestellte Traumatisierung durch Krieg. Unter dieser Oberfläche spürte ich aber eine grosse Schwere und Traurigkeit in den Patienten, und das erzeugte in mir eine ganz andere Wahrnehmung. Ich las den Film eher so, dass die offensichtliche Darstellung der psychisch Erkrankten in der Anstalt die Meinung der Allgemeinheit darstellt, dass darunter aber zerstörte oder schwer belastete Menschenleben stecken, über die Unwissende vorschnell urteilen. Das erzeugte ein Drama von ganz anderem Kaliber.


    Mein Freund hingegen las den Film sehr direkt und war enttäuscht und gelangweilt von der Handlung. Ich kann mir sehr gut Vorstellen, dass die Perspekive bei der Lektüre des Buches ähnlich wichtig ist.

    Ich lese Gruber grundsätzlich sehr gerne, weil er meiner Meinung nach einfach ein guter Erzähler ist. Auf der Plot-Seite finde ich aber, dass er leichte Schwächen hat. Nur hat das den Lesegenuss für mich bisher glücklicherweise nicht getrübt. Allerdings muss ich gestehen, dass ich den "Judas Schrein" bisher noch nicht zur Hand genommen habe, weil mich die Handlungsbeschreibung nicht wirklich anspricht. Zur Zeit entdecke ich im Bereich der SF so viele interessante, für mich neue Ideen ... da kann altbackener Horror meist nicht mithalten, obwohl ich das Genre wie nichts anderes liebe.

    Ich halte den Vincent Preis für eine schöne Sache. Erstaunlicherweise habe ich selbst einmal einen ersten Platz belegt, auch das ist eine schöne Sache, die mir unsagbar viel Freude bereitet hat und die ich bis heute nicht so recht glauben kann. Trotzdem frage ich mich seit längerem, ob Literaturpreise wirklich die Verkäufe ankurbeln. Nachdem ich in meinem engeren Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis mal aus purer Neugierde rumgefragt habe, konnte ich nicht eine einzige Person finden, die sich jemals ein Buch gekauft hat, weil es mit einem Preis ausgezeichnet wurde. Auch ich habe das nie getan. Mitlerweile halte ich die Geschichte von der Verkaufsförderung durch Preise eher für die blinde Überzeugung von Verlagen und PR-Leuten, ähnlich wie die Legende von Börsengurus, die angeblich so viele Marktbewegungen vorhersehen können. In diesem Bereich wurden viele Versuche mit Affen gemacht, die zufällig Aktien zum Kauf auswählten. Der Erfolg oder Misserfolg war der selbe wie bei besagten Börsengurus (kann man z.B. in Daniel Kahnemanns Sachbuch "Schnelles Denken, langsames Denken" nachlesen). Hilft möglicherweise der Sekundäreffekt des angeregten Austauschs in z.B. Foren, den eine Preisverleihung auslöst? Ich bin nicht sicher, denn meist wird nach Preisverleihungen eher über die gerechte oder ungerechte Wahl gesprochen, nicht aber über den Inhalt eines der ausgezeichneten Werke.


    Daher stelle ich mal die provozierende Frage in den Raum: Braucht es überhaupt irgendeinen Preis? Ob nun ein Kleber vom Bram Stoker Award, Nebula Award, Vincent preis, DPP auf dem Einband klebt ... das macht ein Buch weder besser noch schlechter oder interessanter. Ich habe selber auch keine klar umrissene Antwort auf die Problematik, weil es wahrscheinlich keine gibt. Aber ich finde, es lohnt sich, die Sache mal aus einer anderen Perspektive zu durchdenken.


    Noch einmal: Ich mag den Vincent Preis, er ist sympathisch und ist nach all den Jahren ein Bestandteil des Forenlebens hier. Wenn jemand ihn mit Leidenschaft am Leben hält, dann habe ich riesengrossen Respekt vor dieser Person, die die Irre Zeit aufbringt. Aber aus einer Verpflichtung heraus ist es diesen Aufwand eventuell nicht wert.

