Beiträge von the_seus

    Immer noch mit der Einschränkung versehen, dass nicht klar ist, ob es sich wirklich um den von mir vermuteten Wissenschaftler handelt. Der Name kann ja öfters vorkommen. :-)

    Ja, das ist genau DER Engels. Offenbar seit jungen Jahren begeisteter Phantastik- und SF-Leser. Lovecraft und Tolkien werden einfach (unter anderem) beide im Zuge des seeehr ausführlichen Interviews behandelt, ohne die zwei Autoren jetzt nebeneinander zu stellen. Wobei das Hauptaugenmerk klar auf Letzterem liegt. Lovecraft dürfte mehr als Blickfang in die Headline geholt worden sein.

    Engels erweist sich dabei als überzeugter Kulturpessimist in der Nachfolge Oswald Spenglers und bemüht natürlich auch seinen "Hesperialismus". Erwartungsgemäß hochtheoretisch, disputabel, aber durchaus erhellend.



    "Aber die drei Autoren, die für mich bei weitem hervorstechen, wenn auch aus weit voneinander entfernten Bereichen, sind H. P. Lovecraft, Frank Herbert und J. R. R. Tolkien. Bezüge zu meinem engeren Fach waren dabei für mich nie ausschlaggebend, auch wenn ich natürlich nie umhin kommen konnte, die ja überall mehr oder weniger latenten Übernahmen aus der Antike zu sehen. Gleichzeitig habe ich diese Bücher auch immer mit einem wachen Blick dafür gelesen, was sie über den jeweiligen Zeitgeist aussagten und inwieweit sie auch in der einen oder anderen Weise die heutige Situationen erhellen können."




    Das ist ja bemerkenswert, weil dieselben Stoffe – Lovecraft und Tolkien – ebenso schon von der Hippie-Generation entdeckt worden waren.

    Diesen Widerspruch fand ich immer schon faszinierend. Da gibt es ja auch das schöne Bonmot von Cersowsky: "Als die Revolution ausblieb, legten die 68er ihren Lukács beiseite und vertrieben sich die Zeit mit Lovecraft."

    Wenn man es romantisch sehen möchte, könnte man es als Beleg für die verbindende Wirkung von Literatur werten. Der Pessimist bedenkt wohl eher die Missbrauchsmöglichkeiten.


    QUARBER MERKUR 120 (Oktober 2019)




    Inhalt:


    Franz Rottensteiner: Vorwort

    Sophie Holzberger: Das politische Unbewusste in Simulacron-3 und den Filmen Welt am Draht und The Matrix (2. Teil und Schluss)

    Bārbala Simsone: SF in der lettischen Literatur

    Franz Rottensteiner: Die wunderbare Welt des Wadim Schefner

    Didier Coste: BRUGES-LA-MORTE oder das Scheitern des Fantastischen

    Karlheinz Steinmüller: Eine Geschichte der deutschen SF – Anmerkungen zu Hans Esselborns „Die Erfindung der Zukunft in der Literatur“

    Marcel Schmutzler: Das digitale Grauen - Zum Einfluss Lovecrafts in Computerspielen

    Es geschieht morgen – Alexej Nilogow spricht mit Wladimir Borissow

    Michael K. Hageböck: Die alte Welt bei Lovecraft und Tolkien – Interview mit Prof. Dr. David Engels

    Dennis Mombauer: Alternative Zukünfte – Ein Blick auf die Science-Fiction in Südasien

    Andreas Heyer: Besuche auf Tahiti – Die Entdeckung und Zerstörung der Utopie im Vorfeld der Französischen Revolution

    Christian Hoffmann, Dr. Felix Holtschoppen, Franz Rottensteiner, Jacek Rzeszotnik, Matthias Schmid: Der Seziertisch



    Titelillustration: Helmut Wenskes „Der Geiger“ (Die Musik des Erich Zann)



