Edgar Cantero: Mörderische Renovierung

  • Edgar Cantero

    Mörderische Renovierung

    420 Seiten, Hardcover

    Golkonda Verlag


    Zitat

    Mit »Mörderische Renovierung«, einem Spukhaus-Thriller mit ordentlich viel Gruselfaktor, Lovecraft’schen Anspielungen und einer Prise schwarzem Humor, stellen wir den jungen, katalanischen Autor Edgar Cantero vor.Einige Monate nachdem der letzte der Wells Söhne aus seinem Schlafzimmerfenster im Axton House gesprungen ist (leider vergaß er, es vorher zu öffnen), bezieht ein eigenartiges europäisches Pärchen das verlassene Anwesen. A. ist 23 und entpuppt sich als der unvorhergesehene Erbe. Niamh ist eine stumme jugendliche Punkerin, die er selbst als seine Gefährtin oder Beschützerin beschreibt. Dass das Anwesen von Geistern heimgesucht werden soll, macht die beiden nur noch neugieriger auf ihr neues, bequemes – da reiches – Leben. Aber die Geister, die in diesem Haus herumspuken, sind bei weitem nicht das dunkelste Geheimnis von Axton House. Und nicht das mörderischste …In Tagebucheinträgen, Briefen, Überwachungskameraaufnahmen, Tonaufzeichnungen und Monogrammen wird eine außergewöhnliche Geschichte erzählt, die für Gänsehaut sorgt, die Tradition der Geisterhausgeschichten aber auf eine völlig neue Ebene führt.

    Der schon 2018 erschiene Roman (deshalb leider für die Lesechallenge ungeeignet) reizte mich schon lang, da er mir für das Genre eher unkonventonell konzipiert schien. Statt die Handlung gerade heraus aus Sicht einer oder mehrerer Figuren zu erzählen, greift er zumeist auf Natizbucheinträge, verschriftlichte Tonaufnahmen, verschriftlichte Videoaufnahmen usw. zurück, um die Handlung voran zu treiben. Die großen Vobrilde im Bereich des Horrors dafür sind wohl Sokers "Dracula" und Danielewskis "House of Leaves". An beide kommt "Mörderische Renovierung" natürlich nicht heran. Dafür bleibt die Konzeption zu oft ein reines Formenspiel und die Geschichte dahinter zu konventionell. Trotzdem habe ich den Roman gerne und überraschend schnell gelesen. Die Hauptfiguren sind sympathisch, die Ereignisse im Haus lassen wiederholt an klassische Gruselmotive erinnern und zwischenzeitlich fühlt es sich an, Fremden bei einem sehr unterhaltsamen Escape-Room-Zeitvertreib zuzuschauen. Allerdings bleibt vieles etwas zu brav für meinen Geschmack und durch die jeweiligen Form bleibt die Erzählung gerade in den (in der Handlung schon recht grausamen) Schlusskapiteln merklich auf Distanz. Vielleicht ein Buch für jüngere Leserinnen und Leser, die Lust auf Grusel haben, den Jugenbüchern entwachsen sind, sich aber noch nicht an die erwachsenen Werke herantrauen.