Hugh Walker - Hexenbrut

  • Meine Wahl für die Kategorie Heftroman fiel auf "Hexenbrut" von Hugh Walker.


    Hierbei handelt es sich um die Neuausgabe zweier Heftromane, die bereits in der Vampir-Horror-Roman-Reihe des Pabel Verlags erschienen waren, nämlich "Die Blutgräfin" und "Die Tochter der Hexe"


    In "Die Blutgräfin" geht es um das Vermächtnis von Elisabeth Báthory in Wien. Während einer Séance gelangt der Geist der Hexe, welche die Blutgräfin bei der Tötung junger Frauen unterstützte zurück ins Diesseits und veranlasst, dass derartige Morde wieder beginnen. Dabei gelangt auch die Ungarin, in die sich der Protagonist der Geschichte im Umfeld der Séance verliebt in den Bann der Hexe und nimmt zeitweise die Position von Báthory ein. Letztlich mündet die Geschichte in ein Finale, bei dem zur Abwechslung auch mal ein Mann umgebracht werden soll (der Protagonist, der das Ganze aufzuklären droht), doch die Geliebte erkennt dies rechtzeitig und kommt, da die Liebe wohl stärker als der Einfluss der Hexe ist, wieder zu Vernunft. Der Protagonist wird im Folgenden von ihr gerettet, in dem die Geliebte die Hexe (Hänsel und Gretel lassen grüßen) ins Feuer stößt.


    "Die Tochter der Hexe" handelt von der Tochter einer Frau, die unter mysteriösen Umständen zu Tode kommt (Verebrennung mehrere Meter über dem Boden schwebend). Auch in dieser Geschichte ist der Protagonist ein junger Mann, der mehr zufällig in die Ereignisse stolpert und sich relativ zügig in die Tochter der am Anfang gestorbenen Frau verliebt, die er kennenlernt, nachdem er den Tod beobachtet hat. Im weiteren Verlauf werden die beiden noch von der Schwester der Tochter aufgesucht, obwohl auch diese seit mehreren Jahren tot ist. Es stellt sich heraus, dass die Mutter und ihre beiden Töchtern aus einem kleinen Dorf stammen, welches von einem Hexenzirkel dominiert wird und dem es nicht passt, dass sich Mitglieder von ihm abwenden. Auch die zweite Tochter schwebt also in Gefahr. Diese kann letztlich durch eine Reise in das Dorf abgewendet werden. Dort soll auch der Protagonist dieser Geschichte geopfert werden, wird aber durch seine Geliebte gerettet, die ihre hexerische Begabung entdeckt und die "Oberhexe" verbrennt.


    Abgerundet wird das Buch durch zwei Kurzgeschichten ebenfalls zum Thema Hexen: In "Blut für die Hölle" entdeckt ein Tourist im Laufe eines Rituals, in welches er durch Zufall bei der Besichtigung der Katakomben des Stephansdoms in Wien stolpert, dass er ebenfalls von Hexen abstammt. In "Die Galgenpuppe" weißt der Kontakt des Protagonists nach einer Recherche über einen Galgen mysteriöserweise Verletzungen auf, als hätte er selbst am Galgen gehangen.


    Insgesamt naheliegend, die beiden Heftromane in einem Band zusammenzufassen, da sie sich sowohl von der Thematik als auch vom grundsätzlichen Aufbau her stark ähneln. Insgesamt recht gute Unterhaltung, dass die Romane beide aus den 70ern stammen und damit schon recht gut abgehangen sind, merkt man ihnen jedenfalls nicht unbedingt an. Sprachlich fallen vor allem in "Die Blutgräfin" einige sehr kurze Sätze (zum Teil in direkter Folge) auf, was der Geschichte stellenweise fast schon einen etwas Telegramm-artigen Stil verleiht. Dennoch fand ich die beiden Heftromane aus den 70ern sprachlich besser als manches aktuelle Kleinverlagsbuch. Positiv fällt auch die Ausstattung des Buchs auf: Thematisch sinnvoll wurden hier die wohl wesentlichen Beiträge von Hugh Walker zum Thema Hexen zusammengefasst, abgerundet durch Vorwort, Nachwort, den zugehörigen Exposés und biographischen Informationen zu Autor und Illustratorin. Das Buch selbst wurde zwar von Amazon Fulfillment in Polen gedruckt, ist aber erfreulicherweise ein solide verarbeitetes Taschenbuch. Eventuell gibt es da unterschiedliche buchbare Qualitätsstufen, die letzten Kleinverlags-Bücher, die ich von dort erhalten habe, waren deutlich welliger und generell irgendwie "lappiger".