    Jetzt mache ich mich wohl wieder unbeliebt. ^^ Ich habe den Roman vor ca. 6 Jahren gelesen und erinnere mich kein Stück mehr daran. Halt nur, dass ich ihn gelesen habe. ^^ Da ist aber auch gar nix hängen geblieben. Hat mich also eher wenig beeindruckt.

    Vielleicht wars einfach nicht die richtige Zeit. Ich habe mehrmals festgestellt, dass Bücher, Filme und auch Musik nach Jahren plötzlich eine ganz andere Wirkung auf einen haben können. Man verändert sich tagtäglich, nur merkt man das nicht, also interpretiert man Informationen auch anders. Ich finde das immer herrlich spannend. Manchmalg gibts tolle Überraschungen, manchmal Enttäuschungen, aber immer ist so ein Wiedertreffen mit einem alten "Freund" spannend, weil man über sich selbst was lernt. Das war jetzt off-topic, sorry :).


    Ein zweites Lesen von "Gyre" steht noch aus. Aber ich liebte das Buch damals von ganzem Herzen, viele Eindrücke blieben bis heute erhalten, also werde ich es auf jeden Fall in absehbarer Zeit wieder mal zur Hand nehmen.

    Ich habe "Pathfinder" nie gespielt oder auch nur anprobiert. Allerdings höre ich seit gut 3 oder 4 Jahren einen amerikanischen Podcast, in dem das RPG gespielt wird. "The Glass Cannon Podcast". Kann ich sehr empfehlen, obwohl es ein grosser zeitlicher Aufwand ist.


    Nachtrag: Der Podcast vermittelt ziemlich klar, dass "Pathfinder" sehr regellastig ist - zumindest für mich und die Leute, mit denen ich regelmässig DSA spiele. Wir alle lieben "leichte" Systeme, in denen Story und Charakterentwicklung, nicht die Regeln, im Fordergrund stehen.

    Ich habe kürzlich die erste Folge angetestet, aber es war wohl der falsche Moment. Die Art, wie die Serie vor allem in der Bildsprache kommuniziert, hat mich überhaupt nicht angesprochen. Das sagt absolut nichts über den Inhalt aus. Ich werds irgendwann nochmal probieren und sehen, ob wir (also die Serie und ich) uns besser verstehen werden :).

    "Tortured Souls" und "Infernal Parade" haben mich auch angesprochen, obwohl letztere Geschichte eigentlich nur wie der erste Akt einer längeren Erzählung auf mich wirkt. Wo ist der der Mittelteil, wo das Finale? Es würde mich interessieren, was Clive Barker sich dabei gedacht hat. Was mir nebst dem Inhalt gefallen hat, ist die Sprache - da klingt alles nach Barker, wie man ihn kennt und liebt. Ich schätzte mal, dass da ein guter Übersetzter am Werk war. Und jetzt, wo ich darüber nachdenke, begreife ich auch, was mich bei "Fahr zur Hölle, Mr. B" und "Das scharlachrote Evangelium" gestört hat. Da hat Barker meiner Meinung nach versucht (und ich betone "versucht") wie der alte Clive Barker zu klingen, es aber nicht geschafft. Dabei verliert die Sprache jegliche Identität und wird banal. Ich wünsche mir Romane und Geschichten von dem Clive Barker, zu dem er im Laufe der Jahre geworden ist. Reifer, ruhiger, vielleicht auch verbitterter (wer weiss). Was mir am Herzen liegt ist Authentizität.


    Auf jeden Fall liegt hier ein sehr schönes Buch in toller Qualität vor. Aber leider ist es teuer und limitiert, verschwendet zudem Platz (wie Felix schon bemerkt hat) und ist dadurch für viele Fans keine Kaufoption (ja, ich kenne Leute, die sich das Buch echt nicht leisten können, es aber schrecklich gerne lesen würden). Warum nicht wenigstens noch ein aktuelles Interview zur vorliegenden Veröffentlichung führen und im Buch abdrucken? Dafür haben wir Grafiken, aber so sehr mir die Grafiken auch gefallen, machen sie die Geschichte weder besser noch schlechter, sie machen das Buch einfach dicker und dadurch teurer. Ein Interview empfinde ich als 100 mal sinnvoller und interssanter im Hinblick auf die Erzählungen.


