Michael Siefener Lesung 20.08.2026 in Hamburg
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Ich war gestern Abend bei der Lesung aus Cor Magis von Michael Siefener in der Hamburger Buchhandlung Sense of Wonder. Die Veranstaltung fand in gemütlicher Atmosphäre im Hinterzimmer der Buchhandlung statt und bot einen wunderbaren Rahmen für einen besonderen Abend.
Michael Siefener war die Freude an der Lesung deutlich anzumerken, ebenso dem interessiertenPublikum. Im anschließenden Gespräch gab es die Gelegenheit, Fragen an ihn zu stellen, von der ich ausgiebig Gebrauch gemacht habe. Dadurch konnte ich viele neue Eindrücke von ihm als Mensch und von seinem kreativen Schaffensprozess mit nach Hause nehmen.
Im Anschluss blieb man noch in geselliger Runde zusammen und kam miteinander ins Gespräch. Für mich war es ein wunderschöner Abend und eine großartige Gelegenheit, einen der von mir am meisten geschätzten deutschen Phantastikautoren persönlich kennenzulernen. Er machte auf mich den Eindruck eines ausgesprochen freundlichen, humorvollen, nahbaren und liebenswerten Menschen.
Besonders gefreut hat es mich außerdem, Eric Hantsch wiederzusehen und mich mit ihm auszutauschen.
Mein herzlicher Dank gilt Michael Siefener, Eric Hantsch, der Buchhandlung Sense of Wonder sowie Thomas Harbach für die Organisation und Durchführung dieser wunderbaren Veranstaltung.
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Ribesehl
Das sind wirklich interessante Einblicke, die du schilderst, und es klingt nach einer stimmungsvollen Lesung, die ich mir ebenfalls gerne angeschaut hätte. Schade, dass es zeitlich nicht geklappt hat.Was mich aber noch interessieren würde: Welche Fragen hast du denn gestellt? Ging es eher um Persönliches, also um sein Leben und seine Sicht auf die Dinge, oder mehr um seine Werke, also um Hintergründe zu den Büchern und deren Entstehung?
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Die Fragerunde war offen, insofern kamen die Fragen aus dem ganzen Publikum – ich war aber neben Thomas Harbach einer derjenigen, die am meisten gefragt haben. Es ging tatsächlich um beides: um sein Leben und seinen Werdegang ebenso wie um sein erzählerisches Schaffen, seine Übersetzertätigkeit und speziell darum, womit er sich in den letzten Jahren beschäftigt hat und warum es in dieser Zeit vergleichsweise wenige Veröffentlichungen gab.Zu seinem Werdegang erzählte er, dass er zu Beginn seiner schriftstellerischen Laufbahn und auch zwischendurch durchaus die Hoffnung und den Ehrgeiz hatte, vom Schreiben leben und seinen Namen in den Buchhandlungen sehen zu können. Davon hat er inzwischen Abstand genommen und schreibt und veröffentlicht heute vor allem das, was ihm persönlich am Herzen liegt. Sehr spannend fand ich auch die Geschichte, wie die Novelle „Nonnen“ ihren Weg gegangen ist, erst in ganz kleiner Auflage bei Hubert Katzmarz, dann bei Jörg Kleudgen in der Goblin Press und schließlich beim Heyne Verlag.
Persönlicher wurde es, als er von seinem Pendeln zwischen Hamburg und Manderscheid in der Eifel erzählte: Seine erste Frau, eine Chemikerin, ist Anfang der 2000er-Jahre verstorben, später hat er in Hamburg seine jetzige Frau kennengelernt – seitdem pendelt er zwischen beiden Orten und hat dabei auch den Norden und die norddeutsche Landschaft schätzen gelernt.Und schließlich ging es auch um „Cor Magis“ selbst und seine autobiografischen Bezüge: Zu Beginn des Schreibens wähnte er sich noch bei guter Gesundheit, gegen Ende erlitt er dann tatsächlich Herzprobleme, sein Arzt soll gesagt haben, sein Herz habe „den sterbenden Schwan“ gemacht. Mittlerweile geht es ihm aber wieder gut, und er ist für die nächsten drei Jahre gut ausgelastet, sowohl mit Übersetzungs- und Veröffentlichungsprojekten als auch mit Plänen für eigene neue Geschichten.
Er erzählte zudem, wie es seit Corona zu einem umfangreichen Projekt über magische Bücher und Zauberbücher kam, offenbar ursprünglich als Kooperationsprojekt gedacht. Aus einem geplanten einzelnen Kapitel wurde im Lauf mehrjähriger Recherche ein Umfang von etwa 2.400 Seiten. Das Projekt selbst ist leider gescheitert, aber er hat mittlerweile geklärt, dass er die Texte unter eigenem Namen veröffentlichen darf, und hat wohl auch schon einen Verlag dafür gefunden, da dürfte also in absehbarer Zeit etwas erscheinen. Außerdem wird es eine Werkausgabe seiner gesammelten Kurzgeschichten und Novellen beim Wandler Verlag geben, in Kooperation mit der Edition Dunkelgestirn bzw. mit Eric Hantsch, der ja ebenfalls vor Ort war.
Zu seinem kreativen Prozess erzählte er, dass viel beim Spazierengehen entsteht, er diktiert dann teils direkt ins Handy. Bei einem Roman oder einer Novelle steht für ihn meist der Anfang und das Ende schon fest, ebenso einige Zwischenstationen; die eigentliche Ausarbeitung der Zwischenteile erfolgt dann beim Schreiben. Auch weiß er von vornherein recht genau, ob aus einem Stoff ein Roman, eine Novelle oder eine Kurzgeschichte wird.
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Das ist eine sehr schöne und vor allem informative Zusammenfassung, die meiner Meinung nach ausführlicher festgehalten werden sollte – sei es als Bericht in einem Fanzine, als Beitrag in einem Forum oder einfach als längerer Text, den man mit anderen teilt, die Michael Siefener zu schätzen wissen. Solches Hintergrundwissen ist selten, und in einer so intimen Runde fiel es Michael Siefener offenbar leichter, mehr aus seinem Leben und seinen Werken preiszugeben, als er es sonst vielleicht in einem größeren oder öffentlicheren Rahmen getan hätte.
Danke für den kleinen und neugierig machenden Einblick in sein weiteres Schaffen, Ribesehl! -
Danke für die tollen Eindrücke Ribesehl
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Ein wunderbar offener und informativer Einblick. Sehr aufmerksam Ribesehl