Bram Stoker - Dracula - Große kommentierte Ausgabe

  • Könnte man eventuell auch schon unter Sekundärliteratur posten, ich bin jedenfalls ziemlich angefixt...



    Bram Stoker: Dracula. Große kommentierte Ausgabe



    Autor : Leslie S. Klinger (Hrsg.)

    Verlag : FISCHER Tor

    Erscheinungsdatum : 25.9.2019

    Preis : € 78,00


    Aus dem Englischen von Andreas Fliedner, Andreas Nohl und Michael Siefener



    Die definitive »Dracula«-Ausgabe für das 21. Jahrhundert, kommentiert und illustriert als aufwändiger Prachtband im Vierfarbdruck. Herausgegeben von Leslie S. Klinger.

    Mit Dracula hat Bram Stoker eine Figur geschaffen, die zum Inbegriff des Vampirs geworden ist – ein einzigartiger Mythos der Popkultur und eines der beliebtesten und meistverkauften Werke der Weltliteratur.

    Das erwartet dich in »Dracula - Große kommentierte Ausgabe«:

    Dieser Prachtband enthält eine Neuübersetzung des Romans aus der Feder von Andreas Nohl sowie fast 300 meist vierfarbige Abbildungen von Originalillustrationen, Titelbildern, Filmplakaten, Originalschauplätzen und vielem mehr. Über 1000 Anmerkungen beleuchten sämtliche Aspekte von Stokers Werk und Zeit.

    Herausgeber Leslie S. Klinger reist in seinen Anmerkungen durch zweihundert Jahre populärer Kultur. Dabei bringt er die politischen, ökonomischen, feministischen, psychologischen und historischen Fäden ans Licht, die »Dracula« durchziehen. Klingers Entdeckungen werden auch eingefleischte Fans begeistern und lassen den legendären Vampir in einem völlig neuen Licht erscheinen.










    Quelle: https://www.tor-online.de/bram…sse-kommentierte-ausgabe/

  • Also quasi das Äquivalent zur Gesamtausgabe von Lovecraft bei Fischer Tor.

    Leslie S. Klinger hat mehrere solcher kommentierten Ausgaben gemacht, die in Herangehensweise und Aufmachung in Etwa gleich sind. Es gibt u. a. noch "Sherlock Holmes" und "Frankenstein" - ein 2. Lovecraft-Band ist auf Englisch gerade erschienen und soll laut Verlag 2020 bei uns herauskommen.

  • Schöne Ausgabe, allerdings auch zu einem stolzen Preis.


    Mich freut ja auch die Neuübersetzung. Bei der ist dann "journal" hoffentlich nicht mehr mit "Jounal" übersetzt, das hatte mich bei meiner Ausgabe irgendwie etwas genervt.^^

  • Mich freut ja auch die Neuübersetzung. Bei der ist dann "journal" hoffentlich nicht mehr mit "Jounal" übersetzt, das hatte mich bei meiner Ausgabe irgendwie etwas genervt.^^

    Ist es denn eine? Ich vermute, dass Siefener und Fliedner lediglich die Kommentare übersetzt haben, da als Mit-Übersetzer Andreas Nohl angegeben ist - dessen Übersetzung ist schon etwas älter, soweit ich weiß, was dann eine Falschaussage Fischer Tors bedeuten wurde. Oder Nohl hat den selben Text erneut übersetzt, was aber seltsam wäre.

  • Der Online-Shop der Zeit wirbt übrigens damit, dass man dieses Buch (nur) dort auch im Schuber bekommen kann.


    Wenn ich mir die wenigen Bilder ansehe, dann frage ich mich, für das wievielte Lesen die Kommentare gedacht sind. Es scheint mir nicht darum zu gehen, die Lektüre besser zu verstehen, sondern Draculas Platz in der Popkultur nachzuspüren, oder? Damit wirkt es auf mich, als sei es eher ein Sachbuch zu Dracula, die eher zufällig auch den Roman beinhaltet, als eine Dracula-Asugabe. Aber ich kann mich auch irren und schau im Buchhandel mal rein.

