Andreas Gruber: Der Judas-Schrein (Neuauflage)

  • Nachdem der Luzifer-Verlag bereits mehrere Kurzgeschichtenbände von Andreas Gruber (wieder)veröffentlicht hat, geht es jetzt an die Neuauflage eines seiner Romane: "Der Judasschrein". "Der Judasschrein" erschein erstmals bei Festa, erlebte dort mehrere Neuauflagen, war zwischenzeitlich aber auch immer mal wieder lange vergriffen und wurde in diesen zeiten zum begehrten Sammlerstücke. Zumindest waren die Preise so hoch, dass ich mich lange nicht zu einem Kauf durchringen konnte und es deshalb vergelichsweise spät in den Genuss kam.


    Das Buch erscheint am 28.02.2020 als Taschenbuch und eBook.


    Klappentext:

    Zitat

    In dem abgeschiedenen Dorf Grein am Gebirge, eingeschlossen zwischen den Bergen und einem Fluss, wird eine verstümmelte Mädchenleiche entdeckt, der mehrere Rückenwirbel fehlen. Als Kommissar Alex Körner und sein Team mehrere Exhumierungen anordnen, nehmen die Ermittlungen eine ungeahnte Wendung. Zudem spitzt sich die Lage zu, als der vom Dauerregen stark angeschwollene Fluss über die Ufer tritt. Vom Hochwasser eingeschlossen und von der Außenwelt abgeschnitten, kommt eine schreckliche Wahrheit ans Licht und die grausamen Morde gehen weiter …

    Der österreichische Schriftsteller Andreas Gruber, der vor allem für seine Kriminalromane rund um den kauzigen Ermittler Maarten S. Sneijder bekannt ist, verbindet in DER JUDAS-SCHREIN sein bewährtes Gespür für packende Kriminalgeschichten mit seiner Begeisterung für Horror und Grusel in der Tradition von H.P Lovecraft.

    Verlagslink: https://luzifer.press/titel/der-judas-schrein/

  • Super, darauf warte ich schon seit Jahren!

    Vielleicht folgt ja auch noch "Das Eulentor", auch wenn das nicht ganz so gut sein soll.

    Ich fand das Eulentor auch super, allerdings ist der Schluss da nicht so meins, da hat mir der Judasschrein vom Ende her wesentlich besser gefallen.


    Habe gerade mal gesehen, was dafür aufgerufen wird. Erst Dhormenghruul, jetzt der Judasschrein. Mein Büchervermögen schmilzt dahin ^^^^^^

  • Bei der Gelegenheit fällt mir auf, dass ich meine Festa-Ausgabe mal lesen sollte. Mal sehen, ob das Buch wirklich so gut ist, wie an einigen Stellen beschrieben.

  • Der Judas-Schrein hat bei mir einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Keine Frage, spannend erzählen kann er, der Gruber. Sonst hätte er sich auch nicht zu einem erfolgreichen Krimiautor gemausert. So überzeugt der Roman auch dort am meisten, wo er auf den Kriminalfall und dessen phantastische Verwicklungen fokussiert ist. Auch wenn manche Ermittlungsschritte und Zusammenhänge selbst mir als kriminalistischen Laien etwas an den Haaren herbeigezogen vorkommen.


    Was mich aber wirklich enorm gestört hat, ist das ausgelutschte Setting: Verlorener Sohn kehrt in die verhasste Provinz zurück und muss sich dort mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Ich kann es einfach nicht mehr lesen/sehen! Viel zu oft wurde das in Literatur, Film und Fernsehen verarbeitet. Umso mehr stört es bei einer solch holzschnittartigen und klischeebeladenen Figurenzeichnung. Vom Dorfkaiser über den einfältigen Dorfpolizisten bis zum sensiblen jugendlichen Außenseiter scheint wirklich jedes entsprechende Stereotyp vertreten.

    Mittlerweile gehört es längst zum guten Ton, dass ein Ermittler – egal in welchem Medium - einen ganzen Rucksack voller persönlicher Traumata und privater Probleme mit sich herumschleppt, die ihn in seinem beruflichen Alltag einholen. Kommissar Körner bildet da natürlich keine Ausnahme, wird aber nicht nur mit EINER obligatorischen Ex , sondern gleich mit der Ex-Freundin, der Ex-Frau samt pubertierender Tochter und der feschen jungen Kollegin konfrontiert. Less is more!

    Außerdem ist die Handlung mitunter leicht vorhersehbar. Wenn immer wieder der Fernzünder im Kofferraum und die uralte Dynamitladung im längst aufgelassenen Bergwerk nur scheinbar beiläufig erwähnt werden, kann man sich bereits sehr früh unschwer ausmalen, worauf das später einmal hinauslaufen wird…


    Mag sein, dass man bei einem Debüt nicht allzu strenge Maßstäbe anlegen sollte, aber von einem hochgelobten und sogar ausgezeichneten Roman erwarte ich mir eine andere Qualität.

  • Konnte mit dem Buch leider gar nichts anfangen. Ich zitiere mich mal aus dem Gelesen-Thread:

    Habe gerade "Der Judas-Schrein" von Andreas Gruber abgebrochen.

    Der Klappentext verspricht "Lovecraftsches Grauen", doch ich bin leider nicht über die ersten 100 Seiten hinausgekommen. Unzählige Klischees, pseudo-coole-Dialoge, unsympathische Figuren... und dann wird auch noch alles endlos in die Länge gezogen. Ich muss aber auch gestehen, dass ich mit Krimis generell absolut nichts anfangen kann.

    Allein auf den ersten paar Seiten spult Herr Gruber schon so viele Klischees ab, dass man denken könnte, er wolle eine Krimi-Persiflage schreiben - Leider meint er das alles jedoch vollkommen ernst.