    Ich habe meine Abneigung gegen Sammlereditionen immer wieder erwähnt und ich mache das auch jetzt. Kunst sollte für so viele Menschen wie möglich erschwinglich sein.

    Der erste Trailer vor geraumer Zeit machte mich neugierig. Dann las ich ein paar Reviews, in denen von vergossenem Potential die Rede war. Und jetzt dein Feedback, Nina. Die Zeit spare ich mir oder verbringe sie lieber mit einem anderen Film :).

    Ich habe 'Fangboys Abenteuer' und 'Benjamins Parasit' jeweils bis etwas über die Hälfte gelesen und dann abgebrochen. Die grundlegenden Ideen fand ich damals interessant, aber der Stil dieser beiden Romane (oder die Übersetzung ... kann ich ich nicht beurteilen) wirkte lieblos und hingeschluddert. Ausserdem kamen mir die Romane so vor, also ob Jeff Strand mit Blick auf eine mögliche Verfilmung schreibt. Das erzeugte dann eine künstliche, berechnende Stimmung. Daher ist meine Motivation in Bezug auf einen neuen Roman von Strand zur Zeit sehr klein.

    Die Bildsprache spricht mich schon mal an. Regisseur Scott Cooper hat vor Jahren den von mir heiss geliebten Film "Crazy Heart" mit Jeff Bridges gedreht. Wird sich zeigen, ob er auch im Horrorbereich etwas zu sagen hat.

    Bin durch, und mit dem letzten Kapitel wurde mir auch klar, was mir an dem Roman gefehlt hat. Um das zu erklären, muss ich ein wenig ausholen.


    Im Roman geht es um Alchemie. Dabei geht es nicht nur darum aus unedlen Metallen Gold zu machen, sondern vielmehr um Vollkommenheit anzustreben (zumindest hat Eschbach immer wieder darauf verwiesen - ich selbst weiss zu wenig über die historischen Hintergründe der echten Alchemisten). Die Suche nach Vollkommenheit in allem, also auch in der Welt in der wir leben. Diese Qualitätsfrage bezüglich des Lebens beschäftigte mich vor Jahren ungemein, und irgendwann kam ich für mich zu dem Schluss, dass im Unvollkommenen die grundlegendeste Art von Schönheit liegt. Der natürlichste Vorgang im Universum ist Zerfall, nichts bleibt bestehen, alles unterliegt andauernder Veränderung und ist schön.


    Da das Thema für mich eigentlich beendet ist, kam nie grosse Spannung in "Teufelsgold" auf. Die Figuren erschienen mir während des Lesens als leicht einfältig, obwohl mir bewusst ist, dass die Frage nach der Qualität oder dem Sinn des Lebens jeden Menschen betrifft und für jeden enorm schwierig zu beantworten ist. Und eine allgemeingültige Antwort gibt es in diesen Dingen ohnehin nicht. Mein Fazit zu "Teufelsgold" lautet so, dass das Buch faszinieren kann, wenn man sich noch nie mit der Frage nach Vollkommenheit beschäftigt hat. Hat jemand diese philosophische Frage aber für sich schon durchgekaut, dann hat die Geschichte einfach etwas weniger Fleisch am Knochen.

    Habe die Serie als 10 stündiges Hörspiel gehört. Kann ich nur empfehlen, da aufwendig und spannend produziert. Bin auf jeden Fall an der TV-Umsetzung interessiert, obwohl ich in einem kurzen Artikel gelesen habe, dass wohl einige der Elemente eine Veränderung erhielten um sie für ein breiteres Publikum zugänglich zu machen. Auf die genaue Art dieser veränderten Dinge ging der Artikel leider nicht ein.

    Von Finn habe ich immer noch nichts gelesen, obwohl ichs seit langem will. Aber so interessant "Lost Souls" auch klingt, wird dieses nicht das erste sein. Seinerzeit kam im Blitz Verlag die Anthologie "Rattenfänger" heraus, in der tonnenweise Variationen der Sage vom Rattenfänger zu Hameln enthalten sind. Das Thema ist für mich ein zu Tode gerittener Gaul ^^.