Possessor

  • Acht Jahre nach seinem Erstling 'Antiviral' legt Brandon Cronenberg (der Sohn von David Cronenberg) seinen zweiten Spielfilm vor: 'Possessor'. Da ich ein Fan von 'Antiviral' bin, der eine klar ersichtliche Nähe zu den Ideen von Papa Cronenberg erkennen lässt, hege ich grosse Hoffnung für Possessor. Der Trailer sieht auf jeden Fall interessant aus. Mal gucken, wann und in welcher Form der Film erscheinen wird.


  • Auf den Film bin ich auch schon extrem gespannt. Genau wie auf den (sicherlich mal wieder großartigen) Soundtrack von Jim Williams (Kill List, Raw).

  • Da bleibe ich auch dran. Wobei ich immer gerne warte, bis was zum zu Hause sehen da ist. (Nicht deswegen, aber wenn ich schon alleine schaue, kann ich auch zu Hause und eine Begleitung zu finden, finde ich mühsam.)

  • Es gibt einen neuen Trailer:



    In den USA wird der Film übrigens ab dem 09.10. in den Kinos anlaufen. Ich hoffe mal, dass er es zeitnah auch nach Deutschland schaffen wird.

  • Auf dem Fantasy Filmfest war ich leider nicht. Meine Hoffnung, dass der Film eventuell noch auf einem der vielen Online-Festivals gezeigt wird, hat sich nicht bestätigt. Und ein deutscher Kinostart ist zwar geplant, wann dieser erfolgen kann, steht aber auch noch in den Sternen... daher habe ich mir jetzt einfach mal die kürzlich erschienene US-Blu-Ray besorgt. Ich bin gespannt.

  • Vor ein paar Tagen dann auch endlich mal gesehen.


    Zur Handlung:

    Tasya Vos schlüpft mit Hilfe einer seltsamen Apparatur in andere Körper, um so Auftragsmorde zu begehen. Ihr neuster Job: Sie soll den reichen IT-Unternehmer John Parse und dessen Tochter ermorden, damit Tasyas Auftraggeber deren Firma übernehmen kann. Dabei scheint sie sich jedoch immer mehr in ihrem Wirtskörper zu verlieren. Nicht nur dass sie schon bald unter starken Halluzinationen leidet - Auch ihr Gehirn wird zunehmend geschädigt.



    Meinung:

    Die erste Szene hat mich an die Stimmungs-Orgel aus Philip K. Dicks "Träumen Androiden von elektrischen Schafen" erinnert. Nach diesem kurzen Einstieg wird es dann sofort ziemlich blutig. "Possessor" hat zwar nur wenige Gewaltszenen zu bieten, diese fallen dafür aber wirklich extrem explizit aus.

    Die Prämisse, dass andere Menschen quasi fremdgesteuert werden, lässt natürlich direkt an MKUltra bzw. die Monarch-Programmierung und diverse andere Verschwörungstheorien denken (das letzte Bild im Film ist übrigens ein Schmetterling). Als Tasya ihren zukünftigen Wirt studiert und versucht dessen Verhalten nachzuahmen, fühlte ich mich hingegen etwas an den großartigen Film "Under the Skin" erinnert. Die wenigen surrealen Momente haben wiederum starke Parallelen zu Panos Cosmatos "Beyond the black Rainbow". Manche Bilder scheinen mir fast schon 1zu1 aus dem Regenbogen übertragen worden zu sein.

    Trotzdem ist "Posssessor" weniger Mindfuck als ich erwartet habe. Im Kern präsentiert Brandon Cronenberg hier einen recht gradlinigen Sci-Fi-Thriller, bei dem man permanent das Gefühl hat, dass da noch ein bisschen mehr gegangen wäre. Trotzdem hat mich der Film ziemlich beeindruckt. Generell lebt "Possessor" weniger von seiner eigentlichen Handlung, als vielmehr von seiner großartigen Inszenierung und beklemmenden Atmosphäre. Besonders die letzten 20 Minuten und das absolut gnadenlose Finale sind unglaublich stark.


    Auf der Blu-Ray finden sich übrigens noch ein paar nette Extras. U.a. der "Possessor" zugrundeliegende Kurzfilm.

    Katla hatte "Please Speak Continously and Describe Your Experiences as They Come to You" mal hier besprochen. Mein Urteil fällt aber deutlich positiver aus :D.