  • Ist sicher eine gute Sache und in jedem Fall ein Gewinn - hab mir auch die Lovecraft-Ausgabe schon gegeben, und es kommen bei Klinger definitiv viele interessante Punkte und Querbezüge ans Licht, auf die man ohne die Kommentare und kritischen Anmerkungen nie gekommen wäre.

    Ich war kürzlich selber schon auf den Spuren Stokers in Whitby unterwegs - also ich freu mich auf die Ausgabe!

  • Ist es denn eine? Ich vermute, dass Siefener und Fliedner lediglich die Kommentare übersetzt haben, da als Mit-Übersetzer Andreas Nohl angegeben ist - dessen Übersetzung ist schon etwas älter, soweit ich weiß, was dann eine Falschaussage Fischer Tors bedeuten wurde. Oder Nohl hat den selben Text erneut übersetzt, was aber seltsam wäre.

    Da kann man wohl davon ausgehen, dass auf die bestehende Übersetzung von Nohl zurückgegriffen wurde. Interessanterweise gibt es Dracula auch nachwievor in der Reihe "Fischer Klassiker". Da aber in der Übersetzung von Heinz Widtmann. Also lizenziert man lieber Nohls Arbeit von dtv, als sich im eigenen Haus zu bedienen.

  • Die Übersetzung von Andreas Nohl ist in meinen Augen äußerst zweifelhaft. Ich hatte auf Facebook mal eine längere Diskussion angezettelt, weil Nohl sich in einem Zeitungsartikel damit brüstete, dass er mit seiner Dracula-Übersetzung aus einem schwachen Roman einen richtig guten gemacht habe. An Bescheidenheit leidet der gute Mann nicht.
    Wie man immer wieder hört, glättet Nohl die Originaltexte sehr und nimmt ihnen ihre Kanten. Ich habe selbst einmal am Beispiel "Ligeia" seine Poe-Neuübersetzung gecheckt und musste exakt das feststellen: absolut weichgespült, wahrscheinlich für ein modernes Publikum mit Gleitmittel eingeschmiert.
    Dass Fischer Tor bei so einer Prachtausgabe auf diese Übersetzung zurückgegriffen hat, kann ich wirklich nicht verstehen. Gerade die Tor-Leute haben ja für durchaus tolle Neuübersetzungen gesorgt, wenn ich daran denke, was Karen Nölle mit ihren Erdsee-Übersetzungen gezaubert hat.

  • Im Zuge meiner Rezension zu Dracula habe ich mich mit den Übersetzungen auseinandergesetzt. Ich erlaube mir mal, aus meiner damaligen Einschätzung zu zitieren:


    Zitat

    Anmerkung: Es existieren alte Übersetzungen von Dracula, die man lieber meiden sollte, will man nicht auf all die zum Teil subtil verborgenen sexuellen Anspielungen verzichten. Die hier gewählte moderne Neuübersetzung von Andreas Nohl ist nicht unproblematisch, da Nohl (und dafür ist er inzwischen in der Branche bekannt) dazu neigt, den Originaltext zu glätten, sperrige Sätze zu begradigen und damit die Leseerfahrung zu vereinfachen.


    Beinahe zeitgleich mit der Nohl-Übersetzung erschien die Neuübersetzung von Ulrich Bossier (Stuttgart: Reclam, 2012), von der ich dringend abraten möchte. Bossier erlaubt sich darin schlichtweg inakzeptable, das Original völlig verfälschende Freiheiten. So ist beispielsweise das letzte – sehr wichtige – Zitat meiner Besprechung in der Bossier-Übersetzung deratig schlampig und falsch übersetzt, dass es in dieser Version restlos unbrauchbar ist und von mir überhaupt nicht als bedeutsam erkannt worden wäre.


    So hat man als Leser leider lediglich die Wahl, aus zwei Übeln das Geringere zu wählen.



    Mir ist nichts bekannt über neuere Übersetzungen als die Nohls und Bossiers.