    ISBN 978-3-934273-99-3


    Anlässlich des Erscheinens der neuen Nummer auch gleich ein Thread zum Quarber Merkur. Franz Rottensteiners Literaturzeitschrift für Science Fiction und Phantastik. Nicht nur im deutschsprachigen Raum seit 1963 federführend, der QM dürfte auch im internationalen Vergleich eines der am längsten durchgehend bestehenden Fachmagazine sein:


    „Der Quarber Merkur ist die einzige Zeitschrift im deutschen Sprachraum, die sich kritisch mit allen Erscheinungsformen des Phantastischen beschäftigt - von der unheimlichen Erzählung bis hin zur Science Fiction - und selbst in amerikanischen Nachschlagewerken berücksichtigt wird. Der Quarber Merkur enthält längere Aufsätze zu Themen aus allen Bereichen von Science Fiction, Utopie und Phantastik sowie einen Rezensionsteil "Der Seziertisch" mit kürzeren Kritiken aktueller Neuerscheinungen.“


    Lindenstruth

    Arkham Insider Axel

    Das frag ich mich auch. Zumal das Nachwort doch eher knapp ist und eigentlich keinen eigenen sekundärliterarischen Band wert wäre. Der Text richtet sich ja doch eher an Leser, die direkt im Anschluss zur Lektüre des Romans an weiterführenden Informationen interessiert sind.


    Katla

    Das Buch kannte ich bis gerade eben auch nicht, aber das Covermotiv stellt seinen Golem dar. Da gibt es sogar einen eigenen Bildband zu seinem von Meyrinks Golem inspiriertem Zyklus:

    Gesichte des Athanasius Pernath : ein Zyklus in Bildern

    Ich bin da ganz bei dir. Auch für mich war Padgetts "Das Infursorium" der mit Abstand beste Beitrag der Anthologie. Und Next Weird war sicher der gelungenste Band, generell kann man aber die ganze Reihe uneingeschränkt empfehlen. White Train/Nighttrain ist schon eine Lichtgestalt im Kleinverlagssegment und wird mir definitiv fehlen.

    the_seus Gerade hat mir der Verkäufer das Buch geschenkt (Vollerstattung Buch + Porto, ohne dass ich darum gebeten habe; ich hatte ihm nur geschrieben, dass es nicht so nett war, meine Vorabfrage zum Umschlag ignoriert zu haben). Das nenne ich mal Kulanz!

    Wow... sehr entgegenkommend! So bleibt das Geld auch gleich praktischerweise für andere Neuerwerbungen im Budget X/



    Ad Bibliothek des Hauses Usher:

    Allein die Schutzumschläge machen schon was her! Wobei mir Helmut Wenskes psychedelisch-surrealistische SF-Motive aus der Schwesternreihe noch besser gefallen :love:

    the_seus Tja, sehr witzig, gestern hat meine Mutter das mal ausgepackt und das Buch hat gar keinen Schutzumschlag. :rolleyes: Ich hatte beim Bestellen dem Verkäufer eine Notiz hinterlassen, dass er sich bitte melden soll, falls das Buch keinen Umschlag mehr hat, weil ich es dann nicht haben möchte.

    Schade und verdammt ärgerlich. Ist es wenigstens eine der Hanser- und keine Buchclubausgaben?

    Da ich keinen A3-Drucker besitze, habe ich die Lesezirkel abfotografiert. Vielleicht findet sich jemand, der daraus handliche PDFs anfertigen kann.


    Lesezirkel


    PW:



    Sollte sich jemand in seinem Urheberrecht beeinträchtigt fühlen, wird der Link selbstverständlich umgehend entfernt.

    Am besten man wendet sich zuerst an die Wiener Zeitung. Vielleicht haben die noch Exemplare im Archiv. Anonsten würde ich im spezialisierten Zeitungsantiquariat suchen. Aber weniger direkt nach dem Lesezirkel, sondern eher nach den Zeitungsausgaben der jeweiligen Tage. In der Hoffnung, dass die Beilage auch noch vorhanden ist.



    Shadowman   Nils   t.sebesta

    Wenn ich mal einen besonders guten Tag und ausreichend Zeit habe, werde ich die Hefte ablichten ;)